Mit Baby Fliegen – Tipps, damit der Flug nicht zum Fluch wird!

Julia Eickhoff

Du sehnst Dich nach den Strapazen der Geburt nach ein wenig Entspannung und Erholung, scheust Dich aber davor, mit Deinem Baby zu fliegen? Lies hier, wie einfach eine Flugreise mit Kind zu bewältigen ist, wenn Du vorab alles organisierst.

Vielleicht hast Du tatsächlich schon im stillen Kämmerlein darüber nachgedacht, dass es doch ganz fantastisch wäre, mit Deinem Baby in den Urlaub zu fliegen. Eventuell hast Du die Idee auch ganz schnell wieder verworfen, weil Du davon überzeugt warst, dass das extrem stressig werden könnte. Es ist aber gar nicht so kompliziert, wie Du denkst…

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Ab wann kann ich mit meinem Baby fliegen?

Theoretisch kannst Du mit Deinem Kleinen in ein Flugzeug steigen, sobald es zwei Wochen alt ist. Hier geben wir allerdings ein paar Kleinigkeiten zu bedenken. Eine Geburt ist für Deinen Körper eine ziemlich anstrengende Sache. Fühlst Du Dich nach diesen zwei Wochen noch nicht wieder ganz fit, dann warte lieber noch etwas. Verlass Dich auf Dein Bauchgefühl! Generell hat man nach so einer kurzen Zeit mit dem neuen Erdenbürger noch nicht wirklich Routine, ständiger Hunger und häufigeres Schreien sind momentan an der Tagesordnung.

Ist ja auch normal, so ein Würmchen muss sich erst eingewöhnen. Einfacher ist es daher, wenn Dein Baby schon drei Monate alt ist. Dann hat sich alles etwas eingespielt. Andererseits ist das Fliegen mit einem Säugling wesentlich leichter als mit einem älteren Kind – vor allem, wenn Du stillst. Nahrung ist immer präsent, und Dein Kind kann in unbekannten Situationen, die ihm Angst machen, durch Mamas Brust beruhigt werden. Fütterst Du zu, ist ein wenig mehr Organisation gefragt.

Aber auch das ist kein Problem für alle Muttis – das halbe Leben mit Kind besteht schließlich aus Organisation in Perfektion.

Worauf sollte ich generell achten?

Am besten fliegst Du mit Deiner Familie im Frühjahr oder im Herbst. Die Sommerhitze kann den Kreislauf Deines Babys belasten. Auch wenn Du traurig bist, auf ein paar Sonnenstrahlen verzichten zu müssen, sieh es mal positiv: An Deinem Urlaubsort wird es vielleicht etwas ruhiger zugehen, da einfach viele Leute im Sommer in den Urlaub fahren oder fliegen.

Der Steig- und Sinkflug ist für uns Erwachsene ziemlich unangenehm. Zum Glück wissen wir uns aber zu helfen – Nase zuhalten und Druckausgleich! Leider kann Dein Baby das noch nicht. Du kannst ihm aber ganz leicht helfen, den Druck auf den Ohren loszuwerden. Wenn Du stillst, lege Dein Kind in diesen Flugphasen an. Ansonsten gib ihm die Flasche oder einen Schnuller, das hat den gleichen Effekt. Vermeide lange Flüge, dementsprechend weit entfernte Reiseziele. Für die ersten Lebensjahre reicht ein Flug mit wenigen Flugstunden.

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Cirrus Healthcare Ohrenstöpsel „Earplanes“

Für Kinder ab einem Jahr gibt es zum Beispiel die Cirrus Healthcare Ohrenstöpsel „Earplanes“. Das sind Ohrenstöpsel mit integriertem Spezialfilter, der dafür sorgt, dass die Gehörgänge luftdicht verschlossen werden.

Die kleinen Helfer übernehmen so den Druckausgleich für Deinen Schatz (wenn Du magst, auch für Dich!) und verhindern einen unangenehmen Druck auf das Tommelfell.

 

Wenn Dein Liebling erkältet ist oder Ohrenschmerzen hat, sollte er auf gar keinen Fall fliegen! Geh doch vorsichtshalber kurz vor Urlaubsbeginn mit Deinem Baby zum Kinderarzt und lass es durchchecken. Dann bist Du beruhigt und Ihr könnt im Urlaub alle zusammen entspannen.

Stethoscope and baby

Auch wenn das Wort Reiserücktrittsversicherung bei Dir vielleicht Zähneknirschen auslöst, es lohnt sich mit einem kleinen Kind in jedem Fall!

Was muss ich bei der Buchung der Flüge beachten?

