Kennst Du alle? – Wenn giftige Pflanzen für Baby Gefahr bedeuten

Nora

Bei vielen Blumen und anderen Ziergewächsen, weiß man beim Kauf gar nicht, dass es sich um eine Giftpflanze handelt. Wir klären Dich auf, von welchen Gewächsen in Haus und Garten Du Dein Kind besser fernhalten solltest.

Schwupps, schon ist es passiert. Da hast Du beim Toben im Garten mit Deinem Kind einmal ganz kurz nicht aufgepasst und schon siehst Du, wie eine Pflanze im Mund Deines Schatzes verschwindet. Ohne lange zu überlegen versuchst Du, die Pflanze aus dem Mund Deines Kindes herauszubekommen. Du kennst diese Situation? Gerade im Garten lauern viele Gefahren in Form von giftigen Pflanzen. Dabei müssen die Kinder die Pflanze nicht unbedingt in den Mund nehmen – meist reicht bei Kindern schon das Berühren oder Spielen mit der giftigen Blume aus, um erste Vergiftungsanzeichen auszulösen. Das erste Gebot lautet: Behalte Dein Kind gut im Auge und achte darauf, dass es nichts in den Mund nimmt.

Nicht jedes Grünzeug ist für Kinder geeignet

Beim Bepflanzen Deines Gartens solltest darauf achten, unbedenkliche Pflanzen zu verwenden, da giftige Pflanzen für Baby eine Bedrohung darstellen können. Nicht nur im Garten gibt gefährliche Gewächse, auch auf der Fensterbank schlummert Grünzeug, das nicht in die Finger von Kindern gehört. Wir sagen Dir, worauf Du achten musst und was auf keinen Fall in einen kinderfreundlichen Garten gehört – schließlich gibt es auch ungiftige Alternativen.

  • Engelstrompete: EngelstrompeteDie Engelstrompete ist vor allem für ihre halluzinogene Wirkung bekannt. Doch die Folgen können verheerend sein. Scopolamin heißt der Giftstoff, der schnell nach der Einnahme zu Sehstörungen, Lähmungen und Herzbeschwerden auslösen kann.
  • Goldregen: GoldregenIn jedem Garten ist der Goldregen ein echter Hingucker, aber Vorsicht: Jeder Teil der Pflanze kann nach dem Verschlucken sogar bis hin zum Tod führen. Zunächst brennt es in Mund und Rachen, dann beginnt man zu zittern und erbricht sich – das kann schließlich zum Kreislaufkollaps führen. Bei Kindern können schon drei bis vier Schoten oder 15 bis 20 Samen tödlich sein.
  • Sadebaum: SadebaumDer Sadebaum ist unscheinbar, aber vor allem für Kinder sehr gefährlich. Eine Vergiftung zeigt sich in Magen- und Darmbeschwerden mit Krämpfen, Blähungen und Durchfall,  Nierenentzündungen und Lähmung.
  • Stechpalme: StechpalmeGerade die roten Beeren sind verlockend für kleine Kinder. Die Giftstoffe bewirken Erbrechen, Magen – und Darmbeschwerden und Durchfälle. Die Menge von 20 bis 30 Beeren kann unter Umständen lebensbedrohlich sein. Aber schon nach der Aufnahme von ein paar Beeren sind erste Symptome zu erkennen.
  • Herbstzeitlose: HerbstzeitloseBesonders gefährlich ist ihre Ähnlichkeit zu Krokussen und Bärlauch. Die bedrohlichen Folgen der Einnahme von nur wenigen Samen der Herbstzeitlose tritt erst einige Stunden später ein. Zuerst kommt es zu Schluckbeschwerden und zu Kratzen und Brennen im Mund- und Rachenbereich. Es stellen sich Erbrechen, Krämpfe und auch blutige Durchfälle ein – Körpertemperatur sowie Blutdruck fallen ab und führen zu einer tödlichen Atemlähmung.
  • TollkirscheTollkirscheDie Beeren der Tollkirsche sind besonders gefährlich. Das Tückische ist, dass die Frucht einer essbaren Kirsche ähnelt und auch der Geschmack süßlich ist. Schon zwei der Beeren genügen, um verheerende Folgen hervorzurufen. Der Körper verkrampft sich, man halluziniert und das Herz rast.
  • Efeu: EfeuEfeu ist ein Kletterstrauch und vor allem an Mauern und Felsen zu finden. Nach dem Verschlucken von zwei bis drei Beeren zeigt sich eine Vergiftung durch Übelkeit und Erbrechen, schnellem Puls, Reizungen von Magen und Darm sowie durch Kopfschmerzen. Bei Aufnahme größerer Mengen an Beeren erfolgen Brechdurchfälle und Krämpfe, Atemstillstand und Schock, ein tödlicher Ausgang ist nicht auszuschließen. Auch äußerlich kann der Efeu allergische Reaktionen auslösen, deswegen solltest Du im Umgang mit Efeu immer Handschuhe tragen.

