Spielend Lernen #31: Alternative Arten der Fortbewegung

Sophia

Mit zunehmender Sicherheit beim Laufen werden Bobbycar & Co immer interessanter für Dein Kind. Welche „Fahrzeuge“ und anderen Fortbewegungsmittel im aktuellen Alter Spaß machen und worauf Du beim Kauf achten solltest, erfährst Du heute bei „Spielend lernen“.

Es geht vorwärts!

 

kind seifenkisteSicher erinnerst Du dich noch an Dein eigenes Bobby-Car im frühen Kindesalter. Fast jedes Kind ist mit dem kleinen roten „Rutschautos“ herumgesaust. Ab einem Jahr werden solche Fahrzeuge interessant für Dein Kind, da es jetzt sicher laufen kann und seine Motorik gut entwickelt ist. Außerdem hat Dein Kind einen riesigen Bewegungsdrang, will klettern, krabbeln, rennen und vorwärts kommen! Für Deinen kleinen Abenteurer bieten sich jetzt Spiel-Fahrzeuge an. So darf er endlich sein erstes eigenes Auto fahren oder in die Pedale seines Dreirads treten.

Ganz Wichtig:

Jedes Kind entwickelt sich in seiner eigenen Geschwindigkeit. Das eine springt begeistert auf sein Bobby Car, während das andere noch respektvoll Abstand hält. Die Faustregel „Rutschauto ab einem Jahr, Dreirad mit zwei Jahren und Laufrad mit drei Jahren“ trifft nicht zu, weil man weder alle Kinder, noch alle Spiel-Fahrzeuge in eine Schublade stecken kann. Mach Dir also keine Sorgen, wenn die beschriebenen Spielsachen noch nicht oder nicht mehr für Dein Kind passen, sondern richte Dich nach ihm.

Das Rutschauto

 

kind bobbycar3Pädagogen und Kinderärzte empfehlen das Spielauto für Kinder ab einem Jahr. Die meisten Kindern können zwar jetzt schon sicher laufen, das ist aber nicht Voraussetzung für ein Rutschauto. Im Gegenteil, das Fahrzeug kann sogar beim Laufen lernen helfen, weil es die Beine kräftigt. Das kleine Auto lässt sich durch Bein- und Fußbewegungen anstoßen. Die gespreizte Beinhaltung ist gut für die Entwicklung der Hüfte. Außerdem wird seine Motorik und Hand-Augen-Koordination geschult, wenn Dein kleiner Rennfahrer mit einem Rutschauto fährt: Es lenkt und bewegt seine Beine so, dass sich das Auto bewegt. Und das ist gar nicht so einfach. Lenken und Anschieben will gelernt sein und braucht manchmal etwas Zeit. Wenn Dein Kind einmal den Dreh raus hat, wird es einen riesen Spaß mit seinem kleinen Auto haben!

Für die ersten Versuche mit einem Rutschauto genügt ein langer Gang oder großer Raum im Haus. Später fährt Dein Kleines sicher auch draußen gerne herum. Achte hier darauf, dass es nur in abgesperrten Bereichen spielt und nicht im Straßenverkehr. Auch abschüssiges Gelände kann gefährlich für Dein Kind werden. Die Geschwindigkeit, die ein Kind mit einem Rutschauto erreichen kann, wird oft unterschätzt.

Lasse Dein Baby daher nie aus den Augen, wenn es mit seinem kleinen Auto draußen herum fährt!

Der Klassiker: Das Bobby-Car

 

Rot, klein, schnell: Jedes Kind sitzt irgendwann auf einem Bobby-Car. Der Klassiker unter den Rutschautos wird bereits seit 1972 von dem Unternehmen BIG hergestellt. Seitdem haben sich das Bobby-Car und seine Nachfolger weiterentwickelt. Für jedes Alter, Größe und Gewicht findet man ein Rutschauto auf dem Markt. Zum Beispiel das Bobby-Car 1+ ist für Kinder ab einem Jahr gedacht.  Es werden schnittige Modelle in allen Farben und Formen angeboten. So bieten bekannte Autohersteller  ihr Auto in Miniaturform als Rutschauto an. So fühlt sich Dein Kind wie in einem echten eigenen Auto!

icon-wissenSchon gewusst?