Wichtig ist, dass Du den Flug früh genug buchst und Deinen Platz reservierst. Babys bis 10 kg können in Babytragetaschen mitreisen, die an der Wand im Flugzeug befestigt werden. Dafür benötigst Du aber Plätze in der ersten Reihe hinter den Trennwänden. Diese Plätze sind natürlich heiß begehrt. Für größere Kinder ist dort auf dem Boden mehr Platz zum Spielen und Du kannst getrost Deine Beine ausstrecken. Falls Du nicht reservierst, kann es daher auch so sein, dass Du zehn Reihen entfernt von Deinem Kind sitzt. Und das möchte ja nun wirklich niemand!

Babys über 10 kg können entweder auf dem Schoß von Mama oder Papa oder in einem Autositz auf einem separaten Platz mitfliegen. Der TÜV warnt allerdings vor dem Anschnallen auf dem Schoß der Eltern. Durch den Druck beim Fliegen kann die Luftzufuhr der Kleinen abgedrückt werden. Pack lieber den eigenen Sitz ein und schnall Dein Kind rückwärtsgerichtet auf dem Nebensitz an. Dafür empfehlen sich Fensterplätze sehr gut. Kläre aber besser vorher bei der Fluggesellschaft ab, ob Du den Sitz mitnehmen kannst. Natürlich kostet ein separater Platz extra, aber Sicherheit sollte immer vorgehen.

Auch wenn Plätze an den Notausgängen besonders beliebt sind, sei Dir bewusst, dass diese für Eltern mit Kind absolut tabu sind.

Was kostet ein Flug für mein Baby?

Offiziell bekommt ein Kind ab 2 Jahren einen eigenen Sitzplatz im Flieger.

Ohne eigenen Platz zahlen Kinder meist circa 10%, mit einem eigenen Platz ungefähr 50%, teilweise sogar den vollen Tarif. Das kommt immer ganz auf die Fluggesellschaft an.

Kinderwagen an Board?

Gib bei der Buchung an, dass ein Baby mit dabei sein wird. Du kannst Glück haben, und man erlaubt Dir, einen Kinderwagen mitzubringen. Während des Fluges kannst Du Deinen Schatz getrost zum Schlafen auch mal dorthin verfrachten. Umrahmt von kuscheligen und bekannten „Familiengerüchen“ schläft es sich ja meist doch besser.

Ansonsten kannst Du Dir natürlich für die Zeit am Flughafen einen Buggy leihen. Leider bieten das aber nicht alle Fluggesellschaften an.

Lange Wartezeiten beim Check-in?

Kleiner Tipp noch, um lange Wartezeiten am Terminal zu vermeiden: Check doch einfach schon am Vortag ein! Dann kannst Du am nächsten Tag ohne langes Warten direkt zur Passkontrolle und zum Gate. Bietet sich natürlich nur an, wenn der Flughafen nicht allzu weit entfernt ist.

Eltern mit Kind dürfen zum sogenannten Preboarding – das heißt, sie dürfen vor allen anderen einsteigen. Du musst Dir allerdings gut überlegen, ob das immer so sinnvoll ist. Die Wartezeit verlagert sich dann nur vom Schalter in das enge und warme Flugzeug. Auf der anderen Seite kannst Du ganz in Ruhe Dein Handgepäck verstauen. Reist Du mit Deinem Partner, könnt Ihr Euch natürlich aufteilen. Einer macht das Preboarding, der andere kommt mit Eurem Baby ganz zum Schluss nach.

Was muss ich für den Flug einpacken?

Dokumente

Für eine Reise im Flugzeug benötigt Dein Baby in jedem Fall einen Kinderausweis. Dieser ist aber zum Beispiel nicht gültig für USA-Reisen. Daher solltest Du Dich vor dem Flug informieren, welche Bestimmungen es zur Einreise in das jeweilige Land gibt. Fliegst Du bei gemeinsamen Sorgerecht ohne Deinen Partner, solltest Du auf Auslandsreisen zudem eine schriftliche Zustimmung Deines Partners mitführen. Je nach Land muss diese manchmal sogar amtlich beglaubigt werden. Auch bei alleinigem Sorgerecht solltest Du den entsprechenden Nachweis vom Jugendamt (kostenlos) dabei haben.

Medikamente

Rhinomer Nasenspray

Klar, dass Du alle Medikamente, die Dein Kleines zwischendurch benötigt, im Handgepäck dabei haben solltest.

Zusätzlich solltest Du auch eine für Säuglinge und Kleinkinder geeignete Kochsalzlösung mit dabei haben (z.B. Rhinomer Nasenspray), die Du Deinem Kind in die Nase träufeln kannst. Es kann leichter atmen, wenn seine Schleimhäute feucht sind.

Getränke/Nahrung

Stillst Du, hast Du alles Wesentliche dabei. Fläschchenmamis müssen an Dosierlöffel, Milchpulver, Flaschen und Zubehör denken. Abgekochtes Wasser kann sicherlich auch das Bordpersonal zur Verfügung stellen, allerdings fühlst Du Dich vielleicht sicherer, wenn Du eine Kanne mit abgekochtem Wasser dabei hast. Größere Kinder sollten während des Fluges besser Getränke ohne Kohlensäure trinken. Ansonsten kann es schon mal zu Bauchweh kommen. Und für kleine Hibbelmäuse ist zum Beispiel die Haba Trinkflasche Löwenbande praktisch, sonst landet der Früchtetee nachher noch auf dem Sitz.

