Elterliche Nähe beim Schlafen ist wichtig – Der miBaby-Ratgeber Familienbett, Babybucht und Co

Marlen Greb

Darf das Baby mit ins Elternbett? Ist eine Babybucht besser? Oder soll das Baby direkt allein in seinem Zimmer schlafen? Wir wollen mit so einigen Vorurteilen aufräumen.

 

Wo sollte das Baby schlafen?

„Ein Baby braucht die Nähe seiner Eltern, bitte möglichst lange, daher sollte es ganz nah bei seinen Eltern schlafen“…

„Neiiiin, ein Baby muss möglichst schnell allein in seinem Zimmer schlafen, sonst wird es zu sehr verwöhnt“…

Beim Thema „Wo muss das Baby schlafen?“ sind die Meinungen wie so oft sehr gespalten. Vor allem viele Online-Foren beschäftigen sich mit dieser Frage. Es gibt viele unterschiedliche Tipps und Kommentare dazu. Nicht alles sollten Mütter lesen und nicht alle Kommentare, die online geschrieben werden, sofort glauben. Doch wie mache ich es nun richtig? Wo schläft mein Baby am besten und sichersten? Wir erklären Dir in diesem Ratgeber Familienbett, Babybucht und Co. einmal genauer.

Warum ist elterliche Nähe für kleine Kinder beim Schlafen so wichtig?

Unsere Babys sind in den ersten Lebensmonaten hilfebedürftige Traglinge in der neuen Welt. Im Gegensatz zu Nestflüchtern aus dem Tierreich sind Kinder sehr lange auf die liebevolle Pflege ihrer Eltern angewiesen.

Babys brauchen den Körperkontakt und ihren „sicheren Hafen“ – die Nähe ihrer Eltern, ihrer Familie – am Tag und auch in der Nacht. Ohne ihre vertraute Bezugsperson fällt es ihnen schwer, einzuschlafen. Und das ist auch sehr sinnvoll und nicht erst seit heute von der Natur perfekt eingerichtet: Babys wachen in den ersten Lebensmonaten nachts häufig auf – einfach um sich zu vergewissern, dass sie nicht alleine sind. Früher hat dieser Schutzmechanismus ihr Überleben gesichtert. Heute mag uns dies oftmals „lästig“ sein, aber dass es in der Neuzeit keine realen Gefahren mehr gibt, können die Kleinen ja nicht wissen. Zudem senkt das häufige Aufwachen massiv die Gefahr des plötzlichen Kindstods.

Das Familienbett

Im Grunde bedeutet Familienbett nur, dass die ganze Familie zusammen schläft – in einem Bett. Das Leben der Eltern wird dann zwar komplett auf den Kopf gestellt, aber bis vor knapp 200 Jahren war dies in Deutschland völlig normal, heute gilt es eher als exotisch und ungewöhnlich und soll angeblich auch nicht förderlich für die Erziehung der Kinder sein.

Dabei hat das Familienbett wirklich viele Vorteile – mehr dazu gleich!

Besteht nicht die Gefahr, das Baby mit dem „gemeinsamen Schlafen“ zu verziehen?

Sicher seid Ihr auch schon mal mit dem Vorwuf konfrontiert worden, dass Ihr Euer Baby zu sehr verwöhnt, wenn ihr es neben Euch schlafen lasst? Dass dies nicht die richtige Art der Erziehung ist?

Diese Gefahr besteht NICHT. Junge Babys sind erwiesenermaßen nicht in der Lage, verwöhnt zu werden. Sie sind auch nicht dazu fähig, zu manipulieren. Alles was sie brauchen, ist ganz viel Liebe, Bedürfnisbefriedigung und Zeit.

Lässt man ein junges Baby schreien und reagiert nicht schnell und direkt auf seine Bedürfnisse, so hat dies erhebliche Auswirkungen auf das Bindungsverhalten des Kindes. Ein Baby sollte also niemals weinend in den Schlaf finden müssen, da dies alles andere als gut für das Kind ist, auch wenn das viel Zeit und Nerven für die Eltern bedeutet.

