Reflux, Rotavirus, Rotznase – die 7 häufigsten Baby-Krankheiten

Nina Sohns

Jedes Mal, wenn es Deinem Baby nicht gut geht, leidest Du als Mama natürlich mit! Hier findest Du die sieben häufigsten Baby-Krankheiten, wie Du sie erkennst und was Deinem Schatz hilft.

1. Säuglings-Gelbsucht

Die Säuglings-Gelbsucht, auch Neugeborenen-Gelbsucht, tritt bei etwa der Hälfte aller Neugeborenen auf. Diese Form der Gelbsucht ist normalerweise harmlos, nur vorübergehend und hat nichts mit einer richtigen Hepatitis zu tun. Die kurzzeitige gelbliche Verfärbung der Haut kommt daher, dass die Leber direkt nach der Geburt noch nicht voll funktionsfähig ist, sodass bestimmte Stoffe nicht ordentlich verarbeitet werden können.

Anzeichen einer Säuglings-Gelbsucht:

  • Gelbe Verfärbung von Haut und Augen
  • Braunfärbung des Urins und heller Stuhlgang
  • Erhöhte Bilirubinkonzentration im Blut

Was kann Deinem Baby helfen?

  • Lichttherapie, falls die Bilirubinkonzentration einen bestimmten Grenzwert übersteigt
  • In seltenen, schwerwiegenden Fällen ist ein Blutaustausch notwendig
  • In der Regel verschwindet die Säuglings-Gelbsucht nach 10–14 Wochen von selbst

Reflux

2. Reflux

Bei fast allen Säuglingen kommt es zum sogenannten Reflux, dem Rückfluss der aufgenommenen Nahrung in die Speiseröhre. Der Muskel, der diesen Rückfluss verhindern soll, ist bei Babys noch nicht voll ausgebildet. Beim Großteil der Säuglinge reguliert sich das Problem innerhalb des ersten Lebensjahrs von selbst. Erbricht Dein Baby jedoch öfter als fünf Mal pro Tag oder stets nach den Mahlzeiten, sollte es ärztlich untersucht werden, da dies erste Anzeichen für eine Refluxkrankheit sein können. Insbesondere kann dabei festgestellt werden, ob – sollte Dein Kleines bereits Fläschchenmahlzeiten bekommen – das häufige Erbrechen auf eine Kuhmilchallergie zurückzuführen ist.

Anzeichen für Reflux:

  • Überstrecken
  • Verstärktes Schreien oder Spucken nach dem Trinken
  • Starke Unruhe und Schlafstörungen

Was kann Deinem Baby helfen?

  • Nur in aufrechter Position füttern
  • Mehrmals Bäuerchen machen lassen, um den Magendruck zu verringern
  • Medikamente gegen Übersäuerung (nach Rücksprache mit dem Arzt)

3. Dreimonatskoliken

Oft schreien Babys in den ersten drei Lebensmonaten sehr häufig. Früher wurde vermutet, dass Koliken die Ursache hierfür seien. Deshalb etablierte sich die Bezeichnung „Dreimonatskolik“ für die ausgeprägte Weinphase der Babys. Zwar ist nicht bewiesen, dass das exzessive Schreien tatsächlich auf Bauchschmerzen zurückzuführen ist, doch Blähungen und Bauchweh sind trotzdem keine Seltenheit bei Babys. Das liegt daran, dass die Kleinen durch zu hastiges Trinken Luft schlucken, vor allem beim Trinken aus der Flasche. Außerdem muss sich Babys Darm erst an manche Nährstoffe gewöhnen, die mit der Muttermilch aufgenommen werden. Deshalb treten die Schmerzen meist kurz nach dem Füttern auf. Verbanne also am besten stark Blähendes aus Deinem Speiseplan. Hier erfährst Du mehr über die richtige Ernährung in der Stillzeit.

Solltest Du jedoch merken, dass das viele Schreien Deines Babys nicht an Bauchschmerzen liegt, zeigen wir Dir hier weitere Ursachen!

