Alkohol in der Schwangerschaft – wie schädlich ist er wirklich?

Katharina

Du fragst Dich, wie viel Alkohol in der Schwangerschaft erlaubt ist? Warum Du zum Wohle Deines Babys ganz auf Alkohol verzichten solltest.

Im Geburtsvorbereitungskurs fragt die Hebamme eine Gruppe Schwangerer neugierig: „Was vermisst Ihr in der Schwangerschaft am meisten?“ Aus einer Mutter platzt es sofort raus: „Den Alkohol!“ Das folgende Gelächter ist ebenso groß wie die Zustimmung der anderen Mütter. Eine lange Aufzählung der liebsten Drinks und Cocktails folgt. Doch wie sollte man mit dem Thema Alkohol in der Schwangerschaft nun tatsächlich umgehen?

Wie sieht die aktuelle Situation in Deutschland aus?

Vor kurzem löste ein eigens hochgeladenes Bild der schwangeren Sängerin Christina Stürmer online noch einen riesigen Shitstorm aus. Und auch wenn sich am Ende herausstellte, dass es sich in ihrer Hand nur um Saft handelte, wird eines deutlich: Bei uns ist den meisten Frauen tatsächlich sehr bewusst, wie schädlich Alkohol in der Schwangerschaft sein kann.
Dennoch kommen in Deutschland jährlich immer noch rund 10.000 Babys mit dauerhaften körperlichen und geistigen Schäden auf die Welt. Ausgelöst durch den Alkoholkonsum ihrer Mutter. Bei viele tausenden weiteren Babys sind die Folgen nicht ganz so schwer ausgeprägt, dennoch haben diese Kinder oftmals ihr Leben lang starke Aufmerksamkeitsprobleme und beispielsweise Schwierigkeiten mit der Lösung von Aufgaben aus dem Logikbereich.

Welche Folgeschäden hat Alkohol in der Schwangerschaft?

Man sieht, dass die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft sehr vielfältig ausfallen können. Schon während der Schwangerschaft kann es durch den Alkoholkonsum zu ernsthaften Komplikationen wie einer Fehl- oder Frühgeburt kommen. Denn Alkohol ist ein Gift, das auch durch die Plazenta direkt zum Ungeborenen gelangen kann
Bei Neugeborenen mit schweren Schädigungen spricht man allgemein vom fetalen Alkoholsyndrom (FAS). Und dieses ist tatsächlich bereits äußerlich auf den ersten Blick erkennbar. Vor allem an der fehlenden Rinne zwischen Nase und Oberlippe oder einer auffällig schmalen Oberlippe. Doch auch die gesundheitlichen Konsequenzen sind enorm. Ebenso lassen sich Herzfehler, Organschäden, Sprechstörungen, eine erschwerte Gefühlskontrolle und ein schlechtes Gedächtnis oftmals auf ein zu hohes Maß an Alkohol in der Schwangerschaft zurückführen.

Gibt es ein gesundes Mittelmaß?

Dennoch hält sich die Überzeugung von „dem einen Gläschen, das bestimmt nicht schaden wird“ sehr hartnäckig. Tatsächlich gab es zu einem geringen/moderaten Alkoholkonsum in der Schwangerschaft bereits einige Untersuchungen. Hierbei konnte die Forschung jedoch dessen Auswirkungen nicht eindeutig nachweisen. Daher gehen die Meinungen oft weit auseinander.
Doch Fakt ist: Der Alkohol gelangt direkt zum Baby. Doch dessen Leber ist noch nicht vollständig entwickelt und braucht mindestens zehnmal solange, um ihn wieder abzubauen. Je länger der Alkohol in seinem Organismus bleibt, desto schwerer die Schäden. Zellen sterben ab und die Entwicklung leidet hierunter. Bildlich ausgedrückt: Trinkt eine Mutter jeden Abend nur das eine besagte Gläschen ist ihr ungeborenes Kind im Gegensatz zu ihr dauerbetrunken. Und das schadet nicht nur im besonders wichtigen ersten Trimester, sondern auch in der späteren Zeit, in der sich das Gehirn des Babys noch stark entwickelt.

Klare Empfehlung: Der Nullkonsum

Aufgrund all dieser Fakten raten Experten und auch wir von miBaby werdenden Müttern zum Nullkonsum, also zum kompletten Verzicht auf Alkohol in der Schwangerschaft. Denn nur so können Risiken von alkoholbedingten Folgeschäden wirklich zu 100 % vermieden werden. Du hast Sorge, dass Du das nicht durchhalten kannst? Wahrscheinlich würde es Dir sehr gut tun, wenn Dein Partner während dieser Zeit ebenfalls aus Loyalität auf Alkohol verzichtet. Doch auch so heißt es: tu es für das Wichtigste auf der Welt, Dein Baby, und lass die Finger von Alkohol in jeder Form.
Falls Du den Alkohol zuvor vor allem zur Entspannung gebraucht hast, gibt es zum Glück gesunde Alternativen hierzu. Unsere „6 Entspannungstipps für übermüdete und gestresste Mütter“ lassen sich genauso gut auch schon während der Schwangerschaft einüben. Und wenn es Dir bei Unternehmungen mit Freunden schwer fällt nicht mitzutrinken, gibt es für Sekt, Bier, Cocktails und Co. zum Glück auch immer eine ebenso leckere alkoholfreie Variante.

Dich interessiert, ob Du während der Schwangerschaft noch irgendetwas anderes weglassen solltest? Dann empfehlen wir Dir unseren Ratgeber „Ernährung in der Schwangerschaft – worauf sollte ich besser verzichten?“. Hier erfährst Du, welche Nahrungsmittel wirklich schaden können und wo wir Dir gerne Entwarnung geben können.