Spielend lernen #30: Spieltipps & Spielideen

Sophia

Nonverbale Kommunikation ist ein großer Teil der Verständigung zwischen Deinem Baby und Dir. Auch, wenn es noch nicht richtig sprechen kann, versteht es über Deine Mimik, Gestik und Handzeichen mehr als Du denkst. Andersrum lernt Dein Baby diese Zeichen und nutzt sie, um sich Dir mitzuteilen.

Die Kraft der nonverbalen Kommunikation

 

Baby zeigt mit FingerDeinem Kind ist bereits die Macht seines ausgestreckten Zeigefingers bewusst geworden und ist zur Zeit dabei, sein Repertoire an Gesten und Handzeichen zu erweitern. Tatsächlich verfügen wir in unserer Sprache über ein kulturell festgelegtes Zeichensystem, dass wir automatisch beim Sprechen benutzen ohne groß darüber nachzudenken. Auch Dein Kind fängt an, seine Äußerungen mit Bewegungen zu unterstreichen. Es bemerkt, dass seine Botschaft ankommt und es besser verstanden wird. Gesten liefern zusätzliche Informationen zu Worten und Lauten. Du kannst Deinen Schatz dazu ermuntern solche Gesten aktiv zu verwenden. Zum Beispiel beim Abschied: „Sagst Du der Oma Tschüss?“ Oma winkt Deinem Kleinen zu und Dein Kind winkt zurück – und hat Abschied mit Winken verknüpft. Auch das Nicken als Zeichen für ein „Ja“ und das Kopfschütteln für ein „Nein“ klingt selbstverständlich, musste aber auch erst von Deinem Baby gelernt werden.

Lernen durch Nachahmung

 

Eine Ermahnung erhält mit dem erhobenen Zeigefinger deutlich mehr Kraft und ein Stopp mit abwehrender Handhaltung setzt zusätzlich zur Äußerung räumliche Grenzen. Wenn Du so mit Deinem kleinen Gebärdendolmetscher sprichst, versteht es Dich deutlich besser. Außerdem lernt es dabei ganz von selbst, Gesten zu verstehen und anzuwenden. Je mehr Du gestikulierst, Deine Hände beim Sprechen benutzt und Deine Miene beim Reden veränderst, desto mehr kann sich Dein Baby von Dir abschauen.

Baby freut sichHandzeichen und Gesten erlernt Dein Kind zwar vor allem im alltäglichen Gebrauch. Die folgenden Spieltipps orientieren sich aber an dieser Phase des sozialen Erlebens und der Körperwahrnehmung Deines Kindes. Nonverbale Kommunikation wird ins Spiel eingebaut und die Verbindung von Sprache und körperlicher Bewegung bzw. -berührung in Form von Fingerspielen aufgegriffen. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Spieltipp 1: Märchenhaftes Schauspiel

 

Familie bewegt sichWas Du dazu brauchst:

  • Etwas schauspielerisches Talent

Bei diesem Spieltipp ist Dein Schauspieltalent gefragt. Dein kleiner Schatz beobachtet Dich ganz genau bei allem was Du tust, was Du sagst und wie Du sprichst. Es lernt, die richtigen Laute mit seinem Mund zu bilden, indem es Dein Gesicht beobachtet. Mimik und Gestik ahmt es ebenso nach und verbindet nach und nach Bedeutung mit Gesichtsausdruck oder Handbewegung. Mache doch einmal die gemütliche Lesestunde zu einem besonderen Erlebnis für Dein Kind! Setze Dich dazu gegenüber von Deinem Kleinen, so dass es Dich gut von vorne sehen kann. Erzähle ihm eine kleine Geschichte und begleite Deine Worte mit passenden Gesten oder Gesichtsausdrücken. Klingt schwierig? miBaby hat sich eine Geschichte überlegt, die sich besonders schön dafür eignet. Aber Deiner Kreativität sind natürlich keine Grenzen gesetzt!

PapaliestEs war einmal ein kleiner Bär, der lebte in einem großen Wald. Da gab es viele viele Tiere: Viele Vögel (Hier machst Du mit den Armen Fliegebewegungen), kleine Mäusschen, viele Ameisen (mache kleine kitzelnde Krabbelbewegungen auf dem Arm Deines Babys) und Rehe.

