Der miBaby Fakten-Check: Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?

Julia Eickhoff

Hast Du Dich auch schon einmal gefragt, was sich eigentlich vom Preis her eher lohnt? Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln? Wir haben uns mit diesem Thema ganz ausführlich beschäftigt und stellen Dir beide Varianten hier vor!

Windelarten gibt es wie Sand am Meer. Wir wollen uns in unserem Fakten-Check mit der sogenannten Stoffwindel beschäftigen und herausfinden, ob sie sich im Vergleich zur herkömmlichen Wegwerfwindel wirklich lohnt. Also: Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?

Die Wegwerfwindel

Material

Um die Unterschiede klarer herauszustellen, präsentieren wir nun als erstes noch einmal die Wegwerfwindel. Sie ist Dir sicherlich geläufig – viele junge Eltern verwenden sie. Sie ist leicht und unkompliziert einsetzbar, die Außenhülle besteht aus Polyethylen, der Saugkörper aus Zellstoffmaterial. Bei den heutigen modernen Windeln wird dieser Zellstoff noch mit Polymersalzen angereichert, um Flüssigkeit noch besser aufnehmen und halten zu können. Um das Windelhöschen optimal an Deinen Schatz anpassen zu können, helfen Klettverschlüsse. Früher war da übrigens Geschick und Können gefragt: Da gab es statt Klett eine Art Kleber auf den Laschen. Einmal fest gemacht, musste der Sitz der Windel perfekt sein. Nach nochmaligem Öffnen waren die Verschlüsse nicht mehr verwendbar. Entweder war hier dann Papas Ideenreichtum aus dem Baumarkt gefragt, um die Windel doch noch zu fixieren, oder man nahm einfach eine neue – eine ziemliche Verschwendung.

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Komfort

Die Wegwerfwindel ist ein komfortabler Nässeschutz für Dein Baby. Aber auch die Handhabung und Entsorgung sind für Mama und Papa eine einfache Geschichte. Saugkörper und Höschen der Windel sind besonders dünn und erlauben Deinem Baby, frei zu spielen und herumzutoben. Sie sind aus diesem Grund auch kaum unter der Kleidung zu sehen (wobei das sicherlich kein Hauptargument für solch eine Windel ist). Eine Wegwerfwindel hält zuverlässig trocken und das auch nachts. Mitverantwortlich ist dafür auch die gute Passform. Der außergewöhnliche Komfort sorgt natürlich auch dafür, dass Kinder nicht so schnell merken, ob sie Pipi gemacht haben oder nicht. Das spricht zwar für die Belastbarkeit der Windel, kann jedoch unter Umständen dazu führen, dass ein Kleinkind erst zu einem späteren Zeitpunkt trocken wird.

Die Entsorgung der Windel ist besonders unkompliziert: Ab in den Windeleimer oder aber direkt in die Mülltonne. Besonders für unterwegs macht sie das zu einem praktischen Begleiter.

Verträglichkeit

In der Regel vertragen die meisten Babys Wegwerfwindeln. Die Haut der kleinen Erdenbürger ist allerdings sehr empfindlich, so kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass die Kleinen Probleme mit der künstlichen Oberfläche haben. Falls Du Dich fragst, woran man das erkennen kann, lautet ein gängiger Tipp: Ist Dein Schatz an den Rändern der Windel oft wund oder hat er mit Hautpilzen zu kämpfen, kann das auf eine entsprechende Unverträglichkeit hindeuten.

Übrigens sind einige der Wegwerfwindeln mit einer Wundschutzcreme versehen, um wunde Popos zu verhindern. Creme ist sicherlich mal nötig, leider wird jedoch teilweise zuviel verwendet. Weniger ist manchmal mehr!

Umwelt

Bis zu 5.000 Windeln verbraucht ein Baby, bis es eigenständig zur Toilette gehen kann. Allein in Deutschland werden jeden Tag bis zu 8 Millionen Windeln weggeworfen! Leider ist diese Art von Windeln auch nicht unbedingt biologisch abbaubar, sie ist schwer brennbar und belastet somit die Umwelt.

