Sind Strampler nur etwas für Erstlingseltern?

Björn Anton

Sind Strampler nur etwas für Erstlingseltern? miBaby-Gründer Björn hat eine gewagte These. Aber wie kommt er nur darauf?

Ich habe ja schon berufsbedingt viel mit Babysachen zu tun. Als Gründer von miBaby sollte die Materie eigentlich mein „täglich Brot“ darstellen. Und spätestens durch unseren Sohn Victor, der nun seit etwas mehr als zwei Monaten unseren Haushalt auf Trab hält, ist das Thema „Baby“ bei mir auch wieder präsenter denn je. Dennoch erstaunt es mich immer wieder, über wie viele Dinge man eigentlich gar nicht großartig nachdenkt, sondern sie einfach nur akzeptiert − ohne genau dies zu tun: Denken.

Ein solches Erlebnis hatte ich, als wir vor etwa fünf Wochen über Facebook auf eine anfänglich ganz unscheinbare Aktion hingewiesen haben. Diese Aktion hatte zwar zunächst einmal gar nichts mit den eingangs erwähnten Stramplern zu tun, warf bei mir aber am Ende doch eine Grundsatzfrage zu ebendiesen auf. Aber der Reihe nach: An besagtem Tag verkaufte unser Partner Limango Klamotten für Babys und Kids von der kleinen − und zumindest mir bis dato gänzlich unbekannten − Marke Vicious Wear.

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Was dann passierte, erstaunt mich ein Stück weit noch heute. Die Reaktionen waren gigantisch − tausende Mamis wollten die Hosen und Pullis von Vicious Wear! Über Stunden waren hunderte unserer Nutzerinnen gleichzeit auf dem Angebot. Schnell war alles leergekauft und es begann bald sogar ein reger Tauschhandel direkt in den Kommentaren unter dem Post.

Was aber hat diese kleine Anekdote aus dem miBaby-Alltag nun mit Titel und Thema dieses Artikels zu tun? Zunächst einmal begann ich, darüber nachzudenken, wie diese Aktion nur so erfolgreich hatte sein können. Ein Erfolg, den ihr keiner, wirklich keiner von uns vorab zugetraut hatte. Offensichtlich hatten die frechen Sachen von Vicious Wear einen Nerv bei unseren Nutzern getroffen. Eine meiner dringlichsten Fragen war daher: „Zieht man heutzutage seine Kinder einfach genau so an?“ Zumindest für einen großen Teil unserer Nutzer schien sich diese Frage klar mit „Ja“ beantworten zu lassen.

So weit, so wenig erleuchtend. Doch damit nicht genug. Diese ersten Gedankengänge führten bei mir zu tiefer gehenden Überlegungen, wie wir eigentlich unsere Allerkleinsten anziehen. Und dabei fiel es mir auf: Während Clara, unsere erste Tochter, die inzwischen drei Jahre alt ist, in ihren ersten Lebensmonaten noch klassisch „wie ein Baby“ in Strampler und Co. gekleidet war, hat Victor, unser Jüngster, bisher vielleicht zweimal einen Strampler angehabt. Bei genauerer Betrachtung glaubte ich, hier ein Muster erkennen zu können. Ich kam daher zu einer brisanten These: „Strampler sind nur etwas für Kinder von unerfahrenen Erstlingseltern!“ − Oder?

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So komisch diese Aussage zunächst auch klingen mag, entdeckt man bei genauerer Betrachtung dann doch, dass sie gar nicht so weit hergeholt zu sein scheint. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens bekommt man − zumindest meiner Erfahrung nach − insbesondere beim ersten Kind viel Kleidung geschenkt. Man kauft diese also gar nicht selbst. Großeltern, Verwandte, Bekannte, Freunde − viele schenken den glücklichen Eltern etwas zum Anziehen für das Neugeborene. Entsprechend ist ein großer Anteil der Erstlingsgarderobe geprägt von solchen Geschenken. Und was schenken die Leute so? Süße flauschige „Klassiker“: Strampler und Co. Zweitens hat man als junge Eltern auf den ersten Einkaufstouren für den kommenden Nachwuchs ja selbst noch keine Ahnung, was ein Baby überhaupt so tragen muss. Woher auch? (Außer man treibt sich schon frühzeitig auf miBaby herum 😉 ) Was kauft man also? Ebenfalls Strampler und Co. Und keiner findet es verwunderlich, sind sie doch wirklich süß, was man auch bei unserer Auswahl der putzigsten Strampler kaum leugnen kann.

 

Die Top 3 Strampler der miBaby-Mamis
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Minnie-Mouse Leo Overall Teddy Strampler

So weit, so gut. Was aber ist beim zweiten Kind anders? Ganz einfach: Du hast schon ein Kind. Dieses ist inzwischen kein Baby mehr, sondern zieht sich spätestens mit 1-2 Jahren eigentlich ganz normal an. Zugegebenermaßen in kleineren Größen als die Erwachsenen, aber doch normal: kleine Hose / Rock / Kleid – normales Oberteil. Und so normal es auch gewesen sein mag, sein Kind vorher in Strampler zu kleiden, so sehr verschiebt sich doch nach und nach die Perspektive. Denn eigentlich gibt es ja alles, was wir Großen so tragen auch für die Minis. Und wenn man ehrlich ist, will man für seinen Nachwuchs dann ja auch nichts anderes als für sich selbst: Er soll schick angezogen sein und keinen Einheitsbrei tragen. Eben einfach süß aussehen. Dank liebevoll zusammengestellter Sets wie den folgenden ist das ja zum Glück auch für Eltern ohne Ausbildung in der Modebranche leicht zu erreichen.

Die Top 3 Sets der miBaby-Mamis
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Weihnachtliches SetWir haben uns liebFesttagsoutfit

Bildschirmfoto 2014-10-16 um 21.31.01Und so kam es, dass, zumindest bei uns und unserem Victor, inzwischen statt Strampelanzug und klassischen Babysachen auf einmal Mini-Jeans mit modernen Cardigans und hippen Mützen auf dem Programm standen. Aus meiner Sicht teilt sich die (Baby-)Welt daher ein Stück weit in zwei Lager: Plüschbärstrampler oder hippes Jeansbaby.
Was meint Ihr?