Dein Baby und sein Schlaf: Wir beantworten Dir 7 Fragen

Natalie Bolte

Das Thema Schlaf ist neben der Gesundheit eines Babys das zentralste Thema. Viele Horrorgeschichten kursieren über durchwachte Nächte. Damit Du nicht zu den leidgeprüften Eltern gehörst, erfährst Du im Folgenden alles, was Du wissen musst.

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1. Wie viel Schlaf benötigt Dein kleiner Sonnenschein?

Im Vergleich zu einem Erwachsenen benötigt ein Baby sehr viel mehr Schlaf. Natürlich kann man nicht mit der Stoppuhr daneben stehen und den Startschuss fürs Aufwachen oder Einschlafen des Babys geben. Ein Richtwert bei Neugeborenen lautet, dass 18 von 24 Stunden verschlafen werden. Wie diese auf den Tag oder die Nacht verteilt werden, bestimmt einzig und allein das Baby.

Für viele Eltern ist es erst mal unerheblich, wie viel das Kleine am Tag schläft, in den Focus rückt bei allen die Frage „Wie lange schläft es nachts?“. Besonders in den ersten drei Monaten sind die Schlafphasen nachts zwar länger als am Tag, aber nichtsdestotrotz wird sich das Baby nachts melden, weil es Nahrung braucht. Der Tag-Nacht-Rhythmus hat sich beim Kind noch nicht eingstellt.

Die Schlafphasen von Babys kann man in kein Raster pressen, dass dann auf alle Kinder angewendet werden kann. Genau das ist auch der Grund, warum man sich beim Thema Schlaf wirklich nicht verrückt machen sollte. Wenn man sich als persönliches Mantra vorspricht, dass man es so nimmt, wie es kommt, ist man viel gelassener und eindeutig weniger gestresst.  Bis zu zwei Stunden kann ein Baby tagsüber am Stück schlafen. Nachts sind höchstens 4-6 Stunden als normal anzusehen.  Wichtig ist, dass man nicht versucht am Schlafrhythmus seines Babys herum zu manipulieren, um das Durchschlafen zu erzwingen. Damit tut man sich selbst und vor allem seinem Kind keinen Gefallen. Positiv beeinflussen kann man das Schlafverhalten, indem man „Zu-Bett-geh-Rituale“ einführt und diese auch einhält. Daran kann sich das Baby orientieren und das wiederum gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit.


 

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Das Musik- Sternenlicht

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Spieluhr und Nachtlicht in Einem, wenn das mal keine gute Idee ist. Das Musik- Sternenlicht von Ansmann drängt sich förmlich für das abendliche Ritual auf!

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bb2. Was passiert eigentlich, wenn Dein Baby schläft?

Grundsätzlich geschieht nicht viel Anderes, als wenn Du selber schläfst. Lediglich die Phasen des Schlafens sind zeitlich gesehen unterschiedlich. Die ersten Anzeichen für Schlaf ist Müdigkeit. Dein Baby signalisiert dies durch vermehrtes Gähnen oder Augenreiben und verfällt dann in einen leichten Schlaf. Diesem schließt sich dann der Tiefschlaf an, der dann in den Traumschlaf übergeht.

Während des Schlafens gibt es non-REM und REM Phasen. Wer jetzt an REM und „Man in the Moon“ denkt, liegt hier falsch. REM ist eine Abkürzung und bedeutet Rapid Eye Movement, also schnelle Augenbewegung. Diese kann man zum Beispiel in der Traumphase beobachten. Die Spanne zwischen leichtem und Tiefschlaf (eingeschlossen) nennt man non-REM Phase. Größere Kinder können in dieser Phase schlafwandeln, aber auch Alpträume haben.

Neugeborene durchlaufen diese traumlose non-REM Phase ebenfalls, allerdings ist sie deutlich kürzer als bei Erwachsenen.

Man hat festgestellt, dass ein Neugeborenes diese Phasen zwischen Müdigkeit und Traumphase fünfmal in der Nacht durchläuft. Ab dem dritten Lebensmonat werden sie länger und entwickeln sie in die Richtung eines Erwachsenen. Der gesamte Zyklus dauert bei einem Erwachsenen circa 1 1/2 Stunden.

3. Was glaubst Du, träumt Dein Baby viel?

Interessanterweise träumen Babys sehr viel. Bis zu 50% des kompletten Schlafes befinden sich voll ausgereifte Babys in ihrer Traumwelt. Bei Frühchen liegt dieser Wert sogar bei 80%.