Preis

Der Preisvergleich bei Wegwerfwindeln ist nicht so einfach. Hier kann man nur mit Durchschnittswerten arbeiten. Es gibt einfach viel zu viele verschiedene Varianten für besonders aktive Kinder oder Windeln, die noch saugfähiger sind als die Standardausführung etc.

Top-Marke Nr. 1 ist sicherlich Pampers. Der Hersteller hat sich über etliche Jahre hinweg einen guten Namen erarbeitet. Die Kundschaft ist zufrieden, auch wenn es sich bei diesen Windeln um eine der teureren Marken handelt. Die Pampers-Windeln liegen durchschnittlich bei 0,25 €/Stk.

Die Rossmann-Variante der Hausmarke babydream erfreut sich ebenfalls eines guten Rufes und ist für ca. 0,15 €/Stk. erhältlich.

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Die Firma Moltex hat Nachhaltigkeit zu einem ihrer höchsten Ziele gemacht. Die für ihre Windeln verwendeten Materialien stammen aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern (40  % nachwachsende Rohstoffe). Umwelt- wie auch Sozialstandards müssen hier unbedingt eingehalten werden. Die Moltex-Windeln sind daher auch etwas teurer und liegen bei knapp 0,28 €/Stk. Es kommt natürlich auch immer darauf an, wo Du stöberst. Gerade bei Windeln lohnt es sich, Sonderaktionen in Online-Shops zu nutzen.

Bei ca. 5.000 Windeln in einem ganzen Babyleben liegen wir preislich wie folgt:

Pampers: 5.000 Stk. x 0,25 € = 1.250,00 €

babydream: 5.000 Stk. x 0,15 € = 750,00 €

Moltex: 5.000 Stk. x 0,28 € = 1.400,00 €

Und nicht nur die Windel an sich verursacht laufende Kosten. Auch die Entsorgung, womöglich durch eine zusätzliche Tonne, ist in vielen Städten kostenpflichtig. Beispielsweise bei einer 80l Windeltonne, die alle zwei Wochen geleert wird, fallen pro Jahr 100,00 € Gebühren an. Bei zwei Jahren, die Dein Kind ungefähr Windeln benötigen wird, sind das noch einmal 200,00 €. Vielleicht hast Du aber auch Glück und wohnst in einer Stadt, in der die sogenannte Windeltonne kostenlos zur Verfügung gestellt wird!

Die Stoffwindel

Was ist das überhaupt, und wie funktioniert sie?

Feeling a little puzzled

Bei den Stoffwindeln handelt es sich um ein Windelsystem mit verschiedenen Komponenten, die größtenteils gewaschen werden können und somit langfristig wiederverwendbar sind. Die Bestandteile setzen sich meistens zusammen aus der Überhose, der Saugeinlage und dem Windelvlies.

Die Überhose dient dazu, die Nässe in der Windel zu halten, verhindert also ein Auslaufen. Die Hose gibt es, je nach Hersteller, in vielen unterschiedlichen Designs. Verschließen lässt sich die Hose entweder mit Klett oder mit Druckknöpfen.

Die Saugeinlage oder die Saugwindel ist die eigentliche Auffangstation für Babys Pipi. Sie kann in den meisten Fällen in  die Überhose eingeknöpft werden.

Das Windelvlies ist der einzige Bestandteil, der in der Regel nicht waschbar ist und somit laufende Kosten verursacht. Es wird auf die Saugeinlage gelegt, um die großen Geschäfte aufzufangen. Ist die Windel voll, einfach das Vlies in der Toilette entsorgen. Somit musst Du nicht erst die Saugeinlage auswaschen, bevor Du sie in die Waschmaschine verfrachtest. Sind wir doch mal ehrlich, wir lieben unsere Kinder, aber nicht alles, was den kleinen Körper verlässt, ist für uns unbedingt immer wunderbar und bestaunenswert.

Material

Die Materialien für die Windelhosen sind ganz unterschiedlich. Mal aus 100 % Polyester mit Polyurethanbeschichtung (Popolini), mal aus Baumwolle (gDiapers), oder für die besonders kalten Tage aus reiner Schurwolle (Hans Natur). Hier hast Du die freie Auswahl! Die Polyester- und die Baumwollausführung sind bei 60 Grad waschbar, bei der Wolle musst Du ein wenig vorsichtiger sein. 30 Grad oder besser noch Handwäsche sind hier angebracht. Das ist natürlich etwas umständlicher.

