2. großer Ultraschall: Fragen an Deinen Frauenarzt

Eva Becker

Schwindel, schwere Beine oder dumpfe Schmerzen im Unterbauch: Wenn Du Veränderungen an Deinem Körper festgestellt hast, solltest Du sie beim 2. großen Ultraschall-Termin besprechen. Eine Checkliste der wichtigsten Fragen.

2. großer Ultraschall – jetzt wirft Dein Frauenarzt einen genauen Blick auf die Organe Deines Babys. Vielleicht erfahrt Ihr auch schon das Geschlecht des Kleinen? Aber auch für Fragen zu Deinem Befinden sollte Zeit sein. Denn gerade um die 20. Schwangerschaftswoche herum wirst Du an Deinem Körper viele Veränderungen feststellen. Manche sind angenehm und beruhigend: Dein Bauch wächst, Du spürst Dein Baby. Andere sind irritierend oder sogar schmerzhaft: Deine Beine werden dicker und die Venen sichtbar, Du hast Schwindelattacken oder spürst ein Ziehen im Unterbauch. Scheue Dich nicht, diese Beschwerden bei Deinem Frauenarzt anzusprechen. So erfährst Du, was Du tun kannst oder sogar musst.

Wir haben für Dich eine Checkliste mit den häufigsten Beschwerden:

1. Ab wann sind Krampfadern gefährlich?

Plötzlich kann man sie sehen: Die blau geschlängelten Venen an den Beinen, die bisher gut unter der Haut verborgen waren. Leider treten Krampfadern bei einigen Frauen in der Schwangerschaft auf – ärgerlich, denn wer trägt schon gerne Stützstrümpfe? Vor allem im Sommer ist das nicht unbedingt angenehm. Da aber in der Schwangerschaft das Risiko für eine Thrombose um das sechsfache steigt, solltest Du das Thema nicht unter den Tisch kehren. Wenn Du Veränderungen an Deinen Beinen feststellst, dann spreche sie bei Deinem Frauenarzt an. Eventuell wird Dir dann ein Rezept für Kompressionsstrümpfe ausgestellt.

2. Mir wird schwindelig – ist das normal? 

Ja. Vielen Frauen wird es vor allem im ersten Trimester häufiger schwindelig. Kein Wunder, schließlich ist Dein Körper ganz schön beansprucht: Dein Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, Dein Herz schlägt jetzt schneller, Deine Atmung beschleunigt sich – bei Aufregung kann es dazu kommen, dass Du hyperventilierst und sogar in Ohnmacht fällst. Wichtig ist, dass Du ausreichend isst und auch trinkst. Dauerhafter Schwindel gepaart mit Kopfschmerzen oder Sehstörungen kann auf Blutarmut hindeuten. Sprich also mit Deinem Frauenarzt über die Häufigkeit Deiner Schwindelattacken.

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3. Ich habe geschwollene Beine und Füße – muss ich etwas tun? 

Wassereinlagerungen sind eine sehr häufige Begleiterscheinung von Schwangerschaften. Bei hohen Temperaturen oder wenn Du häufig stehen musst, nehmen die Beschwerden zu. Auch Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln müssen Dir keine Sorgen machen. Aber Du solltest das Thema dennoch bei Deinem Frauenarzt ansprechen. Wichtig ist zu wissen, dass starke und spontane Wassereinlagerungen auch auf eine ernstere Erkrankung hinweisen können. Bei einer Präeklampsie gehen die starken Wassereinlagerungen mit hohem Blutdruck und einer erhöhten Ausscheidung von Eiweiß einher.

4. Nehme ich zu viel zu?

Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist. Denn beim Thema Gewichtszunahme in der Schwangerschaft gibt es nicht nur gegensätzliche Meinungen – tatsächlich nehmen schwangere Frauen auch einfach sehr unterschiedlich zu. Als Faustregel gilt aber: Ein Kilo pro Woche wird als starke Gewichtszunahme eingestuft und kann auf Erkrankungen wie Präeklampsie oder Schwangerschaftsdiabetes hindeuten. Außerdem erhöht sich durch starke Gewichtszunahme und wenig Bewegung auch das Risiko für eine  Schwangerschaftsdiabetes. Es ist wichtig, dass Du das Thema ansprichst, vor allem, wenn Du das Gefühl hast, bei gleichbleibender Ernährung deutlich zugenommen zu haben.

5. Ich habe Schmerzen in der Leistengegend. Sind das die Bänder?  

Ein stechender oder auch dumpfer Schmerz im Unterbauch – klar, dass Dir das in der Schwangerschaft Sorgen macht. Dabei sind es wahrscheinlich Wachstumsschmerzen: Deine Gebärmutter wächst nach oben und die sogenannten Mutterbänder müssen sich mitstrecken. Das kann sehr schmerzhaft sein und tritt vor allem zwischen der 18. und 24. Schwangerschaftswoche auf. Sprich bei Deinem Frauenarzt die Beschwerden an – er wird die Symptome richtig deuten können.

6. Darf ich Übungen für den Beckenboden machen? 

Klares Ja! Den Beckenboden in der Schwangerschaft zu trainieren, ist von Vorteil. Hin- und wieder hört man die Warnung, Beckenboden-Übungen während der Schwangerschaft könnten die Muskulatur derart festigen, dass dadurch die Geburt schwerer würde. Es ist hingegen sehr unwahrscheinlich, dass Du durch ein paar Monate Übungen bereits so eine feste Beckenboden-Muskulatur erreichst, wie sie z. B. Frauen haben, die jahrelang Reitsport machen. Ob Du hingegen auch Vaginalkonen  oder andere Hilfsmittel benutzen kannst, solltest Du mit Deinem Frauenarzt besprechen.