Männer im Kreißsaal: 9 Typen von Kollaps bis Papa-razzi

Katharina

Könntest Du Dir vorstellen, Dein Kind ganz ohne Deinen Partner zur Welt zu bringen? Aber wie stellen sich Männer als Unterstützung bei der Geburt eigentlich so an? Bei unserer Übersicht verschiedener Typen von Papas im Kreißsaal gibt es für Dich so einiges zum Schmunzeln!

Kaum zu glauben! Was heute ganz normal scheint, ist tatsächlich noch gar nicht so lange gang und gäbe. Denn wusstest Du, dass Männer im Kreißsaal erst in den 70-er Jahren zum Thema für werdende Mamas wurden? Bevor dieser neue Trend einsetzte, war die Entbindung reine Frauensache. Heute sind durchschnittlich sogar mehr als 90 % der Männer im Kreißsaal mit dabei, um ihre Partnerin zu unterstützen und ihr Kind gemeinsam auf dieser Welt zu begrüßen. Seitdem kursieren zahlreiche Geschichten von in Ohnmacht fallenden Vätern und Ohrfeigen verteilenden Frauen in den Wehen. Anfang Juli 2016 ging das Bild eines Vaters um die Welt, der während der Geburt im Kreißsaal mit seinem Smartphone im Spiel Pokémon Go auf Pokémon-Jagd ging!

Doch was ist da dran? Sind Männer im Kreißsaal etwa mehr eine nervenzehrende Belastung als ein hilfreicher Beistand? Wir haben in dieser (mehr oder weniger ernst gemeinten) Übersicht verschiedene Typen von werdenden Papas gesammelt!

Der Passive

AkmPdyi-bPXEJc47Mpm5KoTepLkCT1RZBwlHecelT40Der Passive kann noch zuhause herrlich schlafen, während seine Partnerin sich nachts im Bett mit den ersten Wehen quält. Während sie sich aufgeregt die passende App herunterlädt, um den Abstand zwischen ihren Wehen zu messen, ist er noch ganz tief im Land der Träume versunken. Für die werdende Mutter wird dies zum Albtraum, wenn auch sämtliche Weckversuche nur zu einem müden Zwinkern führen. Aus Verzweiflung behauptet sie daher lieber, ihre Fruchtblase wäre bereits geplatzt. Für Männer bekanntlich eine schreckliche Vorstellung, der den Passiven dazu bringt, Frau und Kliniktasche ins Auto zu verfrachten, und endlich loszufahren. Doch auch im Kreißsaal mutiert der Passive nicht wie von Zauberhand zum Wunschbeistand. Irgendwann hört seine Frau auf zu zählen, wie oft er bereits auf sein Handy geschaut hat oder den Raum für ein kleines Päuschen vom Nichtstun verlassen hat. Die gute Nachricht: Spätestens beim ersten Schrei seines Kindes erwacht auch dieser Typ Mann aus seiner passiven Haltung und kann es meist kaum erwarten, sein Baby endlich kennenzulernen.

Der Papa-razzi

g6btJ7gavcov97qFuCADleTs_fgAafDqG6R-YeKG90gSeitdem selbst die meisten Handys mit einer ziemlich guten Kamera ausgerüstet sind, hat jeder werdende Vater die Möglichkeit, zu einem waschechten Papa-razzi zu werden. Diese besondere Spezies von Männern im Kreißsaal sieht es als ihre gottgegebene Aufgabe an, den Geburtsvorgang genauestens für die Nachwelt zu dokumentieren. Auch wenn es seine Partnerin vielleicht noch ganz süß fand, als er während der Schwangerschaft  den Babybauch aus allen möglichen Perspektiven knipste: Spätestens wenn sie wie bescheuert am Pressen ist und er ganz eifrig damit beschäftigt ist, den passenden Kamerawinkel zu suchen, ist Schluss mit lustig! Liebe Männer: Frauen wollen nicht, dass ihr keine Zeit zum Händchenhalten habt, weil ihr gerade den schönsten Instagramfilter für euren neuesten Schnappschuss aussucht. Sie wollen auch später nicht ihr schmerzerfülltes Gesicht auf hunderten von Fotos sehen. Und sie wollen auch ganz sicherlich keine Nahaufnahme davon, wie der ganze Spaß von dort unten aussieht. Also seid auf der Hut. Schließlich können nicht nur Promis handgreiflich werden, wenn sie gegen ihren Willen zu den unpassendsten Gelegenheiten abgelichtet werden. Die gute Nachricht: Sobald euer kleiner Schatz auf der Welt ist, wird der Papa-razzi garantiert das wunderschönste Selfie von euch dreien gemeinsam machen. Und dieses wird für euch für immer eine der tollsten Erinnerungen an das Abenteuer Geburt sein.

