8 Vorurteile gegenüber Reboardern – Sind das wirklich Reboarder-Nachteile?

Madeleine Kühni

Reboarder! Ein Thema das viele Familien beschäftigt. Was spricht dafür und was dagegen? Was soll nur der Hype um diese Sitze? Viele Gerüchte kursieren über Reboarder. Wir haben die Häufigsten gesammelt und wollen euch sagen, was daran wirklich stimmt.

 

„Reboarder sind teuer!“

„Mein Kind kann doch rückwärts gar nichts sehen!“

„Es ist doch gar kein Platz für die Beine!“

Es gibt etliche Argumente, die augenscheinlich gegen einen Reboarder Autositz sprechen. Doch sind das wirklich haltbare Argumente? Wir räumen mit diesen Vorurteilen auf und zeigen Dir, dass diese Aussagen ganz schnell widerlegt werden können, wenn Du einmal genauer hinschaust. Wir haben uns gefragt: „Sind das wirklich Reboarder Nachteile?“

 

„Mein Baby will nicht mehr rückwärts fahren!“ 

Ja wirklich? Mal ganz ehrlich, eigentlich wissen wir doch noch gar nicht so genau, was unser Baby möchte und was nicht. Natürlich wissen Eltern nach einem Jahr sogar im Halbschlaf, wann ihr Baby Hunger hat, müde ist oder einfach mit ihnen spielen möchte, aber in Sachen Autofahren? Dein Baby ist bis jetzt immer rückwärts gefahren, es kennt also nichts anderes. Und wie sagt man so schön: „Was er/sie nicht weiß, macht ihn/sie nicht heiß!“ Kurzum, solange Dein Baby noch nie vorwärts gefahren ist, wird es das auch nicht vermissen können.

 

Kind im ReboarderSollte Dein Wonneproppen beim Autofahren anfangen ständig zu weinen, dann könnte es daran liegen, dass es keine Lust mehr hat von der Babyschale aus die Autodecke anzustarren. Oder es hat generell zur Zeit keine Lust Auto zu fahren und im Kindersitz zu sitzen, in diese Phase kommen die kleinen Rabauken alle mal (und leider verschwindet diese auch nicht so schnell).

Dein Baby ist aber schon einmal vorwärts bei Freunden im Auto mitgefahren und hat nicht geweint? Na klar, es ist ja schließlich eine ganz neue Perspektive, in der es da fährt,  und die ist natürlich auch interessant. Aber lange wird auch das nicht anhalten, denn auch vorwärts wird Dein Baby früher oder später gelangweilt sein und wieder anfangen zu schreien. Wäre da eine Spieluhr, die am Haltegriff runter hängt oder ein Autospielzeug nicht besser? Damit kannst Du Deinen Sprössling gut beschäftigen und Deine Nerven schonen.

 

„Vom Rückwärtsfahren wird meinem Kind schlecht!“

In der Regel macht es bei einem Kind, dass unter einer Reisekrankheit leidet, keinen Unterschied, ob es vor- oder rückwärts fährt. Dem Kind wird also in jedem Sitz schlecht. Vorwärtsgerichtet fahren macht es also auch nicht besser. Kinder sind zum Glück durch die Babyschale von Anfang an an das Rückwärtsfahren gewohnt und haben deshalb eigentlich keine Probleme im Reboarder.

Immer wieder kriegen wir auch mit, dass viele Eltern gar nichts über Reboarder wissen oder sogar noch nie etwas davon gehört haben. Leider sind die Sitze tatsächlich noch nicht so bekannt und müssen wahrscheinlich gerade deshalb gegen diese Vorurteile kämpfen. Wenn ihr Reboarder-Mamis seid, dann informiert andere Eltern, Eure Freunde, Familie und Bekannte aus der Krabbelgruppe oder dem Babyschwimmen über Reboarder.

„Mein Kind kann gar nichts sehen!“

IMG_5633Bist du Dir sicher? Mache doch mal einen kleinen Selbsttest und setzte Dich zunächst ganz normal auf die Rückbank. Was siehst Du? Links oder Rechts kannst Du aus dem Fenster schauen und das war´s auch, danach folgen nur noch Kopfstützen. Nun darfst Du mal zeigen wie akrobatisch Du bist und versuchen Dich irgendwie rückwärts auf den Sitz zu setzten. Und was siehst Du jetzt? Wieder links oder rechts das gleiche Fenster (also schon einmal mindestens so viel wie vorwärtsgerichtet). Rückwärts kommt dann aber noch ein toller Blick aus der Heckscheibe dazu. Ein wahrer Panoramablick! Das ist doch viel besser. Was will man mehr?

