Die FAQs zur Früh-Schwangerschaft

Eva Becker

Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft! Bestimmt hast Du ganz viele Fragen: zur Entwicklung Deines Mini-Bauchbewohners, zur Ernährung oder den Schwangerschafts-Beschwerden. Hier findest Du Antworten zu den wichtigsten Fragen in der Früh-Schwangerschaft.

Die erste Schwangerschaft ist ein großes emotionales Abenteuer, findest Du nicht? Du hast sicher ganz viele Fragen und wir wollen in diesem Artikel einige von ihnen beantworten. Wenn Du auf die Überschriften tippst, kommst Du direkt zu den einzelnen Antworten:


Was kann ich gegen die Übelkeit tun?

Vier von fünf Frauen leiden unter Schwangerschaftsübelkeit. Den Einen ist vor allem flau am Magen, die Anderen müssen sich regelmäßig erbrechen. Und dann gibt es Schwangere wie zum Beispiel die englische Prinzessin Kate, die in ihren beiden Schwangerschaften so mit Übelkeit zu kämpfen hatte, dass sie zeitweilig ins Krankenhaus musste. Wir drücken ganz fest die Daumen, dass es Dir in den ersten Wochen nicht so ergeht. Wichtig ist es jetzt, dass Du Dir zwei Dinge immer wieder vor Augen hälst:

1. Es geht bald vorbei.

2. Die Übelkeit ist ein Zeichen dafür, dass Deine Schwangerschaft gut verläuft.

Hier sind einige Tipps, die Dir bei Schwangerschafts-Übelkeit helfen können

  • Noch im Bett morgens im (Halb-)Liegen eine Kleinigkeit essen. Vielleicht ein Stückchen Zwieback. Nicht gleich aus dem Bett „springen“, sondern das Aufstehen ruhig angehen und sich viel Zeit dafür lassen.
  • Mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt essen, um einen Blutzuckerabfall zu vermeiden.
  • Fenchel/Anis/Kümmel-Tee lauwarm aufgebrüht kann gegen die Übelkeit helfen. Manchen Frauen hilft es auch, in eine saure Zitrone/Grapefruit zu beißen oder Nüsse zu essen. Probier einfach aus, was Dir guttut!
  • Viel trinken. Besonders, wenn häufig erbrochen wird.
  • Studien zeigen, dass Ingwer bei Schwangerschaftsübelkeit hilft. Du kannst ihn zum Beispiel als Tee zu Dir nehmen: 4 Tassen am Tag, zubereitet aus einem halben Teelöffel frisch geschnittenem Ingwer.
  • Je nachdem wie gut Du Dich ansonsten körperlich fühlst, helfen auch ausgedehnte Spaziergänge an der frischen Luft.
  • Akupressurbänder wie das EB Kids Sea Band Akupressur-Band können äußerst hilfreich sein. Sie drücken sanft auf die entsprechenden Druckpunkte an Deinem Handgelenk.

Welche Vitamine sind jetzt für mich wichtig?

Während der Schwangerschaft ist es ganz wichtig, dass Dein Körper ausreichend mit Folsäure versorgt ist. Folsäure oder Folat ist ein Vitamin, das eine maßgebliche Rolle bei diversen Stoffwechselvorgängen und Wachstumsprozessen spielt. Dein Körper kann es nicht selbst herstellen, darum muss es durch die Nahrung aufgenommen werden. In der Schwangerschaft ist es wichtig für die Entwicklung des Fötus, insbesondere zur Vermeidung von Neuralrohrdefekten, wie zum Beispiel eines offenen Rückens. Bei Kinderwunsch und in den ersten 12 Schwangerschaftswochen erhöht sich der Bedarf auf  800 Mikrogramm pro Tag.

Welche Vitamine sind noch wichtig?

In den meisten Folsäure-Produkten sind weitere Zusatzstoffe enthalten. Hier erklären wir Dir, welche wirklich wichtig sind:

  •  Der Jod-Bedarf steigt in der Schwangerschaft um etwa 20 Prozent. Jodmangel erhöht das Risiko für Fehlgeburten und Fehlbildungen. Schwangere sollten daher etwa 100 Mikrogramm Jod pro Tag einnehmen.
  • Omega-3-Fettsäuren: Sie sind wichtig für die Entwicklung der Augen und des Nervensystems. Wenn Du zwei Mal pro Woche Meeresfisch isst, kannst Du den Bedarf damit abdecken. Ist das nicht der Fall, solltest Du ein Folsäure-Produkt mit Omega-3-Fettsäuren einnehmen.
  • Vitamin D ist wichtig für die Knochen. Es wird zu rund 90 Prozent in der Haut gebildet – aber nur bei UV-Strahlung. In den Wintermonaten empfehlen daher viele Ärzte eine zusätzliche Einnahme von Vitamin-D für Schwangere.

