Babyschlaf – Entspannen, Erholen und Auftanken

Julia Eickhoff

Babyschlaf – Ist das auch für Dich ein heikles Thema? Und bekommst Du womöglich schon tiefe Ringe unter den Augen, sobald Du das Wort nur hörst? Keine Sorge, wir haben Informationen, Tipps und Tricks für Dich, wie Du Deinem Baby das Einschlafen erleichtern kannst.

Vom Ein- und vom Durchschlafen

Schlafen ist wichtig! Gerade mit einem Neugeborenen liegt die wohlverdiente Ruhe allerdings oft in weiter Ferne. Du selbst merkst, wie der Schlafmangel an Deinen Kräften zehrt und Dich mürbe und aggressiv werden lässt.

Körper und Seele erholen sich im Schlaf, sammeln neue Energien für den nächsten Tag voller Eindrücke. Bei Deinem Baby ist es nicht anders. Für so einen kleinen Wurm ist wirklich alles in dieser Welt neu. Opas Glatze, das Nachttischlämpchen im Schlafzimmer, der Müllwagen, der laut durch die Straße tuckert. So etwas muss erst einmal gründlich sortiert und verarbeitet werden. Deswegen benötigen kleine Kinder auch noch deutlich mehr Schlaf als wir Großen.

Nicht nur das Einschlafen ist für viele Kinder schwierig, sondern auch das Durchschlafen. Du hörst sicherlich auch bei jedem neuen Aufeinandertreffen mit Menschen aus dem Bekanntenkreis die ganze Fragepalette: „Schläft Dein Baby immer noch in Eurem Schlafzimmer? Und es schläft immer noch nicht durch?“ Atme einmal tief durch, lächle und winke, und alles wird gut! Nein, im Ernst; in erster Linie tust Du genau das Richtige, wenn Du auf Deinen Instinkt hörst. Und wenn Dein Kind noch nicht durchschläft – ja und? Irgendwann tun sie es alle! Wichtig ist, dass Du geduldig bleibst – nicht bei den nervigen Fragestellern – sondern mit Deinem Kind. Und wenn Du zehn Mal ins Zimmer gehen musst und ihm über den Kopf streichelst, weil es das braucht, um besser einzuschlafen. Oder wenn es einfach bei Euch im großen Bett liegt, weil es sich nach körperlicher Nähe sehnt. Niemals sollte man sein Kind weinen lassen, denn wenn es das tut, macht es das nicht, um Dich zu ärgern, es zeigt Dir so, dass irgendetwas nicht stimmt.

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Unser Ratgeber Durschlafen lernen – Tipps für gestresste Mamas steht Dir auch hier mit Rat und Tat zur Seite und bietet Dir neben Fachliteratur zu diesem Thema auch noch Do’s and Don’ts zum Durchschlafen lernen.

Schlafentwicklung im ersten Lebensjahr

Die Schlafentwicklung von Kleinkindern lässt sich natürlich nicht verallgemeinern. Wenn Du mit Deinen Freundinnen oder Bekannten sprichst, wirst Du feststellen, dass der eine Zwerg bis morgens halb zehn durchschläft, der andere schläft mehr tagsüber als nachts und der dritte schläft (gefühlt) gar nicht…

Hier einmal kurz zusammengefasst die Schlafgewohnheiten im ersten Jahr:

  • Monat 1: 17 – 18 Stunden Schlaf täglich (Dein Baby wacht zwischendurch auf, wenn es Hunger verspürt oder sich aufgrund einer nassen Windel unwohl fühlt)
  • Monat 2: ca. 15 – 16 Stunden Schlaf täglich, 5 – 6 Stunden davon nachts (tagsüber ist Dein Kind zwischen 1 – 3 Stunden wach)
  • Monat 3 + 4: ca. 15 Stunden Schlaf täglich, davon 5 Stunden tagsüber
  • Monat 6 – 9: ca. 14 Stunden Schlaf täglich (nachts schläft Dein Kind ungefähr 7 Stunden am Stück, tagsüber zwischendurch immer mal anderthalb Stunden)
  • Monat 10 – 12: 11 – 12 Stunden Schlaf täglich (ein bis zwei Mal am Tag ein Nickerchen von einer Stunde oder einfach ein mehrstündiger Mittagsschlaf sind ab jetzt üblich)

Einige kleine Eckpunkte für die Schlafentwicklung im ersten Lebensjahr lassen sich aus Erfahrungswerten heraus festhalten, und Du wirst Dein Kind sicherlich in dem ein oder anderen Aspekt, den Du in unserem Beitrag Entwicklung Schlafverhalten: wie verändert sich der Schlaf Deines Babys im 1. Lebensjahr? liest, wiedererkennen.

