Greifen, Krabbeln, Laufen – so lässt sich beim Baby Motorik fördern

Katharina Grammel

Spielen, singen, tanzen, bauen – all diese Dinge machen Deinem Baby Spaß und bringen es weiter. Ein kleiner Stups genügt manchmal, damit Dein Baby versteht, wie das Drehen, Krabbeln, Sitzen oder Laufen funktioniert. Mit unseren Tipps kannst Du Dein Baby ganz leicht unterstützen.

Im ersten Jahr entwickelt sich Dein Baby rasant und grob- sowie feinmotorisch finden enorme Entwicklungsschritte statt: Krabbeln, laufen, greifen, drehen.  All das lernt Dein Baby von ganz allein und mit ein wenig Unterstützung ist es weniger frustriert, wenn es mal nicht so klappt.

Das Wichtigste ist, Dein Baby nicht zu überfordern! Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und wenn es mal nicht so möchte, biete Deine Unterstützung an einem anderen Tag noch einmal an. Babyschwimmen, Pekip und Co. bieten Dir und Deinem Baby eine Förderung der besonderen Art, aber auch zuhause kannst Du Deinem Baby helfen. Was Du unter Pekip verstehst, kannst Du hier nachlesen: Babyschwimmen, Pekip, Babymassage – Baby fördern, aber wie?.

Hier zeigen wir Dir ein paar Handgriffe für zuhause – so kannst Du beim Baby Motorik fördern. Wie alt ist Dein Schatz gerade? Welche Entwicklung macht er gerade durch? Finde hier die passende Unterstützung zu Eurem Entwicklungsstand:

Handspiele für die Kleinsten

Dein Baby ist wenige Wochen alt und schaut sich mit großen Augen sein Umfeld an. Die Wachphasen sind noch kurz und Du solltest Dein Kind nicht überreizen, aber ein paar Anregungen kannst Du ihm dennoch bieten.

Nach ca. drei bis vier Monaten beginnt das gezielte Greifen, sodass Du Deinem Kind kleines Spielzeug in Reichweite halten kannst, damit es danach greift. Aber es muss nicht unbedingt Spielzeug sein: Lustige Handspiele, wie beispielsweise „Zehn kleine Zappelmänner“ oder „Wie das Fähnchen auf dem Turme“, sind besonderes beliebt, da Du singen und spielen verbindest. So lässt sich beim Baby Motorik fördern – kinderleicht und von Anfang an.

Nicht immer musst Du Dein Baby Auge-in-Auge bespaßen. Nun beginnt auch die Zeit des Spielebogens oder Activity-Centers. Unsere miBaby-Mamis empfehlen hier die Fisher-Price Erlebnisdecke „Rainforest“.

Spielbogen Babyförderung Babyentwicklung

Wie komme ich nur an mein Spielzeug ran?

Greifen klappt nun wie im Schlaf. Alles, was Dein Baby will, hält es mit aller Kraft fest. Wenn das gewünschte Spielzeug mal außer Reichweite liegt, kann sich Dein Schatz mit großer Verärgerung bemerkbar machen. Höchste Zeit, dass Du Dein Baby beim Drehenlernen unterstützt. Wir haben die Tipps, wie Du nun bei Deinem Baby Motorik fördern kannst:

Lege das Spielzeug bewusst etwas weiter weg, am besten so weit, dass Dein Kind es bei ausgestreckten Armen mit den Fingerspitzen berühren kann. Es wird sich strecken und versuchen es zu erreichen. Führe sanft seine gegenüberliegende Hand zum Spielzeug. Vielleicht gelingt ihm schon die erste zufällige Drehung. Wenn nicht, stütze Dein Kind leicht an der Hüfte. Gut zu wissen: Dein Baby kann sich nur drehen, wenn die Nackenmuskulatur stark genug ist. Die Hauptübung besteht also darin, Dein Kind so oft es geht, in die Bauchlage zu legen.

Die Bauchlage ist ganz schön anstrengend – das wird Dir Dein Schatz vermutlich zeigen. Unterhalte ihn deshalb am besten mit Fingerspielen oder indem Du etwas vorsingst. Wird es irgendwann doch zu viel, drehe Dein Baby wieder auf den Rücken und versuche es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal.

Ich hole mir alles, was ich will

Klappt die Drehung perfekt, folgen die weiteren Entwicklungsschritte Schlag auf Schlag. Kullern, sitzen, robben und krabbeln – innerhalb weniger Wochen wird Dein Baby mobil! Das ist ganz schön viel zu verarbeiten, weshalb es vermutlich schlecht schläft und öfters auf Deinen Arm möchte. Unterstütze es in seinen Entwicklungsschritten und zeig ihm, dass Du für es da bist und ihm hilfst.

Auch jetzt gilt wieder, alles außer Reichweite zu legen. Dein Baby wird sich wieder recken und strecken, vielleicht sogar schon versuchen, die Arme durchzustrecken oder auf die Knie zu kommen. Es kann passieren, dass Dein Schatz sich rückwärts schiebt. Keine Panik, das ist absolut normal. Unterstützen kannst Du ihn, indem Du seinen Raum begrenzt. Lass ihn sich an Deinen Knien abstoßen oder an einer Wand.

