Mami-Bloggerinnen berichten: Wie ich mit den Schmerzen bei der Geburt umging

Katharina

Du bist schwanger und denkst bereits ständig an die Schmerzen, die Dich bei der Geburt erwarten werden? Hier berichten andere Mütter offen und ehrlich über ihre eigenen Erfahrungen!

Wie fühlen sich die Schmerzen bei der Geburt an? Kann man sie mit irgendetwas anderem vergleichen? Was hilft wirklich? Diese und viele weitere Fragen schwirren ganz fleißig in den Köpfen werdender Mütter herum. Natürlich ersparen einem die Antworten darauf nicht automatisch die Schmerzen bei der Geburt. Dennoch ist es gut, wenn man ungefähr weiß wohin die Reise gehen könnte. Daher haben wir für Dich bei drei bloggenden Mamas nachgefragt, welche Erfahrungen sie bei der Geburt gemacht haben und welchen Rat sie anderen Müttern im Nachhinein geben können.

2KindChaos.com: Ganz anders als befürchtet

Auf 2KindChaos.com schreibt Mo Zart gemeinsam mit anderen Müttern über ihr Familienleben mit Mann und Tochter. Immer schonungslos ehrlich und garantiert lesenswert.

mozart„Ehrlich gesagt hatte ich beim Themenkomplex Schwangerschaft – Geburt – Kinderhaben mit Abstand am meisten Angst vor der Geburt. Ich hätte geschworen, dass ich eine Kandidatin für eine PDA bin – und ich habe beide Kinder ohne Betäubung zur Welt gebracht. Wie sich herausstellte, war die Geburt der schönste Teil! Ich bin ein schmerzempfindlicher Mensch, der sehr auf Vertrautes anspricht, der Geborgenheit braucht, um loszulassen und sich zu entspannen, was unter der Geburt wichtiger als alles andere ist. Deshalb traf ich zwei Entscheidungen, die ich jeder Schwangeren nur ans Herz legen kann: 1. Ich habe mich frühzeitig für eine Beleghebamme entschieden. Sie hat mich die ganze Schwangerschaft hindurch begleitet, kannte mich gut, ihr vertraute ich, sie und niemand sonst begleitete meine Geburt im Krankenhaus (hebammengeleiteter Kreißsaal). Und nicht irgendeine Hebamme oder gar Ärztin, die ich nie zuvor sah. 2. Hypnobirthing. Es klingt esoterisch, ist es aber nicht. Es gibt verschiedene Formen. In meiner ging es darum, sich ganz zu entspannen, positive Bilder im Kopf zu haben, eine durch und durch positive Einstellung zu dem Wunder der Geburt zu bekommen. Ich entspannte mich so sehr, dass der Muttermund bei beiden Geburten rasend schnell aufging und beide Geburten nur 4,5 Stunden dauerten. Schmerzfrei waren sie nicht, aber das war auch nicht schlimm. Ich blieb so lange wie möglich zuhause und als ich zeitgleich mit meiner Beleghebamme im Krankenhaus ankam, waren die Wehen schon so stark, dass ich sofort eine PDA wollte. Aber meine Hebamme sagte: „Du kriegst jetzt keine PDA, Du kriegst jetzt Dein Kind!“ Denn: Mein Muttermund war bereits 10 cm geöffnet – also komplett. Ich hatte die gesamte Eröffnungsphase alleine zu Hause bewältigt, versunken in meine Hypnobirthing-Übungen. Im Krankenhaus musste ich dann nur noch pressen. Das war der schönste Teil. So aktiv. Ich konnte meinem Kind auf diese Weise aktiv auf die Welt helfen.“

Rubbelbatz: Niemals mehr als man ertragen kann

Johanna und ihr Mann verewigen auf ihrem Blog Rubbelbatz ihr Familienleben online auf eine sehr authentische und vielseitige Weise. Eine sehr sympathische Familie, die werdenden Eltern eine Menge Gutes mit auf den Weg geben kann!

