Spielend lernen #11: Spieltipps

Vanessa Glunz

Allmählich kann Dein Baby seine Gefühle differenzierter und gezielter ausdrücken als zuvor. Es klatscht und tanzt vor Freude, es dreht den Kopf weg, wenn ihm etwas nicht passt und verteidigt seine Spielzeuge. Spielend Lernen zeigt Dir, wie Du in diesem Entwicklungsschritt mit Deinem Baby spielen, es unterstützen und Eure Bindung stärken kannst.

Dein Baby zeigt seine Gefühle

 

babyDein Baby drückt immer mehr Emotionen und Motivationen durch Gesten, Gesichtsausdrücke und Laute aus. Was sich bei einem kleinen Säugling noch auf „Ich fühle mich wohl“ oder „Ich fühle mich nicht wohl“ beschränkte, hat sich in den letzten Monaten zu einer großen Palette an Gefühlsäußerungen entwickelt. Zu den Kategorien, die Dein Kind nach und nach kennenlernt, gehören auch die menschlichen Gefühle. Wut, Begeisterung, Verwunderung oder Angst – Dein Baby versteht langsam die Verknüpfungen und beginnt Dir zu zeigen, wie es ihm geht und was es will. Obwohl es im Moment nur brabbeln kann, gewinnen seine Äußerungen durch Mimik und Gestik eine klarere Bedeutung. Deine Aufgabe ist es, diese Zeichen zu deuten und Dein Baby bei dieser Phase zu begleiten und unterstützen. 

Du und Dein Baby

 

Dabei bist Du das größte Vorbild für Dein Baby. Es beobachtet Dich und lernt von Dir. Zeige Deine Gefühle offen und lasse Dein Baby an Deiner Freude, zum Beispiel über ein wiedergefundenes Spielzeug, teilhaben. Die ersten Erfahrungen, die Dein Baby mit dem Umgang mit Gefühlen macht, stellt die Weichen für seinen späteren Umgang mit Emotionen. Wenn Du Deinem Baby Deine Zuneigung zeigst, zeigt es Dir auch seine. Knuddle und streichle es häufig – nicht nur, wenn Dein Baby danach verlangt.

Nützlicher Ratgeber

Sozial geschickte Babys können von nun an so tun, als ob sie traurig sind oder Hilfe brauchen. Dabei möchten Kinder ihre Mütter gezielt vor den Karren spannen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wenn Du merkst, dass Dir Dein kleiner Schauspieler ein Theater vorspielt, dann gönn ihm den Erfolg, aber lass ihn gleichzeitig merken, dass Du ihn durchschaut hast. So lernt es, dass der Einsatz von Emotionen wichtig ist, dass es aber nicht damit manipulieren kann.

Kreative Spielideen für Dein Baby und Dich

 

Bei den heutigen Spielideen geht es um Gefühle und Emotionen Deines Babys, aber auch um die Stärkung der Bindung zwischen Dir und Deinem Kind. Bei der Entwicklung von Gesten und Mimik oder anders gesagt dem Ausdruck von Gefühlen, bist Du der größte Anker für Dein Baby. Es lernt von Dir und es hilft Deinem kleinen Liebling, sich bei der Entdeckung seiner Gefühlswelt geborgen zu fühlen. So kannst Du Deinem Kind auf spielerische Weise nahebringen, welche Gefühle seine Verhaltensweisen bei Dir auslöst. Wie immer gilt: Gebe Deinem Baby keine zwei- oder mehrdeutigen Signale. Ein Lachen sollte somit niemals von Deinem Kind damit verbunden werden können, dass etwas weh tut. Durch eindeutige und klare Informationen hilfst Du Deinem Baby dabei, Gefühle besser und schneller den richtigen Kategorien zuzuordnen.

1. Spieltipp: Das Teddy-Spiel

 

Im Spiel kann Dein Baby ausprobieren, was neu für es ist und wie es darauf reagieren kann. Ein Begleiter für Dein Baby kann auch ein geliebtes Kuscheltier sein, zum Beispiel das sprechende Bärchen von Chicco. Nimm Dir bewusst Zeit für dieses Spiel. Mache es Dir mit Deinem Baby gemütlich und nehmt den Teddy zwischen euch. Halte das Bärchen im Arm und streichle es. Begleite Deine Handlungen mit beschreibenden Worten. Erkläre Deinem Baby, dass der Bär ganz viel Liebe braucht. Gib dem Baby den Teddy in die Hand und fordere es auf, ihn ebenfalls zu streicheln und fest in den Arm zu nehmen. Natürlich dürft ihr auch zu dritt kuscheln und eine schöne Gruppenumarmung machen.

Variante: Ausgangspunkt dieses Spiels kann auch sein, dass der Teddy traurig ist oder sich weh getan hat. Erkläre Deinem Baby, dass der Teddy weint und getröstet werden will. Umarme und drücke den Teddy und ermutige Dein Baby, den Teddy zu trösten. Dabei kannst Du Deinen kleinen Tröster gerne mit Lauten wie „Ai“ zusätzlich animieren. Zum Abschluss könnt ihr den Teddy schlafen legen. Vergiss nicht Dein Kind mit ausdrucksvollen Gesten zu loben. Das spornt an und es versteht, dass es etwas richtig gemacht hat.