Der Hilflose

z81mkbxXJdeai4Iq5STuwWjCXcCQ9z2keBfCpyUftHEWas Frauen nicht alles erleiden müssen, wenn sie ein Kind zur Welt bringen. Höllische Schmerzen und Geburtsverletzungen sind da noch gar nicht der Gipfel des Eisberges. Da sollte man doch meinen, dass ihnen dafür wenigstens sämtliches Mitgefühl und die völlige Aufmerksamkeit im Kreißsaal zustehen, oder? Leider ist das nicht immer der Fall. Denn zu den vielen Typen von Männern im Kreißsaal gehört auch der Hilflose. Er ist schon leichenblass, wenn er gerade erst den Ort des Geschehens betreten hat. Und das wird auch nicht besser, je näher der Zeitpunkt der Geburt rückt. Die Hebammen müssen ständig ein Auge auf ihn haben, da sie Angst haben, er könnte jederzeit kollabieren. ,,Brauchst Du noch etwas? Kann ich Dir irgendetwas Gutes tun?“ – Das bekommt dann plötzlich nicht mehr die werdende Mutter zu hören, sondern der hilflose Vater. Wenn zig Packungen Traubenzucker aufgebraucht sind und seine Partnerin plötzlich mehr mit seinem als mit ihrem eigenen Leid beschäftigt ist, läuft eindeutig etwas falsch. Vielleicht sollte der Hilflose dann lieber im Flur weiterleiden und hoffen, dass das Ganze bald ein positives Ende nimmt. Die gute Nachricht: Weil Du in dieser Ausnahmesituation für Euch beide stark warst, kehrt endlich wieder Farbe in das Gesicht des Hilflosen zurück und ihr könnt euch wieder gemeinsam ganz entspannt Eurer frischgebackenen Familie widmen.

Der medizinisch Interessierte

m-nMFWhAK2qDKDjSP_EVkKxvE1khFlUdxoRbjJ0jJ_cDein Partner schaut am liebsten Dokumentationen und seine Neugier kennt auch im Alltag keinerlei Grenzen? Herzlichen Glückwunsch. Die Chancen stehen gar nicht so schlecht, dass er während der Entbindung im Kreißsaal zum medizinisch Interessierten wird. Das ist jedoch vermutlich noch viel zu nett formuliert. Anstatt mit Dir mitzufühlen, löchert er nämlich lieber das Fachpersonal mit seinen unzähligen Fragen. ,,Wie hoch muss der Wert hier auf dem Wehenschreiber sein, damit es richtig weh tut?“ ,,Kann da denn gar nichts schief gehen, wenn die Nadel für die PDA so tief in den Rücken kommt?“ ,,Wie spüren sie so genau, wie weit der Muttermund bereits geöffnet ist?“ Wenn sie Glück hat, gelingt es der Partnerin des medizinisch Interessierten bei der ganzen Fragerei auf Durchzug zu schalten. Vielleicht sollte sie jedoch während er mal eben zur Toilette muss mit der Hebamme ausmachen, dass sie auf seine Fragen am besten nur mit einem desinteressierten Schulterzucken reagiert bis er hoffentlich den Spaß daran verliert. Aber vergiss nicht, wenn Dein Mann kurz nach der Entbindung neben dem Arzt steht und bei der Nachgeburt und dem Nähen zuschaut, dann hast Du jedes Recht, ihn von dort wegzuschicken. Neugier hin oder her. Die gute Nachricht: Wenn euer Baby das erste Wehwehchen hat, dann musst Du nicht stundenlang Dr. Google befragen. Denn das wird der medizinisch Interessierte gerne für Dich übernehmen. Außerdem wird er mit der großen Neugier Eures kleinen Schatzes gut umgehen können.