Panorama

Bei langen Autofahrten ist er außerdem besonders praktisch. Du kannst Dich mit auf die Rückbank setzen und Ihr könnt euch beide direkt anschauen und ganz einfach zusammen spielen.

 

„Mein Kind hat keinen Platz für seine Beine!“

Wenn ich diese Aussage höre, muss ich immer ein wenig schmunzeln. Mir fällt dabei sofort ein Bild ein, dass ich vor Kurzem mal online gesehen habe: Eine Mutter musste ihren 5 jährigen Sohn im Reboarder Autositz transportieren, weil sie gerade keinen anderen Sitz zur Hand hatte. Total erstaunt hat sie direkt ein Foto geschossen und online gestellt, denn ihr Sohn hatte rückwärts auch genügend Platz für seine Füße und fand es total klasse im Reboarder zu sitzen! Er fragte sie sogar, ob er ab sofort immer in diesem Kindersitz mitfahren dürfe. Kinder sind einfach noch beweglicher als wir alten Hasen, es macht ihnen nichts aus, die Beine mal anzuwinkeln, auszustrecken oder im Schneidersitz dazusitzen. Also keine Sorge, bis es soweit ist, dass Dein Kind keinen Platz mehr hat, braucht es schon lange keinen Reboarder mehr.

FotoDas Kind auf diesem Foto ist jetzt 2 Jahre alt und kommt nun langsam mit den Füßen an den Sitz. Es dauert also noch, bis die Füße richtig „anstoßen“ und die Beine angewinkelt werden müssen. Zudem sollte man bedenken, dass es wesentlich unangenehmer ist, seine Beine längere Zeit in der Luft „hängen“ zu lassen, anstatt sie angewinkelt auf „festen Boden“ stehen zu lassen. So sitzen wir Eltern ja schließlich auch im Auto…. oder am Schreibtisch, am Esstisch, im Zug…. Unsere Beine sind auch eher selten ausgestreckt oder baumeln vom Stuhl herunter, wenn wir sitzen.

 

„Reboarder sind total teuer!“

Ok zugegeben, wir können hier jetzt nicht behaupten, Du hättest nicht richtig geschaut und es gebe sie schon unter 300 €. Aber wir haben ein paar hilfreiche Tipps, wie auch Du Dir einen Reboarder Sitz leisten kannst:

  • Geld sparen: Du hast mindestens 1 Jahr zeit, um für einen Reboarder zu sparen.  Wenn ihr euch jeden Monat ca. 50,00 € zurück legen könnt, habt ihr das Geld in 8 bis 9 Monaten zusammen. Du hast erst zu spät von Reboardern gehört? Dann frage doch mal in der Verwandtschaft rum, ob Euch jemand das Geld vorlegen kann und ihr es monatlich abbezahlt.
  • Wünsche: Sprich Deine Familie/Verwandten an, ob sie statt einem Tauf-, Oster-, Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk nicht lieber ein wenig Geld beisteuern wollen. Das ist auf jeden Fall ein Geschenk, von dem Dein Kind lange etwas haben wird!
  • Flohmarkt: Verkauf alte Sachen/Dinge die ihr nicht mehr braucht! Könnt ihr euch vllt. für eine Weile eine Babyschale von Freunden leihen? Dann verkauft doch einfach Eure Babyschale, denn diese benötigt ihr ja nun nicht mehr! Je nach Modell, Ausstattung und Zustand, könnt ihr noch circa zwischen 50,00 € und 130,00 € dafür bekommen. Das wäre doch ein gutes Grundkapital für den neuen Sitz. Ihr findet sicher noch mehr in Eurem Keller, das weg kann. Positiver Nebeneffekt: Endlich Ordnung im Keller!
  • Von Anfang an!: Du kennst andere Eltern, die Dir ihre Babyschale für die ersten 6 Lebensmonate leihen können? Super! Denn ab dem 6. Lebensmonat kannst Du dann zum HTS Besafe Kindersitz „iZi Plus“ wechseln. Dieser ist für Kinder bis 6 Jahren geeignet.
  • Home sweet Home: Auch Zuhause kann man es sich auf Balkonien schön machen. Einfach mal den Sommerurlaub ausfallen lassen oder nur eine kleine Reise unternehmen. Wer braucht schon Strand und Meer, wenn man die funkelnden Augen seines Kindes in einem sicheren Autositz vor sich hat.
  • Achtet auf Angebote: Manchmal werden Autositze und Co. günstiger verkauft, wenn es zum Beispiel ein Auslaufmodell (altes Design) ist. Bei einigen Anbietern habt ihr auch die Möglichkeit, den Sitz auf Raten zu kaufen.