Welches Produkt?

femibion 1 ist das meistverkaufte Präparat in Deutschland und von Hebammen empfohlen. Bei Ökotest schneidet das Produkt mit der Bewertung „gut“ ab. In Femibion sind alle wichtigen Zusatzstoffe enthalten.

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Der Hebammen-Tipp

Das sagt unsere Hebamme Gerlinde Kettenring:

„femibion ist schon seit Jahren die Nummer 1 unter den Folsäurepräparaten. Es ist sehr verträglich und liegt in der mittleren Preisklasse. Die beiden unterschiedlichen und kombinierbaren Produkte femibion 1 und femibion 2 versorgen die Schwangere ideal angepasst auf die Phase der Schwangerschaft bzw. davor.“

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Was darf ich denn jetzt nicht essen?

Als Faustregel kannst Du Dir merken: Alles, was roh und nicht erhitzt wurde, solltest Du meiden.

  • Fleisch- und Wurstwaren: rohes oder nicht durchgebratenes Fleisch, rohes Pökelfleisch, Tee- und Mettwurst, Parma-, Serrano- und Katenschinken, Salami
  • Fisch: roher Fisch, Räucherfisch, Matjes. Verschiedene Fischsorten, die durch Quecksilber belastet sein können: Rotbarsch, Hecht, Heilbutt, Seeteufel, Steinbeißer, Thunfisch
  • Käse: die Rinde bei jedem Käse bitte immer abschneiden, Rohmilchkäse, offen verkaufter Frischkäse, eingelegter Käse, Sauermilchkäse
  • Milchprodukte: Rohmilch und daraus hergestellte Produkte
  • Eispeisen: rohe Eier und Speisen mit rohen Eiern (z.B. Tiramisu), nicht durchgegarte Eier.
  • Getreide: rohes Getreide und Keimlinge
  • Obst + Gemüse: Obst bitte immer gut abwaschen, ebenso rohes Gemüse. Frische Säfte nur dann kaufen, wenn Du sicher gehen kannst, dass das Obst vorher gut gereinigt wurde.

Kaffee – ja oder nein?

Viele Schwangere werden in den ersten Wochen von lähmender Müdigkeit geplagt. Dagegen hilft viel Bewegung an der frischen Luft. Und was ist mit dem Muntermacher Kaffee? Zwei Tassen kannst Du während der Schwangerschaft trinken. Bitte darauf achten, dass auch in grünem oder schwarzem Tee der Wirkstoff Koffein/Teein enthalten ist. Getränke, die Du meiden solltest: Tonic Water oder Bitter Lemon, da das darin enthaltene Chinin zu frühzeitigen Wehen und bei Neugeborenen zu Entzugserscheinungen führen kann.


Wie viel darf ich zunehmen?

Die berühmte Formel „Essen für zwei“ ist längst überholt. Aber der Heißhunger-Attacken und Gelüste auf Eiscreme oder Schokolade während der Schwangerschaft können schon dafür sorgen, dass sich das ein oder andere Pfund zusätzlich auf der Waage niederschlägt. Schlimm? Wir raten Dir: Mach Dich nicht verrückt, aber ernähre Dich ausgewogen und gesund. Du bist kein Supermodel, das drei Wochen nach der Geburt wieder einen „tollen After-Baby-Body“ haben muss. Aber: Wenn Du Dich in der Schwangerschaft gesund und maßvoll ernährst, Dich außerdem häufig bewegst, bist Du als junge Mami froh, dass Du Dich im Nachhinein nicht zu stark abstrampeln musst, um Deine alte Figur wieder zu bekommen.

Wie viel Du in der Schwangerschaft zunehmen darfst, hängt mit Deinem Anfangsgewicht zusammen: Bist Du sehr schlank bzw. untergewichtig, kannst und solltest Du in der Schwangerschaft eher mehr zunehmen. Bist Du übergewichtig, sind circa 9 Kilo okay. Als Faustregel nennt der Bundesverband der Frauenärzte pro Woche 300 – 400 Gramm.

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Wie kann ich den Geburtstermin berechnen?

