Der direkte Draht ins Kinderzimmer – braucht man ein Babyphone?

Anne Purschwitz

Ein Babyphone lässt Dich immer ein Ohr am Schlaf Deines Babys haben. Doch braucht man das wirklich? Was können die modernen Geräte und welche Funktionen sind tatsächlich hilfreich?

Was ist ein Babyphone?

Ein Babyphone ist ein Gerät, das es Dir erlaubt, Dein Kind akustisch zu überwachen. Es besteht in der Regel aus zwei Einheiten, einem Sender und einem Empfänger. Der Sender übermittelt die Geräusche aus dem Kinderzimmer mittels Funktechnik an den mobilen Empfänger. Die Geräusche hörst Du aus dem Lautsprecher des Empfängers, etwa, wenn Du Dich in einem anderen Zimmer als Dein Baby aufhältst oder gar auf einem anderen Stockwerk.

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Nicht nur der Lautsprecher übermittelt die Geräuschintensität im Kinderzimmer, viele Geräte verfügen auch über eine optische Anzeige. So schlagen etwa Leuchtdioden auf dem Empfänger aus, wenn es Geräusche im Kinderbettchen gibt. Dies ermöglicht die Überwachung auch, wenn der Empfänger in lauter Umgebung steht (etwa auf Feiern oder beim Fernsehen oder Musikhören). Auch Eltern mit Hörbehinderung nehmen so die Unruhe im Kinderzimmer verlässlich wahr.

Braucht man ein Babyphone?

Wir von der miBaby-Redaktion finden: Ja! Das Babyphone vermittelt Dir Sicherheit, weil Du immer ein Ohr am Schlaf Deines Kindes hast. Wenn Dein Kind in einem anderen Raum, auf einer anderen Etage oder sogar in seinem Kinderwagen draußen im Garten steht, kannst Du seinen Schlaf problemlos überwachen und sparst Dir so manchen Weg. Die einfachen Geräte sind nicht allzu teuer in der Anschaffung. Spätestens wenn Du auf Reisen bist oder an einer Feier teilnimmst, zahlt sich das Babyphone aus

Welche Varianten gibt es?

Du hast die Wahl zwischen digitalen und analogen Babyphones. Analoge Babyphones haben nur wenige Sendekanäle und sind günstig in der Anschaffung. Jedoch sprechen Störanfälligkeit und verminderter Abhörschutz gegen sie. Glasklaren Sound und Störungsfreiheit versprechen dagegen die digitalen Babyphones. Details zu den beiden Varianten findest Du in unserem Artikel Dein Babyphone – digital oder analog? Wie soll es sein?

Welche Zusatzfunktionen bieten Babyphones?

Viele der modernen digitalen Babyphones sind mit allerlei nützlichen Extras ausgestattet. Wir zeigen Dir hier, welche Babyphones mit welchen Features ausgestattet sind. Dazu gehören zum Beispiel Nachtlicht, Schlafmelodie, Gegensprechfunktion, die Atemüberwachung oder sogar eine Kamerafunktion. Du musst entscheiden, welche Zusatzfunktion Du an Deinem Babyphone wirklich benötigst.

Integriertes Nachtlicht

Zu den kleineren Zusatzfunktionen gehört etwa ein integriertes Nachtlicht. Es leuchtet sehr schwach und nimmt Deinem Baby die Angst vor der Dunkelheit. Auch für Dich kann es eine Hilfe sein, wenn Du schnell etwas nachschauen musst oder etwa den Schnuller suchst und dafür nicht extra eine helle Lampe einschalten möchtest.

Baby

Schlafmelodie

Einige Geräte bieten eine integrierte Melodie an. Meistens ist es eine Zusammenstellung von verschiedenen Liedern, die Deinem Zwerg das Einschlummern erleichtern sollen. Diese Melodie kann zum Ritual werden und Deinem Baby anzeigen, dass es nun Zeit zum Einschlafen ist. Gerade auf Reisen, wenn das Babyphone im Gepäck ist, ist auch die die gewohnte Schlafmelodie mit an Board. Sie erleichtert es, in ungewohnter Umgebung schnell ins Traumland zu finden.

Gegensprechanlage

Außerdem gibt es die Möglichkeit des Gegensprechens. Das bedeutet: Schreit Dein Kind und Du kannst nicht sofort bei ihm sein, hast Du die Möglichkeit, über den Empfänger Kontakt aufzunehmen. Meistens drückst Du einfach einen Knopf am mobilen Empfängerteil und sprichst mit Deinem Kind. Der Empfänger wird zum Sender und aus dem Lautsprecher des eigentlichen Senders, der im Kinderzimmer steht, kommt nun Deine Stimme und kann erste beruhigende Worte flüstern.

Mobile Sender und Empfänger

Besonders hilfreich, wenn Ihr etwa in einem Haus lebt oder den Kinderwagen sogar im Garten parkt, sind solche Babyphones, die auch ohne Steckdose funktionieren. Das heißt, dass sie alternativ mit Batterien arbeiten und mobil eingesetzt werden können. Ein Beispiel für ein Babyphone, das alle beschriebenen Funktionen vereint, ist das Philips Avent DECT SCD505/00.