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Erfahrungsberichte Schlafrituale

Vielleicht hast Du in Deinem Bekanntenkreis gerade nicht so viele Muttis und Vatis, bei denen das Baby auch nicht gut schläft, oder aber die Kinder Deiner Freunde sind schon größer und die „Schwierigkeiten“, über die sie so sprechen, haben sich etwas verlagert. Da hilft es Dir bestimmt, wenn Du einfach mal die Erfahrungsberichte Schlafrituale der miBaby Redaktion liest. Und glaub ja nicht, auch wenn wir hier immer gute Tipps und Tricks für Dich parat haben, dass bei unseren Schätzen Zuhause immer alles reibungslos abläuft. Auch wir mussten unsere Kiddies erst kennen und einschätzen lernen (lieben tun wir sie ja sowieso). Für das eine Kind ist es gedämpftes Licht, leise Stimmen und ein kleines Gebet, bei dem anderen hilft Pucken und Schaukeln. Das nächste Kind wiederum kontrolliert vorm (und zum besseren) Einschlafen noch mal eben, ob Nachbars Kinder auch schon alle schlafen.

Schlafstörung oder Schreibaby?

Ein Grund, warum Dein Baby nicht durchschläft, ist der kleine Magen. Das Hungergefühl stellt sich viel häufiger ein und muss natürlich auch sofort befriedigt werden. Es ist also ganz normal, dass Dein Baby zunächst nicht durchschläft.

Wenn Dein Kind schlecht einschläft und auch noch während der Schlafphase gar nicht richtig zur Ruhe kommt, dann spricht man von einem gestörten Schlaf. Dafür gibt es mehrere mögliche Ursachen.

Organisch bedingte Ursachen können zum Beispiel von einer schweren Geburt herrühren. Auch Wachstumsschübe und Schmerzen wie Bauchweh oder Zahnungsbeschwerden sind ein Grund für Unruhezustände bei Babys.

Aber nicht nur körperlich bedingte Symptome nehmen hier Einfluss. Zu viele und zu laute Eindrücke können Dein Kind auch unnötig aufdrehen, familiäre Veränderungen spürt es ebenfalls sofort.

Feste Rituale können beim Einschlafen helfen und auch die Homöopathie kann unterstützend eingesetzt werden. Lies dazu doch einfach mal Ursachen für einen gestörten Schlaf – Der miBaby Ratgeber Schlafstörung Baby.

Wir haben dazu gleichzeitig auch Experten befragt – Prof. Dr. med. Ingo Fietze vom schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité und Dr. Thomas Erler aus dem Karl-Thiem-Klinikum Cottbus haben uns in „Warum schläft es nicht?“ Das miBaby Interview Schlafstörung Baby Rede und Antwort gestanden.

Vielleicht hast Du aber auch ein Schreibaby! In der Schwangerschaft hast Du Dir die Zeit mit Deinem Baby so schön ausgemalt. Du dachtest an gesunde, rote Bäckchen, ein lachendes Gesicht und eine entspannte Zeit mit Mann und Kind. Tatsächlich sieht es aber ganz anders aus. Dein kleiner Schatz kann abends überhaupt nicht abschalten, kommt jedoch auch schon tagsüber nicht richtig zur Ruhe. Das Schreien klingt schrill, Dein Kind verkrampft sich, zieht die Beinchen an und hat einen ganz harten Bauch. Alles das sind typische Merkmale für ein Schreibaby. Bist Du Dir unsicher, ob Du ein Schreibaby hast, dann hör auf Deinen Instinkt. Meist kannst Du das als Mama am besten einschätzen. So eine Verbundenheit wie Du hat niemand mit Deinem Kind.