Ein Säugling braucht seine Eltern, seine Familie Tag und Nacht. Der kleine Organismus ist gar nicht darauf ausgelegt, eine ganze Nacht ohne Milch und „Liebe“ durchzuschlafen. Wendet man sogenannte „Schlaflernprogramme“ an, wird das hilflose Baby mit viel Geschrei und Stress vermutlich tatsächlich irgendwann ohne viel Weinen einschlafen. Dies ist aber keinesfalls ein toller „Erziehungserfolg“ der Eltern. Es bedeutet nur, dass das Kind gelernt hat, dass ihm niemand hilft. Sein Schreien und Weinen wird ignoriert und das Baby gibt aus bloßer Resignation irgendwann auf – Ein trauriger „Lernerfolg“.

Die Babybucht

Wenn Dir das Familienbett „zu nah“ ist, weil Du vielleicht selber nicht so gut zur Ruhe kommst mit „Baby im Bett“, dann ist eine sogenannte Babybucht genau das Richtige für Dich und Dein Kind.  Hier liegt Dein Baby in seinem eigenen kleinen Bett, welches aber direkt und barrierefrei am Elternbett befestigt wird, eine Lösung die mehr als gut für die gesamte Familie ist. Das Leben wird dadurch um ein Vielfaches vereinfacht. Des Weiteren bietet sich dadurch eine einfachere Lösung, das Kind auch während der Nacht problemlos zu stillen.

Babybuchten gibt es in allen Variationen: Mit Rollen, feststehend, oval, eckig, und, und, und. Alle haben aber Folgendes gemeinsam: Da sie höhenverstellbar sind, passen sie sich optimal der Betthöhe des Elternbettes an. Es entsteht also kein gefährlicher „Spalt“.

Die Vor- und Nachteile des „gemeinsamen Schlafens“

Zunächst mal: „Gemeinsames Schlafen“ muss nicht immer unbedingt „gemeinsames Schlafen in einem Bett“ heißen. Auch das Schlafen in einer Babybucht direkt am Elternbett oder im eigenen Kinderbettchen, dicht ans Elternbett geschoben, gilt als „gemeinsames Schlafen“.

Vor- und Nachteile dieses sogenannten Co-Sleepings:

Vorteile:

  • Das Baby fühlt sich geborgen; die körperliche Nähe ist extrem wichtig für eine sichere Bindung zur Familie.
  • Das nächtliche Stillen wird enorm erleichtert (kein „lästiges“ Aufstehen).
  • Das Baby schläft in der Regel länger und ruhiger am Stück.
  • Man kann durch die Nähe viel eher und direkter die Signale und Bedürfnisse des Babys erkennen – somit schreit das Baby meist weniger.
  • Es ist gar nicht so selten, dass junge Babys Atemaussetzer haben. Durch das „Hören“ des Atems einer anderen anwesenden Person wird der Atemrhythmus des Babys stimuliert.

Nachteile:

Sorry liebe Co-Sleeping Gegner – Nachteile gibt es im Grunde keine. Lediglich Dinge, die unter bestimmten Umständen gegen das Co-Sleeping sprechen.

Nämlich:

  • Mama und/oder Papa sind starke Raucher
  • Die Eltern haben ein Wasserbett
  • Das Baby ist ein Frühchen oder ein Baby mit noch sehr geringem Gewicht

Papa schläft mit Baby auf dem Bauch

Ich habe aber Angst mein Baby im Schlaf zu erdrücken…

Wer kennt diese Ängste nicht? Mamas und Papas sind so „große“, schwere Menschen und das Baby ist so klein und zart…

Es gibt durchaus Eltern, für die das Familienbett einfach nichts ist. Sie sind dann so besorgt, dass sie selber nicht oder nur noch sehr schlecht schlafen können.

Für diese Familien eignet sich dann besonders gut eine Babybucht oder man stellt einfach das Babybettchen ganz dicht ans Elternbett. So braucht man sich keine Sorgen zu machen, das Kleine zu erdrücken und alle können beruhigt, gemeinsam als Familie schlafen.

Der plötzliche Kindstod

Zum Thema „plötzlicher Kindstod“ gibt es wahnsinnig viele Studien, die sich bedauerlicherweise nicht einig sind. Es ist immer noch nicht restlos geklärt, was zum plötzlichen Kindstod führt. Einige Faktoren erhöhen jedoch das Risiko.

