Ins Leben tragen

AnjaConstance

Dein Baby bekommt Körperkontakt und Anregungen für den Gleichgewichtssinn und alle Sinnesorgane. Und auch Dir erleichtert es den Babyalltag sehr, wenn Du Dein Kind sicher und geborgen weißt, aber gleichzeitig beide Hände frei hast. Wir verraten Dir, was Du zum Thema Tragen wissen solltest.

 

Ab wann darf ich mein Baby tragen?

Menschenkinder gehören zu den Traglingen. Daher kommen Neugeborene in der Erwartung zur Welt, getragen zu werden. Dein Baby geht automatisch in die Anhock-Spreizstellung mit seinen Beinen, wenn Du es hochnimmst. Diese Haltung ist Voraussetzung für das aufrechte Tragen der Kinder. So können die Hüftgelenke Deines Babys in optimaler Stellung ausreifen. Auch die Wirbelsäulenform eines Babys ist für das Tragen entsprechend konzipiert. Das Tragen im Tragetuch erleichert das Leben unterwegs und auch zu Hause, weil Du die Hände frei hast und Dein Kind sicher und geborgen die Welt entdecken kann. Außerdem könnt ihr so viel besser auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.

Und was ist mit meinem Rücken?

Für Dich wirkt sich das Tragen ebenfalls positiv aus, denn Du wirst durch den „Tragling“ an falschen Bewegungen (wie z.B. das nach vorne bücken statt in die Knie zu gehen) gehindert. Durch das langsam aber stetig zunehmende Gewicht des Kindes wird die Muskulatur entsprechend trainiert. Ein Kind einhändig auf dem Arm zu balancieren führt meist zu einer schiefen Haltung. Im Tragetuch wird das Gewicht gleichmäßig verteilt und es ermöglicht ein körpernahes und damit rückenfreundliches Tragen. Ein Tragetuch ist sehr vielseitig einsetzbar und mit einer Mindestlänge von 4,60 m lassen sich die meisten Tragevarianten binden. Für sehr große Eltern empfiehlt sich ein längeres Tuch.

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Moby Wrap Classic

Für Neugeborene, eher zarte und leichte Kinder sowie Frühgeboren kann auch ein leicht zu bindendes, elastisches Tragetuch wie das Moby Wrap Classic verwendet werden. Dieses sollte aber fest gebunden werden, da das elastische Material noch nachgibt. Auch wenn die meisten Tücher mehr oder weniger gut beschriebene Trageanleitungen dabei haben, ist es empfehlenswert sich das Tragen von einer kundigen Hebamme oder einer Trageberaterin zeigen zu lassen.

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1001 Babytragen – welche ist die richtige für mein Kind?

Mittlerweile gibt es zig verschiedene Modelle in allen möglichen Farben und Designs auf dem Markt der Tragehilfen. Doch die Optik ist hier nicht das Entscheidungskriterium. Während ein Tuch sich immer maßgenau auf das Kind anpassen lässt, muss man bei der Tragehilfe ein paar Punkte mehr beachten. Die Tragehilfe muss die Anhock-Spreizstellung der Beine unterstützen. Der Steg zwischen den Beinen darf also weder zu schmal noch zu breit sein. Er muss von Kniekehle zu Kniekehle passen. Die Beine Deines Babys dürfen nicht hängen und es soll aber auch nicht im Spagat sitzen. Ein Neugeborenes und auch ein eingschlafenes Baby brauchen eine vernünftige Stütze für den Kopf, damit dieser nicht während des Tragens hin und her schlackert. Im Allgemeinen sind für Neugeborene allerdings Tragetücher zu empfehlen.

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Manduca Tragehilfe

Gerade für Neugeborene sind diese Kriterien sehr wichtig und werden nur von wenigen Tragehilfen wie der Ergobaby Komforttrage oder der Manduca erfüllt. Auch bei Tragen, die extra konzipierte Neugeboreneneinsätze haben, muss letztendlich geschaut werden, ob die Maße Deines Babys schon dazu passen. Bewährt hat sich darum die anfängliche Verwendung eines Tragetuches und dann erst etwas später (ca. ab 7 Kilogramm) auf eine Komforttrage zu wechseln.
Da erfahrungsgemäß alle Traglinge gerne auf den Schulterträgern der Trage rumkauen, sind Schultergurtschoner eine sinnvolle Sache. Diese Verhindern das ständige Waschen Deiner Trage und sorgen somit auch für Werterhaltung.

Wie trage ich ein größeres Baby ?

Während die ganz kleinen Mäuse einen Großteil der Zeit im Tragetuch verschlafen, möchte ein älteres Baby von dort aus die Welt entdecken. Dafür kannst Du es auf die Hüfte binden, was mit jedem Tragetuch aber auch mit einigen Komforttragen möglich ist. Besonders einfach in der Handhabung ist ein RingSling . Dieses kurze Tuch lässt sich auch prima in der Handtasche verstauen, wenn Dein Baby schon läuft, aber für längere Strecken dann doch zu schnell müde ist.

Im Tragetuch und den meisten Komforttragen lassen sich die Babys sehr gut auf dem Rücken tragen. Dies ist auch für Dich angenehmer, wenn das Baby schon recht schwer ist. Ein Baby sollte aber auf keinen Fall mit dem Gesicht nach vorne getragen werden. Die Kinder haben so keinen ausreichenden Halt, die Hüftgelenke sind unphysiologisch gestreckt und es findet zuviel Druck auf die Geschlechtsteile statt. Außerdem kann sich Dein Baby so nicht vor der damit verbundenen Reizüberflutung schützen, da ein Wegdrehen und Ankuscheln an Dich nicht möglich ist. Auch für Deinen Rücken ist diese Trageweise alles andere als angenehm.

Was ziehe ich dem Baby beim Tragen an?

Am einfachsten ist es, wenn Du Deinen Tragling mit unter Deine Jacke steckst. Das hat den großen Vorteil, dass Dein Kind beim Tragen von Deiner Körperwärme profitiert und Du kein schlafendes Kind wecken und aus einem viel zu warmen Schneeanzug pellen musst, wenn Ihr von draußen nach drinnen kommt. Es gibt mittlerweile recht hübsche, aber leider wahnsinnig teure Tragejacken auf dem Markt. Eine geniale Lösung ist darum der kumja- Tragejacken-Einsatz mit dem Du einfach Deine normale Jacke mittels eines individuellen Reißverschlussadapters zur Tragejacke umfunktionierst. Für den Winter ist dies wirklich die bestmögliche Option, Dein Baby schön warm zu halten.
Für die nicht ganz so kalten, aber auch noch nicht warmen Tage kannst Du Dein Baby auch mit dem Ergobaby-Fleececover warm halten. Dieses kann mit dem praktischen Regencover  zusammen deinen kleinen Tragling auch vor Regen schützen.

Wie lange kann ich mein Baby tragen?

Selbst wenn Dein Baby schon krabbeln oder gar laufen kann, wird es trotzdem noch viel Zeit auf Deinem Arm verbringen wollen. Eine Tragehilfe wird Dir also noch lange das Leben mit einem kleinen Kind vereinfachen. Die meisten Komforttragen sind auf die Benutzung von mehreren Jahren (anhängig vom Körpergewicht des Kindes) ausgelegt. Im Gegensatz zum Kinderwagen oder Buggy lässt sich eine Tragehilfe überall unkompliziert mit hinnehmen. Die Investition in eine vernünftige Tragehilfe lohnt sich also nicht nur für die erste Babyzeit.