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Die Ursachen und Faktoren, die darauf Einfluss nehmen, können vielfältig sein:

  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Schwere Geburt (z.B. Kaiserschnitt)
  • Stress während der Schwangerschaft
  • Reizüberflutung Deines Kindes
  • Kommunikationsschwierigkeiten (Dein Baby schreit vielleicht, weil es überfordert ist – Du denkst aber, es möchte weiterspielen.)

Natürlich kannst Du in erster Linie zunächst auch einmal selbst etwas tun. Eine ruhige Umgebung schaffen, Rituale einführen und auch beim Kinderarzt checken lassen, ob nicht eventuell körperliche Beschwerden vorliegen.

Zum Glück gibt es seit 1991 sogenannte Schreiambulanzen. Dort findest Du Fachpersonal, das genau auf die spezielle Situation Deines Kindes eingehen kann.

Einen ausführlichen Bericht über Schreibabys findest Du unter „Hör doch bitte auf zu weinen!“ Von den Schreibaby-Ursachen und der sinnvollen Unterstützung.

Generell möchten wir Dir sagen: Gib nicht auf, und suche die Schuld für Dein schreiendes Kind nicht bei Dir!

Wie gestalte ich die Schlafumgebung?

Natürlich sind es leider oftmals die ganzen Einflüsse um uns herum, die die Kleinsten dieser Welt gar nicht erst einschlafen lassen. Es ist zunächst wichtig, dass Du Deinem Baby gerade in der Anfangszeit nicht zu viel zumutest. Auch Du selbst merkst in der ersten Zeit nach der Geburt sicherlich, dass Du schnell müde und vielleicht auch manchmal genervt von all dem Drumherum bist. So ergeht es Deinem Baby eventuell auch. Nur kannst Du im Gegensatz zu Deinem Schatz ein Ventil finden, an dem Du Dich abreagieren kannst – sei es Sport, ein Spaziergang oder ein gutes Buch in der Badewanne. Tu Dir und Deiner Familie auch ab und an einen Gefallen und sag „nein“, wenn sich wieder massenweise Besuch ankündigt. Das tut Euch allen und gerade auch dem neuen Erdenbürger gut.

Ein geregelter Tagesablauf ist mit Kind zunächst nicht ganz einfach. Du bestimmt nicht mehr, wann Du morgens aufstehst oder wann Du Dein Mittagessen zu Dir nimmst. Die ganze Welt dreht sich plötzlich um einen kleinen Wurm, der Dir von Anfang an ans Herz gewachsen ist. Auch wenn Routine scheinbar unmöglich ist, es ist wirklich hilfreich, Dein Kind jeden Abend um die gleiche Uhrzeit ins Bett zu bringen. Du wirst merken: Je älter Dein Kind wird, desto besser spielt sich das Ganze dann ein.

Bei einigen Kindern stellt man nach einer Weile fest, dass sie zum Schlafen gerne ihr Kuscheltuch, das nach Mama duftet, mit ins Bett nehmen, oder aber den Hasen, der auf Knopfdruck „Lalelu“ singt. Das wird einfach die Zeit zeigen. Du kannst ja einfach mal ausprobieren, wie Dein Kind auf Musik oder auf ein Kuscheltier reagiert. Informationen rund um das Thema Spieluhren erhältst Du hier.

Vielleicht ist es auch mit einem Schnuller zufrieden, oder muss vor dem Zubettgehen nur noch einmal ganz feste von Mama und Papa geknuddelt werden. Kinder sind clever – auch wenn wir ihnen das eventuell anfangs noch nicht zutrauen. Sie zeigen uns ganz schnell, welche Bedürfnisse sie haben. Mama und Papa müssen nur fix lernen, zu erkennen, was genau die kleinen Mäuse von uns wollen. Wenn Du noch mehr Infos darüber haben möchtest, wie Dein Kind besser einschlafen kann, dann lies doch mal Schlaf, Kindlein, schlaf – Der miBaby Ratgeber Babyschlaf gibt Dir Tipps.

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Sind Schlaflernprogramme sinnvoll?

