Baby-Entwicklung im ersten Jahr – Was kann mein Baby wann?

Katharina Grammel

So schnell wie im ersten Jahr läuft die Baby-Entwicklung nie wieder. Wir zeigen Dir, welche Entwicklungsschritte im ersten Jahr zu erwarten sind. Vom ersten Lächeln bis zum freien Laufen ist alles dabei.

Das erste Jahr mit Deinem Baby vergeht wie im Flug, denn in nur 12 Monaten entwickelt sich Dein Kind so schnell, wie zu keinem anderen Zeitpunkt in seinem Leben. Viele Höhen und Tiefen wirst Du mit Deinem Schatz durchleben und Du wirst Dich jedes Mal freuen, wenn wieder ein neuer Schritt in der Baby-Entwicklung geschafft ist. Lächeln, krabbeln, laufen – wir zeigen Dir, welche Schritte Dich im ersten Lebensjahr Deines Babys erwarten.

Entwickeln sich alle Babys gleich?

Lass Dich nicht verrückt machen, wenn Dein Baby seine Fähigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt (noch) nicht kann. Jedes Kind ist individuell und geht sein eigenes Tempo. Daher ist es nicht ungewöhnlich, wenn es schnelle, aber auch gemütliche Kinder gibt.

Um eine Entwicklungsstörung oder Krankheit auszuschließen, frage Deinen Kinderarzt, wenn Dich Unsicherheit in der Baby-Entwicklung plagt. Bei den regelmäßigen U-Untersuchungen wird ebenfalls der Entwicklungsstand festgehalten und eventuell eine Therapiemaßnahme vorgeschlagen, wenn wirklich Handlungsbedarf besteht.

Und nun zeigen wir Dir, in welchen Zeiträumen dein Baby die bedeutendsten Schritte in der Baby-Entwicklung lernt.

1) Das erste Lächeln

In den ersten Wochen ist Dein Baby ziemlich teilnahmslos. Vielleicht bemerkst Du aber, dass es die Augen weit aufreißt, wenn Du mit ihm sprichst. Ganz konzentriert lauscht es Deiner Stimme. Etwa um die 6. bis 8. Lebenswoche bekommst Du die Antwort: das erste richtige Lächeln. Herzzerreißend süß!

Lächeln kann Dein Baby schon von Geburt an. Dieses reflexartige Lächeln tritt meist auf, wenn das Baby schläft. Man könnte meinen, es träumt einen wunderschönen Traum, und nicht umsonst nennt sich dieses Lächeln auch Engelslachen.

Babyhand mit Rassel

2) Gezieltes Greifen

Ähnlich wie beim Lächeln erkennst Du bei Deinem Baby Reflexe, die es ab der Geburt beherrscht. Gibst Du ihm Deinen Finger, wird er fest umschlungen und gegriffen. Dieser Greifreflex bildet sich mit der Zeit immer mehr zurück und wird vom gezielten Greifen abgelöst.

Mit etwa vier bis fünf Monaten versucht Dein Baby gezielt nach allem zu greifen, was es in unmittelbarer Nähe erreichen kann. Mit fünf bis sechs Monaten kann es dann ein Spielzeug über längere Zeit festhalten.

Ausführliche Infos und Ideen fürs erste Spielzeug gibt es im Ratgeber Erstausstattung fürs Baby – Erstes Spielzeug für Babys.

3) Auf den Bauch drehen und wieder zurück

Ob sich Dein Baby zuerst vom Rücken auf den Bauch oder vom Bauch auf den Rücken drehen wird, kannst Du kaum beeinflussen, denn die ersten Drehversuche geschehen meist zufällig. Zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat versucht Dein Baby alles zu greifen, was in der Nähe liegt. Dabei kann es passieren, dass es aus Versehen ins Ungleichgewicht kommt und einfach herumrollt. Diese Fähigkeit ist erst verstörend, da sie nicht geplant ist, wird aber zunehmend interessanter und so immer weiter ausgebaut.

Beherrscht Dein Baby die Drehungen perfekt, wirst Du schnell merken, dass es sich auch mit diesen Rollbewegungen fortbewegen kann. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, Deine Wohnung kindersicher zu machen, denn Steckdosen und Treppen wollen erkundet werden. Tipps und Anregungen geben wir Dir in unserem Artikel Sicherheit im Kinderzimmer – Spielen in geschützter Umgebung.

Sicherlich kennst Du die Vorsichtsmaßnahme zum plötzlichen Kindstod, dass Dein Baby immer auf dem Rücken schlafen sollte. Muss ich mein Baby nun immer wieder auf den Rücken zurückdrehen? Zur Übersicht findest Du alle Fakten über den Plötzlichen Kindstod im Ratgeber Das Risiko plötzlicher Kindstod und was Du dagegen tun kannst.

iStock_000004579158_Large (1)

4) Selbstständig hinsetzen und frei sitzen

Gestützt und mit Hilfe wird Dein Baby schon früh sitzen können. Diese Sitzzeiten sollten sich aber auf ein Minimum beschränken, denn kann das Baby diese Position noch nicht alleine erreichen, ist die Wirbelsäule auch noch nicht stark genug und Du richtest gegebenenfalls mehr Schaden an, als dass Du Deinem Kind hilfst.