Die Saugeinlagen gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Materialien. Polyester oder Polyestergemische, Baumwolle sowie Baumwollflanell prägen hier das Angebot. Auch hier kannst Du frei wählen. Bei bis zu 60 Grad waschbar sind die Einlagen (teilweise sogar bis 90 Grad). Für empfindliche Haut ist natürlich immer ein Stoff wie reine Baumwolle besser geeignet.

Das biologisch abbaubare Windelvlies besteht aus Zellstoff, allerdings ist dieser im Vergleich zu gewöhnlichem Toilettenpapier hochsaug- und besonders reißfest. Einfach nach Gebrauch in der Toilette entsorgen. Praktischerweise kannst Du mit dem (natürlich unbenutzten) Vlies auch das Gesicht Deines Kindes reinigen, wenn das Mittagessen besonders schmackhaft war und das nahezu im ganzen Gesicht sichtbar ist.

Komfort

Der Windelpopo Deines Kindes in einer Stoffwindel wirkt meistens etwas größer, allerdings geht es ja bei dem Gebrauch von Windeln nicht darum, welches Baby der Styler schlechthin ist, sondern um ein gutes Gefühl für den kleinen Po gepaart mit einem guten Gefühl von Mama und Papa, auch beim Wickeln das Richtige für den kleinen Schatz zu tun.

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Natürlich spürt Dein Kind die Nässe hier deutlicher als bei einer Wegwerfwindel, aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. Wenn Dein Schatz so langsam in Richtung „Trocken-Sein“ gelangt, kann dieses Nässegefühl schon einmal hilfreich sein.  Natürlich ist jedes Kind anders und es sollte niemals ein Zwang zum Trockenwerden bestehen. Man sagt, bis zum zweiten Lebensjahr können Kinder den Schließmuskel gar nicht so weit kontrollieren. Also gib Deinem Kind Zeit!

Die Anwendung der Stoffwindel erfordert sicherlich anfangs etwas Übung, aber ein altes Sprichwort sagt ja schon, dass Übung den Meister macht. Mit ein bisschen Training wirst Du auch zum Stoffwindel-Experten! Kritiker dieser Windelvariante sind der Meinung, dass die Handhabung für unterwegs etwas umständlich sei. Die gebrauchte Saugeinlage muss ja irgendwie wieder mit nach Hause gelangen, während man bei der Wegwerfwindel einfach den nächsten Mülleimer aufsucht.

Aber Hand aufs Herz, jede Mami hat in ihrer Wickeltasche kleine Müllbeutel, in die auch die Wegwerfwindeln vor Entsorgung gepackt werden, oder nicht? Genauso kannst Du es dann mit der Saugeinlage handhaben. Ab in den Müllbeutel, Knoten rein, damit der Duft drin bleibt und ab in die Wickeltasche. Wer auf Nummer sicher gehen will und nicht unbedingt noch mehr Müll produzieren möchte, legt sich einen speziellen Windelsack zu, wie zum Beispiel den Popolini Windelsack, der jederzeit in der Maschine gereinigt werden kann.

 

Das Windelhöschen kann übrigens meist mehrfach verwendet werden und muss nicht jedes Mal ausgetauscht werden.

Verträglichkeit

Die Materialien, die für Stoffwindeln verwendet werden, sind sehr zart zur Haut Deines Babys. Gerade bei Babys, die besonders empfindlich sind, garantieren die Hersteller einen weniger wunden Babypopo.

Umwelt

Du denkst es Dir sicherlich schon. Für die Umwelt sind Stoffwindeln weniger belastend. Höschen und Saugeinlagen werden in der Waschmaschine gereinigt und können lange weiterverwendet werden (auch für Geschwisterkinder), das Vlies wird einfach in der Toilette entsorgt. Eine super Sache, auch für die Senkung des Müllaufkommens! Die Energiekosten steigen demnach, genau wie der Verbrauch von Waschmittel. Im Vergleich zur Wegwerfwindel sind dies allerdings sehr geringe Kosten.