Lebensmittel

Babygläschen dürfen mit ins Handgepäck. Sie unterliegen nicht den aktuellsten Sicherheitsbestimmungen. Allerdings solltest Du schon darauf achten, dass Du für einen Flug nicht gerade 20 Gläschen mit ins Handgepäck nimmst. Das wird man Dir nicht erlauben und ist auch gar nicht notwendig.

Passend dazu bitte auch das Lätzchen nicht vergessen!

Auch mundgerechte Essenshäppchen in Plastikdosen sind eine tolle Sache für den kleinen Hunger zwischendurch.

Pfiffig ist zum Beispiel die Undercover Brotdose „Minions“, wenn Du auch so ein Fan von den Minions bist wie wir!

 

Kleidung & Co.

Nimm für Dich und Dein Baby Wechselklamotten mit ins Handgepäck. Es bekleckert nämlich meist nicht nur sich selbst, sondern Dich gleich mit.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, was Du Deiner Maus am Tag des Fluges anziehen sollst, probier den Zwiebellook. So kannst Du Dein Kind immer individuell den schwankenden Temperaturen anpassen. Dieser Look ist übrigens auch was für Große!

Neben einer geräumigen Wickeltasche, wie der von babywalz, mit allem, was Du standardmäßig dort drin haben solltest (einen soliden Windelvorrat mitsamt Feucht- und Reinigungstüchern, Schnuller und Ersatzschnuller, etc.), nimm vorsichtshalber noch eine Decke und dicke Socken für Dein Kleines mit. Das gilt natürlich eher für etwas größere Kinder, die damit im Flugzeug entspannter herumturnen können.

Ein kleiner Tipp auch noch zum Wickeln in der Flugzeugtoilette: Keine Panik, sei einfach mal ein bisschen mutig und frag beim Bordpersonal nach, ob Du für diesen Zweck die Business-Toilette benutzen kannst. Die ist nämlich größer.

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Spielzeug

Für kleine Babys reicht sicher das Lieblingsstofftier, die Spieluhr oder das T-Shirt, das nach Mama duftet.

Käthe Kruse Ikibaby Schmusetuch „Mäh“

Ein tolles Schmusetuch ist das Käthe Kruse Schmusetuch „Mäh“. Es ist kuschelig weich, und weil es so schön bunt ist, wird Dein Baby eine ganze Weile mit Staunen und Fühlen beschäftigt sein.

Größere Kinder wollen beschäftigt werden. Eine super Sache ist ein Überraschungspaket mit neuen Spielsachen, Musik und (vielleicht) auch ein paar altersgerechten Süßigkeiten.

 

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Playmobil 1-2-3 „Passagierflugzeug“

Kinder spielen oft Dinge nach, die sie als besonders schön und aufregend empfinden. So eine Flugreise gehört sicherlich auch zu diesen Situationen.

Für solche Zwecke bietet sich das Playmobil 1-2-3 „Passagierflugzeug“ geradezu an. Es ist robust, leicht zu verstauen und bietet eine zweite Figur für einen möglichen Mitspieler.

Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, welches Spielzeug für Dein Kind geeignet sein könnte, lies doch mal unseren Ratgeber Spielend lernen – welche Spielzeuge sind top?

 

Was packe ich ein? Hier eine kurze Checkliste:


  • Dokumente (z.B. Kinderausweis, Zustimmung Partner)
  • Medikamente (z.B. Nasenspray, um das Austrocknen der Schleimhäute zu verhindern)
  • Getränke (für Flaschenbabys natürlich Milchpulver und Co.)
  • Lebensmittel für den kleinen Hunger zwischendurch
  • Wechselkleidung
  • Wickeltasche
  • Spielzeug

Wie nutze ich die Zeit vor dem Abflug im Flughafengebäude?

Viele Flughäfen haben mittlerweile Spielzimmer oder auch Spielplätze. Hier kann sich Dein Kind nochmal ein wenig austoben, bevor es eine Zeit lang still sitzen muss.

Spannend – auch für die etwas Größeren – ist das Beobachten der Flugzeuge, die gerade starten oder landen.

Hast Du einen Säugling bei Dir, wird er die meiste Zeit wahrscheinlich verschlafen. Die Geräusche von Menschen, die sich unterhalten sowie andere Hintergrundgeräusche, beruhigen ja oft.

Du siehst also: Auch mit einem Kleinkind und der richtigen Planung vorab ist ein Flug durchaus möglich!

Über den Wolken muss die Freiheit (auch mit Baby) wohl grenzenlos sein!