Alles pipileicht? Dein Baby geht aufs Töpfchen

Marlen Greb

Dein Baby geht aufs Töpfchen. Ein Meilenstein in der Entwicklung Deines Kindes. Doch welche Arten von Töpfchen gibt es? Hier erfährst Du, wie Ihr diese aufregende Zeit stressfrei, spielerisch und ohne Druck angehen könnt.

Sauberkeitserziehung

Eigentlich ist dieser Begriff nicht korrekt. Denn „sauber werden“ hat nichts mit Erziehung im eigentlichen Sinne zu tun. Es ist ein Hirnreifeprozess.

Selbstverständlich sollst Du Dein Kind in seiner Entwicklung fördern und ihm, sobald es Interesse an Töpfchen und Toilette zeigt, auch die Möglichkeit geben sich auszuprobieren.

Jedoch sollte dies ganz behutsam und ohne Druck geschehen, denn man kann ein Kind nicht zur Sauberkeit „erziehen“. Ein Drängen würde das Interesse an Töpfchen & Co. nur versiegen lassen; das Kind bekommt Hemmungen vor dem Topf und schlimmstenfalls sogar vor dem Stuhlgang.

Jedes Kleinkind entwickelt sich anders. Es gibt Babys, die sehr früh laufen, dann wiederum gibt es Babys, die sehr früh sprechen. Manche Kinder sind in beiden Bereichen früh dran. Wieder andere in beiden recht spät.

Dies ist KEIN Zeichen dafür, dass mit Deinem Schatz etwas nicht stimmt oder Du eine schlechte Mama/ein schlechter Papa bist. Es ist schlicht und ergreifend ein natürlicher Hirnreifeprozess, der bestimmt, WANN Dein Kind in der Lage ist, WAS zu erlernen. Und genauso verhält es sich auch mit dem „sauber werden“.

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Doch woran merke ich, dass der richtige Zeitpunkt für das Ablegen der Windel gekommen ist?

Wichtig ist, Dein Kind gut zu beobachten und auf erste Anzeichen zu achten:

  • Dein Kind interessiert sich für das Töpfchen/die Toilette? Prima! Lass es imitieren und nachmachen, was Mama und Papa dort tun.
  • Dein Schatz beginnt zu bemerken, wenn er ein „Geschäft“ verrichten muss bzw. dies bereits getan hat und kommuniziert das auch (über sprechen, in den Schritt greifen, an der Hose ziehen etc.).
  • Dein Kind unterbricht seine aktuelle Aktivität, um sein „Geschäft“ zu verrichten.
  • Deinem Kleinen ist anzumerken, dass es sich mit voller Windel unwohl fühlt.

Sind einige dieser Anzeichen vorhanden, macht es Sinn, dem Wunsch Deines Kindes nachzukommen, die Windeln langsam, spielerisch und ohne Druck abzulegen.

Der nächste Schritt: Der Kauf des passenden Töpfchens und die Wahl des optimalen Ortes

Besorge gemeinsam mit Deinem Kind ein tolles Töpfchen oder einen Toilettensitz. Suche anschließend einen schönen Platz dafür aus und ermuntere Dein Kind, den Ort aufsuchen zu dürfen, wann immer es mag.

Die Qual der Wahl – Wie finde ich das richtige Töpfchen?

Es gibt eine wahnsinnig große Auswahl an Töpfchen und Co. Der Fantasie sind, vor allem was das Design betrifft, nahezu keine Grenzen gesetzt.

Im Geschäft wird unterschieden zwischen dem Töpfchen, dem WC-Sitz und dem Toilettentrainer. Hier eine kurze Info zu den Unterschieden der verschiedenen Arten von Töpfchen inklusive passender Produktbeispiele:

Das Töpfchen

Das klassische Töpfchen besteht in der Regel aus Kunststoff und wird zur Verrichtung großer und kleiner „Geschäfte“ einfach auf den Boden gestellt.

Es ist kinderleicht sauber zu halten und nimmt nur sehr wenig Platz in Anspruch. Es gibt Töpfchen, die eine gepolsterte Sitzfläche haben, was zusätzlichen Sitzkomfort bietet. 
Wer es gerne ein bisschen verspielter mag, wird bestimmt die Fisher-Price Baby Gear „Meine erste Toilette“  mit Sound und allerlei Geräuschen mögen, bei der etwa die Toilettenspülung realitätsgetreu imitiert wird.

