Erster Babybrei: Wann und wie beginnst Du?

Eva Becker

Neugierige Äuglein starren auf Deinen Mund, kleine Finger greifen nach Deinem Teller? Dann hat Dein Baby wahrscheinlich Lust auf richtiges Essen. Was du beim Breistart beachten solltest, erklären wir Dir hier.

Ein, zwei, Brei! Wenn Babys rund um den 6. Monat anfangen, sich für das Essen der „Großen“ zu interessieren, schwanken viele Mütter zwischen Freude und leichter Wehmut: Juhu, schon wieder ein wichtiger Schritt in Babys Entwicklung. Oh nein, ich vermisse das Stillen jetzt schon. Dabei heißt der Breistart ja nicht, dass die kuscheligen Stillmomente schon bald ein Ende finden. Der Brei soll die wertvolle Muttermilch nur nach und nach ersetzen.

Spätestens ab dem 7. Monat ist es Zeit für den Brei

Wann ist also der richtige Zeitpunkt für den Breistart? Dein Baby wird Dir schon zeigen, wann es bereit ist für sein erstes Löffelchen. Frühestens solltest Du aber ab dem 5. Monat mit der Beikost starten. Und wenn Dein Schatz keinerlei Signale sendet und rundum zufrieden scheint mit der Brust? Spätestens ab dem 7. Monat ist es auf jeden Fall Zeit für feste Kost.
Denn während Babys in den ersten Lebensmonaten durch die Muttermilch optimal versorgt sind, werden danach die Eisenvorräte langsam knapp. Dabei brauchen die Kleinen gerade jetzt ganz viele Nährstoffe für ihre rasanten Entwicklungssprünge. Dein Schatz ahnt natürlich nichts von Eisenvorrat und Co. und wird die ersten Breiportionen vielleicht im hohen Bogen ausspucken. Die wichtigste Regel für den Breistart lautet deshalb: Ruhe bewahren.

Baby isst in Wippe

Los geht’s mit Gemüse

Beginnen solltest Du mit dem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, der die Mittagsmahlzeit ersetzt. In den Lernbrei für die ersten Tage kommt aber nur eine Gemüsesorte, Wasser und ein wenig Öl. Er sollte ganz fein püriert sein, eher Suppe als Brei ähneln, damit Dein Kleines ihn gut vom Löffel saugen kann. Praktisch sind Löffel, die Dir anzeigen, ob der Brei noch zu heiß ist. Der Nûby „Thermolöffel“ zum Beispiel wechselt dann die Farbe.

Über einige wenige Happen werdet Ihr in den ersten Tagen wahrscheinlich nicht hinauskommen. Also solltest Du Deinem Kleinen auch noch Milch zu trinken geben. Du kannst selbst entscheiden, ob Du vorher stillst, damit es nicht zu hungrig ist. Oder nachher, damit es auf das neue Essen „hungrig“ ist. Die ersten Tage solltest Du weiter nur Gemüsebrei geben, damit Du sehen kannst, wie Dein Kleines die neue Kost verträgt. Es kann zum Beispiel passieren, dass es Pickelchen bekommt oder der Po wund wird. Auch die Verdauung kann am Anfang etwas durcheinander geraten. Verträgt Dein Baby die Nahrung gut,  kommen zusätzlich die Kartoffeln in den Brei und nach einigen weiteren Tagen dann das Fleisch.

Nicht zu viel Durcheinander

Und jetzt? Ein neues Gemüse, Fisch statt Fleisch? Lass es ruhig angehen. Natürlich ist es toll, wenn Dein Baby viele verschiedene Geschmackserlebnisse hat – aber zu viel Durcheinander auf einmal ist nicht gut. Gib ihm immer ausreichend Zeit, sich an eine neue Zutat zu gewöhnen. Nach etwa einem Monat könnt Ihr dann die zweite Mahlzeit einführen. Empfohlen wird dafür der Abendbrei aus Milch und Getreide. Dieser ist kalorienreich und sorgt bei manchen Kindern sogar dafür, dass sie durchschlafen. Den Abendbrei kannst Du auch mit der Flasche geben, wenn Dein Kleines zum Löffeln schon zu müde ist. Das geht zum Beispiel mit einer speziellen Weithalsflasche, die Du auch für dickflüssigen Brei einstellen kannst. Wiederum einen Monat nach dem Abendbrei gibt es dann den Obst-Getreide-Brei, den Du am besten nachmittags gibst.

selber essen

Was tun gegen den Löffelstreik?

