Musikalische Frühförderung: Was macht Sinn?

Sandra

„Mozarts Klassiker in der Schwangerschaft kreieren ein Mathe-Genie in Deinem Bauch!“ – Bestimmt hast Du auch von dieser oder ähnlichen Thesen gehört. Wir sagen Dir, was dran ist, und welche Möglichkeiten Du bei der musikalischen Frühförderung Deines Babys hast.

Musik für Dein ungeborenes Baby

Musik hat einen hohen Stellenwert im Leben vieler Menschen. Sie weckt Emotionen, bringt Menschen zusammen und bietet für viele eine angenehme Abwechslung vom manchmal eintönigen Alltag. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Musik auch in der Schwangerschaft eine große Rolle für werdende Eltern spielt.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche sind die Ohren Deines Babys komplett ausgebildet. Es kann also schon hören und reagiert auf Stimmen, Geräusche und Melodien von außen, auch wenn der Lautstärkepegel durch Darmgeräusche, Rauschen des Blutes etc. in Deinem Bauch schon dem einer Autobahn entspricht.
Es kommt aber nicht nur zu einer kurzfristigen Reaktion auf die Reize von außen, wenn Dein Ungeborenes im Bauch zu hüpfen und treten scheint: Klassischer Musik in der Schwangerschaft etwa wird eine langfristig positive Wirkung auf das Baby zugeschrieben. Der melodische Rhythmus, ähnlich dem natürlichen Deines Herzschlags, soll die Hirnregion für abstraktes Denken und mathematische Begabung stimulieren. Ob dabei aber wirklich ein Mathe-Genie entsteht, ist umstritten und bleibt zu bezweifeln. Es gibt keine gesicherten Belege für diese Wirkung, jedoch hat melodische Musik nachweislich eine beruhigende Wirkung auf Babys im Mutterleib. Techno- und elektronische Musik regt das Baby hingegen eher auf.

Da das Ungeborene im Schnitt 20 Stunden am Tag schläft, ist von einer Dauerbeschallung mit Kopfhörern am Bauch auf jeden Fall abzuraten. Eine Stunde Musik direkt am Bauch täglich sollte deswegen nicht überschritten werden.

Babys erinnern sich nach der Geburt an Stimmen und Musik, die sie im Mutterleib öfter wahrgenommen haben und werden dadurch beruhigt. Wird Deinem Baby jeden Tag dieselbe Spieluhr vorgespielt, hilft diese nach der Geburt als etwas Vertrautes häufig auch gut beim Einschlafen.

Musikalische Förderung von Kleinkindern

Jedem Kind ist eine gewisse Musikalität angeboren. Damit diese aber offen zutage tritt, muss sie auch von Eltern und Umfeld gefördert werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass dies spielerisch und ohne Druck geschieht. Das Hören, Sehen und Machen von Musik stimuliert beide Gehirnhälften und stärkt das Gefühl für Sprache, Klänge und Bewegung.

Du kannst Deinem Baby bereits vom ersten Tag an etwas vorsingen. Dabei ist egal, ob es ein Song aus der Werbung oder Dein Lieblingslied ist. Das Vorsingen fördert die Sprachentwicklung Deines Babys. Wenn Du es dabei noch trägst und Dich im Takt bewegst, lernt es ganz nebenbei Rhythmus und Taktgefühl.

Wenn es dann etwas älter ist, gibt es einfache Rhythmusinstrumente, die verschiedene Klänge durch die Bewegung des Babys verursachen und es so anregen. Empfehlenswert sind hierbei Babyrasseln oder, wenn es schon sitzen kann, Trommeln.

Der Musikgarten

Ein Prinzip der musikalischen Frühförderung nennt sich „Musikgarten“. In diesen Kursen für Kinder von 0 bis 6 Jahren wird gesungen, gespielt und getanzt und so spielerisch die Musikalität gefördert. Nach Alter gestaffelt findest Du Anregungen, mit Deinem Kind zu musizieren. Neugeborene erfahren die Musik und den Rhythmus durch den Körperkontakt zu den Eltern, beim Tragen und Wiegen zu den Klängen. Älteren Kindern wird mittels Liedern, Tänzen und Fingerspielen das Bewusstsein für Stimme und Körper gestärkt. Ab 4 Jahren besuchen die Kinder alleine die Kurse. Sie singen, tanzen, musizieren und hören Musik. Dazu kommen noch Instrumentenkunde sowie Musiklehre. So wird ihnen spielerisch, aber trotzdem lehrreich die Liebe zur Musik nähergebracht.

Musikalische Frühförderung macht in jedem Fall Spaß

Auch wenn aus Deinem Kind kein Mathe-Ass wird, und auch nicht der nächste Mozart, so hat es definitiv Spaß an der Musik, wenn Du ihm diese spielerisch näherbringst. Es lernt mit Dir und anderen Kindern Rhythmus, Klänge, Bewegung und die Kraft seiner Stimme kennen und wahrscheinlich auch lieben. Also lass es ausprobieren, womit es am meisten Freude hat und lass es sich einfach ohne Druck selbst entwickeln.