Anzeichen für Bauchweh:

  • Anziehen der Beinchen
  • Überstrecken des Körpers
  • Fäuste ballen
  • Schmerzverzerrtes, rotes Gesicht
  • Harter Bauch
  • Unruhe und exzessives Schreien, meist abends

Was kann Deinem Schatz helfen?

  • Wärme, z. B. durch ein Wärmekissen
  • Sanfte Bauchmassage
  • Kräutertee (Fenchel, Kümmel)
  • Kümmelzäpfchen
  • Halten im Fliegergriff
  • Bei Fläschchennahrung: Anti-Kolik-FlaschenBaby_weint_schreit

4. Magen-Darm-Infekt

Das Immunsystem in der Darmflora von Säuglingen hat noch nicht genügend Abwehrkräfte entwickelt, weshalb sie besonders anfällig für Magen-Darm-Infekte sind. Als häufige Ursache hierfür gelten die Rotaviren.

Anhaltender Durchfall und Erbrechen können für Säuglinge und Kleinkinder durch den extremen Flüssigkeitsverlust gefährlich werden. Um dem vorzubeugen, solltest Du Dein Baby häufiger stillen oder ihm ausreichend Wasser und Kräutertee zu trinken geben. Falls Dein Kind länger als fünf Stunden an Durchfall leidet, gehe auf jeden Fall mit ihm zum Arzt! Nicht selten müssen Babys sogar ins Krankenhaus gebracht werden, um dort den Flüssigkeitsverlust anhand einer Infusion auszugleichen.

Symptome einer Infektion mit Rotaviren:

  • Erbrechen, Fieber und wässriger Durchfall
  • Dehydration, erkennbar an dunkel gefärbtem Urin, eingesunkenen Augen sowie sehr trockenem Mund
  • Manchmal tritt zeitgleich ein Atemwegsinfekt auf, wodurch Symptome wie Husten oder Schnupfen folgen

Was kann Deinem Kleinen helfen?

  • Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes, notfalls im Krankenhaus per Infusion
  • Gestillte Säuglinge bekommen weiterhin Muttermilch und nach Rücksprache mit dem Kinderarzt ggf. auch eine Elektrolytlösung
  • Hygienemaßnahmen, wie häufiges Händewaschen, um die Verbreitung der Viren einzudämmen

Impfen gegen Rotavirus?

Der Impfstoff gegen den Rotavirus kann Babys vor dem sechsten Lebensmonat als Schluckimpfung verabreicht werden. Dieser schützt Studien zufolge aber nur mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent vor einer Infektion. Im Großteil der Fälle kann die Impfung aber einen schweren Krankheitsverlauf vermeiden.

Erfahre hier mehr über den Rotavirus und ob Du Dein Kleines dagegen impfen lassen solltest und welche Risiken damit verbunden sind.

5. Erkältung und Fieber

Babys sind für Erkältungen besonders anfällig, weil ihr Immunsystem anfangs noch nicht so stark ist. Die meisten Babys haben zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat ihre erste Erkältung. Bei Stillkindern sorgt vorher der so genannte Nestschutz dafür, dass Krankheitserreger keine Chance haben.

Spätestens jedoch, wenn Dein Schatz beginnt, alles in den Mund zu stecken, steigt das Infektionsrisiko. Doch das gehört zum Großwerden dazu und kann zur Stärkung des Immunsystems beitragen! Mehr dazu in unserem Ratgber „Immunsystem bei Kindern stärken − Schmutz ist wichtig“.

Für Babys ist ein Schnupfen besonders unangenehm, da es ihnen noch schwer fällt von Nasen- auf Mundatmung umzustellen. Auch das Saugen und Trinken kostet sie dann mehr Kraft.

Anzeichen einer Erkältung:

  • Rotznase
  • Husten
  • Schluckbeschwerden
  • Erschöpfung
  • Verminderter Appetit
  • Fieber

Was kann Deinem Baby helfen?