Natürlich ist es erstmal wichtig, Ursachen für den gestörten Schlaf eines Kindes zu ergründen. Erst dann kann man nach Lösungen suchen, um dem Kind einen gesunden und erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Aber auch hier solltest Du vorsichtig sein. Schlaflernprogramme sind leider heute noch gang und gäbe, aber sind sie wirklich sinnvoll?

Der Klassiker unter diesen Methoden ist die sogenannte Ferber-Methode (benannt nach dem Kinderarzt Dr. Richard Ferber). Das Kind soll schon nach einem halben Jahr dazu in der Lage sein, alleine einzuschlafen. Um das zu erreichen, soll es abends wach in sein eigenes Bettchen gelegt werden. Schreit das Kind, weil es sich alleine fühlt oder womöglich Hunger hat, darf man nur in zeitlich genau begrenzten Abständen in sein Zimmerchen gehen. Statt Füttern ist Ablenken angesagt. Das Elternbett ist tabu!

Klar „schafft“ man es dadurch eventuell, dass das Kind abends einschläft. Aber nicht, weil es das gelernt hat, sondern weil es einfach resigniert. „Mama und Papa lassen mich ja sowieso alleine…“ Und was das für seelische Schäden bei so einem kleinen Schatz anrichten kann, kann sich jeder von uns vorstellen.

Hier ein paar Tipps von miBaby:

  • Trag Dein Kind
  • Nimm Dein Kind mit in Dein Bett oder in eine Babybucht/ ein Beistellbett
  • Schaffe eine schöne, ruhige Schlafumgebung
  • Führe Rituale ein

Übrigens: Dr. Richard Ferber hat sich inzwischen selbst von seinen in den 80er Jahren getätigten Aussagen distanziert.

Willst Du mehr über diese Methode wissen und weitere sinnvolle Alternativen von uns aufgezeigt bekommen? Dann lies „Mama, bitte tu mir das nicht an!“ Schlaflernprogramme Baby.

Pucksack, Schlafsack, oder Strampelsack?

Die Frage, worin Dein Baby am besten schläft, ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Was wir Dir aber erst einmal sagen können: Bitte Dein Kind nicht mit einer Daunendecke ins Bett legen! Die Gefahr, dass die Decke durch die Bewegungen Deines Babys über seinen Kopf rutscht und es zu ersticken droht, ist einfach zu groß. Es gibt glücklicherweise wirklich gute Alternativen.

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Der Schlafsack

Schlafsäcke gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Mit oder ohne Ärmel (oft auch mit abnehmbaren Ärmeln, was sehr praktisch sein kann), und auch die Materialien unterscheiden sich sehr. Ein dicker Sack für den Winter, die „Light-Variante“ für den Sommer. Der Schlafsack ist ein absoluter Klassiker und bewährt sich schon seit sehr langer Zeit.

Der Strampelsack

Der Strampelsack hat ein ähnliches Prinzip wie der Schlafsack. Die Beine werden schön warm eingepackt und lassen Raum zum Zappeln und Begrenzungen „erfüßeln“. Allerdings hat der Strampelsack am oberen Ende einen weichen Gummizug und wird nur bis knapp unter die Arme gezogen. So haben die Arme und Händchen genug Freiraum, um in Aktion zu treten.

Der Pucksack

Der Pucksack ist eine ähnliche Schlafsackvariante, nur enger. Dein Kind wird mithilfe spezieller Vorrichtungen am Pucksack fest eingewickelt, spürt somit überall eine ähnliche Begrenzung wie im Mutterleib. Hier gilt es, mit Deinem Baby auszuprobieren. Manch ein Kind ist ganz verzückt vom Pucken, andere hingegen schreien wie am Spieß, weil sie die Enge nicht vertragen. Unser Geheimtipp Strampelsack, Schlafsack oder Pucksack – Worin schläft Baby am besten? erklärt Dir die verschiedenen Möglichkeiten noch einmal in aller Ausführlichkeit und zeigt Dir gleichzeitig die beliebtesten Produkte.

Möchtest Du vielleicht noch ein wenig stöbern? Dann schau in unsere Übersichten der Kategorie Wohnen und Schlafen:

Na, schon fündig geworden?