Einige Hersteller haben sich auch auf strahlungarme Babyphones spezialisiert. Wenn Du mehr darüber erfahren willst, wirf einen Blick auf unseren Artikel Strahlungsarme Babyphones – wie gefährlich ist die Strahlung wirklich?

Raumtemperatursensor

Neugeborene sollen nicht zu warm schlafen. Allerdings möchtest Du auch nicht, dass Dein Zwerg friert. Es ist manchmal für Eltern schwierig einzuschätzen, ob die Temperatur im Schlafzimmer Deines Kindes angemessen ist. Dafür gibt es Babyphones, die mit einer Temperaturanzeige ausgestattet sind. Ein Beispiel für ein Babyphone mit Temperaturanzeige ist das Philips Avent SCD 525.

Baby schläft-Closeup

Kamera

Neben den kleineren Zusatzfunktionen sind manche Geräte zuätzlich mit einer Kamera ausgestattet. Gerade für Neugeborene und Frühchen ist eine Kameraüberwachung empfehlenswert. Das Empfangsteil hat dann entweder einen kleinen Bildschirm oder kann an das TV-Gerät angeschlossen werden. Die Infrarot-Nachtsichtfunktion ermöglicht Dir, auch im Dunkeln einen Blick auf Deinen kleinen Träumer zu werfen. Sobald das Babyphone Geräusche wahrnimmt, schaltet es automatisch die Kamera ein. Das Philips Avent SCD610 ist so ein Babyphone mit Kamera und hat bei Stiftung Warentest mit “gut” abgeschnitten.

Sensormatte

Dieses Gerät überwacht neben den Geräuschen auch die Bewegungen Deines Kindes. Dafür ist eine Sensormatte in das Set integriert. Die Sensormatte legst Du unter die Matratze Deines Kindes. Sie registriert kleinste Bewegungen – auch die Atembewegungen. Registriert das Gerät 20 Sekunden keine Bewegung, schlägt es Alarm. Dadurch kann das Risiko des plötzlichen Kindstods gesenkt werden, da Du im Ernstfall direkt reagieren kannst. Ein beliebtes Babyphone mit einer solchen Bewegungsüberwachung ist der Geräusch- und Bewegungsmelder Angelcare AC 401.

Worauf muss ich bei der Auswahl des passenden Babyphones achten?

Zu den wichtigsten Kriterien zählen eine gute Tonqualität und eine geringe Störanfälligkeit. Es sollte alle Geräusche aus dem Babybett übertragen, aber nicht anschlagen, wenn irgendwo ein Vogel singt. Auch lautes Rauschen kann die Leitung stören. Die Reichweite des Gerätes solltest Du ebenfalls in Betracht ziehen. Zuerst aber solltest Du überlegen, wie alt Dein Kind ist und was Dein Gerät leisten soll. Wenn Du ein Kleinkind hast, benötigst Du beispielsweise keine Kameraüberwachung mehr. Besteht bei Deinem Kind ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindstod, etwa bei einem Frühchen, dann bietet sich ein Gerät mit Bewegungsüberwachung an.

Hier findest Du eine kurze Checkliste, die Dir bei der Anschaffung Deines Babyphones helfen soll:

  • Wie alt ist mein Kind?
  • Will ich mein Kind auch im Bettchen beobachten können?
  • Hat mein Kind ein erhöhtes Risiko in Bezug auf den plötzlichen Kindstod?
  • Wie groß ist meine Wohnung/mein Haus?
  • Bin ich viel unterwegs oder auf Feiern?

Baby mit Babyphone

Aber auch Abhörsicherheit, Stromverbrauch und Strahlungsintensität sowie besondere Funktionen wie Gegensprechanlage, Nachtlicht oder Schlafmelodie sind ebenfalls Punkte, die Du vor einem Kauf bedenken solltest. Detailinformationen zu den wichtigsten Kaufkriterien findest Du in dem Beitrag Die schwierige Wahl des richtigen Babyphones – Infos, Empfehlungen und der aktuelle Babyphone-Test.

Vor- und Nachteile von Babyphones

Welche Babyphones sind bei miBaby-Mamis beliebt?

Ganz klare Favoriten sind die Hersteller Philips Avent und Angelcare. Welche Produkte genau die Hitliste anführen und warum, erfährst Du in unserem Artikel “Das hier muss es sein!” Beliebteste Babyphones der miBaby-Mamis

Fazit

Babyphones, egal von welchem Hersteller und mit welchen Zusatzfunktionen, sind ein Muss. Sie vermitteln Dir Sicherheit und lassen Dich immer am Schlaf Deines Kindes teilhaben, ohne dass Du zu oft in das Kinderzimmer musst und Dein Baby dabei weckst. Die große Anzahl der Geräte und allerlei Zusatzfunktionen können zunächst verwirren. Wir hoffen, wir konnten Dir mit der Checkliste und der Beschreibung der unteschiedlichen Geräte und ihrer verschiedenen Einsatzmöglichkeiten eine gute Hilfestellung rund um den direkten Draht ins Kinderzimmer liefern.

1 Kommentar – Jetzt lesen
  1. Habe bis heute noch kein Baby Phone und mein Kleiner ist mittlerweile 1 Jahr alt! Muss man wirklich JEDEN Mukser vom Sprössling hören?!?!?