Der Clown

dxbIAu9aUkIYzvLD5qAGAj2OBplmP7fF8mfB2pyIGBY,,Ein bisschen Spaß muss sein“. Das gilt doch eigentlich für die meisten Situationen im Leben. Doch wie bei allem gibt es auch eine Grenze. Und die ist im Kreißsaal oft schon viel früher erreicht als an anderen Orten. Zu Beginn wirst Du bestimmt noch lachen, wenn der Clown die ein oder andere witzige Bemerkung fallen lässt, und damit die Stimmung im Kreißsaal oben hält. Du bist vielleicht sogar stolz, wie schnell sich Dein Partner mit seiner lockeren und offenen Art bei der Hebamme und dem Arzt beliebt gemacht hat. Doch mit wachsendem Schmerz sinkt auch die Aufnahmefähigkeit für Humor. Besonders wenn die Witze immer schlechter werden, je länger sich der Entbindungsvorgang hinzieht. Und dann sollte das Comedyprogramm auch lieber ohne Applaus beendet werden. Denn irgendwann sollte der Kreißsaalclown einsehen, dass er seiner Liebsten mit seinem (humorlosen) Beistand gerade besser helfen kann als mit Witzchen und Spielereien. Die gute Nachricht: Sobald das Schlimmste überstanden ist, wirst Du auch wieder über Deinen Clown lachen können. Und Euer Baby wird der frischgebackene Papi zu jeder Gelegenheit spielend leicht zum Lachen bringen.

Das Muttersöhnchen

NQi8w2Hxqq059TyxAGz-o0UOsEBg21NccZtacnkmLuUSobald man selbst Mutter ist, wünscht man sich, dass die gute Beziehung zwischen Mutter und Kind auch immer möglichst eng bleibt. Doch eine zu innige Verbindung zwischen dem eigenen Partner und der Schwiegermutter hat schon für so manche Beziehungsprobleme gesorgt. Diese können sich sogar im Kreißsaal zu ungeahnten Ufern ausweiten. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Mutter sich freut, auch endlich Oma zu werden. Doch muss sie deswegen auch gleich vor der Kreißsaaltür sitzen? Und muss das Muttersöhnchen deshalb gleich zu jeder Gelegenheit die Hand der werdenden Mama loslassen, um draußen seiner eigenen Mama von jeder Kleinigkeit zu berichten? Doch es wird nicht zwangsläufig besser, wenn die Schwiegermutter zuhause auf die Geburt ihres Enkelkindes wartet. Wenn das Muttersöhnchen dann die Hände nicht von seinem Handy lassen kann, um seiner Mutter ständig SMS zu schreiben, dann nervt das eindeutig. Schlimmer geht es nur, wenn er wegen des schlechten Empfangs im Krankenhaus ständig das Gebäude verlässt. Was soll er denn dann seiner Mama erzählen, wenn er die Geburt verpasst hat? Die gute Nachricht: Die Chancen sind hoch, dass das Muttersöhnchen beim Anblick seines eigenen Babys seine Mama mal für eine Zeit lang vergisst. Denn er ist hin und weg. Und eine engagierte Omi als Babysitterin zu haben, ist gar nicht mal so schlecht.

Der Macho

hF5LT6-pD11Vj0-_rvtO2B3fmBSfiGyt_Ozc6u747DQ,,Stell Dich doch nicht so an, Schatz!“ – Das gehört eindeutig zu den Sätzen, die Männer im Kreißsaal unbedingt vermeiden sollten. Denn erstens haben sie keine Ahnung davon, wie schmerzhaft eine Geburt in Wirklichkeit ist. Und außerdem wirken solche Kommentare nicht gerade verständnisvoll und ermutigend. Denn auch wenn der Macho meint, er wisse, was Schmerz ist, weil er sich beim Aufhängen eines Bildes mal mit dem Hammer auf den Daumen geschlagen hat, sich beim Fußballspielen mal nach einem Faul auf dem Rasen lang gemacht hat oder nach dem Fitnessstudiobesuch von Muskelkater geplagt ist – das alles ist nichts im Vergleich zu den Schmerzen, die eine Frau während der Entbindung ertragen muss. Die meisten Frauen sind sich einig, dass ein Mann diese niemals ertragen könnte – Stichwort: ,,Männergrippe“.
Also lieber Macho, Du solltest Deiner Partnerin lieber sagen, wie stark und tapfer sie ist, und ihr egal was kommt den Rücken stärken. Wenn Du dazu verleitet bist, einen anderen Kommentar loszuwerden, dann beiß Dir lieber auf die Zunge. Denn das tut nicht so weh, wie die Ohrfeige einer Frau, die gerade in den Wehen liegt. Die gute Nachricht: Bei den meisten Machos verbirgt sich hinter der starken Fassade auch ein weicher Kern. Und der droht zu schmelzen, wenn sie ihr kleines Baby zum ersten Mal sehen. Spätestens dann werden sie ihrer Frau dankbar sein, dass sie all die Schmerzen für ihr gemeinsames Familienglück ertragen hat.

