Schwarz, grün, braun: Bei welchem Stuhlgang Baby zum Arzt muss

Eva Becker

Von schwarz bis grün – der Stuhlgang von Deinem Baby schaut nicht immer gleich aus. Manche extremen Farben sind ganz normal, andere sind Warnsignale. Bei welchem Stuhlgang Baby zum Arzt muss, erfährst Du hier.

Schwarz-grünlicher Start

Der Anfang ist schwarz-grünlich und zäh. Mekonium ist der fachlich korrekte Name für Babys ersten Stuhlgang. Aber das Wort „Kindspech“ trifft es viel besser. Denn wie Pech klebt die Masse und ist gar nicht so einfach von Babys winzigem Po zu entfernen. Das Kindspech ist eine wilde Mischung aus Fruchtwasser, Zellresten, Verdauungssäften, Lanugo-Haaren und Käseschmiere. Und es ist tatsächlich Babys allererster Stuhlgang – denn im Mutterleib musste es nur „klein“. Wenn Dein Baby die Vormilch trinkt, wird die Ausscheidung des Mekoniums angeregt.

Mekoniumpfropf: Es kann auch sein, dass Dein Baby zusätzlich einen grau-weißlichen harten Pfropf ausscheidet: den Mekoniumpfropf. Dieser kann übrigens auch verhindern, dass das Kindspech austritt. Hat Dein Baby 24 Stunden nach der Geburt noch kein Kindspech ausgeschieden, solltest Du den Kinderarzt aufsuchen, denn dann kann ein Darmverschluss vorliegen.

Die Tage danach: Gelbgrün bis braun 

In den ersten zwei, drei Tagen nach dem Kindspech scheidet Dein Baby den Übergangsstuhlgang aus: Er ist gelbgrün bis hellbraun und kann ganz flüssig sein, aber auch körnig.

Muttermilchstuhl: Senfgelb bis beige 

Jetzt wird Babys Windelinhalt senfgelb bis beige, sehr weich und ein wenig körnig. Er stinkt nicht, sondern riecht nur leicht säuerlich. Das gilt für gestillte Kinder.

Flaschennahrung: hellgelb bis lehmbraun

Bekommt Dein Kleines von Anfang an Babymilch, dann sieht sein Stuhlgang etwas anders aus, nämlich eher ins lehmbraun gehend, manchmal sogar dunkelgrün. Der Windelinhalt riecht auch strenger und ist etwas fester – ungefähr so wie eine Paste.

african american mother changing baby's diaper

Grüner Stuhlgang bei gestillten Kindern 

Wenn Dein gestilltes Baby einen grünlichen Stuhlgang hat, kann das verschiedene Ursachen haben: entweder bekommt es insgesamt noch zu wenig Milch oder zu wenig von der fettreichen Hintermilch. Es kann aber auch eine Verdauungsstörung dahinterstecken – oder etwas in Deiner Ernährung ist für die Farbgebung verantwortlich, z. B. Eisenzusätze.
Aber Achtung: Schaumiger grünlicher Stuhlgang ist ein Hinweis auf eine Magen-Darm-Infektion oder auf unerwünschte Bakterien. In diesem Fall besser einen Termin beim Kinderarzt machen.

Grüner Stuhlgang bei Flaschennahrung 

Dauerhaft grünlicher Windelinhalt bei mit der Flasche ernährten Kindern kann auf eine Kuhmilchunverträglichkeit hinweisen. Bei Babys, die mit HA-Nahrung gefüttert werden, ist der grüne Stuhl hingegen normal.

Vorsicht bei weißem, rotem und schwarzem Windelinhalt 

Auch bei weißlichem Stuhlgang solltest Du mit Deinem Baby zum Kinderarzt gehen, denn dieser kann ein Hinweis auf Gallenprobleme sein. Ist der Windelinhalt rötlich gefärbt, dann kann das verschiedene Ursachen haben, die aber vom Kinderarzt abgeklärt werden sollten. Schwarzer Stuhlgang kann von Eisentabletten herrühren, aber auch auf eine Blutung hinweisen.

Übergang zur Breinahrung

Mit Einführung der Beikost verändert sich auch Babys Stuhlgang: Die größte Veränderung ist sicher, dass er nun anders, nämlich strenger riecht. Wahrscheinlich werdet Ihr spätestens jetzt über die Anschaffung eines Windeleimers nachdenken. Außerdem wird der Stuhlgang fester und nimmt – je nach Lebensmittel – eine  Färbung an: rötlich bei Karotten, bläulich bei Heidelbeeren, grünlich bei Spinat.

Die Kunst des „Windel-Lesens“ 

Dir schwirrt vor lauter Farben der Kopf? Mach‘ Dir nicht zu viele Sorgen. Denn erstens wirst Du schnell lernen, den Gesamtzustand Deines Babys einzuschätzen. Und zweites bist Du auch rasch in die Kunst des „Windellesens“ eingearbeitet – schließlich steht bis zu zehn Mal am Tag Wickeln an. Wie häufig „normal“ ist und was Du sonst noch über Babys Stuhlgang wissen willst, liest Du in unserem Artikel (der noch geschrieben werden muss).