Babybrei zubereiten: Was kommt rein?

Eva Becker

Eine Möhre, eine Kartoffel und ein wenig Fleisch – für den ersten Babybrei brauchst Du noch nicht viele Zutaten. Aber welches Gemüse mögen Babys noch, welches Fleisch ist besonders geeignet und warum kommt Saft in den Brei? Hier erklären wir, was in den Topf darf und was nicht.

Egal, ob Du gerne kochst oder mit Töpfen und Pfannen normalerweise nicht so viel hantierst: Bevor Du den allerersten Babybrei zubereitest, bist Du bestimmt aufgeregt. Schließlich geht es hier nicht um irgendein Essen, sondern um die ersten Geschmackserlebnisse Deines kleinen Schatzes. Aber mach Dich nicht verrückt: Wenn Du einige Regeln beachtest und Dich mit ein paar guten Hilfsmitteln ausstattest, dann wird das Brei zubereiten bald ein Kinderspiel. Es lohnt sich zum Beispiel, einen Dampfgarer anzuschaffen: Damit kannst Du sicher sein, dass die wertvollen Nährstoffe auch tatsächlich im Brei bleiben. Dampfgaren und direkt danach pürieren kannst Du Deine Zutaten mit dem Philips Avent Dampfgarer und Mixer „SCF870/20“.

Keine Scheu vor Abwechslung

Vor ein paar Jahren noch waren die Regeln für die Beikost-Einführung viel strenger als heute: Kein Fisch im ersten Lebensjahr, wenig Variationen beim Gemüse – man dachte, dass Babys so eher vor Allergien und Unverträglichkeiten geschützt seien. Heute heißt die Devise: Möglichst viele Lebensmittel früh ausprobieren und so den Körper an viele Geschmacksarten, aber auch an viele potentiell allergieauslösende Stoffe gewöhnen. Wenn Dein Kind aber auf eine Zutat empfindlich reagiert, dann solltest Du diese natürlich weglassen.

Babybrei zubereiten: Gemüse für den Start

Bei allen Breien gilt: Orangensaft erhöht die Aufnahme von Eisen und sollte immer mit hinein. Und Öl ist wichtig, damit Dein Kleines ausreichend Fett bekommt. Am besten nimmst Du Bio-Rapsöl. Rapsöl enthält wenig gesättigte Fettsäuren und ist außerdem gut für die Entwicklung des Gehirns und der Sehfähigkeit.

  • Wenn Du mit Möhren als Gemüse anfangen willst, dann achte darauf, dass keine bitteren Stücke dabei sind. Im Winter lieber importierte Ware nehmen, weil die Möhren aus dem Lager oft herb schmecken.
  • Statt mit Möhren kannst Du auch mit Pastinaken starten – sie sind ebenfalls süßlich und mild. Und ihre ätherischen Öle helfen bei Bauchschmerzen.
  • Ein weitere Alternative für den Start ist der Hokkaido-Kürbis.
  • Achtung bei Gemüse mit hohem Nitratgehalt wie z. B. Spinat und Roter Beete! Diese sind für Dein Baby an sich gesund und gut verträglich. Jedoch musst Du bei der Zubereitung beachten, dass diese direkt gefüttert werden müssen und nicht aufgewärmt werden dürfen.

Nach ein paar Tagen kommen dann die Kartoffeln dazu.  Achte darauf, dass Du alle braunen Flecken entfernst. Übrigens kannst Du Kartoffeln in den nächsten Wochen auch mit Vollkorn-Nudeln, Reis oder Getreideflocken variieren.

Baby wearing a chef hat with vegetables and pan

Fleisch für die Eisenversorgung

Und wieder ein paar Tage später werden die Geschmackserlebnisse Deines Babys dann um die Zutat Fleisch erweitert. Fleisch schon so früh, denkst Du vielleicht? Ja, denn Fleisch ist ein sehr guter Eisenlieferant. Es sollte mageres Bio-Fleisch sein. Ob vom Rind/Kalb, Schwein, Lamm oder Geflügel entscheidest Du selbst. Jede Tierart hat ihre Vorteile: Rind, Kalb und Lamm sind eisenreicher, Geflügel ist dafür besser verdaulich.

