Atmet es wirklich noch? – Schlafüberwachung bei Babys

Katharina

Die Angst vor dem plötzlichen Kindstod lässt Dich nachts nicht mehr richtig ruhig schlafen? Hier erfährst Du, welche verschiedenen Methoden zur Schlafüberwachung es für Babys gibt und ob sie wirklich sinnvoll sind.

Immer mehr Eltern reicht nachts ein einfaches Babyphone nicht mehr aus, um sorgenfrei schlafen zu können. Nachrichten über Fälle des plötzlichen Kindstodes schwirren ihnen im Kopf herum und am liebsten würden sie permanent nachsehen, ob der kleine Liebling gerade wirklich noch atmet. Mit einem gesunden Schlaf ist das natürlich nicht zu vereinbaren. Daher entwickelten verschiedene Hersteller unterschiedliche Methoden zur Schlafüberwachung bei Babys. Zunächst wollen wir für Dich zusammenfassen, wie solche Geräte funktionieren. Im Anschluss erfährst Du außerdem, ob sie das Risiko für den plötzlichen Kindstod tatsächlich verringern können.

Sensormatten

Die gängigste Methode zur Schlafüberwachung bei Babys sind sogenannte Sensormatten. Sie werden direkt unter die Babymatratze gelegt und an einen Monitor angeschlossen. Ein beliebtes Beispiel hierfür ist Audioline Babysense. Mit diesem Gerät lässt sich nicht nur die Atmung kontrollieren. Zusätzlich werden wie bei einem herkömmlichen Babyphone auch die Geräusche aus dem Kinderzimmer zeitgleich übertragen. Selbstverständlich werden solche Sensormatten klinisch getestet und sind besonders strahlungsarm. Mit ihnen werden selbst kleinste Mikrobewegungen Deines Babys erfasst.

Das System von Audioline Babysense schlägt dann beispielsweise Alarm, wenn sich das Baby länger als 20 Sekunden nicht bewegt oder weniger als 10 Atemzüge pro Minute festgestellt wurden.  Du solltest jedoch beachten, dass sämtliche Sensormatten zur Schlafüberwachung bei Babys nur für Euch geeignet sind, wenn Dein Baby alleine in seinem eigenen Bettchen schläft. Im Beistellbett oder dem Elternbett können sie nicht zuverlässig angewendet werden.

Kabellose Überwachung

Für alle Fans des Familienbetts gibt es jedoch eine gute Nachricht. Auch für diese Schlafvariante gibt es das passende Überwachungssystem: Das Snuza Hero. Hierbei handelt es sich um ein mobiles Gerät, das ganz ohne Kabel, Drähte oder Sensoren auskommt. Wie? Indem das kleine, drahtlose Gerät ganz einfach an der Windel Deines Babys angebracht wird, können sämtliche Bewegungen problemlos registriert werden.
So gelingt Schlafüberwachung bei Babys nicht nur im Familienbett, sondern auch mit einem kleinen Handgriff mobil in der gesamten Wohnung. Außerdem lässt es sich auch auf Reisen ganz einfach mitnehmen. Ein lautes Alarmsignal ertönt hier, wenn die Aktivität auffalllend absinkt. Außerdem gibt es eine clevere Vibrationsfunktion, die das Baby nach 15 bewegungslosen Sekunden kurz aufweckt, wonach meistens wieder der normale Überwachungsmodus weiterlaufen kann.

Baby-Wearables

Noch brandneu sind sogenannte Baby-Wearables, die direkt  am Körper des Babys getragen werden. Es gibt sie beispielsweise in der Variante eines Fußbändchens (Sproutling). Dieses wird ganz einfach per Klettverschluss knapp über dem Knöchel angebracht und schon können Herzfrequenz, Hauttemperatur, Bewegung und Liegeposition erfasst und an das Smartphone gesendet werden. Die Überwachung funktioniert daraufhin per App. Durch die gespeicherten Daten fällt es Eltern zudem leichter, den Schlafrhythmus ihres Kindes nachvollziehen zu können.
Ähnlich funktioniert die Smart Sock Owlet. Hier wird der kleine Sensor nachts einfach wie ein kleines Schühchen angezogen. Überwacht wird hier auch per Smartphone, die Messung erfolgt jedoch anhand eines kleinen LED-Lichts. Dieses erfasst die aktuelle Herzrate und den Sauerstoffgehalt des Blutes. Dies zählt übrigens auch weltweit in Krankenhäusern zur Standardmethode der Schlafüberwachung bei Babys. Leider gestaltet sich die Bestellung von Baby Wearables nach Deutschland derzeit noch etwas schwierig. Außerdem haben sie einen recht stolzen Preis. Trotzdem können wir uns vorstellen, dass diese praktische Innovation schon bald auf dem Vormarsch sein wird.

Plötzlicher Kindstod durch Schlafüberwachung bei Babys vermeidbar?

Dass Eltern sich Sorgen um das Risiko des plötzlichen Kindstodes machen ist vollkommen natürlich und nachvollziehbar. Bei Risikokindern wird das Heimmonitoring häufig sogar ärztlich verordnet. Dies kann der Fall sein bei Folgekindern nach einem plötzlichen Kindstod beim Geschwisterkind, Frühgeborenen, Kinder von drogenabhängigen Eltern usw. Bei gesunden Kindern ist die Schlafüberwachung medizinisch gesehen eigentlich nicht notwendig.
Sind Sensormatten und Co. also nur etwas für überbesorgte Helikoptereltern? Nicht unbedingt. Ein großer Vorteil  der Überwachung ist garantiert, dass Eltern beruhigter sind und so schlichtweg besser schlafen können. Andererseits ermöglicht der frühe Alarm durch ein Überwachungsgerät ganz klar mehr Zeit für Erste-Hilfe-Maßnahmen und das Rufen und Eintreffen eines Notarztes.

Unsere Empfehlungen

Solltest Du jedoch keinen Kurs oder ähnliches besucht haben und somit keine Kenntnisse über Erste-Hilfe-Möglichkeiten bei Babys haben, nützt selbst die intelligenteste Schlafüberwachung nichts. Denn auf gar keinen Fall kann durch die bloße Verwendung solcher Geräte der plötzliche Kindstod von vornherein ausgeschlossen werden.
Zudem sollten unbedingt die Standard-Empfehlungen zur Minimierung des Risikos für den plötzlichen Kindstod beachtet werden. Das heißt, dass Dein Baby am besten im Elternschlafzimmer, aber im eigenen Bettchen schlafen sollte. Auf jeden Fall darf die Raumtemperatur nicht zu warm sein und die Luft um das Bettchen muss frei zirkulieren können. Auf Nestchen und einen Betthimmel sollte also besser verzichtet werden, hierfür jedoch anstelle einer Decke auf jeden Fall ein Schlafsack verwendet werden. Dieser kann nachts nämlich nicht aus Versehen über das Köpfchen geraten. Wenn Du diese Tipps beachtest, bist Du im Regelfall auf der sicheren Seite und kannst beruhigt schlafen.