Spielend Lernen #10: Die Feinmotorik entwickelt sich

Nadine Bäsig

Mit 9 Monaten und 3 Wochen steht die motorische Entwicklung wieder im Vordergrund. In diesem Newsletter geht es um die Feinmotorik. Du erfährst, was genau Dein kleiner Schatz nun lernt und wie Du ihn unterstützen kannst.

 

Jetzt geht’s an die Feinheiten

 

Baby_lacht_klatschtBestimmt hast Du bereits gemerkt, dass sich bei Deinem kleinen Schatz in den letzten Tagen nicht nur im kognitiven Bereich viel getan hat. Dein Baby entwickelt sich auch
motorisch
weiter.  Während grobmotorische Fähigkeiten dem Menschen ermöglichen, sich gegen die Schwerkraft aufrecht zu halten und sich fortzubewegen, sind Bewegungen der Mimik, Gestik, der sprachlichen Ausdrucksweise genauso wie das Malen und Schreiben der Feinmotorik zuzuordnen. Dein Baby ist nun mobiler und nichts ist mehr vor ihm sicher. Aber nicht nur die Grobmotorik hat sich weiter entwickelt. Dein Baby ist in seiner Feinmotorik auch ein ganzes Stück geschickter geworden.

Was bisher geschah

 

Während Dein Baby vor ein paar Wochen noch hilflos da lag, ist es nun mit 9 Monaten und 3 Wochen zu einem richtig kleiner Quirl geworden. Die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten Deines Babys verlief vom Kopf zu den Füßen. Zuerst lernte Dein kleiner Schatz seine Muskeln von oben nach unten zu beherrschen. Das Erste war die bewusste Kontrolle des Kopfes, bevor es Schultern, Arme und Hände willentlich benutzen konnte. Dann geht es weiter mit dem Rumpf, Rücken, Hüfte und Beine, bis Dein kleiner Wonneproppen endlich frei gehen kann. Diese Reihenfolge der muskulären Kontrolle ist bei jedem Kind gleich: Alle Babys entwickeln sich körperlich nach dem gleichen Muster – allerdings in unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Die feinmotorische Entwicklung

 

Baby hält Daumen_miniIn der Feinmotorik hat sich aber auch einiges getan. Im Alter von etwa vier Monaten hat Dein Baby Gegenstände noch mit der Handinnenfläche, dem sogenannte „Affengriff“,  und mit beiden Händen gleichzeitig gegriffen. Die einzelnen Finger hatten dabei noch keine spezielle Funktion. Mit ungefähr einem halben Jahr, gelang Deinem kleinen Schatz dann das Greifen mit nur einer Hand. Anschließend lernte es, einen Gegenstand von einer Hand in die Andere zu geben. Bis zu diesem Zeitpunkt war es Deinem Schatz noch nicht möglich, seine Händchen getrennt voneinander zu benutzen. Die rechte Hand tat das, was die Linke auch gemacht hat. So ist es bestimmt des Öfteren dazu gekommen, dass Dein Liebling sein Spielzeug aus der Hand verloren hat, weil es ein anderes Spielzeug greifen wollte. Dabei hat sich beim Öffnen der leeren Hand die andere Hand auch geöffnet und alles lag auf dem Boden. Mit ca. acht Monaten hat Dein Schatz den sogenannten „Scherengriff“ verwendet. Was das bedeutet? Dein Baby hat beim Greifen nicht mehr die Handinnenflächen benutzt, sondern den Daumen und den Zeigefinger. Hierbei wurden die Dinge aber mit der Basis dieser beiden Finger umschlossen. Dieser „Scherengriff“ wird nun verfeinert und Dein Baby ist jetzt in der Lage den „Pinzettengriff“ anzuwenden.

 

Wusstest Du schon, …

Symbol_Wusstest Du

… dass sich Dein Baby vermutlich bereits im Bauch für seine Händigkeit (Rechts- oder Linkshänder) entschieden hat? Ungeborene Babys stecken wohl häufiger den rechten, als den linken Daumen in den Mund. Schau doch mal auf Deinen Ultraschallbildern nach – vielleicht ist auf einem Bild etwas zu erkennen. Mal sehen ob sich diese Beobachtung bestätigt. 

 

Der Pinzettengriff

 

Baby-Traube-PinzettengriffDu fragst Dich nun, was der „Pinzettengriff“ ist? Beim „Pinzettengriff“ werden im Gegensatz zum „Scherengriff“ jetzt die Fingerkuppen zum Greifen benutzt. Wenn Du Dein Baby nun einmal auf den Boden legst kannst Du sicherlich beobachten, wie es sich mit den kleinsten Flusen oder Krümeln beschäftigen kann. Was Dein Baby hier greift ist völlig egal, es geht hier allein um den Greifvorgang. Diese Übungen können mit heftigen Arm- und Handbewegungen, ja fast schon Schleuderbewegungen verbunden sein. Das liegt daran, dass das Aufnehmen eines Gegenstandes prima klappt, jedoch das Loslassen noch Probleme bereitet. Das bewusste Lockern der Muskeln funktioniert noch nicht ganz so, wie es Dein Baby gerne hätte. Hieran wird es noch das gesamte erste Lebensjahr zu knabbern haben. Beherrscht Dein Baby den „Pinzettengriff“, kannst Du ihm Reiskörner oder ähnliches auf den Tisch legen und beobachten, wie es diese winzigen Gegenstände zu greifen versucht. Selbstverständlich darfst Du Dein Baby dabei nicht aus den Augen lassen – denn es könnte sich daran verschlucken.

 

Aufforderung Mitmachen

Beschäftigt sich Dein kleiner Schatz eine gefühlte Ewigkeit mit Flusen auf dem Boden? Sind Krümel auf dem Tisch das tollste Spielzeug? Dann werde zum Paparazzi und fange diese tollen Momente mit Deiner Kamera ein. Wir wollen es auch sehen! Schick uns Deine Bilder oder sogar Dein Video und füll unseren Kurzfragebogen aus! Wir sind gespannt auf Dein Feedback!

Gut zu wissen

 

Wichtig für Dich als Elternteil ist es zu wissen, dass die motorische Entwicklung nach inneren Gesetzmäßigkeiten Deines Babys abläuft und daher nicht von außen beeinflusst werden kann. Fleißiges Üben beschleunigt die motorischen Entwicklungsprozesse nicht. Jedes Kind eignet sich diese Fähigkeiten selbst an. Du brauchst Deinem Liebling in diesem Bereich also nichts „beibringen“. Voraussetzung für diese Selbststeuerung ist jedoch, dass Dein kleiner Wonneproppen Möglichkeiten bekommt, sich seinem augenblicklichen Entwicklungsstand entsprechend motorisch zu betätigen. Deine Aufgabe ist es also, Deinem Baby vielfältige Bewegungsräume und attraktive Anregungen, sowohl im Haus als auch im Freien zur Verfügung zu stellen. Du hast aber noch eine weitere wichtige Aufgabe: Das Verteilen von viel Lob, wenn Dein Schatz nach und nach die einzelnen Schritte meistert!

Wir fassen nochmal alles Wichtige für Dich zusammen

 

  • Der „Pinzettengriff“ löst nun den Scherengriff ab
  • Die hinteren und der fordere Finger können isoliert bewegt und z.B. zwei kleine Gegenstände gleichzeitig aufgenommen werden
  • Gezieltes Loslassen muss noch geübt werden und ist mit etwa einem Jahr ausgereift
  • Die motorische Entwicklung lässt sich durch Trainieren nicht beschleunigen

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