„Hilfe, mein Kleinkind hat uns beim Sex erwischt!“ – 4 Dos und 3 Don’ts zum Thema

Marlen Greb

Es heißt immer: „Sex ist die natürlichste Sache der Welt!“ Doch was, wenn Dein Kleines Euch mal „stört“? Wie reagiert Ihr möglichst angemessen darauf? Hier ein paar Vorschläge.

Dein Partner und Du haben Sex und auf einmal – ganz heimlich still und leise – geht die Tür auf und Euer Kleines steht vor Euch. Und guckt irritiert. Den meisten wird diese Situation wahnsinnig peinlich sein. Aber im Ernst: Euer Kind hat Euch bestimmt schon öfters mal nackt gesehen. Und Sex ist ja was ganz Natürliches – im Boden versinken braucht man daher also ganz sicher nicht.

Doch wie nun reagieren? Hier einige Ideen von unserer Redakteurin Marlen:

Unsere Dos:

1. „Was hast Du denn, Spatz?“

Erstmal direkt – sollte das Kind vom Sex nichts mitbekommen haben – mit einer Gegenfrage starten. Denn Dein Kind hat ja sicher irgendwas von Euch gewollt, als es ins Schlafzimmer gekommen ist: „Kannst Du nicht schlafen? Musst Du mal Pipi? Magst Du was Trinken?“ So ist Dein Kind erstmal mit dem Beantworten der Frage beschäftigt.

2. „Komm lass uns ins Kinderzimmer gehen, ich les Dir noch ein Buch vor …“

Ablenkung. Ablenkung, Ablenkung und nochmal Ablenkung. Versuche, die Situation geschickt zu überspielen und ganz schnell und unauffällig wieder zur Tagesordnung überzugehen.

3. „Also Spatz, Mama und Papa haben sich ganz lieb …“

Meine Lieblingsstrategie: Was ist schon dabei? Warum nicht ehrlich sein? Meiner Meinung nach spricht echt nichts dagegen, dem Kleinkind ans Alter angepasst und kindgerecht zu erklären, wie das so läuft mit den „Bienchen und den Blümchen“.

4. „Komm, wir kuscheln …“

Wenn Euer Kleines nicht allzuviele Geräusche etc. mitbekommen hat, holt es einfach kurz zu Euch, fragt warum es aufgewacht ist, ob es schlecht geträumt hat etc. Vielleicht kuschelt  ihr auch gemeinsam eine Runde und vielleicht ist es dann schon wieder bereit, zurück in sein eigenes Bett zu wandern.

Unsere Don’ts:

1. Peinlich berührt reagieren

Sex ist nichts Schlimmes und nichts Verwerfliches. Es ist also völlig unnötig, panisch auseinander zu springen und das Thema totzuschweigen. Je natürlicher ihr mit der Situation umgeht, desto einfacher wird dieses Thema für Euch alle.

2. Schimpfen

A lá: „Was schleichst Du Dich auch so an?“ Das schafft nur schlechte Gefühle beim Kind. Bitte nicht schimpfen. Lieber ganz in Ruhe erklären.

3. Nach Ausreden suchen

Sucht nicht nach Ausreden. Je nach Alter des Kindes und je nachdem, ob das Kind überhaupt mitbekommen hat was passiert ist – entweder die Situation übergehen oder aber kindgerecht erklären.

Jedes Kind ist anders

Jedes Kind geht anders mit erlebten Dingen um. Solltest Du bemerken, dass Dein Kind auch Tage später noch Redebedarf hat, dann sprich angemessen mit Deinem Schatz darüber. Ist jedoch alles ganz normal und Dein Kind zeigt keine Reaktion auf das Erlebte, dann belasse es dabei. In dem Fall hat Dein Kleines es verarbeitet und es bedarf keiner weiteren Gespräche. Du wirst merken, wenn es Deinen Spatz beschäftigt und Du etwas unternehmen musst – in dem Fall helfen Gespräche oder professionelle Hilfe.