In den 90er Jahren standen Bobby-Car-Rennen hoch im Kurs. Verwendet wurdet dazu tatsächlich herkömmliche Bobby-Cars, die dank ihrer Stabilität auch Erwachsenen sicher tragen können. Die Rekord-Geschwindigkeit mit einen Bobby-Car liegt bei 111 km/h!

Worauf Du beim Kauf achten solltest

 

kind autosPrüfe beim Kauf eines Rutschautos die Standfestigkeit Deines Kindes auf dem Gefährt. Seine Füße sollten in leicht gebeugter Beinhaltung locker zum Boden reichen. Am besten nimmst Du den zukünftigen Rennfahrer mit, wenn Du ein Rutschauto kaufen möchtest. So kann Dein Kleines sein Spielzeug sofort ausprobieren und Du siehst, ob es schon bereit für sein erstes eigenes Auto ist.

Achte außerdem auf das GS-Zeichen. Das steht für geprüfte Sicherheit und gewährleistet, dass es den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes (ProdSG) entspricht.

Nützliches Zubehör

 

Unverzichtbar ist beim Kauf eines Rutschautos eine Schiebestange. Diese lässt sich hinten am Rutschauto anbringen und erleichtert den Transport, wenn Dein Kind nicht mehr fahren möchte. Außerdem kannst Du Deinen kleinen Schatz auch damit anschieben, wenn es noch nicht selber anschieben mag, müde ist oder es etwas schneller gehen muss.

Ein weitere nützliche Anschaffung sind Schuhkappen. Da Dein Kind mit den Füßen anschiebt und bremst, leiden oft die Schuhe darunter. Schuhkappen schützen die Schuhe vor dem Abrieb.

icon-infoAchte grundsätzlich auf festes Schuhwerk, wenn Dein Kind mit seinem Rutschauto draußen fährt, damit es sich nicht auf dem Beton aufreibt und wehtut. Sandalen zum Beispiel eignen sich nicht  „für die Fahrt“.

Ist das Rutschauto schon fest in den Alltag Deines kleinen Rasers integriert, kann ein Anhänger für das Rutschauto eine schöne Erweiterung sein. Dein Kind kann damit Kuscheltiere oder Spielsachen von A nach B transportieren oder Du kannst ihn draußen mit kleinem Gepäck beladen.

Für das Bobby-Car gibt es eine weitere tolle Idee: Flüsterreifen. Flüsterreifen sind sinnvoll, wenn Dein Kind mit seinem Rutschauto in der Wohnung herumfährt. Zum Wohle der Nachbarn und Deinen eigenen Ohren wird das Geratter des Bobby-Cars sehr viel leiser damit sein.

Das Dreirad

 

Das Dreirad ist das Bindeglied zwischen Rutschauto und Laufrad. Es stellt mehr Anforderungen an Dein Kind als das Rutschauto, da ein Dreirad durch Pedale angetrieben wird. Dein Baby wird erst einmal üben, bis es den Bogen raus hat. Dazu muss es mit den Pedalen bremsen und lenken. Auf jeden Fall trägt ein Dreirad dem Bewegungsdrang Deines kleinen Abenteurers Rechnung.

Was das richtige Alter für ein Dreirad ist, hängt ganz individuell von jedem Kind ab. Durch die Pedale ist es anspruchsvoller als ein Rutschauto, bietet aber auch mehr Fahrkomfort und Steuerungsmöglichkeiten.

 

Worauf Du beim Kauf achten solltest

 

Es empfiehlt sich, ein Dreirad mit verstellbaren Sitzen zu kaufen, da es sehr lange ein Renner bei kleinen Kindern sein kann. So ist die Anschaffung dieses Spielzeugs ein Kauf für mehrere Jahre. Zudem kann Dein kleiner Radler nur dann gut in die Pedale treten, wenn es auf seine Größe eingestellt ist.

Eine Schiebestange gehört auf jeden Fall zu einem Dreirad dazu, denn nichts ist umständlicher, als ein Dreirad herumzutragen. Wenn Dein Kind noch nicht treten kann oder nicht mehr möchte, kannst Du es damit leicht anschieben und überlässt ihm nur noch das Lenken. Trotzdem solltest Du beim Kauf eines Dreirads auf eine integrierte Lenker-Arretierung achten. Das bedeutet, der Lenker ist so einstellbar, dass er gerade bleibt, wenn Du dein Baby schiebst. Genauso sinnvoll ist eine Freilauffunktion der Pedale. So verheddert sich Dein Kind nicht in den Pedalen, wenn Du anschiebst.