Gefahr auf der Fensterbank

Baby Girl ( 8 months old ) Crawling On Grass

Auch die Pflanzen in der Wohnung können Giftstoffe enthalten. Wir nennen Dir die drei beliebtesten Pflanzen, die Du außer Reichweite von Kindern aufbewahren solltest:

  • Alpenveilchen: AlpenfeilchenIn vielen Wohnung schmückt das Alpenveilchen die Fensterbank – hierbei ist vor allem die in der Knolle enthaltenen Stoffe gefährlich. Bereits weniger als ein Gramm der Knolle lösen erste Vergiftungserscheinungen aus und acht Gramm gelten als tödliche Dosis! Die Symptome sind Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbrüche sowie starke Magenbeschwerden mit Durchfällen.  Weiterhin kommt es zu Kreislaufstörungen und bei tödlichen Dosen erfolgt Atemlähmung. Der Saft kann auch auf Haut und Augen gefährlich sein.
  • Amaryllis: AmaryllisSchön anzuschauen, aber bloß nicht in Kinderhände geben. Besonders die Zwiebel der Amaryllis ist giftig. Typische Vergiftungserscheinungen sind Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, starker Schweißausbruch, Durchfall sowie Nierenschädigung. Gelangt das Gift auf die Haut, kann es zu Hautreizungen kommen.
  • Tulpen/NarzissenTulpen_NarzissenBesonders die Zwiebeln der verbreiteten Frühjahrsblüher können Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfe auslösen. Schlimmstenfalls kommt es zum Atemstillstand. Narzissen gehören zur Familie der Amaryllis.

Viele Pflanzen oder Gewächse schmecken nicht besonders lecker, sodass Kinder sie ganz schnell wieder ausspucken. Es kommt dann meist nur zu geringen Vergiftungserscheinungen, wie Übelkeit oder Erbrechen. Sollte Dein Schatz aber größere Mengen verschluckt haben, sind die Giftnotrufzentralen in den jeweiligen Bundesländern die erste Anlaufstelle. Wir haben Dir alle Notrufnummern zusammengestellt:

Baden-Württemberg – Vergiftungs-Informationszentrale Freiburg – Tel.: 0761-19240

Bayern – Toxikologische Abteilung der Technischen Universität München – Tel.: 089-19240

Berlin/Brandenburg – Institut für Toxikologie – Tel.: 030-19240

Bremen/Hamburg/Niedersachsen/Schleswig-Holstein – Giftinformationszentrum-Nord – Tel.: 0551-19240

Hessen/Rheinland-Pfalz – Beratungsstelle bei Vergiftungen der Universität Mainz – Tel.: 06131-19240

Mecklenburg-Vorpommern/Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen – Gemeinsames Giftinformationszentrum Erfurt – Tel.: 0361-730730

Nordrhein-Westfalen – Informationszentrale gegen Vergiftungen der Uni Bonn – Tel.: 0228-19240

Saarland – Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen Homburg – Tel.: 06841-19240

Einen Nutzgarten anlegen

Besonders toll für Kinder ist das Anlegen eines Nutzgartens. Dein kleiner Schatz ist zwar jetzt eventuell noch zu klein dafür, aber später, wenn er mehr und mehr auf Entdeckungsreise geht, ist ein Garten optimal. Du kannst Deinen Liebling nicht nur ohne Probleme im Garten spielen lassen, Dein Kind lernt auch, woher das Gemüse kommt. Besonders eignen sich Obst- und Gemüsepflanzen, die schnell wachsen – dazu zählen Erdbeeren, Pflücksalat, Kräuter, Erbsen oder Zuckermais.

Weißt Du schon, wie Du Deine Wohnung babysicher machst? Hier sind unsere Tipps!