Hebammen-Sprechstunde – so schlafen Babys am besten

Nora

Du machst Dir Gedanken, wo Dein Baby wohl am besten schläft? Die miBaby-Hebamme Janika Pachale klärt Dich über den perfekten Schlafplatz auf und nennt die Risiken für den plötzlichen Kindstod.

miBaby: Wo sollte das Baby schlafen bzw. welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein?

DSC_5627Hebamme Janika Pachale: Der perfekte Schlafplatz für ein Baby ist grundsätzlich im eigenen Bett im Schlafzimmer der Eltern, das kann ein Beistellbett sein, welches noch eine Verbindung zum Elternnbett hat, oder auch ein normales Babybett. Wichtig ist, dass es in einem Schlafsack schläft. Jegliche Dekoration – wie Kissen, Kuscheltiere oder auch ein Nestchen – müssen aus dem Bett entfernt werden. Die optimale Schlaftemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad Celsius. Worauf Mamis und Papis verzichten sollten: Zigarettenqualm in der Wohnung, das stört nicht nur den Schlaf, sondern es schadet auch der Gesundheit des Kindes.

Babybett, Beistellbett oder Stubenwagen – was ist zu Beginn und was später zu empfehlen?

Zu Beginn ist ein Beistellbett ideal und zudem sehr praktisch. Ich empfehle die Verwendung jedoch nur bis zu dem Zeitpunkt, wenn das Kind mobiler und aktiver wird. Dann steht der Umzug ins eigene Babybett an – trotzdem sollte das Bett noch immer im Elternschlafzimmer bleiben.

Ein Stubenwagen ist eher etwas für die ersten Monate und auch nicht unbedingt als Schlafplatz für nachts, sondern eher für den Tagschlaf im Wohnzimmer gedacht.

Rücken- oder Bauchlage – wie schläft mein Kind am sichersten?

Definitiv in Rückenlage! Das Baby sollte eventuell mal tagsüber unter Beobachtung in Bauchlage liegen. Die Gefahr besteht darin, dass es den Kopf dreht und mit dem Gesicht auf der Matratze liegen bleibt – das kann im schlimmsten Fall zu Atemnot führen.

Was ist plötzlicher Kindstod?  Und wodurch erhöht sich das Risiko des plötzlichen Kindstods?

Der plötzliche Kindstod – auch SIDS (sudden infant death syndrome) genannt – ist der unvorhersehbare Tod eines gesunden Babys (unter einem Jahr) während des Schlafs. Es gibt Faktoren, die SIDS begünstigen – das sind Bauchlage, Überhitzung und Passivrauchbelastung. Eine feste Schlafunterlage hilft dem Kind, sich im Schlaf ausreichend abzustützen. Weder Kopfkissen, Fellunterlagen noch andere weiche Unterpolsterungen gehören ins Babybett. Auch von einer zu langen Schnullerkette ist abzuraten. Der Schlafsack als Deckenersatz ist besonders empfehlenswert, da das Kind so eine optimale Temperatur hat und nicht schwitzt. Die biologische Temperaturregulierung erfolgt über den Kopf und das Gesicht, aus diesem Grund ist sowohl von Mützen als auch von Handschuhe während des Schlafes dringend abzuraten. Kontrollieren kann man die Temperatur bei Babys ganz einfach im Nacken und zwischen den Schulterblättern. Das Stillen und auch enger Kontakt zu Mama oder Papa gilt als einer der größten Schutzfaktoren gegen den plötzlichen Kindstod.

Weiche oder harte Matratze, worauf sollte ich beim Kauf achten?

Ganz klar sollten Eltern eine harte Matratze für ihr Kind kaufen. Außerdem muss sie atmungsaktiv und von unten muss die Möglichkeit einer Belüftung bestehen, da es sonst zu einem Wärmestau kommen kann. Meine Produkttipp ist hier die Matratze „Air Premium“ von Julius Zöllner mit speziellen Lüftungskanälen.

Brauche ich einen richtigen Lattenrost oder reicht eine einfache Platte?

Bei Babys reicht eine Platte mit Lüftungsschlitzen oder Löchern, das gilt vor allem für Beistellbetten und Stubenwagen. Bei Kleinkindern sollte man in einen Lattenrost investieren. Das hängt vor allem mit dem zunehmenden Körpergewicht und Bewegung zusammen – das Bett muss besser gefedert sein und das wirkt sich positiv auf die Wirbelsäule aus.