Klar, dass Du möglichst schnell den wahrscheinlichen Geburtstermin Deines Kleines ausrechnen willst. Dafür gibt es die sogenannte Naegele-Regel:

 Datum des ersten Tages der letzten Periode – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr

=

Geburtstermin

Wenn Dein Zyklus länger oder kürzer als 28 Tage dauert, kannst Du diese Rechnung nehmen, bei der Du die zusätzlichen Tage addierst oder die Tage, um die der Zyklus kürzer ist, abziehst:

Datum des erstens Tages des letzten Periode – 3 Monate + 7 Tage + 1 Jahr + / – Tage

=

Geburtstermin 

Noch besser: Wenn Du den Tag der Befruchtung kennst, an dem es passiert es. Dann rechnest Du

Datum der Befruchtung – 3 Monate – 7 Tage + 1 Jahr = Geburtstermin 


Wann muss ich meinem Arbeitgeber Bescheid geben?

Es gibt keine generelle Frist, die Du einhalten musst. Aber da man es Dir ja früher oder später sowieso ansehen wird, empfehlen wir Dir, nach dem dritten Monat mit Deinem Arbeitgeber zu sprechen. Dann ist die erste kritische Zeit vorbei, gleichzeitig bleibt Deinen Chef aber noch ausreichend Zeit, für Deine Vertretung zu sorgen. Außerdem profitierst Du auch noch vom Mutterschutzgesetz, wenn Dein Arbeitgeber informiert ist. Überlege Dir für das Gespräch auch schon, wie lange Du Elternzeit nehmen und ob Du zum Beispiel mit Teilzeit wieder einsteigen willst. Zwar musst Du Dich da jetzt noch nicht festlegen, aber Du signalisierst Deinem Arbeitgeber: Ich will zurück in den Job!

Übrigens: In manchen Berufsgruppen werden Schwangere durch generelle Beschäftigungsverbote geschützt. Dabei geht es darum, dass nicht zu schwer gehoben wird, Schwangere nicht mit Chemikalien in Kontakt kommen oder unter zu hohem Zeitdruck arbeiten.


Ab wann kann ich mein Baby spüren?

Um die 20. Schwangerschaftswoche herum. Manche Frauen bemerken ganz zarte Kindsbewegungen aber schon früher, andere auch erst in der 21. oder 22. Schwangerschaftswoche. Viele Mamis berichten, dass sich die Bewegungen eher wie das Flattern eines Schmetterlings anfühlt. Oder so, als ob Dich jemand mit einer Feder streichelt. Aber es kann auch sein, dass Du schon kleine Tritte spürst.


Was ist mit Sex in der Schwangerschaft?

Wenn Du Dich gut fühlst, spricht nichts dagegen, das bisherige Sexleben in der Schwangerschaft weiterzuführen. Viele werdende Mütter haben gerade zu Beginn der Schwangerschaft jedoch Bedenken. Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du Dich jederzeit an Deinen Frauenarzt wenden. Wichtig ist, dass Du auch in der Schwangerschaft viel Wert auf Hygiene legst, vor allem, wenn Du zu vaginalen Infektionen neigst.

Es gibt einige Gründe, bei denen vorübergehend oder dauerhaft auf Sex verzichtet werden sollte:

  • Treten Blutungen, Unterleibs- oder Bauchkrämpfe auf, so sollte der Frauenarzt aufgesucht und bis dahin auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
  • Ist Deine Fruchtblase geplatzt, verliert Dein Baby seinen bisherigen Schutz vor Infektionen und ihr solltet auf Sex verzichten.
  • Liegt eine Muttermundschwäche, die sogenannte Zervixinsuffizienz vor, sollte auf jeden Fall der Frauenarzt konsultiert werden.
  • Eine tiefliegende Plazenta (Plazenta Praevia) sollte ebenfalls unbedingt mit dem Frauenarzt abgeklärt werden.
  • Bei Geschlechtskrankheiten wie Genitalherpes, Syphilis, HIV oder Scheideninfektionen mit Pilzen oder Chlamydien sollte ebenfalls auf Sex verzichtet werden.

Sollte ich mich jetzt schon irgendwo anmelden?

Du kannst Dich bereits bei den Kliniken in Deiner Umgebung informieren, wie dort die Anmeldeformalitäten sind. Zwar hast Du noch viel Zeit, aber bei so mancher besonders beliebten Geburtsklinik musst Du Dich schon sehr früh anmelden. Erkunde Dich am besten auch schon nach Geburtsvorbereitungskursen, denn auch hier sind die Plätze häufig schnell belegt. Wenn Du während der Schwangerschaft gerne auch von einer Hebamme betreut werden möchtest, dann solltest Du Dich jetzt auf die Suche begeben. Wichtig ist, dass ihr ein gutes, vertrautes Verhältnis zueinander aufbauen könnt und Euch entsprechend auch sympathisch seid.