Mit dem Robben oder Krabbeln kommt meist zeitgleich das Sitzen. Wahrscheinlich hat Deine Mama schon gesagt: „Dein Baby lernt das Sitzen, indem es mit Kissen gestützt hingesetzt wird.“ Falsch! Dein Baby beginnt von selbst zu sitzen, wenn seine Muskeln so weit aufgebaut sind, um sich aufrecht halten zu können. Erzwungenes Hinsetzen kann Schäden an der Wirbelsäule hervorrufen. Der Weg zum Sitzen ist gar nicht so schwer. Ist Dein Baby erst einmal im Vierfußstand, muss es sich seitlich zurückschieben – und schon sitzt es! Diesen Weg kannst Du Deinem Baby sanft zeigen.

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Wenn Dein Kind eigenständig sitzen kann, darf es auch im Hochstuhl an den Familienmahlzeiten teilnehmen. Nicht nur Grobmotorik ist gefragt, auch die Feinmotorik will gelernt sein. Gib Deinem Schatz am Esstisch etwas in die Hand. Der Löffel beispielsweise unterstützt hier die Entwicklung der Feinmotorik. Steigern kannst Du dies, indem Du das Essen vor Deinem Schatz auf einen Teller legst und er es eigenständig aufnehmen muss.

Auch in diesem Entwicklungsschritt ist Singen sehr beliebt. Mit den entsprechenden Handbewegungen zum Text kannst Du die Aufmerksamkeit mächtig steigern und vielleicht steigt Dein Baby in diesen Tanz schon mit ein.

Um den ersten Geburtstag geht es auf die Beine

Das Entwicklungstempo ist von Kind zu Kind verschieden. Ob Dein Baby nun vor oder erst nach seinem ersten Geburtstag zum ersten Mal aufsteht, spielt keine Rolle. In diesem Entwicklungsschritt kannst Du Deinen Schatz ebenfalls unterstützen.

Wichtig auch hierbei: Freiraum lassen! Setze Deinen Schatz nicht in eine Wippe, in einen Hochstuhl oder in einen sogenannten Gehfrei. Zum Laufen braucht es Muskelkraft, die Dein Kind nur erhält, indem es viel übt. Krabbeln, Stehen und Umherflitzen sorgen für einen gesunden und gleichmäßigen Muskelaufbau.

Du musst Dein Kind nicht immer wieder auf die Beine stellen oder an den Händen mit ihm umhergehen. Ist es reif genug, schafft es diesen Schritt von ganz allein.

Dein Schatz fängt an, aufzustehen und die ersten Schritte zu gehen – brauchst Du nun Schuhe für ihn? Nicht sofort, denn zunächst lernt Dein Kind das Laufen besser barfuß oder mit Stoppersocken. Alles Wichtige zum Schuhkauf danach kannst Du in unserem Ratgeber Auf die Plätze, fertig, los! Lauflernschuhe nachlesen.

Baby läuft barfuss

Wenn Dir langsam die gesungenen Lieder nicht mehr gefallen, kannst Du einfach CDs in den CD-Spieler einlegen. Den meisten Kindern in diesem Alter gefällt die Musik sogar noch besser und es lässt sich wunderbar dazu tanzen. Das Tanzen macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch weiterhin den Muskelaufbau.

Auch die Handmotorik will gelernt sein. Das Aufnehmen von Erbsen oder Mais klappt mit den Fingern vielleicht schon ganz gut. Dann kannst Du gerne Deinem Schatz mal eine Gabel anbieten und mit ihm zusammen das Aufpieksen üben. Wenn beim Essen anfangs nicht der Mund, sondern die Wange oder Nase getroffen wird, macht das gar nichts: Übung macht den Meister! Mit einer speziellen Kindergabel kann sich Dein Baby bei seinen Fehlversuchen nicht verletzen.

Zum Essen die Gabel und in der Freizeit die ersten Malversuche. Jawohl, Du hast richtig gelesen! Setze Deinen Schatz in den Hochstuhl und gib ihm einen Buntstift in die Hand. Du wirst sehen, wie gerne er bunte Striche auf ein Blatt Papier malt. Und Papa wird stolz sein, wenn er das erste Kunstwerk in seiner Arbeit aufhängen kann.

Motorisch fördern kannst Du Dein Baby von nun an mit einfachen Steck- und Puzzlespielen, mit Bilderbüchern, sich bewegendem Spielzeug und dem ein oder anderen Besuch auf dem Spielplatz.

Dein Kind gibt das Tempo vor

Lass Dich nicht stressen! Unter Müttern herrscht meistens ein riesiger Druck, denn das eine Kind kann schon mit vier Monaten sitzen, das andere erst mit zehn Monaten – und manche überspringen das Krabbeln und erkunden am liebsten gleich zu Fuß die Welt! Dein Baby gibt das Tempo vor und beschleunigen kannst Du seine Entwicklung nur minimal.

Genießt Eure Zeit zu zweit und verschwende nicht die kostbare Zeit damit, Deinem Baby schnellstmöglich alles beibringen zu wollen. Jeder Entwicklungsschritt kommt früher oder später von ganz allein.