Einmal die Woche Fisch

Hin und wieder solltest Du Fleisch durch Fisch ersetzen, mindestens einmal die Woche. Fisch liefert ebenfalls Eisen, dazu auch Jod und die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Geeignet sind Lachs, Seelachs und Kabeljau. Vor der Zubereitung solltest Du den Fisch gut nach Gräten untersuchen. Oder Du kaufst Fischstäbchen, die ja schon von Gräten befreit sind, und entfernst die Panade. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, kannst Du bei der Fischmahlzeit auch auf Gläschen umsteigen

Geht es auch vegetarisch?

Du bist selber Vegetarier oder möchtest Dein Kind lieber fleischlos ernähren? Grundsätzlich ist das möglich, Du musst aber dafür sorgen, dass der Brei dennoch eisenreich ist. Dabei kommt es nicht nur darauf an, eisenreiche Alternativen zu finden, sondern sie auch richtig zu kombinieren. Denn die Aufnahme von Eisen wird durch Vitamin C verbessert, durch Milchprodukte hingegen verschlechtert. Beim Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei solltest Du das Fleisch durch Getreide ersetzen und  Obstsaft hinzufügen. Hirse und Hafer sowie Amaranth enthalten viel Eisen, Mandelpaste ebenfalls. Am besten sprichst Du auch mit Deinem Kinderarzt über das Thema – er kann Dich über mögliche Mangelerscheinungen aufklären. Von dem Verzicht auf sämtliche tierischen Produkte, also der veganen Beikost, raten Experten hingegen ab – die Gefahr eines Nährstoffmangels ist zu groß.

Alle Getreidesorten sind erlaubt

Auf den Mittagsbrei folgt der Getreide-Milch-Brei, der am besten abends gegegben wird. Getreide liefert wertvolle Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und hochwertiges Fett. Hirse und Hafer enthalten besonders viel Eisen, Vollkorn-Reisflocken werden gut vertragen und sind reich an Vitamin-B. Wir empfehlen Dir, spezielle Flocken für die Säuglingsnahrung zu kaufen, sie heißen Instantflocken oder Schmelzflocken. Sie müssen nur einmal aufgekocht werden. Bei fertigen Breien bitte darauf achten, dass sie keinen Zucker enthalten.

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Was ist mit Gluten?

Bei Getreide fällt Dir das Stichwort Gluten ein? Gluten ist ein Eiweiß, das in Weizen, Dinkel, Hafer, Roggen und Gerste enthalten ist. Manche Menschen reagieren mit einer Unverträglichkeit auf dieses Eiweiß, sie entwickeln eine chronische Darmerkrankung. Offenbar gibt es aber keinen optimalen Weg, der Entwicklung dieser Unverträglichkeit vorzubeugen: Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass die möglichst frühe Einführung aller Getreidesorten das Risiko nicht senkt. Die Hauptrolle bei der Entwicklung der Zöliakie scheinen genetische Faktoren zu spielen. Es spricht aber entsprechend auch nichts dagegen, dass Dein Kind glutenreiche Getreide wie Weizen und Dinkel zu sich nimmt, wenn es sie verträgt.

Ab jetzt wirklich Kuhmilch?

200 ml Milch kommen in den Abendbrei – und das ist genau die Menge Kuhmilch, die Dein Kleines ab dem 6. Monat zu sich nehmen darf. An diese Vorgabe solltest Du Dich auch halten, denn ansonsten überforderst Du das Verdauungssystem Deines Babys. Ihr als Eltern habt eine Allergie und Ihr seid Euch nicht sicher, ob Euer Kind Kuhmilch verträgt? Eine Kuhmilchallergie ist gar nicht so einfach zu erkennen: Erbrechen, Ausschlag oder starke Schleimbildung in Nase und Rachen sind mögliche Zeichen. Aber auch wenn Dein Kind häufig schreit und schlecht zunimmt, kann das auf eine Allergie hinweisen. Kinder mit Milcheiweißallergie brauchen dann eine spezielle Nahrung, die der Kinderarzt verschreibt. Vorbeugend solltet Ihr die Kuhmilch aber nicht weglassen – schließlich hat nur ein geringer Teil der Babys in Deutschland eine Milcheiweißallergie.

