Rauchen in der Schwangerschaft – so schädlich ist es wirklich fürs Baby

Marlen Greb

Es gibt neue Erkenntnisse, wie gefährlich Rauchen in der Schwangerschaft tatsächlich ist. Wir zeigen Dir 9 Gefahren, die der Zigaretten-Konsum für Dein Baby darstellt.

Rauchen ist nicht gesund. Jeder weiß das. Rauchen während der Schwangerschaft ist schädlich für das ungeborene Baby. Auch das weiß jeder.

Und dennoch – alle, die einmal selbst Raucher waren oder es noch sind, wissen, wie schwer es ist, gegen diese Sucht anzukommen und – zumindest während der Schwangerschaft – nicht zu rauchen.

Es ist wirklich schwer. Trotzdem sollte man alles daran setzen, es zu schaffen. Denn so geht es Deinem Baby im Mutterleib, wenn Du während der Schwangerschaft rauchst:

Wie fühlt es sich für Dein Ungeborenes an, wenn Du rauchst?

Die Universitäten Durham und Lancaster haben in einer Studie aufgezeigt, wie das Baby im Mutterleib darauf reagiert, wenn Mama raucht. Ihre Studie haben sie mit 4D-Ultraschall-Bildern untermauert. Die Ergebnisse sind so interessant wie schockierend.

Die Ungeborenen zeigen eine deutlich erhöhte motorische Aktivität, wohl bedingt durch den negativen Einfluss von Nikotin auf das zentrale Nervensystem. Die Babys sind nicht so entspannt wie Babys von Nichtrauchern, sie greifen sich häufig mit den Händen ins Gesicht, wirken gestresst und verkrampft und verziehen oft den Mund.

9 große Gefahren für Dein Baby durch das Rauchen während der Schwangerschaft

Diese 9 großen Gefahren ergeben sich für Dein Kleines, wenn es während der Schwangerschaft Nikotin ausgesetzt ist:

Durchblutungsstörung der Plazenta

Nikotin sorgt dafür, dass die Plazenta schlechter durchblutet wird. Das Ungeborene wird daher oftmals mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – daher sind Babys von starken Raucherinnen auch oft kleiner und leichter als Babys von Nichtraucherinnen.

Vorzeitige Plazentaablösung

Durch die schlechtere Versorgung der Plazenta kann es vorkommen, dass sie sich früher ablöst. Eine Frühgeburt oder sogar eine Fehlgeburt drohen.

Schlechte APGAR-Werte

Die Gesundheitswerte von Babys von Raucherinnen sind allgemein deutlich schlechter. Dieses zeigt sich auch direkt beim sogenannten APGAR-Test. Dieser Test wird im Rahmen der Erstversorgung direkt nach der Geburt durchgeführt. Untersucht werden hier die Bereiche Atmung, Puls, Reflexe, Hautfarbe  und Muskeltonus.

Angeborene Herzfehler

Statistiken zeigen, dass Babys, die während der Schwangerschaft Nikotin ausgesetzt waren, häufiger an angeborenen Herzfehlern leiden.

Erhöhtes SIDS-Risiko

Auch das Risiko, am plötzlichen Kindstod (SIDS) zu sterben, ist erhöht. Wenn Du mehr über SIDS lesen möchtest, schau doch auch mal in unseren Ratgeber zu diesem Thema.

Wachstums- und Entwicklungsstörungen

Das Rauchen während der Schwangerschaft kann weitreichende Folgen haben. Kinder von Raucherinnen haben auch später oft noch Entwicklungs- und Wachstumsstörungen.

Verminderte Konzentrationsfähigkeit

Kinder von Raucherinnen haben häufig eine verminderte Konzentrationsfähigkeit und manchmal auch Lernprobleme in der Schule. Auch Hyperaktivität kommt häufiger vor.

Asthma

Da sich die Lunge des Babys in der Schwangerschaft nur sehr langsam entwickelt, kann es auch hier zu dauerhaften Schäden kommen. So sind Asthma-Erkrankungen nicht selten.

Größeres Suchtpotential

Durch das Rauchen während der Schwangerschaft kann es beim Baby zu Entzugserscheinungen kommen. Und oftmals ist die Gefahr, selbst später einmal süchtig zu werden, damit ebenfalls deutlich größer.

„Aber ich habe das Rauchen doch deutlich reduziert …“

Zunächst einmal: Weniger ist auf jeden Fall besser, als es gar nicht zu versuchen, während der Schwangerschaft nicht zu rauchen.

Dennoch: Du solltest in jedem Fall versuchen, während der Schwangerschaft gar nicht zu rauchen. Denn selbst wenn Du z. B. „nur“ noch eine halbe Schachtel Zigaretten am Tag rauchst, statt einer ganzen – so wird Dein Baby bis zum Ende der Schwangerschaft dennoch jede Menge Zigaretten mitrauchen. Und diese werden ihm schaden.

Tipps, wie Du das Rauchen leichter aufgeben kannst

Du siehst: Rauchfrei zu leben – wenigstens während der Schwangerschaft – ist es wirklich mehr als wert. Du tust es für Dein Kind.

Hier ein paar Tipps, die Dir die Umstellung möglicherweise erleichtern können:

Das Sparschwein

Der Standard-Tipp, aber so effektiv: Stecke das Geld, das Du sonst für eine Schachtel Zigaretten ausgegeben hättest, in eine Spardose. Am Ende der Schwangerschaft kaufst Du dann etwas Schönes für Dich – oder vielleicht schaffst Du es nach mehreren Monaten „Abstinenz“ ja auch, dauerhaft rauchfrei zu bleiben.

Teile Dich mit

Teile Deinen Vorsatz, Nichtraucher zu werden, möglichst vielen Menschen in Deiner Umgebung mit. Das baut einen „gesunden Druck“ auf, auch wirklich dranzubleiben.

Räume auf

Erkläre Deine Wohnung zur rauchfreien Zone. Entsorge alle Utensilien, die Du mit dem Konsum einer Zigarette verbindest (Feuerzeuge, Aschenbecher etc.). Wasche alle Deine Klamotten, damit sie nicht mehr so sehr nach Rauch riechen.

Such Dir Beschäftigung

Such Dir eine ausgleichende Beschäftigung für Deine Hände. Du kannst vieles probieren: Knetbälle, Murmeln, Anti-Stress-Bälle … Vielleicht fängst Du das Stricken an und probierst Dich mal an Babysocken.

Hast Du es geschafft, während der Schwangerschaft das Rauchen aufzugeben? – Teile uns Dein Erfolgsrezept in den Kommentaren mit!

Viel Erfolg – Du schaffst das!