Der kleine Bär lebte in einer kleinen Höhle. Dort schlief er in der Nacht gemütlich auf einem Blätterbett (schließe die Augen, lege den Kopf schräg auf Deine gefalteten Hände und mache Schnarch-Geräusche.) Wenn die Sonne aufging, wachte er auf, streckte und reckte sich (strecke und recke Dich) und ging hinaus in den Wald.

Er sagte: Guten Morgen liebe Tiere! Hallo! (Winke kräftig) Kommt zu mir! (Mache lockende Bewegungen mit dem Finger) Wir wollen zusammen spielen! Alle Tiere kamen zur Höhle des kleinen Bären. Was wollen wir spielen?, fragte die Maus? Ich weiß nicht, sagte der Bär (zucke ratlos mit den Schultern).Wir könnten durch die Lüfte fliegen! (Fliegebewegungen mit den Armen), schlug der Vogel vor. Nein (schüttle den Kopf), sagte die Maus, wir können doch nicht fliegen. Wir könnten zusammen tanzen! sagte der Bär. Ja! (nicke kräftig), riefen alle Tiere.

Alle Tiere fassten sich bei den Händen und tanzten im Kreis. (fasse die Hände Deines Babys und wenn ihr wollt, könnt ihr zur Musik durchs Zimmer tanzen). So verging der ganze Tag. Am Abend, als es dunkel wurde, sagte der Bär: Es wird Nacht, wir gehen jetzt ins Bett. Gute Nacht, Tschüss, liebe Freunde! (Winke) Ich hab euch so lieb! (umarme Deinen kleinen Schatz)

Spieltipp 2: Fingerspiele

 

Mutter und Baby klatschen

Was Du dazu brauchst:

  • Einprägsame Fingerspielreime oder -lieder

Reime und Lieder eignen sich super für das Erlernen von Sprache. Finger- und Bewegungsspiele liebt Dein Kind über alles, denn die machen erstens richtig Spaß und zweitens kann sich Dein Schatz die Worte durch Wiederholung und die Struktur von Rhythmus und Reimen gut merken. Bei diesem Spieltipp kommt es auch auf die körperliche Berührung passend zu den Versen an. Dein Baby lernt hier, dass Worte Bewegungen und Berührungen initiieren und umgekehrt.

Schaut, was meine Finger machen

Schaut, was meine Finger machen (Alle Finger einer Hand bewegen sich)
langsam und geschwind,
wickel, wackel, wickel, wackel
das kann jedes Kind.
Der erste Finger ist sehr klein (mit der anderen Hand den kleinen Finger festhalten)
und kann noch nicht zuhause sein.
Der zweite Finger wackelt sehr (den Ringfinger hin und her wackeln)
und holt sich schnell den dritten her. (Kleiner Finger, Ring- und Mittelfinger zusammenhalten)
Der Daumen kommt noch angesaust
Ach,lasst mich doch in eure Faust. (Die Finger bilden eine Faust um den Daumen)

Das Schneckilein

Mutter spricht mit KindDie Schnecke kriecht aus ihrem Haus.
Sie streckt die kleinen Fühler aus.
Stups – stups!
Sie zieht sie wieder ein
und kriecht zurück ins Haus hinein.
Das Schneckelein!

Und diese Bewegungen passen zu dem Schneckenreim:

Die Schnecke kriecht aus ihrem Haus:
Die rechte Hand Deines Babys liegt in einer leichten Faust auf Deiner Handinnenfläche. Du zeichnest auf die Handoberfläche Deines Schatzes eine Spirale.

Sie streckt die kleinen Fühler aus.
Mit Daumen und Zeigefinger fährst Du nun sanft zwischen Daumen und Zeigefinger Deines Kindes entlang und streckst die beiden Finger als Fühler.

Stups – stups!
Du stupst in einer zarten Berührung die Fingerspitzen Deines Babys sein.

Sie zieht sie wieder ein
Die zurückweichenden Finger Deines Kindes behutsam so weit zurück schieben, bis sie wieder leicht eingerollt sind.

und kriecht zurück ins Haus hinein.
Zeichne nun wieder eine Spirale auf die Handoberfläche Deines Babys. Zum Abschluss die Handoberfläche kitzeln.

