Schnuller, wir haben ein Problem: Wie ein Schnuller auf Dein Baby aufpassen soll

Annika Pöggeler

Was muss ein Schnuller können? Muss er mehr sein als ein besserer Daumenersatz? Wir stellen Euch eine innovative Neuigkeit auf dem Schnullermarkt vor, die sogar verspricht, die Gesundheit Deines kleinen Schatzes im Auge zu haben. Wie das funktionieren soll und was dieser Schnuller sonst noch so zu bieten hat, verraten wir Dir hier.

Handy, Uhren, Fernseher – alles kann inzwischen smart sein und Dein Leben einfacher machen. Aber auch ein Schnuller? Ein britisches Unternehmen bringt im Frühjahr 2015 den „Pacif-i“ auf den Markt. Wir haben uns für Dich umgeschaut und zeigen Dir, was sich hinter dem derzeit wohl ungewöhnlichsten Schnuller verbirgt und ob er wirklich nützlich ist!

Willst Du gerne mehr zu Schnullern erfahren? Dann wirf doch mal einen Blick auf unsere Checkliste zum Thema Schnullerkauf.

Auf den ersten Blick wirkt der Pacif-i wie ein herkömmlicher Schnuller, der in verschiedenen Farben erhältlich ist. An Form oder Design kann es schon mal nicht liegen, dass der Schnuller der Firma BlueMaestro für viel Aufsehen sorgt. Was also macht den Pacif-i so besonders?

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Auf die inneren Werte kommt es an!

Der Clou an diesem innovativen Schnuller liegt in seinem Inneren verborgen: Dort findet sich nämlich ein Niedrigenergie-Bluetooth-Smart-Chip, der sich mit einer speziell entwickelten, kostenlosen App fürs Handy verbinden lässt. Die Akkulaufzeit soll im Übrigen etwa ein Jahr betragen. Und nicht nur das, auch ein Temperatursensor wurde in dem Schnuller verbaut!
In der Praxis bedeutet das: Dein Schatz nuckelt genüsslich an seinem Schnuller, während der Sensor unbemerkt die Körpertemperatur misst. In regelmäßigen Abständen werden die Werte an Dein Smartphone geschickt. In der App kannst Du dann nachschauen, ob und um wie viel Grad die Temperatur Deines Babys schwankt. So kann Fieber innerhalb kürzester Zeit festgestellt werden.

Das überzeugt Dich noch nicht so recht? Die App des Pacif-i bietet noch weitere Features: Mit nur wenigen Klicks kannst Du die entsprechenden Daten an Deinen Kinderarzt weiterleiten, um seine Meinung einzuholen. Das erspart Dir die Fahrt zur Praxis und Dein Arzt hat den kompletten Temperatur-Verlauf vorliegen.
Falls Dein Baby im Krankheitsfall Medikamente nehmen muss, kannst Du mit Hilfe der App übrigens auch eine entsprechende Liste bzw. einen Alarm anlegen. So erinnert Dich Dein Handy daran, welche Dosis der Medikamente wann zu verabreichen ist.

Der Pacif-i – der Bodyguard Deines Babys?

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Der Pacif-i – kleiner Schnuller, große Technik.

Wie es ein guter Bodyguard tut, folgt auch ein Schnuller Deinem Baby meistens gewissenhaft. Das macht sich der Pacif-i zu Nutzen: Dank der Tracking Funktion meldet sich der Schnuller sofort auf Deinem Handy, sobald Dein Baby einen gewissen Radius verlässt. So sollen Ausflüge zur Treppe oder in die Küche verhindert werden.
Doch das war noch nicht alles, der Pacif-i kann noch mehr. Kirsten Hancock, selbst Dreifach-Mami, war es wahrscheinlich leid, ständig nach dem Schnuller zu suchen. Viel zu schnell ist das kleine Ding unter dem Sofa, in der Spielkiste oder in einer Tasche verschwunden und unauffindbar. Daher verfügt der Pacif-i über einen Funktion, die die lästige Sucherei beendet: Dank Buzzer-Alarm vibriert der Schnuller so lange, bis er gefunden wird – ebenfalls gesteuert über die App.

Falls Du Dir Sorgen machen solltest, ob so ein kleines Technikwunder empfindlich ist: Laut Hersteller ist er genauso robust wie die herkömmlichen Modelle und lässt sich sogar ganz einfach in der Spülmaschine reinigen!

Fazit: Innovativ oder unnütz?

Innovativ ist schon allein der Grundgedanke, den Kirsten Handcock hatte und mit dem Pacif-i in die Tat umgesetzt hat. Hilfreich sind die vielen Features sicher auch, vor allem der Buzzer-Alarm kann viel Zeit und Nerven sparen, die Tracking-Funktion gibt etwas mehr Sicherheit.
Doch wie genau ist der Temperatursensor tatsächlich? Andere Fiebermessgeräte in Schnullerform können eher weniger überzeugen, da zu ungenau. Praxistests müssen beweisen, dass man sich auf den Pacif-i-Sensor verlassen kann und es nicht mehrmals in der Woche zu falschem Fieber-Alarm kommt.
Da der Schnuller Daten über Bluetooth sendet, hast Du vielleicht Bedenken wegen der Strahlung: Doch genauso wie bei Handys gibt es hier bisher keine verlässlichen Studien zu möglichen Gefahren. Ob man so viel Technik allerdings im Mund seines Babys haben möchte, müssen Eltern im Zweifelsfall immer für sich bzw. für ihr Kind selbst entscheiden.

Für 35 Euro erhält man einen Schnuller, der ungewöhnlich und in gewisser Weise auch hilfreich ist. Doch es bleibt abzuwarten, ob die vielen Funktion im Alltag wirklich bestehen können. Bis dahin bleibt der Pacif-i ein „Nice-to-have“-Produkt.

Bildquelle: bluemaestro.com