Schmerzen in der Schwangerschaft – was kann ich selber tun?

Katharina Grammel

Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit und doch treten manchmal leichte Schmerzen auf, die nicht unbedingt durch einen Arzt oder Medikamente behandelt werden müssen. Hier findest Du ein paar Tipps, damit Du Deine Schwangerschaft beschwerdefrei genießen kannst.

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Wenn man die Werbung und manche Ratgeber betrachtet, erscheint die Schwangerschaft wie ein monatelanger Spaziergang inmitten pastellfarbener Wattewölkchen. Treten dann plötzlich Schmerzen in Rücken, Beinen oder der Leistengegend auf, ist es schnell vorbei mit der scheinbaren Idylle und eine leichte Besorgnis macht sich breit.

Doch keine Sorge: Gelegentliche (!) Schmerzen sind in der Schwangerschaft völlig normal, denn der Körper erbringt in dieser Zeit wahre Höchstleistungen und muss viele Anpassungen bewältigen. Findet der Arzt keine behandlungswürdigen Ursache, gibt es einige Haus- und Hilfsmittel, die schwangerschaftsbedinge Schmerzen lindern können. Im Zweifelsfall heißt es jedoch auch und gerade bei Schwangeren: Kommt Dir etwas komisch vor, dann lieber einmal öfters zum Arzt als einmal zu wenig!
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Autsch, mein Rücken!

Rückenschmerzen sind gemein. Sie schleichen sich meist langsam an und nehmen mit der Zeit immer mehr zu. In der Schwangerschaft kommen gleich mehrere Faktoren zusammen, die das unangenehme Ziepen im Rücken fördern: Zum einen verlagert sich durch den wachsenden Bauch der Schwerpunkt nach vorne, wodurch ein größerer Zug auf den Rücken ensteht, zum anderen lockert sich das Gewebe und kann den wirkenden Kräften weniger entgegensetzen.

Was hilft? Bei Rückenschmerzen hilft häufig Wärme, die das verspannte Gewebe lockert und entspannt. Hilfreich sind dabei beispielsweise Wärmflaschen oder Kirschkernkissen. Auch Bäder können eine wahre Wohltat sein, wenn sie die Temperatur von 37 Grad nicht überschreiten. Bewährt hat sich beispielsweise ein Heublumenbad mit einem entspanntenden Badeöl. Äußerst wohltuend sind auch sanfte Massagen, zum Beispiel mit einem duftenden Massageöl. Ein guter Tipp ist häufig auch eine Bauchstütze, die das Gewicht des Bauches abfängt und rückenschonend verteilt. Für den erholten Schlaf empfiehlt es sich, bereits in der Schwangerschaft ein Stillkissen zu kaufen: Die praktische Wurst hilft, auch mit dickem Bauch eine bequeme und entspannte Schlafposition zu finden.

Uff, meine Beine!

Geschwollene, schwere Beine, dicke Knöchel sowie Wadenkrämpfe machen vielen Schwangeren gerade zum Ende der Schwangerschaft hin Probleme. Plötzlich schneidet alles ein, die Beine fühlen sich unendlich schwer an und die Leichtigkeit früherer Zeiten ist wie weggeblasen. Hier gilt es, den gestressten Venen durch Kompressionsstrümpfe die Arbeit zu erleichtern und den Körper mit ausreichend Magnesium zu versorgen.

Was hilft? Viele Schwangere schwören auf Kompressionsstrümpfe, die schwere Beine deutlich leichter machen. Auch Bäder und Salben können gegen schwere und geschwollene Beine helfen. Gegen Wadenprobleme sind Kompressionsstrümpfe ebenfalls eine Hilfe. Da Wadenkrämpfe oft durch Magnesiummangel auftreten, kann Magnesium aus der Apotheke helfen.
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Echt unangenehm, diese Schmerzen im Unterleib!

Auch in deinem Unterleib können sich Schmerzen zeigen. Einige sind vielleicht sogar eigentlich erfreulicher Art, wenn das Baby vor lauter Übermut unsanft in Bauch und Rippen tritt und boxt. Es kann sich auch um einen Dehnungsschmerz in den Mutterbändern handeln, die die Gebärmutter am Beckenknochen halten. Während der Schwangerschaft müssen sich diese Bänder stark dehnen und es kann ein sehr unangenehmes Ziehen in der Leistengegend auftreten.
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Was hilft? Gegen die unangenehmen Schmerzen kann sanfte Bewegung helfen, beispielsweise durch Gymnastik an Land oder noch besser im Wasser. Die sanften und fließenden Bewegungen können dabei helfen, die Dehnung der Bänder zu unterstützen und schmerzhaften Verspannungen vorzubeugen. Gerade für Schwangere wird Aquafitness empfohlen, da der Körper optimal vom Gewicht des Bauches entlastet wird und die Gelenke nicht überlastet werden.

Hilfe, mir brummt der Schädel!

Ja, auch Schwangere sind gegen Kopfschmerzen nicht gefeit, denn Anspannung, Stress, Verspannungen und Sorgen drücken sich häufig auch durch einen unangenehmen Brummschädel aus. Glücklicherweise gibt es statt Kopfschmerztabletten auch einige Hausmittelchen, die die meisten Schmerzen schnell wieder verjagen.

LavendelölWas hilft? Oft hilft es alleine schon, ausreichend zu trinken, denn Kopfschmerzen können auch durch Austrocknung entstehen. Wenn ein großes Glas Wasser keine Besserung bringt, dann kann eine sanfte Massage mit entspannenden Ölen helfen. Gut geeignet ist dafür beispielsweise Lavendelöl. Auch das Schnuppern an Pfefferminzöl oder das Einreiben der Schläfen kann für Linderung sorgen.