IMG_20160426_111418-277x300„Zum Thema Geburt und Geburtsschmerz hatte ich immer eine recht festgefahrene Meinung: An einer Geburt gibt es nichts Schönes, das ist einfach nur anstrengend und tut höllisch weh. Geburt war für mich schon immer gleichbedeutend mit der schlimmsten Schmerz-Prozedur, die ich mir vorstellen konnte. Man könnte fast meinen, dass diese Einstellung zur sich selbst selbsterfüllenden Prophezeiung wurde. Meine Hebamme war für mich eine große seelische Hilfe. Irgendwie ist es ihr gelungen mir verständlich zu machen, warum die Geburt auch etwas Schönes sein kann. Wir haben genau durchgesprochen, wie wir körperlich und gedanklich mit den Wehenschmerzen umgehen können und wie wir gemeinsam diesen Abschnitt durchleben können (z.B. mit (Fuß-)massagen und Beruhigungstechniken). Auch mein Mann war nach dem Kurs sehr beruhigt, er fühlte sich weniger hilflos. Als es mit der Geburt losging, wartete ich auf die Pausen zwischen den Wehen, so wie wir es gelernt hatten. Es kam keine. Dass das bei anderen Frauen nicht so ist, war mir in dem Moment nicht klar. Ich war hauptsächlich damit beschäftigt, mit dem Schmerz zurechtzukommen. Ich hatte einen sogenannten Wehensturm, wie ich später herausfand. Ich konnte mich kaum bewegen und zitterte am ganzen Körper. Nachdem ich Wehenhemmer bekam, kamen die Presswehen. Eine neue Qualität von Schmerz, ebenfalls ohne Pausen. Hier hatte ich das Gefühl, die Kontrolle über meinen Körper komplett verloren zu haben. Konnte ich mich vorher in mich zurückziehen und die Schmerzen stoisch erdulden, so war ich jetzt wie ferngesteuert. Mein Körper presste, ich musste also aktiv werden. Das „faszinierende“ am Geburtsschmerz ist, rückblickend betrachtet, dass er immer auf einem Level blieb, das gerade noch zu ertragen war. Wenn es noch ein bisschen schlimmer wird, dachte ich oft, dann halte ich es nicht mehr aus. Das geht gerade noch, aber mehr ertrage ich nicht. Als würde das Schmerzlevel 9,99 nie übersteigen. Meine Gedanken richteten sich vor allem auf eine Tatsache: irgendwann würde es vorbei sein. Irgendwann kommt er raus und es ist vorbei. Ein Zurück gibt es in dieser Situation ja ohnehin nicht und das spürt man auch ganz deutlich. Dass so etwas wie bei mir passiert, ist allerdings sehr selten. Ich rate anderen werdenden Müttern keine Angst zu haben. Die Schmerzen, auch wenn sie unfassbar stark waren, kann man aushalten. Irgendwie schafft man das. Und als Mutter würde man das für sein Baby immer und immer wieder tun. Das und noch viel mehr.“

Motherbirthblog: Eine Frage der Einstellung

Zweifachmama Andrea schuf mit motherbirthblog eine Plattform, die werdenden Müttern jede Menge Mut machen kann. Sie berichtet nämlich nicht nur sehr genau und erfrischend ehrlich, sondern überzeugt vor allem durch ihre besonders positive Herangehensweise!

index„Ich konnte mich während meiner ersten Schwangerschaft nicht vor den allgegenwärtigen Geschichten über schmerzerfüllte Geburten schützen. Sie schienen überall zu sein: in meinem privaten Umfeld, in Filmen und im Fernsehen. Meine Devise lautete deshalb: Augen zu und durch! Was auch sonst. Ein Tunnelblick entstand, der einzig und allein auf den zu erwartenden Geburtsschmerz ausgerichtet war. Ich stellte mir deshalb immer wieder die Frage: „Wie kann ich mich bloß darauf vorbereiten? Wie soll das gehen?“ In meinem Kopf kreisten die Gedanken immer wieder um diese schrecklichen Schmerzen. Wie sollte ich die bloß aushalten können? Ich war doch kein Fakir! Ich informierte mich eingehend über verschiedene Methoden zur Schmerzbekämpfung. Es erschien mir zum damaligen Zeitpunkt das einzig sinnvolle und wirksame Mittel gegen die unvermeidlich kommende Pein. Aber die eine entscheidende Frage stellte ich mir nie: „Ist die schmerzhafte Geburt eine unabänderliche Realität – ein Schicksal das jede Frau unweigerlich trifft – oder sind Geburten ohne Schmerzen eventuell doch möglich?“  Ich stellte den inhaltlichen Wahrheitsgehalt dieser negativen Berichte niemals in Frage, obwohl mir die eigenen Erfahrungen fehlten. Ich habe blind vertraut, daran geglaubt und den Schmerz erwartet. Ein Muss sozusagen. Vom Kopf her war ich so von der Idee des Leidens und der Schmerzen eingenommen – ja besessen –, dass als logische Konsequenz der Körper einfach folgen musste… Mir war dies leider damals nicht klar. Als Vorbereitung auf meine zweite Geburt besuchte ich einen Hypnobirthing-Kurs und lernte als erstes: „Du darfst Nein sagen zu den Horrorgeschichten, die an dich herangetragen werden. Du kannst und solltest sie abblocken, da sie deine Gedanken vergiften! Die Erwartung an den Schmerz kann ihn selbst auslösen. Dein Köper allein fühlt keinen Schmerz. Er sendet lediglich neurologische Reize. Ob sie Schmerzen bedeuten, entscheidet dein Kopf!“  Man könnte sagen, dass es eine Art Interpretationssache des Kopfes ist, ob man von einer Welle des Schmerzes überrollt wird, oder ob man sich schmerzfrei treiben lässt. Zu provokant formuliert? Ich kenne beide Extreme aus eigener Erfahrung – ich weiß wovon ich schreibe! Bei meiner ersten Geburt habe ich furchtbare Schmerzen erlitten, die ich fast nicht ertragen habe, aber ich durfte auch eine weitere Geburt erleben, die weit abseits von irgendeiner Art Schmerz war. Mein Körper folgte beide Male meinem Kopf. Der einzige Unterschied: meine Erwartungen!