Sex in der Schwangerschaft – kein Gegensatz!

Ricarda Grusemann

Sex und Schwangerschaft haben außer dem Anfangsbuchstaben nicht viel gemein? Blödsinn, denn auch oder sogar gerade in der Schwangerschaft ist viel Raum für Zärtlichkeit. Viele Eltern haben dabei aber Bedenken. Wir beantworten die häufigsten Fragen zum Thema „Sex in der Schwangerschaft“!

Darf ich als Schwangere überhaupt Sex haben?

Frage zurück: Wieso sollte eine Schwangere KEINEN Sex haben dürfen? Normalerweise spricht nichts gegen Sex in der Schwangerschaft, solange die Fruchtblase noch nicht geplatzt ist und der Frauenarzt keine Einwände hat. Wenn Du Dich gut fühlst, spricht nichts dagegen, das bisherige Sexleben in der Schwangerschaft weiterzuführen. Viele werdende Mütter haben gerade zu Beginn der Schwangerschaft jedoch Bedenken. Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du Dich jederzeit an Deinen Frauenarzt wenden. Vielleicht hast Du seit Deiner Schwangerschaft aber auch mehr Lust auf Sex (besonders im zweiten Trimester): Da die gesteigerte Durchblutung auch Deine Geschlechtsorgane betrifft, bist Du in dieser Region nun besonders empfindlich.

Was sagt mein Baby eigentlich dazu?

Keine Angst, Dein Baby kann durch Geschlechtsverkehr nicht verletzt werden, denn der Eingang zur Gebärmutter ist durch einen dicken Schleimpfropf verschlossen und die Fruchtblase schützt Dein Baby vor Infektionen. Manchmal kann es sein, dass sich Dein Baby nach dem Orgasmus besonders stark bewegt: Dies ist keine Reaktion auf Schmerzen oder Unwohlsein, sondern hängt einfach mit dem erhöhten Puls und dem Geräusch Deines lauter klopfenden Herzens zusammen.

Wann sollten wir lieber auf Sex verzichten?

Es gibt einige Gründe, bei denen vorübergehend oder dauerhaft auf Sex verzichtet werden sollte:

  • Treten Blutungen, Unterleibs- oder Bauchkrämpfe auf, so sollte der Frauenarzt aufgesucht und bis dahin auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
  • Ist Deine Fruchtblase geplatzt, verliert Dein Baby seinen bisherigen Schutz vor Infektionen und ihr solltet auf Sex verzichten.
  • Liegt eine Muttermundschwäche, die sogenannte Zervixinsuffizienz vor, sollte auf jeden Fall der Frauenarzt konsultiert werden.
  • Eine tiefliegende Plazenta (Plazenta Praevia) sollte ebenfalls unbedingt mit dem Frauenarzt abgeklärt werden.
  • Bei Geschlechtskrankheiten wie Genitalherpes, Syphilis, HIV oder Scheideninfektionen mit Pilzen oder Chlamydien sollte ebenfalls auf Sex verzichtet werden.

Auch wenn Du beim Sex plötzlich Schmerzen empfindest, solltest Du Dich lieber an Deinen Frauenarzt wenden.

Ich habe einfach keine Lust mehr auf Sex. Muss ich mir Sorgen machen?

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Alles passt, und doch hast Du einfach nicht so wirklich Lust auf Zweisamkeit? Besonders zu Beginn der Schwangerschaft können Übelkeit, Müdigkeit und andere Schwangerschaftsprobleme auf die Libido schlagen. Wer denkt schon an Sex, wenn man den ganzen Tag in den Seilen hängt? Zum Ende der Schwangerschaft lässt die Lust ebenfalls häufig nach, wenn der dicke Bauch alle Bewegungen erschwert und die Schwangere sich des Öfteren wie ein Walross fühlt. In solchen Zeiten kannst Du mit Deinem Partner andere Wege entdecken, Euch Eure Liebe und Nähe zu zeigen: Kuscheln, streicheln und küssen helfen, auch in diesen Zeiten Intimität und Innigkeit zu wahren.

Ich fühle mich nicht attraktiv, was soll ich nur tun?

Gerade zum Ende der Schwangerschaft verlieren viele Schwangere den Glauben an ihre Attraktivität und kommen sich eher wie ein schnaufendes Walross vor. Schwangerschaftswäsche und Umstandsmode, die eher funktional als schön ist, gibt vielen Schwangeren dann noch den Rest. Doch es geht auch anders: Wieso solltest Du als Schwangere nicht das Recht haben, Dich schön, figurbetont oder sogar sexy zu kleiden? Diese hübschen Stücke machen Mut, sich auch mit dickem Bauch wieder richtig „zum Anbeißen“ zu fühlen!

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Was sagt eigentlich mein Partner dazu?

Dein Partner kann ganz unterschiedlich mit Deiner Schwangerschaft umgehen. Während viele Männer ihre schwangere Frau sogar besonders begehrenswert finden, werden andere von Sorgen und Bedenken geplagt: Was passiert mit dem Baby, bekommt es etwas mit oder hat Schmerzen? Kann ich meiner Partnerin wehtun? Was wird sich ändern, wenn wir auf einmal nicht mehr nur Mann und Frau, sondern auch Mama und Papa sind? Diese Bedenken können das Verlangen Deines Partners schmälern. Oft hilft in diesem Fall ein gemeinsames Gespräch (eventuell auch mit einem Experten wie Deinem Frauenarzt), in dem Ihr eure Sorgen und Ängste schildert und Möglichkeiten entdeckt, Eure Liebe weiterhin zu pflegen.