Preis

Der Hersteller gDiapers (auch bekannt unter gNappies) bietet die Stoffwindel gDiapers gPants in der Größe M (5 – 11 kg) für knapp 18,00 € an.

Die knöpfbare Saugeinlage ist im Lieferumfang mit enthalten.

Die Überhosen der Firma Popolini liegen preislich zwischen 10,00 € und 15,00 €. Hier kommt es ein wenig darauf an, was genau Du Dir von solch einer Hose erwartest: Soll es die Standard-Variante Popolini Überhose „Popowrap“ sein, mit Klettverschluss und seitlichem Auslaufschutz oder doch eher die Überhose Popolini Vento, die besonders luftdurchlässig und somit sehr atmungsaktiv ist?

Die sogenannte Saugwindel ist der Teil des Windelsystems, der alle kleinen und großen Geschäfte Deines Kindes sicher auffängt.

Bei der Marke Popolino bewegen wir uns hier im Rahmen von knapp 15,00 € durchschnittlich. Alternativen gibt es von TotsBots, BabyKicks oder von der Marke Three Little Imps. Preislich liegen wir dabei zwischen vier und fünf Euro.

 

Das Windelvlies, das für den zusätzlichen Schutz auf die Saugeinlagen gelegt werden kann, ist oftmals im 100er-Pack für ca. 5,00 € erhältlich – wie zum Beispiel die Grünspecht Windelvlieseinlage, 100 Blatt.

Übrigens: Wenn nur Pipi im Vlies gelandet ist, lässt sich das Material super auf 60 Grad waschen! Bügeln verlängert angeblich die Lebensdauer dieser Einlagen. Wieder gespart!

 

Wir machen also den Kostencheck und rechnen alles auf ein ganzes Baby-Windel-Leben hoch! Das ist in diesem Fall gar nicht so einfach. Wir rechnen mit Durchschnittswerten, das erleichtert die Kalkulation.

Clever child

Man sagt, die Überhosen können zwei bis drei Tage verwendet werden, bevor sie in die Waschmaschine befördert werden müssen. Das hieße, pro Woche bräuchtest Du ca. vier Hosen (Durchschnittswert Popolino):

4 x 13,00 € = 52,00 €

Kinder zwischen zwei und drei Jahren wiegen um die 12–14 kg. Das heißt, Du müsstest noch einmal eine Fuhre größere Hosen nachkaufen, wenn Dein Schatz die 11-kg-Marke überschritten hat:

4 x 13,00 € = 52,00 €

(Macht 104,00 € für Windelhosen in einem ganzen Windelleben)

Bei den Saugeinlagen greifen wir zu den uns bekannten Erfahrungswerten der Stoffwindel-Mamis. Diese haben uns wissen lassen: Mit 20 Saugeinlagen kommt man hin!

8,00 € x 20,00 € = 160,00 €

Das Windelvlies ist quasi eine Erleichterung beim Säubern, wenn Dein Kind ein großes Geschäft gemacht hast. Manche Muttis verwenden es gar nicht und waschen den Stuhl vor dem Hauptwaschgang in der Maschine eben schnell in der Badewanne oder der Dusche aus. Ist Dir das unangenehm, legst Du sicherheitshalber Vlies ein. Als Mama weiß man witzigerweise sowieso irgendwann genau, zu welchem Tageszeitpunkt Dein Kleines „Aa“ macht. Sind es schätzungsweise zwei solcher „Durchgänge“ pro Tag, sieht die Kalkulation wie folgt aus:

100 Blatt = 5,00 €

14 Blatt = 0,70 €

Bei ca. zwei Jahren (2 x 52 Wochen) Windelkonsum würdest Du 2 x 52 x 0,70 € = 72,80 € für Windelvlies ausgeben.

Hinzu kommen jetzt noch die Kosten für die Wäsche. Aber mit einem kleinen Kind hat man meist sowieso genug Kochwäsche, zu der man die Windeln einfach dazu packt. Selbst wenn hier geringe Mehrkosten durch Zusatzwäschen entstehen, sind diese nicht unbedingt nennenswert.