Der Streber

BRr4gSohrJO9Xj-5_F0E3yRWX33ZwE_TIGDItDicE_kDie meisten Frauen freuen sich sehr darüber, wenn ihr Partner sie zum Geburtsvorbereitungskurs begleitet. Noch größer ist die Freude, wenn er dort auch tatsächlich aufmerksam zuhört und all die Informationen und Übungen nicht gleich aus seinem Gehirn löscht, sobald er den Raum verlässt. Doch wie immer ist die Grenze zwischen einem fleißigen Schüler und einem nervigen Streber fließend. Nicht wenige Frauen werfen alles, was sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben über Bord, wenn es erst einmal so richtig losgeht. Denn was damals auf den Yogamatten angenehm war, muss es nun nicht unbedingt auch im Kreißsaal sein. Blöd nur, wenn der Streber an seiner Lieblingsatemtechnik aus dem Kurs festhält, und seiner Partnerin ständig ins Gesicht hechelt. Irgendwann kann sie auch nicht mehr hören: ,,Schatz, probier doch mal die eine Übung aus!“ Der Streber kann in dieser Extremsituation einfach nicht mehr zwischen Theorie und Praxis unterscheiden und bringt dadurch seine Partnerin an den Rand des Wahnsinns. Die gute Nachricht: Der Streber hat beim Geburtsvorbereitungskurs mit hoher Wahrscheinlichkeit auch beim Thema Babypflege gut zugehört. Er wird Dich also auch beim Windelnwechseln und Co. mit vollem Elan unterstützen.

Der Engel unter den werdenden Vätern

GQh9wVbN2Uen9s61PsxZDuzwErRntpTqLzDk9D-QhIMDoch es soll ihn auch wirklich geben. Den Typ Mann, der im Kreißsaal einfach alles richtig macht. Er besorgt immer in Windeseile Essen und Getränke, wenn seine Angebetete Hunger oder Durst hat. Außerdem hat er stets ein kühles Tuch parat, um es seiner Partnerin auf Wunsch liebevoll auf die Stirn zu legen. Manchmal ist es für die Wehen auch gut, gemeinsam einen kleinen Spaziergang um das Krankenhaus zu machen. Ein engelhafter werdender Vater wird dabei gut auf seine Frau aufpassen. Zurück im Kreißsaal wird er ihr mit liebevollen Worten und Berührungen zu spüren geben, dass er die ganze Zeit über für sie da ist. Und wenn es so kommen sollte, wird der Engel sich seiner Partnerin zuliebe auch mal völlig zurückhalten können. Denn er wird alles tun, um seiner Frau ein guter Beistand zu sein. Die noch bessere Nachricht: Wenn es erst einmal geschafft ist, wird er sich um Euer gemeinsames Baby garantiert genauso liebevoll kümmern wie um Dich!

Natürlich wünschen wir Dir, dass Dein Mann mindestens zu 90 % für Dich ein richtiger Engel im Kreißsaal sein wird. Wenn er dann aufgrund der restlichen 10 %, die ebenfalls in ihm stecken, mal die Kamera zückt, kurz blass wird oder einen nicht ganz passenden Spruch abliefert, dann wirst Du ihm das hoffentlich zumindest im Nachhinein verzeihen können. Denn was wirklich zählt ist, dass ihr nach dem ganzen Drama um die Entbindung endlich euer neues Familienmitglied im Arm halten könnt.

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