6 Fakten, die Du über das Schreien wissen solltest

Marlen Greb

Dein Baby schreit. Meist keine einfache Situation, besonders für frischgebackene Eltern nicht. Wir haben in diesem Artikel mal einige Fakten rund um das Schreien für Dich zusammengetragen.

1. Warum schreien Babys?

Zusammenfassend kann man sagen: Babys schreien, um auf sich aufmerksam zu machen. Nicht im berechnenden Sinne, sondern einfach mangels Alternativen. Was will so ein kleiner Zwerg auch machen, um zu vermitteln „Hallo, ich brauche etwas!“?

Babys sind bedürfnisorientiert. Sie schreien also meistens, wenn sie wie schon gesagt, gerade etwas brauchen. So weinen sie zum Beispiel, wenn sie Hunger haben, wenn ihnen zu warm oder zu kalt ist, wenn sie müde sind, eine frische Windel oder einfach Nähe brauchen. Manchmal schreien sie jedoch auch, wenn alle diese Bedürfnisse scheinbar befriedigt sind. Das kann einen als Eltern sehr fordern, denn natürlich möchte man so gerne „helfen“, kann es manchmal aber einfach nicht. Sei einfach an Babys Seite, beruhige es so gut es geht und sei einfach „da“. Das wird ihm helfen.

2. Wie laut ist das Schreien eines Babys eigentlich?

Definitiv sehr laut. Wusstest Du, dass bei Arbeiten ab 85 Dezibel ein Gehörschutz empfohlen wird? Dann wird es Dich möglicherweise überraschen zu hören, dass Babygeschrei laut neuesten Forschungen zufolge eine Lautstärke von bis zu 120 Dezibel erreichen kann – das entspricht dem Krach, den ein Düsenjet macht!

3. Wie oft Schreien ist „normal“?

Dies ist ganz unterschiedlich. Es gibt Babys, die häufiger weinen als andere. Auch ohne erkennbaren Grund. Oft ist es auch „nur eine Phase“, in der häufiger geschrien wird.

Als Schrei-Baby gilt ein Kind, wenn es über einen Zeitraum von drei Wochen an drei Tagen in der Woche drei Stunden am Stück schreit. Manche Babys können bis zu acht Stunden „durchschreien“. In Deutschland ist ca. jedes fünfte Kind ein Schrei-Kind.

4. Was kann ich „tun“ wenn ich ein Schrei-Kind habe?

Eltern von Schrei-Babys brauchen vor allem eins: Starke Nerven und Entlastungsmöglichkeiten. Denn nur in den wenigstens Fällen hat das „Schrei-Kind sein“ physische Gründe. Manchmal sind Dreimonats-Koliken Schuld, manchmal wird auch das KISS-Syndrom (eine Fehlstellung der Halswirbelsäule) diagnostiziert , manchmal ist es auch eine Lebensmittelunverträglichkeit. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um ein Problem mit der Selbstregulation. Das heißt, diese Babys reagieren schneller und heftiger auf äußere Reize als andere Kinder. Dadurch sind sie schneller erregbar und einfach immer in „Alarmbereitschaft“.

Viel tun kann man dann gar nicht. Die beste Empfehlung bei Schrei-Kindern ist daher noch immer „Ruhe schaffen“. Gleiche Routinen und nicht mit Reizen überfluten. Aber gerade das ist für die Eltern sehr anstrengend, denn wenn ein Baby „immer“ schreit, kann man manchmal einfach nicht mehr. Daher ist es hier besonders wichtig, sich Hilfe durch Oma/Opa/Babysitter zu holen, damit man zwischendrin auch mal einige Stunden „durchatmen“ kann.

5. Ist „Schreien lassen“ gefährlich?

Niemand kann verhindern, dass sein Baby schreit. Niemand. Aber es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich mein Baby in den Arm nehme und versuche es zu beruhigen oder ob ich es „einfach schreien lasse“. Denn „unbeachtet schreien lassen“ schadet Deinem Kind. Sehr! Erwiesenermaßen ist es schlecht für die Psyche des Babys, wenn es regelmäßig schreien gelassen wird.

Besser: Auch wenn es Dich stresst und Du bestimmt manchmal überfordert oder auch gernervt bist: Versuche tief durchzuatmen und sei einfach „da“ für Dein Baby. Es ist so klein und so schutzlos und schreit ganz sicher nicht „mit Absicht“. Versuche, Dir das einfach immer wieder vor Augen zu führen.

6. Was kann ich tun, um mein Baby zu beruhigen?

Nehmen wir an, alle Bedürfnisse (Windel, Hunger, müde usw.) Deines Kleinen sind befriedigt. Aber es schreit noch immer. Was kannst Du tun, um es während Schreiattacken zu beruhigen?

Der wichtigste Punkt: Sei da. Sei einfach da. Nimm Dein Baby in den Arm und tröste es. Hab keine Angst es zu verwöhnen – das ist bei jungen Babys gar nicht möglich.

Außerdem kannst Du versuchen, Deinem Kleinen ein regelmäßiges Geräusch zu geben. Das kann ein gleichmäßiges „schhhhht“ sein oder aber ruhige Musik oder einfach gepuckt im Tragetuch, sodass es Deinen Herzschlag hören kann. Manche Babys beruhigen sich auch besonders gut, wenn sie den Staubsauger oder die laufende Waschmaschine hören.

Manche Babys kommen besser zur Ruhe, wenn sie „in Bewegung“ sind. Das Herumlaufen mit dem Baby auf dem Arm oder im Tragetuch sowie das Spazierenfahren im Kinderwagen oder Auto wirken manchmal Wunder.

Wenn Schnuller und Co. nicht helfen oder aber Du bewusst auf diese Hilfsmittel verzichten möchtest kannst Du es auch mit einem warmen Bad versuchen. Manche Babys genießen diese wohlige Wärme sehr.