Viele Eltern erschrecken, wenn Sie ihr Baby beim Schlafen beobachten und sehen, wie es plötzlich zusammenzuckt. Das ist ganz normal! Viele kennen das von sich selbst, meistens kurz vor dem Einschlafen, wenn mal ein Arm oder Bein zuckt. Kein Grund zur Besorgnis! Bei Babys kann man die Traumphase auch daran erkennen, dass der kleine Körper ganz still liegt und sich die Augen unter den geschlossenen Augenlidern hin und her bewegen. Zeitweise unregelmäßiges Atmen zeichnet die REM Phase ebenfalls aus.

Babys träumen tatsächlich schon im Mutterleib. Circa ab dem 6./7. Schwangerschaftsmonat durchlebt ein Baby die REM Phase.

In der non-REM, also traumlosen Phase, seufzt das Kleine schon mal oder macht Saugbewegungen. Bitte nicht sofort aufnehmen, weil man vermutet das Kleine sei wach und habe Hunger! Dieses Verhalten ist ebenfalls völlig normal.


 

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Der Pucksack

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Der SwaddleMe Pucksack hat schon viele Eltern überzeugt. Die Enge, die ein Baby im Mutterleib erlebt hat, wird durch den Pucksack nachempfunden. Hiermit fühlt sich Dein Baby pudelwohl!

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4. Kann man die Nickerchen eines Babys „organisieren“?

Oberstes Gebot ist, dass das Baby bestimmt, wann es Schlaf braucht. Wenn man aber mit einem gewissen Fingespitzengefühl zu Werke geht und einen Blick dafür entwickelt, wann das Kleine die Signale für „ich bin müde“ aussendet, dann kann man positiv darauf hinwirken, dass der nächtliche Schlaf länger ausfällt.

Vorab erstmal ein paar wenige Zahlen, damit Du Dir ein besseres Bild machen kannst:

  • Wenn Dein Baby 3 Monate alt ist, schläft es nachts doppelt so viel, wie tagsüber.
  • Ab dem 6. Lebensmonat wird die Schlafphase am Vormittag länger und die allgemeinen Nickerchen kürzer.
  • Ab dem 12. Lebensmonat schläft Dein Schatz ca. 12-14 Std. innerhalb von 24 Stunden. In aller Regel braucht es hier noch zwei Nickerchen.
  • Ab dem 18. Monat gibt sich Dein Kind wahrscheinlich nur noch mit einem Mittagschlaf zufrieden und schläft dafür nachts schon deutlich länger.

Natürlich sprechen wir hier von Durchschnittswerten, aber so könnte Deine Zukunft aussehen.

Wenn Dein Baby noch ein oder zwei Nickerchen am Tag braucht, wobei eines davon der Mittagsschlaf sein sollte, gilt eine Faustregel: Je später Du dein Kind hinlegst, desto stärker beeinträchtigst Du die nächtliche Schlafenszeit. Viel Fantasie bedarf es nicht sich vorzustellen, dass man abends nicht mit Begeisterung ins Bett möchte, wenn man ein bis zwei Stunden vorher erst ein Nickerchen gemacht hat. Auf der anderen Seite bringt es auch gar nichts, sein Kind wachzuhalten, um es dann hundemüde hinzulegen, denn dann sind sie oft über den Punkt hinweg und sind nur noch quengelig.

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Wie immer im Leben ist hier das Mittelmaß gefragt. Manche Kinder brauchen ein Nickerchen am Vormittag und dann ihren Mittagschlaf oder sie halten bis zum Mittagschlaf durch und brauchen am f r ü h e n Nachmittag noch ein Nickerchen. Wer hier gut in seinem Kind zu lesen gelernt hat, kann auf diese Bedürfnisse eingehen und findet einen guten Weg in ruhige Nächte.

5. Kennst Du den natürlichen Schlafrhythmus eines Babys?

Möchtest Du zuerst die gute oder die schlechte Nachricht hören? Beginnen wir mit der Guten: Ab dem sechsten Monat sind Kinder, rein körperlich, in der Lage die Nacht durchzuschlafen. Hier nun die Schlechte: Das heißt aber nicht, dass sie es auch tun.

An dieser Stelle sei eine kleine Anmerkung der Autorin erlaubt:

Ich habe zwei Töchter. Die eine ist 2 Jahre und neun Monate alt und die andere ist 4 Jahre und sechs Monate alt. Die ältere hat uns bereits mit 3 Wochen (!!) das irre Geschenk gemacht durchzuschlafen und damit meine ich zwischen 12 und 14 Stunden. Das tut sie tatsächlich noch heute.

