Geburtsfeier, freie Taufe, religiöse Rituale – die Alternativen zur kirchlichen Taufe

Nora

Du hast keine Verbindung zur Kirche, möchtest aber die Geburt Deines Kindes feiern. Wie feiert man in anderen Religionen? Wie gestaltet man eine schöne und persönliche Geburtsfeier?

Die Taufe ist ein christlicher Ritus, bei dem Dein Kind offiziell in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wird. Wenn Du jedoch keine Verbindung zur Kirche hast, stellt sich Dir die Frage nach einer alternativen Geburtsfeier. Wir geben Dir Anregungen, Tipps und werfen einen Blick auf die Rituale anderer Religionen.

Baby feierlich willkommen heißen

Dein Baby ist endlich da und obwohl Deine Verwandten den kleinen Erdenbürger bereits begrüßt haben, möchtest Du Dein Kind nochmal feierlich willkommen heißen. Grundsätzlich kannst Du eine Geburtsfeier ganz nach Deinen Wünschen organisieren und das auch unabhängig von Theologen oder Rednern.

Bevor Du Dich für eine Art der Geburtsfeier entscheidest, solltest Du Dir Gedanken darüber machen, was Dir wichtig ist. Legst Du Wert darauf, dass Dein Kind eine Segnung bekommt oder möchtest Du eine einfache Feier mit Freunden und Familie?

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Eine freie Taufe wird meistens von freien Theologen oder Rednern vorgenommen und ist völlig kirchenunabhängig. Am besten machst Du Dich im Internet schlau, wie Du in Kontakt mit freien Theologen treten kannst. Grundsätzlich gilt auch dabei, dass Du entscheidest, wie der Ablauf ist und welche Rituale Du in die Zeremonie einbringen möchtest.

Der freie Redner übernimmt die Rolle des Pastors/Pfarrers in der Kirche und leitet die Feierlichkeit. Möchtest Du, dass Dein Kind einen Spruch bekommt – ähnlich dem Taufspruch? Ist Dir eine musikalische Untermalung wichtig? Möchtest Du Dein Kind direkt ansprechen und es offiziell willkommen heißen? Du bist völlig frei in der Ausgestaltung der Feier. Ebenso solltest Du schauen, ob es Dir wichtig ist, dass Dein Kind Paten bekommt. Diese begleiten die menschliche Entwicklung Deines Schatzes und fungieren als Vertrauenspersonen.

Baum pflanzen als Ritual

Natürlich kannst Du auch eine Feier ohne freie Redner oder Theologen planen – ähnlich einer Geburtstagsfeier, die Du zuhause oder in einer Lokalität Deiner Wahl feiern kannst. Es gibt ein paar Rituale, die Du auch selbst organisieren kannst: Anstatt – wie in der Kirche – Dein Kind mit Wasser taufen zu lassen, gibt es beispielsweise auch die Möglichkeit, dass die Eltern und Paten einen Baum pflanzen oder ein Dokument unterschreiben. Eine schöne Idee ist auch, die Fuß- oder Handabdrücke der Kinder und Paten zu nehmen und diese im Kinderzimmer aufzuhängen. Du siehst, der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Vielleicht findest Du ja auch ein ganz eigenes und persönliches Erlebnis für die Geburt Deines Spatzes.

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Islam: Glaubensbekenntnis und Familienfeier

Auch andere Religionsgemeinschaften kennen selbstverständlich verschiedene Rituale, die zur Geburt von Kindern vollzogen werden. Vielleicht bist Du selbst Muslim bzw. Muslima, oder kennst jemanden, der dem Islam angehört? Im Islam gibt es keine Taufe im christlichen Sinn. Nach islamischer Vorstellung wird jeder Mensch als Muslim geboren – im Zustand der Reinheit und ohne Sünde. Nach der Geburt wird dem Neugeborenen der erste Teil des islamischen Gebetsrufes Allahu akbar“ – Gott ist groß – jeweils viermal in das rechte Ohr geflüstert, um zu signalisieren, dass alles allein vom Willen Gottes abhängt. Das Glaubensbekenntnis, das besagt, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und Mohammed sein Gesandter ist, wird in das linke Ohr geflüstert.
Zudem ist es in vielen islamisch geprägten Ländern üblich, dass anlässlich der Geburt eine Familienfeier stattfindet, zu welcher der Vater des Kindes traditionell ein Opfertier schlachtet, das anschließend gegessen wird.

Buddhismus: Verpflichtung der Eltern

Im Buddhismus kann erst der mündige Mensch die Entscheidung treffen, Buddhist zu werden. Trotzdem gibt es Zeremonien, die das Neugeborene willkommen heißen. Dabei verpflichten sich buddhistische Eltern dazu, das Kind im Einklang mit buddhistischen Werten zu erziehen.

Judentum: Beschneidung

Auch im Judentum gibt es keine Taufe: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat. Die jüdischen Jungen werden dann am achten Tag nach der Geburt beschnitten, damit tragen sie das Zeichen des Bundes zwischen Gott und dem jüdischen Volk an ihrem Körper, auch erst dann bekommen Jungen ihren Namen. Mädchen erhalten ihn am Schabbat, dem siebten Wochentag, nach der Geburt in der Synagoge.

Keine festen Regeln

Taufen oder Geburtsfeiern sind Feste, die in vielen Kulturen und Religionen auf unterschiedliche Weise zelebriert werden. Letztlich kannst Du entscheiden, was Dir und Deiner Familie wichtig ist und wie Du die Geburt Deines kleinen Schatzes feiern möchtest. Feste Regeln gibt es keine!

In Tipps für die Taufdeko: So wird Babys erstes Fest zum Hingucker geben wir die kreative Anregungen, wie die Feier Deines Schatzes zu einem richtigen Highlight wird.