Lesefieber – Auch die Kleinsten lieben Vorlesen aus Büchern!

Julia Eickhoff

Wie macht der Frosch? Quak, Quak! Wie macht der Hund? Wau Wau! Wie macht die Kuh? Muuuuh!
Na, erkennst Du Dich hier wieder? Dann bist Du genau richtig! Wir erklären Dir, warum das Bücher anschauen und Vorlesen eine tolle Erfahrung für Dich und Dein Baby ist.

 

Warum ist das Vorlesen so wichtig?

Vielleicht hast Du das große Glück, als Kind mit dem Wort „Vorlesen“ tolle Kindheitserinnerungen gemeinsam mit Deinen Eltern oder auch Großeltern verbinden zu dürfen. Eventuell gemütlich abends vorm Einschlafen am Bett, wenn Dein Opa seine Brille zückte und Dir aus Mecki bei den Indianern vorgelesen hat, oder wenn Deine Mama an einem verregneten Sonntag mit Pipi Langstrumpf und einer Tasse Kakao Deine trübe Stimmung durch das Vorlesen verjagt hat. Du verbindest mit solchen und ähnlichen Erinnerungen nur Positives – was in diesem Fall gut für Dich war, kann bitte auch für Dein Kind eine wunderbare Erfahrung sein.

Beim Bücher schauen oder lesen fühlt sich Dein Kind pudelwohl. Wo kann es schöner sein als auf Mamas oder Papas Schoß? Es geht also nicht nur um das Lesen an sich, sondern um  den Kontakt, das Vertrauen und Nähe. Du zeigst Deinem Kind durch das Vorlesen, dass Du es lieb hast und total gerne Zeit mit ihm verbringst. Mit dem Buch in der Hand sagst Du ihm indirekt: Du bist neugierig und hast Spaß daran, etwas Neues zu lernen. Diese Faktoren sind unheimlich wichtig für die soziale Entwicklung und auch im Hinblick auf den frühen Eintritt der Kinder in die Schule.

Doch auch für das Denken Deines Kindes ist das Vorlesen sinnvoll: Ein zweidimensionaler Ball in einem Bilderbuch muss von Deinem Baby mit dem reellen Gegenstück in Papas Hand in Verbindung gebracht und somit wiedererkannt werden. Diese sogenannte Symbolebene ist die Voraussetzung dafür, dass Dein Kind später Buchstaben und Zahlen lernen kann. Kinder in der Schule, denen regelmäßig vorgelesen wurde, finden sich besser zurecht und sind oft um ein Drittel besser im Lesen als der Durchschnitt. Ein Schulbuch kann also auch durchaus Spaß machen.

 

Ist es nicht super, wenn Kinder Freude beim Lernen haben? Wenn du momentan nicht regelmäßig gemeinsam im Kontakt mit deinem Kind das Vorlesen lebst, hör auf unseren Rat und nimm die Möglichkeit wahr, damit deinem Kind  die Chancen auf einen guten Einstieg in die Schule nicht vorenthalten werden.

Nicht nur in der Schule, sondern auch im Alltag Zuhause kann ein Buch wertvoll sein. Oft entsteht im Laufe des Vorlesens einer Geschichte ein Problem, das am Schluss aber zum Glück aus der Welt geschafft werden kann (der Schluss wird oft als Happy End bezeichnet 🙂 ). Dein Liebling lernt also schon früh, kleine Hindernisse in seiner Welt zu überspringen und weiß, nachher wird doch alles gut. Diese Erfahrung macht das Kind ganz einfach beim gemeinsamen Lesen, wobei der Kontakt nicht zu verachten ist, in Hinblick auf die Qualität der Bindung zwischen Kind und Elternteil.


Natürlich soll Dein Kind durch Bücher nicht zum Lernen gezwungen werden; hauptsächlich geht es doch um Spaß, Spannung, Trost und um jede Menge Phantasie. Alles andere ergibt sich praktischerweise so ganz nebenbei. Übrigens: Für Dich als Vorleser(in) ist die ganze Sache auch ziemlich spannend. Du lernst gemeinsam mit Deinem Nachwuchs im Kontakt seine Vorlieben kennen!

 

Alle Vorteile hier für Dich noch einmal im Überblick:

Vorlesen…

… bedeutet Geborgenheit und Wärme (auf Mamas oder Papas Schoß)

… schafft Vertrauen durch innigen Kontakt

… vermittelt Deinem Kind, dass es neugierig ist und Interesse hat, Neues zu lernen

… fördert das Denken durch das Vorstellen beim Lesen

… regt die Phantasie Deines Kindes an

… schenkt Trost und Spaß

… ist spannend!

Ab wann kann ich meinem Kind vorlesen?

Schon kleine Babys haben Interesse an Bildern, besonders Illustrationen von Tieren und Gegenständen aus dem Alltag – je bunter, desto besser. Sie haben zwar kein Textverständnis, lieben aber Reime und Lieder. Man sagt generell, ab ca. einem Jahr blättern Kinder selbstständig. Aber warum nicht vorher schon Vorlesen und Bilder zusammen anschauen? Du wirst an der Reaktion Deines Babys merken, dass es unheimlich Spaß daran hat, mit Dir zusammen beim Vorlesen Wege zu finden, die Welt da draußen zu entdecken.