Das Schneckelein!
Du umschließt das Fäustchen behutsam. Das „Schneckelein“ ist beschützt im Häusschen.

Spieltipp 3: Kasperltheater

 

Baby freut sich über PuppeWas Du dazu brauchst:

  • Kasperletheaterpuppen oder Stofftiere
  • Ein Tuch
  • Wäscheklammern

Dieser Spieltipp ist etwas aufwendiger, bringt Deinem Kind aber doppelt so viel Spaß. Kleine Kinder lieben Kasperltheater und daher ist dieser Spieltipp auch etwas für Kinderfeste oder wenn mehrere Kinder zu Besuch sind. Du brauchst für diesen Spieltipp nicht unbedingt ein professionelles Kasperltheater oder gekaufte Handpuppen. Spanne einfach ein Tuch zwischen zwei Stühle und befestige dieses mit Wäscheklammern. Als Darsteller kommen die Lieblingstiere Deines Schatzes zum Einsatz.

Achte darauf, dass Deine „Inszenierung“ nicht zu lange dauert. Kinder können sich nämlich noch nicht so lange konzentrieren und still sitzen.

Sinn dieses Spieles ist es, dass Dein kleiner Theatergast Gesten und Handzeichen von seinen Kuscheltieren lernt. Diese kannst Du einfach in die dargestellte Geschichte einbauen oder die Figur spricht sein kleines Publikum direkt an. Ein Kasperltheater könnte zum Beispiel so ablaufen:

Baby_lacht_klatschtDu versteckst dich hinter dem gespannten Tuch. Das erste Kuscheltier, der Hase, lugt vorsichtig über das Tuch. „Hallo?“ sagt der Hase. „Wer sitzt denn da?“ Der Hase kommt immer weiter zum Vorschein. „Hallo Kinder!“ Der Hase winkt kräftig. „Hallo Kinder! Seid ihr alle da?“ Ein weiterer Erwachsener kann die Kinder dazu animieren, zurück zu winken. Jetzt fragt der Hase, wie die Kinder heißen. Dazu zeigt er nacheinander auf jedes Kind. „Wie heißt Du?“ – (Kind antwortet) – „Leonie ist aber ein schöner Name! Schön, dich kennenzulernen, Leonie!“

„Kinder, habt ihr meinen Freund, das Krokodil gesehen?“ Die Kinder verneinen. „Wollt ihr mir helfen, das Krokodil zu rufen? Bei drei!“ Die Kinder rufen das Krokodil. „Noch einmal, etwas lauter! Kro-ko-dil!“ Das Krokodil taucht über dem Tuch auf. „Ja, ich komme ja schon!“ sagt das Krokodil. Da entdeckt es den Hasen. „Oh, mein Freund Hase ist das! Wie schön, dich zu sehen.“ Das Krokodil umarmt den Hasen zur Begrüßung. Der Hase macht das Krokodil auf die anwesenden Kinder aufmerksam. Das Krokodil winkt den Kindern zu. „Hallo Kinder!“

Die Geschichte kann mit einer Schatzsuche weitergehen oder mit einem gemeinsamen Fest, auf das alle Tiere eingeladen werden. Die Handlung muss nicht kompliziert sein, das Publikum ist ja noch sehr klein und erfreut sich allein an der Art der Darstellung sehr. Kindern macht Spaß, wenn sie zum Mitmachen aufgefordert oder um Rat gefragt werden.

Das Wichtigste für Dich zusammengefasst

 

  • Mit zunehmendem Wortschatz eignet sich Dein Schatz ein Repertoire an Gesten und Handzeichen an
  • Bewegungen unterstreichen und verdeutlichen das Gesagte
  • Fingerspiele fördern das Verständnis für die Verbindung von Wort und dazugehöriger Bewegung
  • Dein Baby lernt durch Nachahmung: Je mehr Du gestikulierst, desto mehr schaut es sich von Dir diese Gesten ab
  • Motiviere Dein Baby regelmäßig, Handzeichen zu verwenden z.B. zum Abschied zu winken

 

Lena_forderndDu bist gefragt!

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