Die richtige Ausstattung ist beim Breistart wichtig. So sollte der Löffel flach und schmal sein, damit Dein Baby den Brei einfach runtersaugen kann. Der Mund Deines Kleinen bleibt aber trotzdem fest verschlossen? Bei gestillten Kindern hilft es manchmal, wenn der Vater oder eine andere Person die Breimahlzeit übernimmt.  Gebt Eurem Schatz ausreichend Zeit für die Mahlzeit – mit dem Rotho Babydesign Warmhalteteller müsst Ihr Euch beispielsweise keine Sorgen machen, dass das Essen kalt wird. Und dann gibt es noch die echten Löffelverweigerer, die lieber mit ihren Händchen in den Brei fassen wollen. Auch wenn es Dir schwer fällt: Lass Dein Kleines einige Tage gewähren, damit es das neue Essen erkunden kann. Wenn der Löffel zwar in den Mund geht, der Brei aber im hohen Bogen wieder ausgespuckt wird, kannst Du es nach einigen Tagen mit einem anderen Gemüse versuchen. Schmeckt auch das nicht, war der Breistart vielleicht doch noch zu früh. Ab dem 6. Monat kannst Du versuchen, einen Milch-Getreide-Brei zu füttern.

Baby-led Weaning: Ohne Löffel geht’s auch?

Vielleicht hast Du schon von Baby-led Weaning schon gehört? Ein Konzept aus dem englischsprachigen Raum, das in letzter Zeit aber bei uns seine Anhänger gefunden hat. Die Idee: Dein Baby bekommt sein Essen nicht in pürierter Form auf einem Löffel angeboten, sondern kann sich selbst bedienen. Die Beikost steht in Form von kleinen Häppchen auf dem Esstisch, das Baby lernt spielerisch den Geschmack von Gemüse, Nudeln oder Kartoffeln kennen. Nachlesen kannst Du alles zum Thema in dem Grundlagenbuch von Kösel: „Baby-led Weaning“.
Deutsche Ernährungsexperten raten hingegen von der reinen Selbstfütterung ab: Motorisch seien viele Kinder mit einem halben Jahr noch nicht in der Lage, sich selbst zu füttern. Damit verzögere sich die notwendige Einführung der Beikost. Neben dem Brei zusätzlich Fingerfood anzubieten, wird von den Experten hingegen positiv gesehen.

Gemeinsam Essen ab dem 10. Monat

Dein Kleines kann jetzt im Hochstuhl sitzen, bekommt einen eigenen Teller und eine Flasche, mit dem es kräftig Trinken üben kann. Denn das wird jetzt immer wichtiger: Je mehr feste Nahrung Dein Kind isst, desto mehr muss es trinken. Eine Trinklernflasche mit weicher Trinktülle erleichtert den Übergang von der Brust zum Wassertrinken. Am Vormittag kannst Du nun einen zusätzlichen Snack einführen. Und zum ersten Geburtstag ist dann alles freigegeben, was auf dem Tisch steht. Tolle Ideen für ein Mittagessen zu zweit, Rezepte für die Krabbelgruppe und natürlich viele gute Breigerichte hat die Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm in ihrem GU Kochbuch „Babys & Kleinkinder“ aufgeschrieben.

Egal, ob Du selber kochst oder lieber Gläschen kaufst: Das Wichtigste ist, dass Du Deinem Kleinem viel Zeit gibst, sich an das neue Essen zu gewöhnen. Und dass Ihr beide Spaß an den Mahlzeiten habt – auch wenn mal die Hälfte auf dem Fußboden landet!