  • Nasentropfen und Nasensauger um die Nase frei zu bekommen und das Atmen zu erleichtern
  • Wundcreme gegen die gerötete Nase
  • Erhöhen der Raumfeuchtigkeit (z. B. mit einem Luftbefeuchter)
  • Bei anhaltendem Fieber und Schmerzen: Fiebersenkendes Schmerzmittel wie Paracetamol

 6. Augenentzündung

Babys leiden oft unter tränenden oder verklebten Augen. Das liegt meist an einer Verengung des Tränenkanals, durch die sich Tränenflüssigkeit staut. Das feuchte Auge bietet leider eine ideale Umgebung für Keime und so kann es leicht zu Entzündungen kommen. Meist genügt das Auswaschen mit lauwarmem, abgekochtem Wasser. Wichtig: Das Auge immer von außen nach innen auswischen!

Sollten sich die Symptome verschlimmern, kann es sich um eine Infektion handeln, die den Besuch beim Kinderarzt erfordert. Denn eine Bindehautentzündung muss mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, um Folgeerkrankungen zu verhindern. Und Achtung ist geboten: Bindehautentzündung ist ansteckend!

Anzeichen einer Bindehautentzündung:

  • Rote Augen
  • Schwellung von Bindehaut und Lidern
  • Dein Kind reibt häufig die Augen
  • Verstärk­ter Tränenfluss
  • Lichtempfindlichkeit
  • Vermehrte Sekretbildung bis hin zu grün-gelblicher Färbung

Was kann Deinem Schatz helfen?

  • Augenreiben verhindern, da es den Zustand verschlimmert und die Krankheitserreger verteilt
  • Hygienemaßnahmen, beispielsweise häufiges Händewaschen
  • Verklebte Lidränder und Wimpern mehrmals am Tag mit lauwarmem, abgekochtem Wasser und einem Mulltupfer reinigen
  • Reinigen des Auges immer von außen nach innen
  • Augentropfen gegen Bindehautentzündung, nach Rücksprache mit dem Arzt

7. Mittelohrentzündung

Ohrenschmerzen gehören leider auch zu den häufigeren Baby-Krankheiten. 90 % aller Kinder erkranken in den ersten drei Lebensjahren einmal an einer Mittelohrentzündung. Diese kommt meist von einem Infekt der oberen Luftwege. Dort schwillt neben der Nasenschleimhaut auch eine kleine Röhre zwischen Nase und Ohr an, die sich entzündet und den Schmerz verursacht.

Anzeichen einer Ohrenentzündung:

  • Häufiges Weinen
  • Ohrenreiben
  • Fieber

Was kann Deinem Baby helfen?

  • Wärme, zum Beispiel von einem Rotlicht
  • Altes Hausmittel: Ein Säckchen mit klein gehackten gewärmten Zwiebeln, das auf das Ohr gelegt wird
  • Abschwellende Nasentropfen und ein Mittel gegen die Schmerzen, wie Ibuprofensaft
  • Antibiotika werden nur bei bakterieller Ursache verordnet. Etwa die Hälfte aller Mittelohrentzündungen wird jedoch durch Viren hervorgerufen, gegen die keine Antibiotika helfen

Kinderarzt

Hausapotheke oder Kinderarzt?

Als frischgebackene Mama wird Dich wahrscheinlich jedes Schniefen und Husten Deines kleinen Schatzes beunruhigen. Das ist normal. Mit der Zeit kennst Du Dein Kind und kannst die Lage besser einschätzen. Da kann Dich ein kleiner Kratzer oder eine Rotznase nicht mehr so schnell aus der Fassung bringen! Hier findest Du zudem Tipps, was in Babys Hausapotheke auf keinen Fall fehlen darf.

Auch Hautprobleme sind bei Babys nicht selten. Erfahre hier, was zu tun ist, wenn Dein Kleines Hautausschlag hat. Außerdem zeigen wir Dir hier, wie Du Milchschorf und Kopfgneis in den Griff bekommst.

Doch unabhängig davon, welche der genannten Baby-Krankheiten Deinem Schatz zu schaffen machen, ist im Falle länger andauernder Beschwerden der Gang zum Kinderarzt immer das einzig Richtige!