Die jüngere hingegen hielt nicht so viel von Geschenken und schläft erst seit 3 Monaten durch. Wenn das nicht ein Paradebeispiel für Extreme ist. Daher kann ich immer nur wieder sagen: Auf alles vorbereitet sein.

Der Schlaf eines Babys hängt, genauso wie beim Erwachsenen, vom Biorhythmus ab. Das Zusammenspiel von Nahrungsaufnahme, Hormonen und Körpertemperatur gibt den Ton an. Daher liegt es auch nicht an dem kleinen Erdenbürger, wenn er nicht dann schlafen möchte, wenn Du es möchtest.


 

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Das einzige, was Du in diese Richtung tun kannst, ist dem Baby regelmäßige Rituale anzubieten. Regelmäßige Essenszeiten und auch Schlafenszeiten sind das einzige Werkzeug, dass Dir dabei hilft die Schlafenszeiten Deines Babys positiv zu beeinflussen. Aufgrund seines Alters kann sich Dein Baby noch nicht an anderen Dingen orientieren, als an denen, die sich regelmäßig wiederholen. Und wenn man feste Zeiten einhält, dann passt sich auch der Biorhythmus entsprechend an.

6. Wie bringe ich Schlafen und Füttern in Einklang?

Wenn Paare sich scheiden lassen, müssen sie ein Jahr lang „getrennt von Bett und Tisch“ sein. Genau das ist die auch die Faustregel bei Babys.

Wenn Babys circa drei Monate alt sind, müssen sie etwas ganz Elementares lernen und zwar ihr Verdauungssystem über Nacht herunter zu fahren und morgens fast immer zur gleichen Zeit aufzuwachen. Aus diesem Grunde ist es so wichtig, die Mahlzeiten strikt vom Schlafen zu trennen.

Hilfreich sind hier die schon oft erwähnten Rituale. Allerdings sollte man es mit ihnen nicht übertreiben. Ein „Zu-Bett-geh-Ritual“ sollte der Formel „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ folgen. Beispielsweise könnte man sein Baby ins Bett legen, die Jalousie herunter lassen, an der Spieluhr ziehen und dem kleinen Schatz beim Herausgehen einen Kuss geben und eine gute Nacht wünschen. Wenn man immer dem gleichen Ablauf folgt, weiß das Baby was nun folgt und dass es Zeit zum Schlafen ist.

Sollte es aber bei der letzten Flasche einschlafen, dann ist es nicht sinnvoll es einfach wegzulegen. Ratsam ist es, das Kleine vorsichtig wach zu machen und das gewohnte Ritual durchzuführen. So wird die Verbindung zwischen Essen und Schlafen gekappt und das Baby erkennt die bekannte Struktur wieder.

7. Was kann ich tun, damit mein Baby allein einschläft?

So wie im vorangegangenen Abschnitt helfen hier auch nur klare Strukturen. Wenn man von Anfang an sein Baby bei der letzten Flasche auf dem Arm einschlafen lässt und es dann schlafend ins Bett legt, wird es immer eine enge Verknüpfung zwischen Essen, Mama und Schlafen herstellen und diese auch erwarten. Ein Baby ist logischerweise noch nicht in der Lage zu wissen, dass diese Dinge eigentlich getrennt voneinander ablaufen müssten.

Logisch ist auch, dass ein Kind, wenn es nachts aufwacht, nur dann versuchen wird wieder einzuschlafen, wenn Mama oder Papa in direkter Nähe sind. Es hat es ja nicht anders gelernt, bzw. bisher nicht anders erfahren.

Daher sollte man sein Kind wach zu Bett bringen und z. B. das oben geschilderte Ritual durchführen und dann das Kinderzimmer wieder verlassen. Es spricht nichts dagegen, wenn der kleine Schatz nicht sofort einschläft, noch mal ins Zimmer zu gehen und noch einen Gutenachtkuss zu verteilen. Aber eine klare Trennung ist erforderlich. Damit tut man seinem Kind nichts Schlechtes – im Gegenteil – klare Abläufe sind für ein Baby die wichtigsten Anker in seiner Entwicklung.


 

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Ein kleiner Tipp zum Schluss:

Egal was andere Mütter erzählen oder was andere Eltern alles so tun, um ihr Kind zum Einschlafen, bzw. Durchschlafen zu bringen: Folge Deinem Bauchgefühl und Deinem neu gewonnenen Wissen! Jedes Kind ist einzigartig und verdient es, dass es sich in der Geschwindigkeit entwickeln darf, die es braucht.

Weitere Informationen findest Du auch in dem Artikel „Der Traum vom (Durch)schlafen“.

Autor: Natalie Bolte