Das Risiko plötzlicher Kindstod und was Du dagegen tun kannst

Nina Sohns

Allein der Gedanke, dass Deinem kleinen Schatz etwas zustoßen könnte, ist schrecklich … Und im Falle des plötzlichen Kindstods (SIDS) lauert die Gefahr sogar im Babybettchen. Doch keine Panik – wir zeigen Dir mit welchen Maßnahmen Dein Baby sicher schläft und wie Du das Risiko plötzlicher Kindstod minimieren kannst!

Was ist der plötzliche Kindstod (SIDS)?

Vom plötzlichen Kindstod bzw. Säuglingstod oder auch Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) wird gesprochen, wenn ein Baby oder Kleinkind unerwartet und ohne erkennbare Ursache stirbt und das meist im Schlaf. Ein Großteil der Fälle tritt im Alter zwischen zwei und vier Monaten auf, mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko dann stetig ab.

Nach wie vor beschäftigen sich Fachleute mit den Ursachen für den plötzlichen Kindstod. Man geht davon aus, dass verschiedene Faktoren und deren Kombination eine Rolle spielen, wie beispielsweise eine Unreife des Atemantriebs, die Schlafposition oder das Schlafklima. Viele betroffene Eltern berichteten auch, dass ihr Kind zu der Zeit gesundheitlich angeschlagen war, z. B. durch eine Erkältung. Die Atemschwäche führt zu Sauerstoffmangel und damit zu einem verlangsamten Herzschlag. Weil dann keine frische Luft eingeatmet wird, steigt die Konzentration von Kohlendioxid im Blut. Normalerweise ist dies der Anreiz für den Körper, um aufzuwachen und weiter zu atmen. Doch möglicherweise ist das Atemzentrum im Gehirn bei manchen Babys noch nicht reif genug, um richtig zu reagieren.

Glücklicherweise konnten in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Risikofaktoren für den plötzlichen Säuglingstod aufgeklärt werden, wodurch die Anzahl der SIDS-Fälle um nahezu 80 % zurück gegangen ist. Aktuell versterben in Deutschland „nur“ noch etwa 250 Kinder pro Jahr am plötzlichen Kindstod.

Baby Teddy

 

Wie Du das Risiko plötzlicher Kindstod minimieren kannst

Auch wenn die Ursachen für den Plötzlichen Säuglingstod nicht vollständig geklärt sind und auch nicht zu 100 % ausgeschaltet werden können, können Eltern dem Risiko plötzlicher Kindstod aktiv vorbeugen, indem sie die wichtigsten Regeln für sicheren Babyschlaf beherzigen. Experten fassen diese auch kurz als so genannte „3-R-Faustregel“ zusammen: In Rückenlage, rauchfrei, richtig gebettet.

Diese und andere Empfehlungen findest Du in ausführlicher Form in unserem Ratgeber „So kann Baby sicher schlafen − Die 6 wichtigsten Regeln für sicheren Babyschlaf“.

Ganz wichtig ist z. B. ein eigenes (Beistell-)Bett, wie die babybay Babybucht ohne Kissen oder Kuscheltiere und mit Schlafsack statt Bettdecke! Erfahre hier mehr zu diesem Thema!

Risiko Nestchen & Co.

Jetzt magst Du vielleicht denken: Wie ungemütlich! Braucht das Bettchen nicht wenigstens eine Begrenzung wie ein Nestchen oder einen Himmel um das Gefühl der Geborgenheit zu erzeugen?

Tatsächlich spricht das Argument des Geborgenheitsgefühls durchaus für ein Nestchen. Jedoch erhöhen Decken, Kissen und Nestchen das SIDS-Risiko um mehr als das 20-fache, zumindest sobald Dein Baby anfängt sich mehr zu bewegen oder gar zu drehen. Viele Babys, die am plötzlichen Kindstod gestorben sind, hat man mit Kopfkissen oder Bettdecke auf dem Gesicht aufgefunden oder Mund und Nase waren an Nestchen, Fell oder Kuscheltier gepresst. Aus den genannten Gründen solltest Du auch auf alles verzichten, was die Luftzufuhr behindern und zu einer Überwärmung führen könnte, wie ein (geschlossener) Himmel über dem Bettchen.

Das Gefühl der Geborgenheit kannst Du auch mit einem Pucksack wie dem SwaddleMe Pucksack „SwaddleMe“ fördern. Pucken verhindert schreckhafte Bewegungen (den sogenannten Moro-Reflex). Gepuckte Babys schaffen leichter den Übergang in die erholsame Tiefschlafphase (REM-Phase) und schlafen ruhiger und länger.

Korrekt gepuckte Babys schlafen auch sicherer, weil sie im Schlaf eher in Rückenlage bleiben.

Maximale Sicherheit

Mit einem Babyphone bekommst Du sofort mit, wenn Dein Kleines aufgewacht ist und weint, auch wenn Du Dich in einem anderen Raum aufhältst. Bei den modernen Babyphones mit Kamera kannst Du auch immer mal wieder einen Blick auf Deinen Schatz werfen.

Doch Du fragst Dich vielleicht, ob Du auch mitbekommen würdest, wenn Dein Baby aufhört zu atmen? Mit einem System mit Sensormatten, wie dem Angelcare Babyphone „AC403-D“ mit Geräusch- und Bewegungsmelderfunktion kannst Du ganz beruhigt sein. Ein Bewegungsmelder registriert dank zweier Sensormatten, die unter die Matratze geschoben werden, die kleinsten (Atem-) Bewegungen Deines Babys. Erfasst das System länger als 20 Sekunden keine Bewegung, wird Alarm ausgelöst.

Stillen groß

 

Stillen senkt das Risiko

Statistiken besagen, dass Stillkinder seltener am plötzlichen Kindstod sterben. Gestillte Kinder haben meist eine bessere Immunabwehr. Außerdem wachen sie nachts leichter auf, sodass die Gefahr eines Atemstillstandes im Zusammenhang mit einer schwereren Erweckbarkeit bei ihnen seltener vorkommt als bei nicht gestillten Babys.

Ein Plus für den Schnuller

Auch dem Schnuller (z. B. MAM Schnuller „Air“) wird eine positive Wirkung in Bezug auf den plötzlichen Kindstod zugeschrieben, die aus wissenschaftlicher Sicht auf mehrere Faktoren zurückgeht:

  1. Der Schnuller verhindert, dass das Baby sein Gesicht zu tief in die Matratze, ein Nestchen oder ähnliches vergraben kann.
  2. Das unbewusste Nuckeln im Schlaf scheint auch einen direkten Schutzeffekt zu haben.
  3. Das Saugen aktiviert offenbar bestimmte Gehirnareale, die für die Atmung zuständig sind.

 Wann zum Arzt?

Auf jeden Fall solltest Du bei den Früherkennungsuntersuchungen immer alles ansprechen, was Dir an Deinem Kind auffällt oder gar Sorgen macht. Auch dafür sind diese regelmäßigen Arztbesuche gedacht!

Ist Dein Schatz länger als drei Tage verschnupft und hat Fieber, solltest Du auf jeden Fall mit ihm zum Kinderarzt gehen. Denn es ist wichtig, dass die Atemwege frei bleiben.

Solltest Du Folgendes an Deinem Baby bemerken, ist ein Arztbesuch dringend ratsam:Stichpunkte Kindstod

Beherzigst Du diese Ratschläge, kannst Du das Risiko plötzlicher Kindstod minimieren, und Eltern und Kind können ruhig schlafen.