10 wichtige Fragen und Antworten rund um Babys Taufe

Katharina

Du bist Dir noch nicht sicher, ob Dein Kind überhaupt getauft werden soll, oder wünschst Dir einfach genauere Informationen zur Taufe? Wir haben für Dich sowohl Vor- als auch Nachteile der Kindertaufe näher beleuchtet, als auch zehn spannende Fragen rund um Anmeldung, Ort und Zeitpunkt des Taufgottesdienstes, die Wahl der Paten und die anschließende Feier!

1. Was spricht für eine Taufe?

Bei der Entscheidung, sein Kind taufen zu lassen, spielt immer der Wunsch eine große Rolle, dass dieses auf besondere Weise von Gott geschützt wird. Der Antrieb hierfür kann einerseits die Angst um den eigenen Nachwuchs sein. Eine positivere Motivation wäre jedoch die Dankbarkeit, da das Geschenk eines neuen Lebens und des Elternwerdens als nicht selbstverständlich empfunden wird. Ein weiterer Grund für die Taufe ist, dass Eltern ihren eigenen persönlichen Glauben auch gerne an ihr Kind weitergeben wollen. Die Kleinsten sollen quasi von Anfang an in die Religion hineinwachsen, sodass sie im besten Fall früh positive Erfahrungen mit dem Glauben an Gott und der Gemeinschaft in einer Kirche sammeln können. Innerhalb einer Gemeinde wünschen sich Eltern zudem auch nach der Taufe Unterstützung bei der (christlichen) Erziehung und Rückhalt in schwierigen Situationen. Christliche Werte sollen von Anfang an zum moralischen Kompass werden.

2. Was spricht gegen eine Taufe?

Gegen eine Taufe spricht für viele Eltern von vornherein, dass sie sich vielleicht mit dem Glauben an Gott generell identifizieren können, nicht jedoch mit einer bestimmten Kirche. Andere halten auch nicht viel vom Konzept der Säuglingstaufe. Schließlich ist auch in der Bibel nur von der Erwachsenentaufe aus eigenem freien Willen die Rede, aber nie von Taufe im direkten Zusammenhang mit Kindern. Eltern, die gegen eine Taufe sind oder mit der Entscheidung hadern, wollen ihrem Kind die Wahl später selbst überlassen. Moralisch gesehen sei die Entscheidung für einen persönlichen Glauben eben genau das persönlich. Und erst ab einem gewissen Alter erreiche man die Reife, um solche Entscheidungen auch nach gutem Wissen und Gewissen selbst treffen zu können. Darüber hinaus bringt eine Taufe auch rechtliche Konsequenzen mit sich: Selbst wenn ein (junger) Erwachsener später gar nicht zur Kirche gehören will, wurde er durch die Kindertaufe „passiv“, aber dennoch offiziell Mitglied. Das bedeutet ab einem gewissen Zeitpunkt auch die Entrichtung der Kirchensteuer, oder zumindest den gebührenpflichtigen Austritt. Diese Umstände empfinden viele Getaufte im Nachhinein als ungerecht.

3. Wie funktioniert die Anmeldung zur Taufe?

Wenn Ihr Euch nach gründlicher Überlegung und Abwägung der Vor- und Nachteile für die Taufe Eures Kindes entschieden habt, ist der nächste Schritt die Anmeldung hierzu. Dazu müsst Ihr nur einen Termin im Büro eurer Wohnort-Gemeinde vereinbaren. Wichtig ist jedoch, dass Ihr zum anschließenden Taufgespräch persönlich erscheint. Vor allem bei einem Wunschtermin sollte die Anmeldung möglichst frühzeitig erfolgen.  Mitnehmen müsst Ihr lediglich das Familienstammbuch mit der Geburtsurkunde Eures Kindes und Eure Personalausweise. Wenn die Wahl schon gefallen ist, könnt Ihr ebenfalls die Namen und Adressen der Paten, sowie die Bescheinigung über ihre Kirchenzugehörigkeit vorlegen.

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4. Wann ist der richtige Zeitpunkt für Babys Taufe?

