Mein Baby ist ein Frühchen – wo bekomme ich Unterstützung?

Katharina

Untersuchungen zufolge wird weltweit ungefähr eins von zehn Kindern zu früh geboren. Hier erfährst Du, welche Art von Unterstützung Frühchen-Eltern in Deutschland zusteht.

Wenn ein Baby zu früh zur Welt kommt, dann prallen für seine Eltern oftmals zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Denn dann trifft auf einmal die grenzenlose Freude über das neue Familienmitglied auf ein unerträgliches Bangen um seine Gesundheit. Von einer Frühgeburt spricht man üblicherweise bei Babys, die vor SSW 36 zur Welt kommen. Gott sei Dank stehen die Chancen auch für diese kleinen Kämpfer dank moderner Medizin mittlerweile recht gut. Zudem können Frühchen-Eltern eine Reihe verschiedener Hilfeleistungen in Anspruch nehmen.

Medizinische Betreuung in der Klinik

Selbstverständlich werden Frühgeborene in der Klinik bereits direkt nach der Geburt intensiv betreut. Oftmals verbringen sie eine lange Zeit dort, bevor sie endlich gesund und munter nach Hause entlassen werden können. Frühchen-Eltern erfahren während der schwierigen Klinikzeit bestmögliche Unterstützung durch das dortige Fachpersonal. Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern geben Anleitung beim Umgang mit dem eigenen Kind und dem Stillen.

Die professionelle Nachsorge zuhause

Doch auch nach der Entlassung werdet ihr im Rahmen der sozialmedizinischen Versorgung weiterbetreut. So wird beispielsweise der Gesundheitszustand Deines Kindes selbstverständlich regelmäßig vom Kinderarzt überprüft. Außerdem können eine Hebamme oder Krankenschwester bei der Eingewöhnung in den Alltag zuhause helfen. Natürlich werden solche medizinischen Leistungen von der Krankenkasse übernommen. Darunter fallen auch eventuell notwendige Therapien, die bei der normalen Weiterentwicklung helfen können.

Finanzielle Hilfe für Eltern von Frühchen

Neben dem üblichen Kinder- und Elterngeld gibt es für Frühchen-Eltern noch ein paar weitere Möglichkeiten, um die belastenden Mehrkosten möglichst gering zu halten. Zum einen kann Dein Mutterschutz auf 12 Wochen nach der Geburt verlängert werden. Hinzu kommen noch die Tage, die vor der Entbindung durch die Frühgeburt gar nicht in Anspruch genommen werden konnten. Bei einem kritischen Gesundheitszustand des Babys hast Du außerdem das Recht auf monatliches Pflegegeld.
Solltest Du aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund von älteren Geschwistern Probleme mit der alltäglichen Arbeit bekommen, steht Dir unter Umständen auch eine von der Krankenkasse bezahlte Haushaltshilfe zu. Mit ein wenig Hartnäckigkeit übernehmen einige Kassen sogar entstandene Fahrtkosten zum Krankenhaus. Und auch eine gründliche Steuererklärung lohnt sich: Auf der Lohnsteuerkarte müssen unbedingt die Kinderfreibeträge eingetragen werden sowie unter „Besondere Belastungen“ sämtliche entstandenen Zusatzkosten.

Seelische Unterstützung der Familie

Natürlich haben Frühchen-Eltern nicht nur mit medizinischen und finanziellen Belastungen zu kämpfen. Auch psychisch kann diese kräftezehrende Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Solltest Du bemerken, dass Dir die Gespräche und die Hilfe von Familie und Freunden nicht mehr ausreichen, musst Du Dich nicht scheuen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nicht wenige Frühchen-Eltern haben im Nachhinein mit Depressionen und Erschöpfungszuständen zu kämpfen. Dein behandelnder Hausarzt kann Dir nach Absprache die richtige Therapieform empfehlen.

Du siehst: Auch wenn eine Frühgeburt alle Angehörigen auf eine schwere Probe stellt, sind Frühchen-Eltern und ihre kleinen Kämpfer auf ihrem Weg keinesfalls alleine. Intensive Beratungen durch Ärzte und spezielle Frühchen-Vereine können Dir in jeder Situation praktische Hilfen und Lösungsansätze aufzeigen.