Außerdem speichert Dein Kind durch Dein Vorlesen enorm viele Wörter, und wer weiß, vielleicht hat es dann ja auch schon recht früh Lust, mit Dir zu sprechen. Je früher ein Kind anfängt verbal Kommunikation zu betreiben, um so schneller ist es in der Lage, Intelligenz zu entwickeln. 😛 Zu Anfang ist der Inhalt sicherlich schmackhaft, und das kannst Du in diesem Fall ziemlich wörtlich nehmen! Aber auch das gehört zum Kennenlernen und Erkunden dazu.

Ars Edition: Mein Geschwisterchen-Buch

Dein Kleines wird zunächst auch nicht still halten, wenn es eine Zeit lang auf Deinem Schoß sitzt, geschweige denn, abwarten, bis Du den ganzen Text auf Seite 3 vorgelesen hast. Es wird zwischendurch nach vorne und dann wieder nach hinten blättern. Am liebsten machen Babys mit. Fragen wie „Wie macht der Frosch?“, die mit Lauten beantwortet werden können, sind der Renner. Probiert es gemeinsam aus! Schaff mit Deinem Kind am besten Leserituale. Jeden Tag zur selben Zeit eine halbe Stunde.

 

Viele tun dies abends bei einer Gutenachtgeschichte im Bett. Das ist natürlich praktisch, denn Dein Kind wird automatisch ruhiger und legt sich, wenn es alt genug ist, vielleicht sogar selbst ins Bett, weil es auf die Lesezeit und seinen geliebten Vorleser oder die Vorleserin  wartet.

Hättest Du gerne noch weitere Tipps und Informationen? Dann schau doch mal in unsere Serie: Kleine Leseratten – Die besten Bücher für Kleinkinder und Babys zum Vorlesen, Stöbern & Entdecken. miBaby Gründer Björn erzählt über die ersten Bucherfahrungen seiner Tochter Clara, und auch miBaby Mamis sowie Top-Mami-Bloggerinnen geben ihr Statement ab. Und: Wenn Du uns erzählen möchtest, welches Buch Deine Maus nahezu verschlungen hast, dann verrat es uns doch einfach: https://www.mibaby.de/Leseratten-Tipp?reg-lb=41067.

Welche Bücher in welchem Alter?

Ab 3 Monaten

Kuschelbuch Ente Nelli
Coppenrath: Kuschelbuch Ente Nelli

In der ersten Zeit geht es natürlich nicht um das Lesen und Verstehen. Dein Kind soll einfach ein Gefühl für Gegenstände und somit auch für Bücher bekommen. Stoffbücher eignen sich ideal zum Greifen, Fühlen und Reinbeißen. Das Coppenrath Kuschelbuch Ente Nelli ist mit seinen knapp 14,00 € vielleicht nicht ganz billig, überzeugt aber durch die farbenfrohe Optik und jede Menge an flauschigen, rauhen und knisternden Stoffen zum Entdecken. Vielleicht lässt Du Dir das Buch auch einfach von einem lieben Menschen schenken.

 

Ab 6 Monaten

Ravensburger ministeps: Mein allererstes Spiel- und Beißbuch

Auch wenn Dein Baby in diesem Alter vielleicht immer noch nicht soviel versteht, kannst Du ihm auch jetzt zum Greifen, Fühlen und Anknabbern ein Bilderbuch mit dicken Pappseiten geben. Lies Deinem Kind ruhig die kurzen Reime vor. Du wirst merken, dass auch Kleine so etwas neues schon witzig finden. Hierzu eignet sich zum Beispiel das ministeps® Buch: Mein erstes Spiel- und Beißbuch für ca. 9,00 €. Die Plastikecken weichen nicht auf und halten dem ein oder anderen Sturz auf den Boden stand.

 

Ab 9 Monaten

Ravensburger ministeps: Ohren wackeln, Beine zappeln

Mit 9 Monaten wird Dein Baby schon interessierter an dem sein, was ein Buch zu bieten hat. Lange Texte sind aber auch hier fehl am Platz. Bunte Bilder und Fingerspiele fesseln es eher.

Es gibt tolle Bilderbücher mit Löchern, in die Du Deine Finger oder auch mal die Nase stecken kannst, um Dein Kleines zum Lachen zu bringen, wie das ministeps® Buch: Ohren wackeln, Beine zappeln.

 

Ab 1 Jahr

Susanne Lütje: Der liebste Papa der Welt

Jetzt kann auch der Papa mal ran! Mini-Texte, oder besser noch, kleine Verse sind für Deinen Schatz das Allergrößte. Papas haben oft eine andere Leseart, welche den Kindern mindestens genauso gefällt. Die Zeit, die ein Kind mit seinem Vater verbringt, findet wichtige Wirkungen in der ganzheitlichen Entwicklung des Kindes. Der liebste Papa der Welt beinhaltet acht kleine Reimgeschichten und besticht durch die niedlichen, aber dennoch nicht kitschig wirkenden Illustrationen.

 

Ab 2 Jahren

Nun kannst Du Dein Kind gezielt mit in Geschichten hinein nehmen. Vorlesebücher, in denen Kinder mitmachen dürfen, verhindern, dass sie sich schnell langweilen und fördert außerdem noch Textverständnis und Ausdrucksfähigkeit. Toll ist der Duden-Lesedetektiv – Allererste Vorlesegeschichten. Hier gibt es kurze Geschichten sowie auch längere Fassungen, sodass für jedes Kind in unterschiedlicher Entwicklungsphase etwas dabei ist.

Also, ran an die Bücher, denn: Wer (vor)lesen kann, ist klar im Vorteil!