Außergewöhnliche Namen für die Kleinsten? – Der aktuelle Retrotrend

Katharina

Neben den vielen süßen Maximilians und Sophies gibt es auch einige Kinder, deren Eltern sich statt für einen beliebten Klassiker für einen recht außergewöhnlichen Namen entschieden haben. Das bringt Farbe und Abwechslung ins Vornamenkarussel werdender Eltern. Welche ausgefallenen Namen waren im vergangenen Jahr in und wohin geht der Trend 2016?

Wenn Prominente kurz nach der Geburt durchsickern lassen, für welchen Babynamen sie sich entschieden haben, staunt man oft nicht schlecht. Außergewöhnliche Namen scheinen da fast schon zum guten Ton zu gehören. Bei einer North West oder einem Saint West aus dem Kardashian-West-Clan wurde bei der Namenswahl – positiv ausgedrückt – zumindest nicht mit Kreativität gegeizt. Aber ist Dir schonmal aufgefallen, wie viele deutsche Promi-Eltern sich ebenfalls außergewöhnliche Namen für ihren Nachwuchs aussuchen, die jedoch gleichzeitig auch überraschend altmodisch klingen? Da wären zum Beispiel Matthias Schweighofers Kinder Greta und Valentin. Oder auch Amadeus, der Sohn von Boris und Lilly Becker.

Altmodisch und modern zugleich

u9mYpxTNcAghbQ6f_G7FhQQWIZE1Eupfkaz0UAXm074Doch dieser Trend zu altmodisch anmutenden Retronamen, die stark an die Generation unserer Urgroßeltern erinnern, ist schon länger zu beobachten. Wo man vielleicht früher gewarnt hätte, man solle doch einem Kind nicht einen Namen geben, der irgendwie nach Oma und Opa klingt, fällt der Rat nun meist umgekehrt aus. Retronamen sind auf jeden Fall wieder modern und klettern auf der Beliebtheitsskala immer höher. Das ist gar nicht zu leugnen, wenn man neueste Vornamenstatistiken einmal genauer betrachtet. Einer, der das besonders ausgiebig tut, ist Knud Bielefeld. Er ist Vornamenanalytiker und erstellt seit 1996 anhand von Geburtsmeldungen aus ganz Deutschland Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen. Online findet man diese Rankings sowie zahlreiche interessante Artikel rund um das Thema Namensgebung auf beliebte-Vornamen.de. Für miBaby hat er uns ein paar spannende Fragen zu aktuellen Trendnamen beantwortet.

Wie Vornamen zu Trendnamen werden

Knud Bielefeld; Foto: Cornelia Hansen

Auch wenn Knud Bielefeld ganz klar bestätigt, dass ,,altmodische“ Retronamen gerade sehr in sind, sieht er darin nicht unbedingt einen Trendwechsel. Es gehe vielmehr um den üblichen Kreislauf der Trendnamen, den er so erklärt:

,,In der Regel dauert es etwa 100 Jahre, bis Namen wieder vergeben werden. Ehemals beliebte Vornamen werden nicht mehr vergeben, weil die Elterngeneration viele Träger solcher Namen kennt und da wahrscheinlich jemand dabei ist, den man nicht mag. So einen Namen gibt man nicht gern an sein Kind weiter. Diese negativen Assoziationen kommen bei den ganz alten Namen nur selten vor.“

Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, scheinen solche Entwicklungen bei der Namenswahl recht logisch: Suchen Eltern nach einem passenden Namen für ihr Kind, spielen dabei positive oder negative Assoziationen zu bestimmten Namen eine entscheidende Rolle. Selbst wenn beispielsweise gegen den Namen Kristina ganz objektiv nichts sprechen mag – sobald Du jedoch bei Kristina automatisch an Deine besonders unfreundliche Arbeitskollegin denken musst, ist es eher unwahrscheinlich, dass Deine Tochter einmal diesen Namen tragen wird.

Beliebte Retronamen im Jahr 2015

Inzwischen wurde wieder das aktuellste Ranking veröffentlicht und viele sind neugierig, welche Vornamen im letzten Jahr besonders beliebt gewesen sind. Denn auch der Faktor Beliebtheit ist vielen werdenden Eltern bei der Wahl eines Babynamens sehr wichtig. In unserem Artikel ,,Die beliebtesten Babynamen und die Qual der Wahl für werdende Eltern“ findest Du übrigens nicht nur die aktuelle Top 10 der beliebtesten Jungen- und Mädchennamen des Jahres 2015. Es erwarten Dich außerdem viele praktische Tipps dazu, wie man sich gemeinsam als Paar auf einen Namen für das neue Familienmitglied einigen kann. Bist Du darüber hinaus neugierig, welche alten Klassiker im letzten Jahr besonders beliebt waren? Auch das hat uns Knud Bielefeld gerne verraten.

retronamen

Auf den Geschmack gekommen? Falls außergewöhnliche Namen im Allgemeinen und (wieder) moderne Vornamen im Retrostil im Speziellen genau nach Eurem Geschmack sind, braucht Ihr keine Sorge zu haben, dass diese 2016 schon nicht mehr in sein werden. Denn der Vornamenanalytiker gibt aus seinem Erfahrungsschatz heraus Entwarnung. Er prognostiziert sehr deutlich: ,,Ich bin sicher, dass dieser Trend anhalten wird!“ Und ob beispielsweise ein kleiner Friedrich in Kita oder Grundschule für seinen Namen gehänselt werden könnte? ,,Weil der Name auch vor hundert Jahren beliebt war? Davon wissen die Kinder heute doch gar nichts! Aus Sicht der Kinder sind eher Namen wie Thomas und Sabine altmodisch, denn so heißen die Eltern und Großeltern und deren Freunde“, entgegnet Knud Bielefeld.

Außergewöhnliche Namen: Eine Frage des Geschmacks

Egal ob bei Prominenten oder ,,Normalos“: Wer außergewöhnliche Namen besonders interessant findet, wird auf Babynamensuche garantiert auf die vielen altmodischen Jungen- und Mädchennamen stoßen, die nun wieder absolut in sind. Und wohl auch noch länger bleiben werden. Ob Dir diese persönlich auch gut gefallen, ist natürlich Geschmackssache. Denn auf der Suche nach dem perfekten Vornamen für sein Kind kann man auf Trends setzen, muss man aber nicht. Doch auf jeden Fall hat es etwas sehr Schönes, wenn man Namen, die für Neugeborene so lange vergessen schienen, aus ihrem verstaubten Erinnerungsdasein hervorholt und ihnen wieder neues Leben einhaucht.