Baby-Farben: Pastell oder knallig-bunt? Was mögen die Kleinsten wirklich?

Katharina

Dein Baby erblickt mit seinen kleinen Äuglein zum ersten Mal das Licht der Welt und erkundet daraufhin von Tag zu Tag immer noch aufmerksamer seine Umgebung. Als Mama ist man natürlich ebenso neugierig: Was kann mein Schatz bereits sehen? Gibt vielleicht sogar schon so etwas wie Lieblingsfarben, die Babys in ihren ersten Lebensmonaten besonders gut wahrnehmen können?

Blau vs. Rosa: Klischees bei Baby-Farben

Nestbautrieb sei Dank beginnen wir werdenden Mamas oft schon nach dem „Outing“ unseres kleinen Schatzes mit dem Baby-Shopping. Und obwohl diese Zuordnung eigentlich nur eine Frage der Kultur und Zeit ist, schlafen bei uns aktuell immer noch die meisten Baby-Jungs in himmelblauen Zimmern und die Mädels landen dementsprechend in ihrem rosafarbenen Reich. Auch bei Kleidung und Spielzeug dominiert das gleiche Farbschema. Sind Babys Lieblingsfarben also quasi schon durch das Geschlecht vorbestimmt?
Wer dann aber doch keine Lust auf rosa oder blau haben sollte, der greift heutzutage für den Nachwuchs auch gerne auf weitere moderne Pastelltöne wie lindgrün, apricot, cremegelb, beige oder grau zurück. Leider kann so ein süßer Winzling einem als Mutter aber auch schlecht die eigene Lieblingsfarbe verraten, um solchen Klischees und Elterntrends womöglich zu entkommen. Ob Babys sich selbst für Tapete, Kleidung, Spielzeuge und Co. wohl die gleichen Farben aussuchen würden? Wir wagen anhand eines genauren Blickes auf die Entwicklung des Sehvermögens und der Farbwahrnehmung eine Prognose und erklären, welche Farben Babys wirklich am besten gefallen!

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Alles nur grau und verschwommen?

Auch wenn sich dieser Mythos bis heute hartnäckig hält: Babys kommen nicht generell farbenblind zur Welt! Es stimmt jedoch tatsächlich, dass der Sehsinn bei Neugeborenen den anderen Sinnen noch weit unterlegen ist. In SSW 28 öffnen Babys zum ersten Mal ihre Augenlider und können auch schon direkt nach der Entbindung sehen. Zunächst jedoch so verschwommen, dass sie sich optisch noch weitestgehend an Licht, Umrissen und Bewegungen orientieren. Aber schon bald können Neugeborene ungefähr 25 cm weit scharf sehen. Also genau weit genug, um das Gesicht der lieben Person zu erkennen, die sie gerade stillt oder trägt.
In den nächsten Monaten folgt der Feinschliff. Dein Schatz wird auch weiter entfernte Dinge immer besser fokussieren können. Und nach und nach kann ein Baby auch immer mehr verschiedene Farbtöne wahrnehmen und von einander unterscheiden. Untersuchungen zufolge können Babys nach drei Monaten alle Grundfarben sehen. Blau kommt hierbei übrigens erst am Schluss, da die hierfür nötigen sogenannten s-Zapfen in Babys Augen als letzte voll entwickelt sind.

Babys allererste Lieblingsfarbe: Rot!

Höchstwahrscheinlich wird Deinem kleinen Liebling jedoch eine Farbe bereits von Anfang an sehr bekannt vorkommen. Denn immer wenn von außen Licht durch Deine durchblutete Bauchdecke fiel, nahm Dein kleiner Bauchbewohner dies je nach Helligkeit in verschiedenen Rottönen wahr. Daher verwundert es auch nicht, dass die meisten Babys die Farbe Rot besonders gerne mögen. Viele Hebammen wickeln  deshalb Neugeborene ganz bewusst in rote Handtücher.  Auch zuhause kannst Du diesen „Trick“ beim Kauf von Babydecken und Schmusetüchern beherzigen. Und während der Schlafenszeiten kannst Du anstatt mit kühlem weißen oder blauen Licht, mit dem Jago Stimmungslicht Deinem kleinen Schatz auch wahlweise mit rotem Licht ein Stück weit vertraute Bauchatmosphäre kreieren.

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Die Überraschung: Schwarz-Weiß als Hingucker!

