Ratgeber Pucken: Entspanntes Einschlafen durch eine uralte Wickeltechnik

Julia Eickhoff

Pucken? Das ist doch völlig veraltet und außerdem schädlich, oder nicht? Wir haben uns für Dich mit diesem Thema auseinander gesetzt und räumen mit allen Vorurteilen auf! Lies selbst, wie hilfreich das Pucken auch für Dein Baby sein kann!

 

Ratgeber Pucken: Was ist das überhaupt?

Themen wie der beruhigte Schlaf des Babys beschäftigen Eltern vor allem nach der Geburt, denn während der Schwangerschaft ist das Baby noch geschützt im Mutterleib. Doch wie führt man dieses Gefühl der Geborgenheit nach der Schwangerschaft herbei?

Sicherlich hast Du schon einmal ein Foto eines gepuckten Babys gesehen oder auch die Liveversion eines solchen Pucktuchs bei Bekannten und Freunden. Auf den ersten Blick kannst Du das Gefühl bekommen, das Kind liege wie ein Paket eingeschnürt in seinem Bettchen.

Das Pucken ist eine uralte Form der Wickeltechnik, gedacht zur Beruhigung von Babys und kommt vor allen Dingen abends beim Einschlafen zum Einsatz. Vor allem sogenannte „Schreibabys“ hilft diese Methode oft sehr und beruhigt die Kinder und bietet auch Erholung für die Eltern.  Die Kinder werden hierzu fest in eine Decke, ein Pucktuch, oder in einen Pucksack eingewickelt. Die ersten Abbildungen von gewickelten Kindern sind knapp 4.500 Jahre alt. Damals allerdings noch dazu gedacht, den weichen Körper des Kindes in die richtige Form zu bringen, verbreitete sich dann im Mittelalter vor allem bei den Ammen die Ansicht, Kinder könnten durch das feste Einwickeln in Tücher, auch Pucktücher genannt, beruhigt werden. Bis heute hat sich diese Einstellung durchgesetzt – früher war eben doch nicht alles schlechter.

Warum soll ich Pucken?

Durch den eingeschränkten Raum während der Zeit im Mutterleib ist Dein Baby keine Bewegungsfreiheit gewöhnt, verbindet damit Geborgenheit, Sicherheit und auch Wärme.

Auch unkontrolliertes Zucken, das durch den Moro-Reflex hervorgerufen wird (der Ursprung liegt bei Tragetieren – besteht die Gefahr, dass das Tierkind herunterfällt, krallt es sich durch den „Zuckreflex“ automatisch wieder in Mamas Fell), kann durch das Pucktuch eingedämmt werden. Das Zucken an sich ist kein Problem, sondern hat nur zur Folge, dass Dein Baby durch seine eigenen, unkontrollierten Bewegungen aufwacht. Babys brauchen Schlaf – und auch die Eltern, das darf man bitte ohne schlechtes Gewissen sagen!

Gibt es auch Nachteile oder Gefahren?

Gegner des Puckens sehen diesen Aspekt kritisch. Es ginge hier nicht um die Beruhigung  oder die Geborgenheit des Kindes, sondern um das elterliche Bedürfnis nach Ruhe.

Auch soll durch diese Wickeltechnik das Risiko einer Hüftdysplasie gefördert werden, da das Baby keine Möglichkeit habe, die Beine anzuwinkeln und zu beugen. Es besteht hier aber bitte kein Grund zur Sorge: Achte beim Pucken einfach darauf, dass Du Babys Beinchen genug Spielraum lässt, dann ist die Entwicklung überhaupt nicht gefährdet. Dein Kind liegt in einer Puckhilfe genauso „fest“ wie in einem Tragetuch, und über letzteres gibt es keine panikmachenden Gruselgeschichten. Hilfreich ist übrigens auch der Ratgeber „Das glücklichste Baby der Welt“ von Dr. Harvey Karp (ca. 10,00€). Hier findest Du auch weitere, gute Tipps, um Dein Kleines zu beruhigen und ihm den Start in das Leben, nach der Geburt,  so einfach und schön wie möglich zu gestalten.