Das Laufrad

 

Kind TretrollerDas Laufrad gehört auf jeden Fall in eine Reihe mit Rutschauto und Dreirad. Wahrscheinlich dauert es noch ein Weilchen, bis sich Dein Kind für ein Laufrad interessiert, denn es ist gewissermaßen die Steigerung zum Dreirad. Hier wird von Deinem Kleinkind Gleichgewicht gefordert – und gefördert. Kinder, die ein Laufrad fahren, lernen später nahezu mühelos Fahrradfahren, da ihr Gleichgewichtssinn bereits geschult ist. Ein Laufrad unterscheidet sich von einem Fahrrad dadurch, dass es keine Pedale hat. Dein kleiner Rennfahrer sitzt auf dem Sattel, lenkt mit dem Lenker, aber treibt sein Gefährt mit laufenden Füßen an. Herkömmliche Laufräder, also mit zwei Rädern, werden meist für Kinder ab zwei Jahren angeboten. Für jüngere gibt es Modelle mit drei Rädern, eins vorne, zwei hinten, oder sogar vier Rädern. Von anderen Müttern empfohlene Modelle haben wir in unseren heutigen Spielzeugtipps gesammelt.

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Schon gewusst?

Das heute so allseits beliebte Kinderlaufrad hat eine lange Geschichte. Es stammt von der Draisine ab, der Urform des heutigen Fahrrads. Das erste Modell hatte keinen beweglichen Lenker. Erst in einem zweiten Entwicklungsschritt wurde eine Lenkung ermöglicht. 

Mit einem Laufrad trainiert Dein Kleinkind die Koordination von Lenker und Laufbewegungen. Es orientiert sich im Raum, muss an Geschwindigkeit gewinnen, abbremsen und Entfernungen einschätzen lernen. Der Lenkeinschlag ist bei Laufrädern bewusst gering gehalten, damit Dein kleiner Rennfahrer nicht überfordert wird. Gelenkt wird somit auch mit der Verlagerung des Körpergewichts.

Ein Helm und Schützer sind bei einem Laufrad unverzichtbar!

Holz oder Metall?

 

Laufräder gibt es sowohl aus Holz, als auch aus Metall. Der Vorteil von Metallrädern ist, dass diese meistens größenverstellbar sind und mit Deinem Baby mitwachsen. Außerdem ist ein Metallrad weniger empfindlich gegen Nässe, solltest Du es draußen abstellen wollen.

Holz hat den Vorteil, dass keine gefährlichen Metallspeichen dabei sind. Zudem verkratzt Holz nicht so leicht wie Metall.

 

Worauf Du beim Kauf achten solltest

 

Ob Holz oder Metall – auf jeden Fall sollte das Laufrad luftbereift sein, damit es schön federt, wenn Dein Kind damit fährt. Nimm das Laufrad ganz genau in Augenschein und achte auf gute Verarbeitung und Sicherheit. Die richtige Sattelhöhe ist wie beim Fahrrad das A und O für den Fahrspaß Deines kleinen Schatzes. Auch hier empfiehlt es sich, Dein Kind zum Kauf mitzunehmen.

Aufforderung Mitmachen

Fährt Dein Kind auch schon wie wild auf einem Gefährt durch die Gegend? Hat es irgendein ein Lieblingsfahrzeug? Wir benötigen Deine Hilfe! Schick uns Bilder und Videos davon, wie Dein Kind gerade am liebsten unterwegs ist. Wir wollen auch Deine Meinung zu der aktuellen Ausgabe Spielend Lernen wissen: Diese kannst Du uns per Kurzfragebogen mitteilen. Wir freuen uns auf Dein Feedback !

Das Wichtigste für Dich zusammengefasst

 

  • Rutschautos helfen beim Laufenlernen.
  • Die gespreizte Beinhaltung ist gut für die Entwicklung der Hüfte Deines Kindes.
  • Sowohl Rutschauto, als auch Dreirad und Laufrad stärken die Beinmuskulatur.
  • Unterschätze niemals die Geschwindigkeit dieser Kinderfahrzeuge! Lasse Deinen kleinen Rennfahrer daher nur in abgezäunten Bereichen und unter Aufsicht fahren.
  • Helm ist Pflicht! Schützer sind empfehlenswert!

 

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