Zwischen sechs und acht Monaten wirst Du sehen, dass sich Dein Schatz aus dem knienden Vierfüßlerstand seitlich nach hinten zum Sitzen schiebt. Etwas wacklig wird es sich von Tag zu Tag mehr in die aufrechte Position bringen und irgendwann die Hände nicht mehr als Stütze brauchen.

Ab wann Dein Baby gestützt im Hochstuhl sitzen darf und wie Du den Beikoststart am besten durchführst, erfährst Du in unserem Ratgeber Schoß, Wippe, Hochstuhl – Ab wann darf ein Baby sitzen?.

5) Endlich essen – Der Beikoststart

Hochstuhl ist das Stichwort. Endlich kann Dein Schatz mit am Tisch sitzen und an den Familienmahlzeiten auf Augenhöhe teilnehmen. Wenn Du Dein Baby sechs Monate voll gestillt hast, kann nun die Zeit der Beikost beginnen. Wenn das Sitzen noch nicht ganz sicher ist, kannst Du anfangs ein Kissen in den Rücken stecken oder doch die ersten Mahlzeiten lieber noch in der Babywippe einnehmen.

Alle wichtigen Infos zum Beikoststart gibt es natürlich hier bei uns. Verschaffe Dir einen Überblick anhand des Artikels Erster Babybrei: Wann und wie beginnst Du?.

6) Robben

Du wirst verwundert sein: Die ersten Fortbewegungsversuche sind meisten rückwärts. Je nachdem, welchen Untergrund Deine Wohnung hat, kann sich das Baby leichter rückwärts schieben, als sich mit großer Anstrengung vorwärtszuziehen.

Mit circa sieben bis neun Monaten geht es dann endlich voran. Dein Baby beginnt zu robben. Dazu bleibt der Popo noch am Boden und ausschließlich die Arme übernehmen die Arbeit. Wenn man mal darüber nachdenkt, ist diese Art der Fortbewegung viel anstrengender als das Krabbeln. Aber das erfolgt meist erst im nächsten Schritt der Baby-Entwicklung.

Baby krabbelnd von Seite_XXL (1)

7) Krabbeln

Dein Baby trainiert unermüdlich. Mit jeder Bewegung werden die Muskelpartien trainiert, sodass der nächste große Schritt in der Baby-Entwicklung nicht lange auf sich warten lässt. Zwischen dem 7. und 10. Monat krabbeln die meisten Babys, einige lassen sogar das Robben komplett aus. Auch das ist kein Problem, nicht alle Schritte müssen nach der Reihenfolge erlernt werden.

Die gebeugten Arme strecken sich nun zum sicheren Handstütz durch und der noch so schwere Popo geht nach und nach in die Höhe. Vielleicht hast Du schon bemerkt, dass sich Dein Baby im Vierfußstand immer vor und zurück wippt. Dieses sogenannte Rocking ist der perfekte Weg zum kleinen, flinken Krabbelmonster.

8) Stehen und an Möbeln entlang laufen

Je weiter die Baby-Entwicklung voranschreitet, umso größer werden die zeitlichen Abstände, in denen Dein Baby etwas Neues erlernt. Vom Vierfußstand wird sich Dein Schatz zuerst auf die Knie aufrichten, um sich danach auf die Füße zu stellen, sobald seine Muskeln stark genug sind. Sehr schnelle Kinder schaffen das schon mit acht Monaten, normal ist dieser Schritt aber durchaus auch erst mit 14 Monaten.

Natürlich ist es sehr verführerisch, mit Deinem Kind an den Händen laufen zu „üben“. Das ist gar nicht nötig, kann sogar eher schaden. Wie Du Dein Kind dennoch unterstützen kannst, haben wir Dir in unserem Ratgeber Erste Schritte, Lauflernhilfe und Co. – Womit kannst Du Dein Baby beim Laufenlernen unterstützen? zusammengefasst.

Laufen am Lauflernwagen

9) Endlich frei laufen

Vom Stehen bis zum Laufen ist der Weg noch lang in der Baby-Entwicklung. Etliche Beulen später wird Dein Baby so zwischen dem 11. und 18. Monat laufen. Aber mach Dir keine Sorgen, wenn es hier etwas früher oder auch etwas später wird. Sollte Dein Kind um den 20. Monat aber immer noch nicht laufen, solltest Du Deinen Kinderarzt um Rat fragen.

Hilfreiche Tipps findest Du in unserem Ratgeber Dein Baby lernt Laufen.

Lass Dich nicht stressen

Pekip, Krabbelgruppen, Babyschwimmen – in allen Gruppen, wo mehrere Babys und Kleinkinder aufeinandertreffen, wird verglichen.

„Kann Dein Baby das noch nicht? Mein Kind kann das schon ganz lange.“

Diese Aussagen kennst Du bestimmt schon und machen Dich vielleicht auch hin und wieder etwas nachdenklich und traurig. Lass Deinem Kind dennoch die Zeit, die es benötigt und wer weiß: Vielleicht kann Dein Kind dafür eher sprechen oder Türmchen bauen. Bei Unsicherheiten kannst Du Dich jederzeit an Deinen Kinderarzt wenden.