Die durchschnittlichen Gesamtkosten für eine Stoffwindel liegen also bei:

104,00 € + 160,00 € + 72,80 € = 336,80 €

Generell schätzt man die Kosten der Stoffwindel auf etwa 300,00 €. Es kommt auch immer darauf an, ob Du lieber zur Marke greifst oder Dich auch mit No-Name-Produkten zufrieden gibst.

Preislich gesehen liegt die Stoffwindel also mit mindestens 400 Euro Ersparnis über die gesamte Windelzeit weit vorne!

Weiterhin hat sie auch kostenmäßig einige „verdeckte“  Vorteile:

  • Selten wickelt man mit dieser Windel nur ein Kind! Bei drei Kindern zum Beispiel reduzieren sich die Anschaffungskosten auf ein Drittel (selbst bei zwei Kindern lohnt sich das schon!).
  • Solltest Du die Windeln nicht mehr benötigen, kannst Du sie getrost an die nächste Mutti weiterverkaufen! Wieder Geld gutgemacht.

Also: Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln?

Mülltechnisch gesehen ist natürlich die Wegwerfwindel von deutlichem Nachteil. Und auch die chemischen Zusatzstoffe sind pro Hersteller genauestens unter die Lupe zu nehmen. Manch einer findet die Stoffwindel für sich zu umständlich. Du musst selbst abwägen, welche Vor- und Nachteile für Dich persönlich überwiegen.

Die Stoffwindeln samt Zubehör gibt es übrigens auch in preisgünstigen Gesamt-Sets, wie zum Beispiel das Popolini Windelset „One Size“.

Und, konnten wir Dir bei Deiner Entscheidung für eine der beiden Windelarten weiterhelfen?

5 Kommentare – Jetzt lesen
  1. Hi!
    Mit viel Begeisterung habe ich den Anfang deines Artikels gelesen.
    Beim Teil über Stoffwindeln gehe ich nicht ganz mit.
    Außerdem fehlt mir beim Teil über WWW (WegWerfWindeln), dass diese immer mit Popocreme versetzt werden, da sonst noch viel mehr Kinder mit wunden Pos reagieren würden! Der bekannteste Hersteller hat sogar eine gewisse Zeit Werbung damit gemacht-bis dann aufgekommen ist weniger ist mehr. Aber drinnen ist die Creme trotzdem noch, nur die meisten wissen es nicht.
    Ich wickle jetzt Nr.2 mit Stoff und habe ca. 600€ inclusive Biowaschmittel und Wollimprägnierung ausgegeben.
    Mehr wird es nur noch, wenn es irgend eine Windel/ein Windelsystem gibt, die/das ich gerne Testen möchte.
    Jetzt habe ich mir für 8,80€/Stück BambusPrefolds geholt und werde dafür einen Großteil der „alten“ Windeln verkaufen. 7 Windeln sind schon ausgezogen und somit sind die Prefolds fast schon wieder bezahlt. 😉
    Du hast schon interessante Stoffwindeln beschrieben, es gibt aber noch sehr viel günstigere Varianten. Auch beim Vlies finde ich 210€ sehr sehr hoch angesetzt. Ich benutze eine andere Vliesmarke bei der zB 200Blatt 7€ kosten, und dadurch das man das Vlies in einem Wäschenetz gut mitwaschen kann, spare ich da auch schon wieder. Ich hab übrigens noch genug aus Schwangerschaft 1 in der ich mich auf solch eine Rechnung, wie sie hier gemacht wurde, verlassen habe.
    Ich denke man sollte die Entscheidung ob WWW oder Stoffwindeln nicht nur wegen des Preises treffen! So wie du es hier vorrechnest, werden sehr viele Abstand nehmen von Stoffwindeln. Was sehr schade ist!