Obst: Je milder, desto besser

Der Nachmittagsbrei ist dann der dritte Brei, den Du nach einem weiteren Monat einführen solltest. Er wird mit Obst, Getreide und Wasser angerührt. Bitte das Wasser nicht durch Milch oder Joghurt ersetzen, sonst bekommt Dein Baby zu viel Milch. Außerdem gibst Du noch ein wenig Fett dazu – im Nachmittagsbrei schmeckt Butter am besten. Das Obst ab dem siebten Monat mit Schale anbieten, denn in ihr stecken die meisten Bioaktivstoffe. Die Schale aber vorher gut waschen und danach mit einem Tuch abreiben. Du kannst das Obst im Brei auch einmal durch einen Obstsaft ersetzen: 100 ml Saft sind dann gleich 100 g Mus.

Welches Obst ist geeignet?

  • Apfel, Birne, Pfirsich oder Melone sind mild und gut verträglich
  • Auch Mango und Papaya sind mild – sollten aber erst ab dem 7./8. Monat eingeführt werden
  • Bananen vertragen Babys schon ab dem 4. Monat
  • Die meisten Zitrusfrüchte können hingegen einen wunden Po oder Ekzeme bewirken
  • Heidelbeeren können ab dem 6. Monat eingeführt werden
  • Steinobst kann Blähungen verursachen

Unbenannt

Was darf nicht rein?

Es gibt einige Lebensmittel, die Dein Baby im ersten Lebensjahr noch nicht verträgt.

  • Honig/Ahornsirup: Kann Bakterien enthalten, die sich im Darm ausbreiten und für Babys lebensgefährlich werden können
  • Salz: Verdirbt die Geschmacksnerven und ist nicht gesund. Auch wenn der Brei für Deinen Geschmack fad schmeckt – Dein Baby wird das ganz anders empfinden. Wenn es später am Familientisch mitisst, eher sparsam salzen
  • Zuckerzusätze: Schone die Zähne Deines Babys und halte Ausschau nach versteckten Zuckern. Sie lauern hinter den Bezeichnungen Saccharose, Glukose, Dextrose, Fruktose, Maltose und Maltodextrin!
  • Bindemittel und Geschmacksstoffe
  • Rohmilch: Enthält zu viele Keime. Auch Kleinkinder sollten keine Rohmilch trinken
  • Rohe Eier: Sind für Babys und auch noch für Kleinkinder wegen der Gefahr einer Salmonelleninfektion tabu

Kann ich Breireste einfrieren?

Wenn Du gerne größere Mengen Brei vorkochen und dann einfrieren willst, ist das kein Problem. Bei -18 Grad hält sich Babybrei etwa zwei Monate lang. Wichtig ist nur, dass beim Auftauen nicht zu viele Nährstoffe verloren gehen. Am besten benutzt Du einen Babykostwärmer wie den NUK Babykostwärmer „Thermo Constant“, denn damit gehst Du sicher, dass der Brei schonend erwärmt wird. Alternativ kannst Du ihn auch im Wasserbad oder in der Mikrowelle erhitzen.
Wenn zwischen Auftauen und Mahlzeit mehr als zwei Stunden liegen und es sich um einen Brei mit Fleisch handelt, muss er noch einmal aufgekocht werden. Du solltest die Breiportionen außerdem einzeln einfrieren, sodass Du immer nur die Menge auftauen musst, die für eine Mahlzeit gebraucht wird.  Einmal aufgetaut, sollte der Brei nicht erneut in die Tiefkühltruhe. Ideal zum Einfrieren sind die Nûby Schüsseln aus Kunststoff.

Du wirst sehen, schon bald hast Du Routine beim Zubereiten des Breis. Vielleicht druckst Du Dir die Liste mit den „verbotenen“ Zutaten aus, dann fällt Dir das Einkaufen leichter. Und je älter Dein Baby wird, desto mehr Freiheit beim Kochen wirst Du haben!