Kann mein Haustier Kinder gefährden?

Katharina Grammel

Haustiere sind die besten Freunde des Menschen. Doch wenn ein Kind in die Familie kommt, ändert sich für Mensch und Tier alles. Wir sagen Dir, wie Du Krankheiten, Eifersucht und andere Gefahren vermeidest.

Haustiere üben auf Kinder eine große Faszination aus. Bei der Auswahl Deines Haustieres solltest Du allerdings ein paar Dinge beachten, damit Dein Kind und Dein Haustier ein Dream-Team werden.

Schon in der Schwangerschaft heißt es Vorsicht

Tiere können Krankheiten übertragen, die schon während der Schwangerschaft gefährlich für Dein Baby werden könnten. Vor allem Katzen übertragen die gefährlichen Toxoplasmose-Erreger. Daher solltest Du auf das Säubern des Katzenklos in der Schwangerschaft verzichten oder aber zumindest Handschuhe dabei tragen.

Sicherheit kann Dir ein Toxoplasmose-Test beim Frauenarzt bringen, dieser sagt Dir, ob Du bereits mit dem Erreger infiziert bist. Denn nur eine Neuinfizierung in der Schwangerschaft ist für Dein Ungeborenes gefährlich. Bist Du bereits infiziert, brauchst Du Dir keine weiteren Gedanken machen.

Schwangere mit Katze_XXL

Welche Haustiere eignen sich für Kinder?

Haustiere sind die besten Freunde des Menschen. Sie sind treue Begleiter und werden auch den Alltag mit Deinen Kindern versüßen. Spielen, toben, kuscheln – all das ist mit Deinem Haustier möglich.

Welches Haustier für Dein Kind geeignet ist, hängt hauptsächlich vom Alter ab. Für kleine Kinder eignen sich Hunde und Katzen, da sie sehr robust sind und es auch mal verzeihen, wenn das taumelnde Kind sie anrempelt. Später, ab dem Schulalter, kannst Du Deinem Kind etwas Verantwortung auferlegen und ihm ein Kaninchen oder Meerschweinchen kaufen, um das es sich alleine kümmern kann. Ein Haustier in der Familie kann sich positiv auf die Entwicklung Deines Kindes auswirken: Häufig ist Dein Kind dann aktiver, weniger einsam und übernimmt mehr Verantwortung. Hyperaktive Kinder lassen sich durch ein Haustier sogar beruhigen, sie werden ausgeglichener.

Reptilien sind für Kinder nicht geeignet. Abgesehen davon, dass Dein Kind wahrscheinlich nichts mit einem Reptil anfangen kann, sind sie zudem wenig robust, eignen sich nicht zum Spielen, können gefährlich werden und teilweise sogar giftig sein. Wenn Du doch ein Reptil hältst, sollte das Terrarium für Deine Kinder unzugänglich sein.

Damit die Freude mit Deinem Vierbeiner nicht durch Krankheit getrübt wird, haben wir Dir ein paar Tipps und Hinweise zusammengestellt.

Haustiere übertragen Krankheiten

Haustiere können die unterschiedlichsten Krankheiten übertragen, wenn die erforderlichen Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden. Diese werden teilweise bei den Tieren nicht bemerkt, für Menschen und vor allem Kinder können sie aber gefährlich werden.

Hunde und Katzen können Würmer, Zecken oder Flöhe haben. Diese Krabbelviecher haben an Deinem Kind nichts verloren, daher solltest Du regelmäßig den Hund entwurmen und mit Deinen Haustieren zum Tierarzt gehen. Aber auch das Absuchen nach dem Spaziergang kann Dir die lästigen Krabbler ersparen.

Auf der Haut von Reptilien finden sich oftmals Salmonellen, die bei Babys Durchfall, Erbrechen und Fieber auslösen können. In den meisten Fällen sind nicht die Kinder selbst, sondern die Eltern durch ihren Kontakt mit den Händen die Überträger.

Baby und Hund schlafen

Wie kann ich mein Kind schützen?

Oberstes Gebot: Regelmäßige Besuche beim Tierarzt und das Haustier, aber auch das Baby, impfen lassen. So können die gängigsten Krankheiten aus dem Weg geräumt werden. Zusätzlich solltest Du eine gute Handhygiene beachten. Hände waschen sollte für Dich selbstverständlich sein, wenn Du Dein Kind berührst, nachdem Du mit Deinem Haustier draußen getobt oder gekuschelt hast. Dadurch entfernst Du schon einen Großteil der Krankheitserreger.

Besonders süß ist es, wenn nicht nur das Kind vorsichtig mit dem Haustier umgeht, sondern auch Dein Hund sensibel im Umgang mit Deinem Schatz ist. Dazu solltest Du jedoch einige Punkte beachten: Auch Tiere können eifersüchtig werden. Gerade, wenn Du Deinen neugeborenen Schatz das erste Mal mit nach Hause bringst, sollten Hunde und Katzen langsam an die neue Situation herangeführt werden. Gut ist es zum Beispiel, wenn sich Baby und Tier in entspannter Atmosphäre beschnuppern können. Dazu setzt Du Dich am besten mit Deinem Baby zum Tier auf den Boden und lässt das Tier so lange schnuppern und schauen, wie es mag. Auch wenn das Kind plötzliche Bewegungen macht und sich Dein Tier erschreckt, ist das kein Grund zur Sorge. Dein Tier muss das lernen und kann das auch.

Tiere merken schnell, wenn sie vernachlässigt werden. Im Falle von Eifersucht kann das Tier plötzlich aggressiv werden – das solltest Du vermeiden, in dem Du beiden – Deinem Baby und Deinem Haustier – genügend Aufmerksamkeit schenkst. Ein Mittel ist das ständige Reden mit dem Tier.

Lasse Dein Kind niemals mit Deinem Baby alleine. Habe immer einen Blick auf Dein Baby, sodass Du im Notfall eingreifen kannst. Dazu zählt auch, dass das Spielzeug Deines Tieres nicht in die Hände Deines Babys gehört. In einer Spielsituation kann beispielsweise ein Hund schon mal zubeißen – auch ohne böse Absicht, einfach im Eifer des Gefechts. Ebenso solltest Du Katzenklos, Käfige, Terrarien und Aquarien außer Reichweite von Kindern aufbewahren. Im Katzenkot befinden sich nämlich gesundheitsgefährdende Bakterien.

Tiere sind die besten Freunde des Menschen und damit das so bleibt, solltest Du diese wichtigen Punkte beherzigen, damit am Haustier Kinder und Eltern lange Freude haben.