    Allerdings sollte man bei der Fülle von Systemen und Varianten nicht scheuen, einen Laden zu suchen der Stoffwindeln verkauft oder eine Windelberatung zu machen! Auch wenn sich das komisch anhört. Lieber beraten lassen und überlegt kaufen, als schnell kaufen und dann nicht glücklich sein!
    Liebe Grüße
    Anika

  2. Dieser Artikel ist nicht besonders gut recherchiert, was die Stoffwindeln angeht. Was ist z.B. mit mitwachsenden Systemen, wo man keine doppelten Anschaffungskosten hat? Was ist mit waschbarem Windelvlies wie z.B. von Little Lamb, was dann die Dauerkosten des Windelvlies wegfallen lassen würde? Und wie einseitig ist bitte die Argumentation von Höschenwindeln? Es gibt Prefolds (wohl das günstigste Stoffwickelsystem), AiO uvm., die sich alle im Preis unterscheiden. Wir haben uns mit Höschenwindeln und Prefolds eingedeckt und sind bei einem Gesamtpreis von 500 €, obwohl alles neu gekauft ist. Also kein Vergleich zu der Rechnung hier!!!!
    Warum ist Schurwolle für kalte Tage? Sind die Pampers im Winter auch dicker? Kommt es nicht vielmehr darauf an, was man darüber zieht? Und auf welche Naturmaterialien man steht? Schurwolle ist z.B. auch nass noch wärmend und sorgt für gute Luftzirkulation, was auch für Schurwolle im Sommer sprechen würde.
    Und die Umweltargumentation mit dem Waschen der Stoffwindeln ist ja wohl lachhaft. Wieviel Wasser wird denn bitte für die Herstellung von Wegwerfwindeln benötigt? Wieviel für die Entsorgung? Und wieviel kostet es die Umwelt, wenn die Wegwerfwindeln verpackt, transportiert (in den Markt, nach Hause, auf den Müll) und dann „entsorgt“ werden?! Stoffwindeln sind insgesamt sparsamer im Wasserverbrauch als Wegwerfwindeln, man mag es kaum glauben, kann es aber bei sämtlichen Stoffwindelherstellern mit Statistiken nachprüfen. Soviel zu der „genauen und ausführlichen Recherche“.
    Hier wurden nur Klischees aufgegriffen und ausgeschlachtet. Nichts weiter. Keine besonders hilfreichen Argumente, um sich zu entscheiden. Eher ein Artikel gegen Stoffwindeln, besonders die falsche finanzielle Rechnung macht Angst. Was ist auch zu erwarten, wenn um den Artikel herum ständig Pampers-werbung auftaucht. Wer hat da wohl den Artikel finanziert, frag ich mich?! Echt schade und dreist, das als gut recherchierten Artikel hinzustellen.

  3. Ich komme mit Stoffwindeln deutlich günstiger weg als im Bericht angegeben. Wir liegen bei nur ca. 650€ inkl Strom, Waschmittel, Vlies, Einlagen etc. für 2Jahre! Wir wickeln mit Prefoldüberhosen und diverse Einlagen & nutzen Fleeceliner. Nachts Höschenwindeln und Überhosen.
    Wir haben viel mehr Material als notwendig und liegen trotzdem bei ca. der Hälfte !
    Klares + für Stoffys!

  4. „Rein vom Preis her lohnt sich die Stoffwindel wahrscheinlich nicht“ – Ihr erklärt im Abschnitt vorher, dass sich die Kosten bei 3 Kindern bereits auf 1/3 reduzieren (und bei 2 Kinder auf knapp die Hälfte übrigens) UND dass man die Windeln plus Saugeinlagen weiterverkaufen kann – bei den meisten Modellen übrigens zu rund 75% des Neupreises. Insofern lohnt es sich also auf jeden Fall – sogar mit einem Kind.

    Übrigens lassen sich auch benutzte Feuchttücher waschen und als Windelvlies einsetzen. Nochmal geld gespart – sofern man Fertigfeuchttücher nutzt. Wir nehmen Wasser + Waschlappen…

  5. Die Stoffwindelrechnung ist leider sehr realitätsfremd.
    Allein das Vlies schlägt Realistisch nur mit 25-50€ zu Buche.
    Und die Anschaffungskosten fangen bei etwa 100€ an mit Ende nach oben Offen. In den meisten Beispielrechnungen wird von 350€ Anschaffungskosten ausgegangen