Reboarder und i-Size – Das neue Gesetz zum Kindersitz

Katharina Grammel

Du hast schon von i-Size, der neuen EU-Sicherheitsnorm für Kindersitze gehört, aber so ganz genau weißt Du nicht, was sich dahinter verbirgt und ob es Dich betrifft? Wir erklären Dir die neue i-Size-Sicherheitsverordnung und zeigen Dir, was sich zukünftig alles ändern wird.

Warum gibt es ein neues Gesetz zur Kindersicherung?

In den letzten Jahrzehnten gab es viele verschieden Arten der Kindersicherung im Auto. Vielleicht kennst Du von Fotos oder Erzählungen, dass Du früher einfach unangeschnallt in der Babyschale oder Tragetasche des Kinderwagens auf die Rückbank gestellt wurdest. Wenige dachten an rückwärts gerichtete Kindersitze. Heute ist das undenkbar und vor allem lebensgefährlich für Dein Kind im Auto!

Deshalb werden diese Vorgaben und Verpflichtungen immer wieder nach den neuesten Erkenntnissen verbessert und optimiert. Seit 20 Jahren gibt es die Kindersitz-Pflicht und mittlerweile wissen die Experten, dass die Kleinkinder im Auto noch besser geschützt und gesichert werden können, indem sie so lange wie möglich rückwärts, am besten mit Isofix, fahren. Du hast auch schon von Reboarder-Sitzen gehört? Du willst überhaupt erst einmal wissen, was ein Reboarder ist? Alles über Reboarder und warum rückwärts gerichtet fahren sicherer ist, erfährst Du in unserem Ratgeber: Reboarder – oder nicht? Antworten auf alle Fragen rund um das Thema.

 

Was genau ist i-Size?

i-Size ist die Bezeichnung für die neue EU-Verordnung ECE R129. Es hat also direkt etwas mit der Reboarder-Pflicht zu tun. Im November 2012 haben die Mitglieder der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) diese Vorschrift beschlossen und seit dem 09.07.2013 ist sie in Kraft.

Nach dem neuen Gesetz müssen alle neu nach i-Size zugelassenen Kindersitze zukünftig noch härteren Anforderungen gerecht werden, bis sie einen neuen Kindersitz auf den Markt bringen dürfen, der nach i-Size zugelassen ist. In einer Übergangszeit bis 2018 können sich die Hersteller noch aussuchen, ob sie ihre neuen Kindersitze nach der (noch) aktuellen ECE R44/04 Regelung zulassen wollen oder schon nach der neuen i-Size-Norm.

Eine wesentliche Änderung und Regelung mit i-Size ist die Klassifizierung nach Größe des Kindes und nicht mehr nach Gewicht. Der Wechsel von der Babyschale zum Kindersitz der Gruppe I wird oftmals zu früh vollzogen, z. B. wenn das Kind schon die 9-kg-Grenze erreicht hat oder die Babyschale langsam zu eng wird. Das neue i-Size-Gesetz besagt, dass Dein Kind bis mindestens 15 Monate rückwärts fahren muss – Eltern müssen sicherstellen, dass das Baby so lange in seinem Kindersitz rückwärts fahren kann. Experten empfehlen sogar bis 24 Monate oder länger reboard zu fahren.

Außerdem fördert i-Size die ausschließliche Befestigung mit Isofix. Viele Kinder werden bei Unfällen trotz sicherer Kindersitze verletzt, weil diese nicht korrekt befestigt wurden. Mit Isofix wird eine Fehlinstallation nahezu ausgeschlossen.

Seit Sommer 2013 können auch Auto-Hersteller ihre Modelle nach i-Size klassifizieren lassen. Das bedeutet zukünftig eine neue und weitere Vereinfachung. Theoretisch musst Du den Kindersitz dann nicht mehr zur Probe einbauen, denn jeder i-Size-Sitz passt in jedes i-Size klassifizierte Auto. Damit Du einen i-Size-Kindersitz nutzen kannst, muss Dein Auto lediglich Isofix haben und in der Typenliste des Kindersitzes auftauchen.

Mein Auto hat kein Isofix. Muss ich mir ein neues Auto kaufen?

Die bisherige Regelung ECE R44/04 bleibt weiterhin bestehen. Das bedeutet, dass auch die alten Kindersitze, die nach dieser Vorschrift oder der ECE R44/03 zugelassen sind, weiterhin verkauft und auch mit Einführung von i-Size genutzt werden dürfen. Das i-Size Gesetz wird im ersten Schritt parallel eingeführt und für die Hersteller ab 2018 die alte Vorschrift ersetzen.

Gibt es schon i-Size Kindersitze?

Reboarder gibt es schon lange auf dem Markt und die Nachfrage ist steigend. Doch nicht jeder Reboarder ist ein i-Size-Sitz, denn die Reboarder-Pflicht gilt zunächst nur parallel zum bisherigen Gesetz. Der beliebte Reboarder Cybex Sirona ist beispielsweise nahe der i-Size-Norm, aber nach der alten ECE R44/04 Vorschrift zugelassen.

Maxi Cosi 2wayPearl

Maxi Cosi 2wayPearl

Erster Kindersitz nach i-Size Gesetz war der Maxi-Cosi 2wayPearl. Zugelassen ist dieser für Kinder zwischen ca. 67 cm und 105 cm und muss nach i-Size mindestens 15 Monate lang rückwärts genutzt werden. Danach steht es Dir frei, ob Du ihn vorwärts oder rückwärts weiter nutzen möchtest. Wir empfehlen Dir aber, Dein Kind bis mindestens zwei Jahre rückwärts reisen zu lassen, besser sogar noch bis vier Jahre. Für ca. 630,- € bekommst Du das Komplettpaket von Geburt bis ca. vier Jahre, bestehend aus der Maxi-Cosi 2wayFix Basis, der Babyschale Pebble und dem Maxi-Cosi 2wayPearl.

Fazit:

Die ECE  R 44 Verordnung war bereits erfolgreich, viele Leben wurden durch sie geschützt und gerettet und sie bietet eine gute Basis Sicherheit. i-Size Gesetz oder ECE R 44 hin oder her – die Experten sind sich einig, dass reboardfahren am sichersten für Dein Kind ist und eine einheitliche Regelung wird kommen. Mit i-Size wird das Sicherheitslevel unserer Kinder definitiv noch weiter ansteigen. Darum raten wir Dir schon heute dringend zum Kauf eines Reboarders für Dein Auto.