Sollte Dein Kind bereits in der Lage sein, sich im gepuckten Zustand alleine auf den Bauch zu drehen, besteht eher die Gefahr des plötzlichen Kindstodes, da die Zufuhr zu den Atemwegen abgedrückt werden kann. Spätestens dann solltest Du das Pucken  bitte aufhören.

Kurz für Dich zusammengefasst: Vor- und Nachteile

Pro:

  • Pucken beruhigt das Baby und hilft ihm beim Einschlafen
  • Es vermittelt Geborgenheit, Sicherheit und Wärme
  • Es verhindert das Aufwachen Deines Kindes durch unkontrolliertes Zucken (Moro-Reflex)
  • Auch Eltern bekommen endlich Schlaf 😉

Contra:

  • Das Kind soll lediglich zum Wohl der Eltern beruhigt werden, vor allem bei Schreibabys
  • Pucken erhöht angeblich das Risiko einer Hüftdysplasie
  • Kann Dein Baby sich alleine auf den Bauch drehen, können im gepuckten Zustand Atemwege abgedrückt werden

Welche Produkte eignen sich zu dieser Form der Wickeltechnik?

Es gibt drei Produkte, die sich dafür eignen : Die Babydecke, das Pucktuch oder der Pucksack an sich. Die Babydecke ist sicherlich mit dem Tuch zusammen die kostengünstigste Variante für Eltern, das Tuch eignet sich zudem auch noch für die wärmeren Jahreszeiten. Ein Pucktuch kann zum Beispiel eine ganz einfach Mullwindel sein. Du solltest nur darauf achten, dass es groß genug ist, damit Dein Kleines fest und warm gepuckt ist. Das Hoppediz Pucktuch für knapp 16,00€ eignet sich zum Beispiel auch hervorragend. Es ist zudem noch elastisch, sodass Dein Baby eine angenehme Begrenzung erfährt.

Die einfachste Handhabung bietet jedoch der Pucksack. Er verhindert am ehesten, dass sich Dein Baby freistrampeln kann. Eine schöne Möglichkeit bietet hier die Nonomo Puckhilfe, bei der die Arme mithilfe von Klettverschlussflügeln fixiert werden können. Das Baby verspürt eine ähnliche Geborgenheit wie damals im Mutterleib während der Schwangerschaft und beruhigt sie. Erhältlich ist dieser Pucksack schon für 24,95€. In Kombination mit der Nonomo Federwiege ist das Ein- und Durchschlafen für Dein Baby dann wesentlich entspannter!

Für die ganz Kreativen gibt es auch schöne Schnittmuster im Internet, sodass Du Dir Deine Puckhilfe so gestalten kannst, wie Du sie gerne haben möchtest.

Worauf muss ich achten?

Dein Baby darf bitte nicht zu fest eingewickelt werden, sonst könnte es überhitzen oder aber Nerven eingeklemmt werden!

Allerdings darf es auch nicht zu locker eingepuckt sein. Es ist gerade am Anfang nicht immer so einfach, den Grad der Straffheit richtig einzuschätzen. Eine Hebamme kann Dir da immer gut helfen und Tipps geben.

 

Entscheidend ist aber: Mag Dein Kind diese Wickeltechnik überhaupt? Es gibt eben auch Kinder, die die Enge nicht ertragen und erst recht nicht beruhigt einschlafen, sondern noch lauter weinen und schreien und sich zu regelrechten Schreibabys entwickeln.  Hier ist also ein Selbstversuch angesagt. Du kennst Dein Kind am besten und kannst so schnell herausfinden, ob das Pucken für Dein Baby infrage kommt.

Du kannst Dein Baby beruhigt im Pucksack oder der Decke eingewickelt schlafen lassen. Alternativ tut es natürlich auch der gute alte Schlafsack. Wir haben uns für Dich informiert und geben Dir in unserem Ratgeber Tipps und Tricks zum richtigen Schlafsack: Süße und sichere Träume – Alle wichtigen Infos zum Babyschlafsack.