Fristen und Anleitung: Jetzt schon den Elterngeld-Antrag ausfüllen!

Eva Becker

Nutze jetzt Deinen Mutterschaftsurlaub, um den Elterngeld-Antrag auszufüllen. Denn es gibt Fristen, innerhalb derer Du den Antrag abgeben musst. Und wenn Dein Kleines erst einmal da ist, hast Du garantiert wenig Lust auf Paragraphen. Schnell den Antrag besorgen – wir helfen Dir beim Ausfüllen!

Seitenweise bürokratische Fragen beantworten, Bescheinigungen besorgen, Gehaltszettel und Steuernachweis suchen? Für die wenigsten Menschen hört sich das nach einer tollen Beschäftigung an. Auch nicht im wohlverdienten Mutterschutz. Aber: Jetzt hast Du noch Zeit dafür! Ist Dein Babys erst einmal auf der Welt, bist Du froh, wenn der Antrag schon fast fertig ist.

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Fristen: So kommt das Elterngeld schnell auf Dein Konto!

Beim Elterngeld ist es wie bei vielen anderen Leistungen: Das Geld fließt leider nicht von allein. Du musst einen Antrag stellen und für diesen gibt es auch eine Frist. Beim Elterngeld hat diese Frist eine Besonderheit: Das Geld wird rückwirkend höchstens für drei Monate gezahlt – Stichtag ist der Tag, an dem Du den Antrag abgegeben hast. Was bedeutet das für Dich? Wenn Du möglichst bald eine Zahlung erhalten willst, solltest Du den Antrag auch rasch nach der Geburt Deines Kindes abgeben – das gilt vor allem für diejenigen, die kein Mutterschaftsgeld bekommen und natürlich für Väter. Und: Wenn Du den Elterngeldantrag zum Beispiel erst vier Monate nach der Geburt abgibst, bekommst Du für den ersten Monat keine Leistung mehr. Also: Schnell den Antrag ausdrucken und loslegen. Wir helfen Dir dabei!

1. Schritt: Wo bekommst Du den Antrag? 

Die Elterngeldstellen sind auf Landesebene organisiert. Auf der Seite www.familien-wegweiser.de des Bundesfamilienministeriums findest Du Links zum jeweiligen Antrag Deines Bundeslandes.

2. Schritt: Welche Unterlagen musst Du einreichen? 

I.  Einkommensnachweis zur Berechnung des Elterngeldes

  • Für Angestellte: Kopiere die letzten zwölf Gehaltsabrechnungen – rückwirkend ab dem errechneten Geburtstermin. Bitte beachten: Wenn Du Mutterschaftsgeld bekommst, musst Du diese sechs Wochen herausrechnen. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Zeiträume, in denen Du aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Krankheit Krankengeld bezogen hast.
  • Für Selbstständige: Zur Berechnung reichst Du den Steuerbescheid des letzten Kalenderjahres ein.
  • Angestellt und gleichzeitig selbstständig tätig: Wenn Du Einkommen sowohl aus einem angestellten Beschäftigungsverhältnis als auch aus einer selbstständigen Tätigkeit hast, dann musst Du zur Berechnung Deines Elterngeldes den letzten Steuerbescheid einreichen.

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II. Geburtsurkunde: Es gibt eigens eine Version mit dem Verwendungszweck „Elterngeld“ oder „für soziale Zwecke“

  • Von wem? Standesamt der Gemeinde/des Bezirks, in der Dein Baby geboren ist
  • Wann beantragen? Binnen einer Woche nach der Geburt

III. Nachweis über die Zahlung von Mutterschaftsgeld

  • Vom wem? Sowohl von Deiner Krankenkasse als auch von Deinem Arbeitgeber, der das Mutterschaftsgeld bezuschusst.
  • Wann beantragen? Nach der Geburt (mit Geburtsurkunde)
  • Bei Beamtinnen: Bescheinigung über die Dienstbezüge während des Mutterschutzes nach der Geburt.
  • Kein Mutterschaftsgeld erhalten? Bitte beachten: Wenn Du kein Mutterschaftsgeld erhalten hast, brauchst Du darüber auch einen sogenannten Negativnachweis von der Krankenkasse.

 IV. Arbeitszeitbestätigung für ElterngeldPlus 

  • Wenn Du während des Elterngeld-Bezugs in Teilzeit arbeiten willst (ElterngeldPlus), brauchst Du von Deinem Arbeitgeber eine Arbeitszeitbestätigung. Bist Du Selbstständige, musst Du eine Erklärung über die geplante Arbeitszeit einreichen.