Der WC-Sitz

Ein WC-Sitz besteht in der Regel ebenfalls aus Plastik – auch hier besteht die Möglichkeit, einen Sitz mit gepolsterter Sitzfläche zu erwerben. Der Unterschied besteht darin, dass der WC-Sitz direkt als Aufsatz auf das Erwachsenen-WC gelegt wird.

Der Toilettentrainer

Toilettentrainer werden wie WC-Sitze direkt auf dem Erwachsenen-WC befestigt. Allerdings verfügen diese noch über eine Treppe, die es dem Kind ermöglicht, die Toilette selbst zu „erklimmen“.
Welche die richtige Lösung für Dein Kind ist, müsst ihr gemeinsam herausfinden. Es gibt Kinder, die verweigern klassische Töpfchen und wollen direkt die große Toilette (mit Aufsatz) benutzen oder andersherum. Hier hilft nur ausprobieren, ermuntern und ermutigen. Doch egal, ob Du Dich für Toilettentrainer, WC-Sitz oder das klassische Töpfchen entscheidest, hier findest Du jeweils die miBaby-Topseller!

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Bücher rund ums Töpfchen zum Staunen und Lernen:

Es gibt ganz tolle Bücher zum Thema „Topf“, die dem Kind anschaulich und spielerisch erklären, wie diese Sache mit dem „Geschäft“ so funktioniert.

Ganz besonders zu empfehlen sind die Bücher:

„Moritz Moppelpo braucht keine Windel mehr“ und

„Was hast du in deiner Windel?“.

 Willkommen in der Welt der Höschenwindeln:

Nun ist auch der Zeitpunkt für Höschenwindeln gekommen. Diese können, genau wie eine Unterhose, einfach hoch und runter gezogen werden. Besonders empfehlen sich hier die Pampers Easy Up Pants.

Die nächste Zeit wird für Euch als Eltern etwas anstrengend, denn Euer Schatz wird, sollte er Gefallen am Töpfchen finden, dieses sehr häufig benutzen wollen. Dieses Neue im Leben Eures Kindes ist einfach zu spannend. 😉

Mein Kind ist mit 3 noch nicht sauber – was soll ich tun?

Gar nichts! Du machst alles richtig!

Dein Kind ist einfach noch nicht so weit und das ist auch völlig in Ordnung. Je stressfreier und mit je weniger Druck ihr an die Sache herangeht, umso besser.

Irgendwann wird der richtige Zeitpunkt auch für Dein Kind kommen.

Bitte lass Dir niemals einreden, ein Kind müsse mit soundso vielen Monaten sauber sein. Das muss es eben nicht.

Wie kann ich meinem Kind helfen, diesen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung zu gehen?

  • Ermutige Dein Kind, die Toilette/das Töpfchen zu besuchen, wann immer es dazu Lust hat. Setze es nicht zu festen Uhrzeiten aufs Töpfchen, sondern nur dann, wenn es mitteilt, auch zu müssen. Nur so erkennt Dein Schatz den Zusammenhang zwischen „müssen“ und auch tatsächlich „etwas machen“.
  • Arbeite nie mit Druck oder Zwang.
  • Schimpfe niemals mit Deinem Kind, wenn etwas in die Hose geht. Tröste es und muntere es auf: „Das ist gar nicht schlimm, beim nächsten Mal klappt es vielleicht, wir probieren es einfach wieder“.
  • Wenn Dein Kind sein „Geschäft“ ins Töpfchen gemacht hat, lobe es angemessen und wertschätzend. Achte aber darauf, Dein Kind vor lauter Begeisterung nicht ZU heftig zu loben, denn dies kann zu großem Erfolgsdruck führen, nach der Art: „Oh je, was hab ich da nur gemacht, das schaffe ich bestimmt nie wieder“.

Alles in allem kann man sagen: Bleibt einfach dran und gebt nicht auf!

Der richtige Zeitpunkt wird kommen. 😉