Pauschal lässt sich eigentlich nicht sagen, in welchem Alter man sein Baby am besten taufen lässt. Während früher meist schon wenige Wochen nach der Geburt getauft wurde, lassen sich Eltern heutzutage dafür eher mehr Zeit. Jedoch geht der Trend schon in die Richtung, dass die Taufe noch während des ersten Lebensjahres stattfindet. Schließlich gehen Eltern häufig mit dem Wunsch an die Taufe heran, ihr Kind von Anfang an von Gott geschützt zu wissen. Doch je länger man wartet, desto besser können Kinder dieses besondere Ereignis auch selbst bewusst wahrnehmen.

5. Darf auch ökumenisch getauft werden?

Wenn Vater und Mutter verschiedenen Kirchen angehören oder nicht kirchlich getraut sind, kommen bezüglich der Taufe ihres Kindes einige Fragen auf. Da Kinder bei der Taufe immer in eine konkrete Gemeinschaft aufgenommen werden, ist daher eine ökumenische Taufe nicht möglich. Wohl oder übel müsst Ihr Euch also entscheiden, ob Euer Kind Mitglied der katholischen oder evangelischen Kirche werden soll.  Und Euch gegebenenfalls auch durch beratende Gespräche mit den entsprechenden Geistlichen einig werden. Aber beide Konfessionen erkennen die Taufe gegenseitig an. Sollte später ein Konfessionswechsel stattfinden, muss also nicht nochmal neu getauft werden. Eine kirchliche Trauung ist jedoch keine Voraussetzung zur Taufe. Trotzdem wird die sogenannte „Traufe“, eine Kombination aus Trauung und Taufe, immer häufiger und beliebter.

6. Können wir unser Kind auch an einem anderen Ort als der Ortskirche taufen lassen?

Einige Eltern liebäugeln aus verschiedenen Gründen auch mit dem Gedanken, ihr Baby zuhause oder in anderen Kirchengebäuden taufen zu lassen. Dennoch wird in der Regel angestrebt, dass Kinder auch in ihrer örtlichen Gemeinde getauft werden. So können sie im Anschluss leichter in die Kirchengemeinschaft in ihrer nächsten Nähe integriert werden. Für eine Taufe außerhalb des Wohnortes kann man jedoch versuchen, beim eigentlich zuständigen Geistlichen einen Antrag hierauf zu stellen. Die Taufe im Krankenhaus oder zuhause bildet eine Ausnahme. Sie wird aber nur vorgenommen, wenn für das Baby beispielsweise Lebensgefahr besteht.

7. Wie läuft so ein Taufgottesdienst ab?

Auch wenn evangelische und katholische Taufgottesdienste nicht identisch ablaufen und die Gestaltung zudem von Gemeinde zu Gemeinde variiert: Meist sind Lieder, Fürbitte- und Dankgebete, Textlesung, Kollekte, Predigt, Taufspruch, Glaubensbekenntnis, Taufzeremonie, Entzünden der Taufkerze und Segenssprüche fester Bestandteil eines Taufgottesdienstes. Bei der eigentlichen Taufhandlung wird das Kind übrigens vom Geistlichen dreimal mit Taufwasser übergossen, während Eltern und Paten das stellvertretende „Ja“ zur Taufe geben. Der Taufgottesdienst kann als Teil des normalen Gottesdienstes, aber auch unabhängig davon stattfinden. Auch ob nur Euer Kind an diesem Tag getauft wird, oder eher Gemeinschaftstaufen üblich sind, ist unterschiedlich. Um Genaueres zu besprechen ist das Taufgespräch im Voraus gedacht. Datum und Ablauf des Gottesdienstes werden hierbei geplant und auch eigene Ideen und Beiträge von kleinen und großen Familienmitgliedern und Freunden können mit eingebracht werden. So kann die Taufe Deines Lieblings noch viel persönlicher gestaltet werden.

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8. Was hat es mit den Taufpaten auf sich?

