Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich mein Kind in die Fremdbetreuung gebe?

Marlen Greb

„Fremdbetreuung“ mag für viele zunächst wenig positiv klingen. Allerdings gibt es zahlreiche Situationen, die auch eine vergleichsweise frühzeitige Betreuung Deines Kindes durch andere unumgänglich machen. Wir zeigen Dir hier, dass dies auch zahlreiche positive Seiten für Dich und Dein Kind haben kann.

Vielleicht kommt Dir das bekannt vor. Wie man’s macht, macht man’s falsch: Geht man zeitig wieder arbeiten, wird man als Rabenmutter bezeichnet, der nichts an ihrem Baby liegt. Steigt man jedoch erst spät wieder in den Job ein, heißt es schnell „die will ja nur daheimbleiben“.

Recht machen kann man es also ohnehin nicht jedem – und das muss man auch nicht.

Aber trotzdem plagen Dich Zweifel: War es wirklich richtig, Dein kleines Baby schon fremdbetreuen zu lassen – sei es nun von einer Tagesmutter oder in der Kinderkrippe?

Kann mein Kind von der Fremdbetreuung profitieren?

Natürlich! Wenn Du eine tolle Kinderkrippe oder eine liebe Tagesmutter gefunden hast, so wird Dein Kleines sehr davon profitieren.

Denn für die Entwicklung der sozialen Kompetenz ist die Fremdbetreuung wirklich positiv. Ein solch intensiver Kontakt zu Gleichaltrigen lässt sich allein zu Hause kaum herstellen. Dein Kind lernt, sich auf neue Situationen und Menschen einzulassen und wird dadurch – je nach Charakter – sehr schnell deutlich aufgeschlossener. Zudem machen Bewegungs- und Sprachspiele, kleine Experimente oder Basteln und Malen in einer Gruppe einfach mehr Spaß. Auch die verbale Kommunikation wird so angeregt.

Muss ich mir wirklich einreden lassen, eine schlechte Mutter zu sein, weil ich mein Kind fremdbetreuen lasse?

Lass Dir versichern, dass hierauf definitiv „Nein“ die Antwort ist. Es wird immer Menschen geben, die nicht verstehen können, warum man sich für eine frühe Fremdbetreuung entscheidet oder manchmal auch entscheiden muss – Fakt ist, es ist Deine Entscheidung bzw. die von Dir und Deinem Partner. Niemand kennt Eure Situation so gut wie Ihr selbst. Daher kann auch niemand anderes wirklich beurteilen, was das Beste für Dein Kind und Deine kleine Familie ist. Aber Du bist ganz sicher keine schlechte Mutter, nur weil Du Dein Baby (ab und zu) fremdbetreuen lässt!

Wichtig ist, dass die Eingewöhnung in Ruhe und positiv gestaltet wird und dass alle – Eltern und Kind – sich mit der Situation wohl fühlen. Nur, weil Du Dein Kind in die Krippe oder zur Tagesmutter gibst, bedeutet das nicht, dass die viele restliche Zeit, die Du mit Deinem Kind verbringst, nicht wunderschön ist. Im Gegenteil: Du bist vielleicht sogar entspannter und in der Lage, die gemeinsame Zeit noch viel intensiver zu genießen.

Wie erleichtere ich meinem Kleinen den Übergang in die Fremdbetreuung?

Das „Loslassen“ kann ganz schön schwierig sein, das kenne ich nur zu gut. In unserem Artikel „Kinder loslassen lernen – wenn die Babysitterin oder Tagesmutter übernimmt“ kannst Du Dir Tipps und Anregungen holen, wie Ihr beide besser mit der neuen Situation zurechtkommen könnt.

Und in unserem Ratgeber „Los geht’s – Was braucht Ihr alles für einen guten KiTa-Start?“ haben wir jede Menge Informationen rund um das Thema „Was brauche ich alles?“ für Dich zusammengestellt.

Du entscheidest

Ob nun frühe Fremdbetreuung oder nicht: Wie Du Dich auch entscheidest – Du wirst Dir die Entscheidung gut anhand des Für und Wider überlegt haben.

Wenn Du Dich für einen frühen Wiedereinstieg in den Job entscheidest, wirst Du um eine zeitige Fremdbetreuung nicht herumkommen. Dann ist das eben so und das ist auch in Ordnung. Lasse Dir von niemandem das Gegenteil einreden oder Dich verunsichern. Wichtig ist nur, dass Du eine Tagesmutter oder eine Kinderkrippe findest, der Du zu 100 % vertrauen kannst und bei der Dein Baby sich wohl fühlt. Du wirst sehen: Der Rest kommt wie von selbst!