Du siehst also, irgendwie bekommt man das Geld für einen Reboarder immer zusammen. Sei kreativ, dann fällt Dir schon die passende Idee ein! .

„Ein Reboarder passt gar nicht in mein Auto!“

IMG_5645„Was man nicht ausprobiert hat, kann man auch nicht wissen!“ Du hast ein kleines Auto und bist Dir nicht sicher, ob ein Reboarder hinein passt? Dann hier unser Tipp: Viele Verkehrsschulen haben verschiedene Reboarder-Modelle vor Ort. Du kannst dort einfach mal mit Deinem Auto hinfahren und die netten Damen und Herren bauen ihn Dir sogar ein! Da ist selbst ein 3-türiger VW Polo kein Hindernis mehr! Außerdem kannst Du auch online immer bei den Modellen nach einer Typenliste schauen. Dort werden alle Fahrzeuge aufgelistet, in den die Reboarder schon einmal erfolgreich eingebaut wurden.

 

„Reboarder sind keine Testsieger!“ 

Richtig, aber warum ist das so? Gerade in den ersten Lebensjahren ist ein Reboarder sicherer, als ein vorwärts gerichteter Kindersitz. Der ADAC und Stiftung Warentest stufen die Testnote der Reboarder aber automatisch ab. Der Grund: Gerade mal 50% der Bewertung wird auf die Unfallsicherheit gelastet, die restlichen 50% verteilen sich auf die Handhabung und Ergonomie und genau da liegt der Knackpunkt! Bei der Handhabung verliert ein Reboarder in Tests sofort an Punkten, da er etwas aufwändiger und komplizierter im Ein- und Ausbau ist. Hier sieht der ADAC zum Beispiel eine Gefahrenquelle, da er falsch eingebaut werden könnte. Dem kann man aber ganz einfach entgegenwirken: Fahrt nach dem Einbau einfach mal ohne Kind zur Verkehrsschule oder einem Fachhandel, der auf Reboarder spezialisiert ist. Dort kann geschultes Personal überprüfen, ob ihr beim Einbau alles richtig gemacht habt. Ein Reboarder der auch vorwärts gerichtet genutzt werden kann, wird in Tests ebenfalls anders gewertet. Bei diesen Modellen werden beide Einbauweisen getestet und für das Testergebnis ein Durchschnittswert von allen Punkten ermittelt. Dadurch schneiden sie im Punkto Sicherheit auch etwas schlechter ab, als ihre Kollegen.

 

„Wenn mein Kind im Reboarder sitzt, kann ich es während der Fahrt nicht sehen!“

IMG_5642Da kennen wir eine ganz einfache Lösung: Es gibt kleine Sicherheitsspiegel die extra für Autos entwickelt wurden. Solch einen kannst Du ganz einfach an der Kopfstütze vor oder neben Deinem Kind anbringen. Jetzt kannst Du nicht nur jeder Zeit durch den Rückspiegel Dein Baby sehen, sondern Dein kleiner Reisebegleiter hat auch noch jede Menge Spaß dabei, im Spiegel alles zu beobachten. Bei den runden Spiegeln kann sich Dein Kind sogar auch selbst sehen… Und wir Eltern wissen ja alle, welche Freude Kinder dabei haben, sich selbst zu betrachten. Gibt’s zum Beispiel hier!

Jetzt soll doch noch mal einer sagen, dass der Reboarder Nachteile hätte!

5 Gründe, warum Reboarder die besseren Autositze sind

Wir haben nicht nur die Gerüchte über Reboarder abgefangen, sondern wissen auch, was für einen Rebaorder spricht! Warum sind so viele Familien davon begeistert und warum genau ist es so wichtig, dass die Kinder lange rückwärts fahren?.Hier erfährst Du 5 Vorteile der Reboarder!

 

Autorin: Madeleine Kühni