Die Erziehung eines Kindes gestaltet sich oftmals gar nicht so leicht. Die Aufgabe von Taufpaten ist daher, die Eltern bei der christlichen Erziehung zu unterstützen und natürlich ihr kleines Patenkind in besonderer Weise bei seiner Entwicklung zu begleiten. Sie werden neben den Eltern zu besonders engen Bezugspersonen, die unterstützend und beratend zur Seite stehen. Daher ist eine gegenseitige Vertrauensbasis zwischen Eltern und Paten sehr wichtig. Auch regelmäßiger Kontakt ist für diese Aufgabe förderlich. Das Mindestalter für Paten beträgt in der katholischen Kirche 16 Jahre, in der evangelischen 14 Jahre (normal wurden sie auch selbst gefirmt bzw. konfirmiert). Üblich sind zwei Taufpaten, auch wenn einer im Prinzip schon genügen würde. In der evangelischen Kirche kann jeder Christ Pate werden. Bei der katholischen Taufe muss jedoch mindestens ein Pate auch selbst katholisch sein.  Doch selbst wenn Euer Wunschpate keiner oder einer anderen Kirche angehören sollte (oder ihr mehr als zwei haben wollt), kann er zusätzlich als so genannter „Taufzeuge“ mit einbezogen werden.

9. Wie wird eine Taufe im Anschluss gefeiert?

Üblicherweise gehen die Gäste einer Taufe nach dem Gottesdienst nicht gleich auseinander. Bei einem gemeinsamen Essen oder Kaffee und Kuchen feiern Verwandte und Freunde zusammen den besonderen Tag im Leben des kleinen Täuflings. Ob Du dafür ein Restaurant bevorzugst oder die Feier lieber bei Euch zuhause stattfinden soll, ist natürlich ganz Euch überlassen. Der Vorteil beim auswärts Essen ist, dass dies mit weniger Arbeit für die Gastgeber selbst verbunden ist. Zuhause zu feiern, ist jedoch besonders mit kleinem Baby für viele praktischer, vorausgesetzt Ihr holt Euch zur Unterstützung ein paar helfende Hände mit an Bord. All die festgehaltenen Erinnerungen an den Taufgottesdienst und die anschließende Feier lassen sich übrigens sehr schön im babywalz Fotoalbum „Meine Taufe“ aufbewahren.

10. Was muss unbedingt vorher organisiert und gekauft werden?

Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Kirchenmitgliedern kostenlos. Für den Taufgottesdienst an sich müsst Ihr nur die Taufkerze und das Tauf-Outfit für Euer Kind besorgen. In vielen Familien wird ganz traditionell ein Taufkleid von Generation zu Generation weitergegeben. Manche Gemeinden bieten aber auch Taufkleider zum Ausleihen an. Jedoch wird es heutzutage auch immer gängiger, anstatt eines Taufgewandes andere festliche Kleidung für den Sohn oder die Tochter zu wählen. Wenn zusätzlicher Blumenschmuck gewünscht ist, könnt Ihr beim Taufgespräch fragen, ob dieser von der Kirche gestellt wird, oder er von Euch selbst gekauft und angebracht werden soll. Für die Tauffeier nach dem Gottesdienst müsst Ihr Euch rechtzeitig um die Miete oder Reservierung einer passenden Location kümmern. Oder eben bei einer Feier zuhause genügend Sitzmöglichkeiten, Verpflegung und die passende Dekoration organisieren. Ebenso freuen sich Eure Gäste über schön gestaltete Einladungskarten zur Taufe und Taufhefte, die in der Kirche über den Programm-Ablauf und Texte für Lieder und Gebete informieren.

Falls Du noch auf der Suche nach ein wenig Inspiration für die Taufdeko bist, wirst Du in unserem Ratgeber „Tipps für die Taufdeko: So wird Babys erstes Fest zum Hingucker“ garantiert fündig! Und selbst wenn Ihr Euch im Endeffekt doch gegen die Taufe Eures kleinen Lieblings entscheiden solltet:  Es gibt auch andere feierliche Möglichkeiten, Babys ihr erstes großes Familienfest zu bescheren, die genauso schön sind! Inspirationen, wie diese aussehen können, erfährst Du im Ratgeber zu den Alternativen zur christlichen Taufe.