7 Kommentare von Kinderlosen, die man als Mutter echt nicht ertragen kann

Marlen Greb

Manchmal kann der Kontakt zu Kinderlosen ganz schön schwierig für „Neumütter“ sein. Bestimmte Sätze kann man irgendwann einfach nicht mehr hören!

„Mutter werden“ ist ja echt toll. Und es ist auch sehr, sehr lieb mit Komplimenten für den Zwerg zugeschüttet zu werden. Aber hin und wieder gibt es Momente, da würde man am liebsten aus der Haut fahren (okay, zugegebenermaßen doch öfter als einem lieb ist). Und das aus einem ganz einfachen Grund – manchmal kann man die (meist wirklich) gut gemeinten Kommentare kinderloser Mitmenschen nicht ertragen. Das ist wirklich nicht böse gemeint – aber manche Dinge versteht man eben erst, wenn man selber Mutter ist …

1. „Aww, so ein süßer kleiner Fratz! Du musst überglücklich sein!“

Zunächst: Natürlich liebe ich mein Kind. Und natürlich bin ich glücklich. Aber ganz im Ernst – so toll es auch ist, ein Baby zu haben, ich bin garantiert nicht IMMER überglücklich. Ganz im Gegenteil: Es gibt Momente, da würde ich lieber heulen. Und möglicherweise tu ich das auch hin und wieder wenn keiner guckt – und das nicht vor lauter Glück. Sondern weil ein Baby nicht nur glücklich macht, sondern einen manchmal auch verdammt fordert. Und anstrengend ist.

2. „Ich bin so erledigt und müde … die Uni/Arbeit macht mich fertig!“

Sorry, liebe(r) FreundIn. Ich bin Mutter eines Säuglings – mein Hirn hat momentan keine Kapazität für Uni-/Arbeitsprobleme. Und das meine ich nicht böse. Ich bin auch nicht desinteressiert. Aber mein Kopf ist momentan so weit entfernt von „Uni-/Arbeitsleben“ wie Afrika von der Arktis. Tut mir wirklich ehrlich leid.

3. „Du sprichst nur noch über Dein Baby – können wir nicht mal über was anderes reden?“

Vermutlich kann ich im Moment tatsächlich über nichts anderes reden.

Aber erstens gibt es nichts und niemanden, der mich stolzer macht als mein Kind. Daher rede ich aktuell einfach am allerliebsten über das Allerliebste was ich habe – und das ist nun mal dieses Baby.

Und zweitens worüber soll ich denn reden? Mein Wirkungskreis erstreckt sich momentan auf Säuglingspflege, Stillen, Wäsche waschen und „überfordert sein mit allem“. Ich kriege von der realen Welt derzeit nichts mit. Ich lebe seit Monaten unter meiner eigenen kleinen Glaskuppel mit meinem Kind. Ich habe schlicht keine anderen Gesprächsthemen zu bieten!

4. „Wollen wir nicht mal wieder schön Ausgehen? Es wird Dir gut tun, rauszugehen!“

Stellst Du diese Frage einer Mutter mit einem unter 6 Monate alten Baby? Sie wird sie nicht verstehen. Wir Neumütter sind vor allem eins: Sehr, sehr müde. Uns steht einfach nicht der Sinn nach Ausgehen.

Vielleicht schlägst Du einfach vor: „Wollen wir nicht mal schön gemeinsam nebeneinander schweigend auf der Couch sitzen? Ich mache Dir auch Popcorn und ein warmes Essen!“ Ich verspreche Dir – das wird super ankommen!

5. „Ständig sagst Du mir ab – ich glaube, Du suchst nach Ausreden.“

Nein, das tue ich nicht. Ich brauche keine Ausreden – ich habe ein Baby! Die haben tatsächlich immer was! Heute Bähungen, morgen Bauchweh … oder sie haben einfach schlecht geschlafen … oder sie zahnen. Irgendwas ist immer.

Und ansonsten – siehe Punkt 4: Ich bin müde. Einfach immer nur sehr, sehr müde.

Und glaub mir – ich wünschte wirklich, das wäre anders.

6. „Hast Du schon den neuesten Film mit XY gesehen?“

Ja klar, seit ich ein Baby habe, gehe ich fast jeden Abend spontan ins Kino, weil ich gar nicht weiß, wohin mit meiner Zeit. Ähm, ehrlich: Siehe Punkt 3. und 4. – no way!

7. „Oh, das Baby weint. Vielleicht solltest Du mal dies oder jenes probieren …“

Bitte nicht! Bitte keine klugen, gut gemeinten Ratschläge a la „so musst Du es machen“. Wenn es etwas gibt, was wir Neumütter mehr hassen, dann sind es Kommentare wie diese. Bitte: Wir geben uns alle Mühe, diesem kleinen, süßen, aber sehr anstrengenden Zwerg gerecht zu werden – und zweifeln sowieso schon ständig an uns – bitte macht es nicht noch schlimmer, indem Ihr uns vor Augen führt wie es „ganz einfach/besser geht“. Wir fühlen uns so schon unfähig genug.

Bitte bleibe geduldig mit uns …

Liebe Freundin, lieber Freund … Bitte seid geduldig mit uns und gebt uns einfach noch etwas mehr Zeit. Bald sind wir wieder für Euch da. Auch geistig. Es kommt die Zeit, wo uns wieder der Sinn steht nach Gesellschaft und Ausgehen und „nicht über das Baby reden“ steht. Bis es soweit ist, seid bitte einfach für uns da – und nehmt uns an, so wie wir gerade sind.