3. Schritt: Welches Elterngeld soll’s sein: Basis, Plus, mit Partnerschaftsmonaten?

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Beim Ausfüllen des Elterngeldantrages musst Du auch angeben, wie Du die Elternzeit gestalten willst. Wahrscheinlich weißt Du das jetzt schon, aber um Dir beim Ausfüllen des Formulars zu helfen, stellen wir noch einmal die Alternativen dar:

  • Basis-Elterngeld: Du willst in der Elternzeit nicht arbeiten, sondern die volle Zeit daheim bleiben? Dann beantragst Du das Elterngeld für zwölf Monate. Wenn Dein Partner die zwei Vätermonate machen will, bezieht Ihr insgesamt 14 Monate lang Elterngeld.
  • ElterngeldPlus: Mit dem ElterngeldPlus hast Du die Möglichkeit, während des Elterngeld-Bezugs in Teilzeit (maximal 30 Wochenstunden) zu arbeiten, ohne dabei Einkommensverluste hinnehmen zu müssen – so wie es vor Einführung des ElterngeldPlus der Fall war. ElterngeldPlus ersetzt den Einkommensanteil, der wegen Teilzeit entfällt. Das ElterngeldPlus gibt es für den doppelten Zeitraum: ein bisheriger Elterngeldmonat = zwei Elterngeld Plus-Monate. Übrigens gilt auch für den Bezug von ElterngeldPlus: Nur wer mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt, hat Anrecht auf Zahlungen.
  • Partnerschaftsmonate: Beide Elternteile nehmen 4 aufeinanderfolgende Monate lang Elternzeit und arbeiten in diesem Zeitraum beide in Teilzeit (25–30 Stunden). Dadurch verlängert sich der Anspruch auf Elterngeld um 4 Monate – pro Elternteil!

Schon jetzt entscheiden: Wenn Du den Antrag auf Elterngeld stellst, musst Du zwischen Basis-Elterngeld und ElterngeldPlus wählen. Du kannst beide Elterngeld-Varianten auch kombinieren. Da Du monatsweise festlegst, wie Du die Zeit des Elterngeld-Bezugs gestalten willst, kann Du beispielsweise zunächst sechs Monate Basiselterngeld beziehen und dann sechs Monate ElterngeldPlus. Aber: Nach Ablauf der 14 Monate kann nur noch ElterngeldPlus bezogen werden.

4. Schritt: Die Frage verstehe ich nicht – Hilfe beim Ausfüllen

Fragen zur Krankenversicherung: Du musst angeben, ob Du pflichtversichert oder freiwillig versichert bist.

  • Pflichtversichert: Du bist angestellt und Dein Jahreseinkommen liegt unter 54.900 Euro brutto.
  • Freiwillig versichert: Du bist angestellt und Dein Jahreseinkommen liegt über 54.900 Euro. Damit könntest Du Dich auch privat versichern. Wenn Du in der gesetzlichen Krankenkasse „bleibst“, bist Du damit freiwillig versichert. Oder: Du bist Selbstständige und bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichert.

Wo findest Du Deine Steuer-Identifikationsnummer? Auf deiner letzten Lohnsteuerbescheinigung. Notfalls kannst Du sie auch beim Bundeszentralamt für Steuern erfahren. Dafür musst Du allerdings einen Antrag stellen. Also lieber nach dem Ordner mit den Steuerunterlagen suchen.

Für Grenzgänger und Auslandserfahrene: An mehreren Stellen des Formulars musst Du Angaben dazu machen, ob Du im Ausland Geld verdient hast, im Ausland gelebt, aber in Deutschland gerarbeitet hast, oder Bezüge aus einem anderen Land beziehst.

  • Wenn Du noch nie im Ausland gelebt oder gearbeitet hast, kannst Du diese Fragen getrost mit Nein beantworten.
  • Wenn einer der beiden Elternteile entweder in Deutschland arbeitet, aber in einem anderen Land der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums oder der Schweiz lebt oder in einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat oder der Schweiz arbeitet, aber in Deutschland lebt: Ansprüche auf Familienleistungen können in diesen Fällen gegenüber beiden Staaten bestehen. Dann wird geprüft, welcher Staat zuständig ist, und ob eventuell Anspruch auf Ausgleichszahlungen besteht.
  • Für freizügigkeitsberechtigte Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz gelten für den Anspruch auf Elterngeld die gleichen Voraussetzungen wie für Deutsche.

Warum werde ich nach Gewinneinkünften gefragt? Das Elterngeld berechnet sich aus den Erwerbseinkünften. Warum werde ich also auch nach Gewinneinkünften gefragt? Dies bezieht sich lediglich auf Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb oder aus der Land- und Forstwirtschaft. Zu Einkünften aus dem Gewerbebetrieb zählt übrigens auch die Photovoltaik-Anlage auf dem Hausdach! Einkünfte z. B. aus Vermietung oder Verpachtung oder Kapitalvermögen spielen keine Rolle. Ebenso werden auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, steuerfreie Zuschläge für Sonntags- oder Nachtarbeit oder auch Trinkgeld bei der Ermittlung des Elterngeldes nicht berücksichtigt.