Kaiserschnitt und Co. – Geburtskomplikationen als schlechter Start?

Sandra

Manchmal lassen sie sich einfach nicht vermeiden – Geburtskomplikationen wie Kaiserschnitt, oder ein Dammriss. Welche Auswirkungen sie auf Dich und Dein Baby haben können, und wie sie die erste Zeit prägen können, erfährst Du hier bei uns.

Jede Geburt ist einzigartig

Du hast bestimmt wie jede werdende Mama Angst vor der nahenden Geburt. Werden die Schmerzen sehr schlimm sein? Wird es lange dauern? Muss vielleicht doch ein Kaiserschnitt ausgeführt werden? Geht es meinem Baby nach der Geburt gut?
Diese Fragen sind ganz normal und berechtigt, denn nicht jede Geburt läuft nach Plan. Manche Geburten dauern 48 Stunden, manche sind nach 5 Stunden vorbei. Meistens geht eine Geburt reibungslos vonstatten und Mama und Kind sind wohlauf. Es gibt aber auch Komplikationen, die den Geburtsverlauf und das Wochenbett erschweren können. Vorhersehbar ist kaum einer von beiden möglichen Fällen, da jede Geburt anders ist. Mit einer guten Überwachung der Schwangerschaft durch Ärzte werden diese Komplikationen aber immer seltener.

Mögliche Geburtskomplikationen und ihre Folgen 

Der Kaiserschnitt

Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland wird mittlerweile per Kaiserschnitt geboren. Ein ungeplanter Kaiserschnitt kann viele Gründe haben. Dazu gehören Geburtskomplikationen wie der Geburtsstillstand oder eine zu große Erschöpfung der Mutter. Ebenso wird er vorgenommen, wenn sich die Herztöne Deines Babys verschlechtern und sehr schwach werden. Ein Grund hierfür kann ein Nabelschnurvorfall sein, bei dem die Nabelschnur abgeklemmt wird und die Sauerstoffversorgung Deines Babys abnimmt. Bei Lageanomalien des Babys, zum Beispiel in Beckenendlage, Schräg-, oder Querlage, sowie einer Wehenschwäche wird der Kaiserschnitt vorgenommen, um Mutter und Kind bei der Geburt nicht zu gefährden.

Komplikationen bei dem Eingriff selbst sind relativ selten. Er dauert bis zu eine Stunde und wird nur bei Zeitdruck unter Vollnarkose, ansonsten aber unter einer Regionalanästhesie wie der PDA durchgeführt. Der Vorteil letzterer ist, dass Du wach bleibst und daher schneller für Dein Baby dasein kannst. Du wirst nach der Operation noch zwei Stunden im Kreisssaal überwacht und falls Du noch zu erschöpft bist, kann sich Dein Partner um Euer Baby kümmern und ihm die wichtigen Kuscheleinheiten zukommen lassen.

Die Auswirkungen eines Kaiserschnitts sind im Gegensatz zu einer „natürlichen“ Geburt eventuell schwerwiegender und teilweise psychisch belastend für die Mütter. Bei einem Not-Kaiserschnitt wird die erste wichtige Bonding-Phase mit dem Baby durch die Narkose, Operation und die Versorgung danach verzögert und muss von der Begleitperson übernommen werden. Daher ist ein sofortiges Kümmern und Anlegen des Babys leider nicht möglich und Mütter fühlen womöglich, dass ihnen dieses wichtige Ereignis verloren gegangen ist.

Die Schmerzen durch die Narbe, die durch mehrere Gewebeschichten reicht, können einschränken und das Gefühl erzeugen, sich nicht wie gewünscht um das Baby kümmern zu können. Die ersten Wochen könntest Du daher noch auf Hilfe angewiesen sein, um Dein Baby zu umsorgen, es zu tragen, etc. Schmerzmittel, die mit dem Stillen vereinbart werden können, können aber die Heilung und Dein Wohlbefinden verbessern.

Des Weiteren kann sich durch den Kaiserschnitt der Milcheinschuss sowie die Rückbildung der Gebärmutter verzögern und es verlängert sich der Wochenfluss. Dafür ist  die Menge aber insgesamt geringer. Zudem kann es manchmal sein, dass das Baby nach dem Kaiserschnitt Atemprobleme bekommt. Restliches Fruchtwasser in den Lungen wird bei einer natürlichen Geburt durch die Pressung durch den Geburtskanal entfernt, was hier aber ausbleiben könnte.

Neben den negativen Auswirkungen gibt es allerdings auch positivere Auswirkungen, im Gegensatz zu einer „natürlichen“ Geburt. So haben Mamas nach einem Kaiserschnitt weniger Probleme mit ihrem Beckenboden, den Schmerzen durch einen Dammschnitt oder -riss und weniger traumatische Geburtserlebnisse aufgrund einer anstrengenden und langen Geburt.

Der Dammriss

Der Dammriss ist eine weitere schmerzhafte und belastende Geburtskomplikation. Bei der Geburt dehnen Kopf und Schultern Deines Babys Deine Dammmuskulatur stark und es kann zu Rissen verschiedener Schwere der Haut, der Scheide und der Muskeln kommen. Diese werden nach der Geburt unter örtlicher Betäubung genäht, können aber bis zu mehreren Monaten schmerzhafte Probleme bereiten.

Vor allem der Stuhl-/Toilettengang und das Sitzen ist für einige Zeit unangenehm, da die Narben gedehnt und belastet werden. Die entstehenden Schmerzen schränken Mamas in ihrem Wohlbefinden ein und können auch das Gefühl verursachen, dass man sich nicht vollkommen um sein Baby kümmern kann. Ebenso wird durch die ärztliche Versorgung nach der Geburt die sofortige Bonding-Phase mit dem Baby hinausgezögert und setzt der Mutter nach der anstrengenden Geburt zusätzlich zu, anstatt sie zu belohnen. Manchen Frauen bereiten die Narben auch langfristig Schmerzen oder ein Ziepen beim Geschlechtsverkehr, woraufhin der Frauenarzt aufgesucht werden sollte.

Die Zeit nach der Geburt
Felix,5
Geburtskomplikationen nehmen sowohl Mutter als auch Baby mit und es kommt anfangs manchmal zu Anpassungsschwierigkeiten des Babys sowie Sorgen der Mama, sich nicht genug um ihr Kleines kümmern zu können. Du musst Dir allerdings keine Sorgen machen, selbst wenn bei Dir ein Kaiserschnitt notwendig sein sollte. Das Wichtigste ist, dass es Dir und Deinem Baby nach der Geburt gut geht und Ihr beide gesund seid. Du wirst trotzdem das Wichtigste in dem Leben Deines Babys sein, auch wenn die erste Bonding-Phase verzögert ist, Du es nicht sofort anlegen kannst oder Du aufgrund der Schmerzen die erste Zeit vielleicht das Bett hüten wirst. Nimm Dein Baby zu Dir und genieße die erste Zeit zu zweit mit viel Kuscheln und Zweisamkeit, das entschädigt für alles. Der Haushalt hält auch ein paar Tage ohne Dich aus.