In unserem Artikel Das Risiko plötzlicher Kindstod und was Du dagegen tun kannst gehen wir genauer darauf ein, wie Du gewisse Risiken minimieren kannst.

Ab wann muss mein Baby alleine schlafen?

Alles KANN, nichts MUSS!

Es gibt keinen Zeitpunkt X, wo man sein Baby aus dem Elternschlafzimmer „verbannen“ sollte.

Säuglinge fühlen sich erwiesenermaßen unsicher und gestresst, wenn sie allein schlafen müssen.

Das Co-Sleeping festigt ganz entscheidend die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Das Kind erfährt Geborgenheit, Liebe und Bedürfnisbefriedigung, wann immer es etwas braucht. Keine Studie konnte bestätigen, dass Kinder, die lange im Elternbett/-schlafzimmer schlafen durften, später zu verzogenen „Mama-Kindern“ herangewachsen sind.

Bitte bleib ganz entspannt, noch kein Kind wollte mit 18 noch immer zwischen Mama und Papa schlafen. 😉

Irgendwann wird aber der Zeitpunkt kommen, an dem es „Zeit“ für den Umzug ins Kinderzimmer ist, und somit sowohl für das Kind als auch für die Eltern ein neuer Abschnitt im Leben kommt. Dieser ist individuell ganz verschieden. Du wirst irgendwann spüren, dass Dein Kind besser allein schlafen kann, vielleicht wird es auch von selbst äußern: „Mami, ich bin jetzt groß und möchte in meinem Zimmer schlafen“.

Lasst dies einfach auf Euch zukommen und genießt solange die gemeinsame Kuschelzeit. ♥


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5 Kommentare – Jetzt lesen
  1. weil raucher die zigarettenstoffe über die haut abgeben und das kind die somit aufnimmt und das ist natürlich nicht gesund fürs kind.und wasserbett is ja wohl logisch ein stück weit ein bett mit bewegung da is die gefahr größer das des kind eingedrückt wird oder aus dem bett fallen könnte.

  2. Nimm es mir nicht übel,aber der Artikel besagt das wasserbetten den kindstod fördern…Glaube du hast da was falsch verstanden.nur weil es bei dir und deiner Freundin gut ging,heißt das nicht das es auf alle zutrifft…So eine Studie bezieht sich Ja nicht auf Einzelfälle…sondern sagt aus das in mehreren Fällen daswwasserbett eine Rolle im Zusammenhang mit dem kindstod stand…es wird im Artikel ausdrücklich als Gefahr angesehen. Ich weiß nicht ob ich das Risiko eingehen würde,hätte ich eines…meine Kinder 1 und 5 Jahre schlafen vorzugsweise bei mir im bett…

  3. Passivrauchen schadet der Gesundheit mindestens genauso stark wie aktives Rauchen. Und kleine Kinder sind natürlich noch viel empfindlicher auf sämtliche Schadstoffe aus dem Qualm. Selbst wenn Du draußen rauchst, hängen die Schadstoffe aus dem Qualm trotzdem wie ein Film auf Deiner Kleidung und an Deinen Händen. Dein Baby kommt in ständigen Kontakt zum Nikotin. Nikotin wird auf unser Herz, unseren Blutdruck und auf unser Hirn. Das Risiko für den Plötzlichen Kindstod ist erhöht, da der Blutdruck und die Herzfrequenz bei den Säuglingen gesenkt wird. Und ist so ein kleines Wunder es nicht wert, dass man das Rauchen aufgibt?!

  4. Der Artikel ist super und nimmt mir nur endgültig meine Zweifel ob ich wirklich alles richtig mache. Aber eines möchte ich noch sagen! Wir haben ein Wasserbett- freeflow- und unser kleiner Mann hat von Anfang an bei uns geschlafen. Ich kann also mit Gewissheit sagen, dass Wasserbetten nicht den Kindstod fördern. Meine beste Freundin, kann das nur bestätigen. Ausserdem hat das Wasserbett einen Vorteil! Es ist immer warm. Man braucht keinen Schlafsack und schläft viel besser ein. Das ist auch bei Babys so. Sie können viel leichter entspannen.

  5. Wieso ist es “ gefährlich “ wenn Eltern rauchen & das baby mit im Bett schläft & wieso ist ein Wasserbett nicht gut ?!