Auch wenn Schwarz und Weiß ja genau genommen gar keine Farben sind, kommen diese beiden in Kombination erstaunlich gut bei Babys an! Denn in ihren ersten Lebenswochen können sie am leichtesten die Farben wahrnehmen, die besonders stark von einander abgesetzt sind. Untersuchungen zufolge reagieren Babys daher auch stark auf Schachbrettmuster oder andere grafische Muster in Schwarz-Weiß.
Tipp der Redaktion: Genau auf diese  Erkenntnis im Bereich der frühen Entwicklung des Sehvermögens setzt das Bilderbuch Baby Eye Meine Sachen – Kontraste. Auf den ersten Blick kommt es ganz anders daher als herkömmliche Babybücher. Da Babys zu dieser Zeit noch sehr verschwommen sehen, haben sie aber eindeutig eine Vorliebe für die kontrastreichen Illustrationen einfacher Gegenstände, wie sie hier vorgefunden werden. Zwar noch ganz ohne bunte Farben ist es daher dennoch perfekt für Babys ab ca. 1 Monat! In Baby Eye Unsere Welt – Formen, dem zweiten Teil der Buchreihe, werden für Babys ab 2 Monaten die Schwarz-Weiß Illustrationen durch die erste Lieblingsfarbe Rot ergänzt. Ab 3 Monaten wird in  Baby Eye Kleine Tiere – Muster mit den drei Primärfarben Rot, Blau und Gelb gearbeitet, die sie in diesem Alter inzwischen sehr gut von einander unterscheiden können.

Bunt und kontrastreich soll es sein

Und tatsächlich war das die eher schlechte Nachricht für alle Pastellfarben-Liebhaber. Denn auch wenn Eltern zarte Töne für ihre Babys oftmals bevorzugen: Neben Schwarz-Weiß mögen Babys vor allem strahlende Primärfarben! Der Grund hierfür ist, dass die Augen von Babys eine höhere Reizschwelle haben als die von Erwachsenen. Um Überforderung zu vermeiden, nehmen Babys von Natur aus zu Beginn nicht alle Farben wahr, sondern zunächst als ersten Schritt lediglich grelle Farben und starke Kontraste. Pastelltöne sehen Babys erst ab ca. fünf Monaten. Bis ihnen jedoch wie uns auch die feinen Abstufungen von Pastelltönen vollkommen ersichtlich sind, kann es sogar noch bis zum Teenager-Alter dauern. Untersuchungen zufolge mögen vier Monate alte Babys vor allem Lila, Rot, Orange und Blau. Am unbeliebtesten sind hingegen die Farben Braun und Grau. Aber muss jetzt das Kinderzimmer deswegen wirklich komplett quietschig-bunt werden? Nein, denn auch das würde eher überfordern. Doch es gibt sehr wohl einen guten Kompromiss zwischen Erwachsenen- und Babygeschmack: Gedämpfte, neutrale Farben sind ideal für die Kinderzimmerwände und die Möbel. So bilden diese nämlich den idealen Hintergrund, auf dem sich bunte Details bei Deko und Spielzeug für Babys Augen besonders gut absetzen.

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Den Sehsinn unkompliziert fördern

Dieses Wissen über Babys Farbwahrnehmung lässt sich bewusst einsetzen, um den Sehsinn der Kleinsten zu fördern. Generell ist es gut, wenn ein Baby im Laufe seiner ersten Lebensmonate von möglichst vielen Farben umgeben ist. Denn verschiedene visuelle Erfahrungen müssen gesammelt  werden können, um die noch schwachen Verknüpfungen zwischen Auge und Gehirn zu trainieren. Babys verfolgen auch schon sehr früh Gegenstände mit ihren Augen. Das merkst Du unter anderem, wenn Du einen Gegenstand langsam im Gesichtsfeld Deines Babys hin und her bewegst. Und indem Babys Gegenstände immer gezielter fokussieren, entwickelt sich auch das dreidimensionale Sehen weiter. Das bildet die Grundlage  für gezieltes Greifen. Daher sind bunte Hingucker an Bett, Wickeltisch, Kinderwagen und Babyschale nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch praktisches Training.
Unten findest Du eine Auswahl unserer Redaktion mit empfehlenswertem Spielzeug für Babys, bei dem beim Design gezielt auf intensive Farben gesetzt wurde.

Du bist auf der Suche nach weiterem Spielzeug, das für Deinen kleinen Schatz besonders gut geeignet ist? In „Spielzeug für das erste Jahr – 5 Empfehlungen von spiel gut“ zeigen wir Dir, welches Spielzeug den Test dieser unabhängigen Prüfer bestanden hat.