2. Spieltipp: Sing- und Klatschspiele

 

Mutter und Baby klatschenSing- und Klatschspiele sind nicht nur einen großer Spaß für Dein Baby, sondern fördern Rhythmusgefühl und Erinnerungsvermögen.  Außerdem erlebt Dein Kleines hier ein Wechselbad der Gefühle aus Spannung, Erregung und Erleichterung. Was passiert als nächstes? Wann kommt der Kitzelmoment? Wenn Du mit Deinem Baby singst und klatscht, wirst du viele Gesichtsausdrücke im Gesicht Deines Babys beobachten können. Lasse dabei Dein Baby die Gebärden fühlen, die zum jeweiligen Lied gehören.

Der Klassiker: Hoppe, Hoppe, Reiter

Setze Dein Baby auf Deinen Schoß. Stimme das Lied „Hoppe, hoppe, Reiter“ an:

Hoppe, hoppe, Reiter,
wenn er fällt, dann schreit er,
fällt er in den Graben,
fressen ihn die Raben,
fällt er in den Sumpf,
dann macht der Reiter plumps!

Wippe dabei im Rhythmus mit den Knien, so dass Dein Baby wie ein Reiter auf dem Pferdchen sitzt. Lege Spannung in Deine Stimme, je näher Du dem Plumps-Moment kommst. Am Ende öffnest Du Deine Knie, so dass das Kleine ein Stück herunter „plumpst“. Selbstverständlich hast Du Dein Baby trotzdem sicher im Griff.

Klatschlied: Klatsche in die Hände

Setze Dich gegenüber von Deinem kleinen Zuhörer und fange an zu singen:

„Klatsche ohne Ende
in die beiden Hände,
so und so und so.“
(Klatsche dabei in die Hände und motiviere Dein Baby es nachzumachen.)
„Mit dem Finger klopfe
dreimal auf dem Kopfe,
so und so und so.“
(Jetzt klopfst Du mit dem Zeigefinger dreimal leicht auf sein Köpfchen und lässt es das nachmachen.)
Zum Schluss rufst Du laut „Herein!“ und nimmst Dein Kind in den Arm und knuddelst es ganz kräftig.

Mit anderen Lieder bringst Du jede Menge Abwechslung in die Sing- und Klatschspiele und Deinem Kleinen wird niemals langweilig.

3. Spieltipp: Das Grimassen-Spiel

 

Mother and child playingMimik und Gestik bleiben quasi in der Familie, da Dein Baby alles nachahmt, was es bei Dir sieht. Das kann ein lustiges Spiel werden! Setze Dich gegenüber von Deinem Baby. Halte Dein Gesicht in circa 30 cm Entfernung zu Deinem Kind. Strecke ganz schnell Deine Zunge heraus. Mach es nochmal. Dein Baby wird erst lachen, doch schon bald wird es Dich nachahmen.

Variante 1: Du kannst dieses Spiel zu einem witzigen Grimassenspiel erweitern. Halte Deine Hände vors Gesicht und öffne sie mit einer schnellen Bewegung. Mache in diesem Moment eine Grimasse und schließe deine Hände ganz schnell wieder vor Deinem Gesicht. Beim nächsten Mal ist hinter dem Hände-Vorhang eine andere Grimasse versteckt. Du kannst zum Beispiel ein lachendes Gesicht machen und beim nächsten Mal die Mundwinkel nach unten ziehen oder die Zunge rausstrecken. Wahrscheinlich wird Dein Baby Dich noch nicht nachahmen können. Aber so lernt Dein Baby verschiedene Gesichtsausdrücke kennen und hat auf jeden Fall großen Spaß!

Kind mit Frisur lachtVariante 2: Setze Dich mit einem Handtuch oder Blatt Papier in der Hand vor Dein Kind. Mache eine sorgenvolle Miene und sprich mit besorgtem Tonfall zu Deinem Baby. Dabei kannst Du auch gerne übertreiben. Das macht das Spiel noch interessanter und lehrreicher für Deinen Zuhörer. Halte danach das Tuch oder Papier vor Dein Gesicht. Wenn es wieder zum Vorschein kommt, solltest Du Deinem Kleinen einen völlig gegenteiligen Gefühlsausdruck präsentieren. Lache dabei laut und sprich mit fröhlichem Ton. Beachte dabei, dass die negative Gefühlsäußerung nur ganz kurz anhält und nicht zu stark übertrieben wird. Dein Kind soll schließlich Spaß empfinden.

Mama gibt Baby ein BussiVariante 3: Bisher handelte es sich nur um gespielte Gefühlsausdrücke und nicht um echte Lebenssituationen. Doch gerade für den Alltag wird es in der kommenden Zeit immer wichtiger für Deinen kleinen Entdecker zu erfahren, was richtige Gefühle sind und was sie ausmachen. So sollte es erkennen, dass es wehtut wenn jemanden grob an den Haaren gepackt wird oder am Ohrring zieht. Natürlich würde Dein Schatz keiner Fliege was zuleide tun, dennoch ist es sinnvoll, dass er erfährt, dass es weh tut, wenn man jemandem Schmerz zufügt. Dazu kannst Du klar und deutlich sagen: „Aua, das tut mir weh!“ und dazu einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck machen. Achte dabei darauf, dass Du nur kurz ein negatives Gefühl ausdrückst, damit du keine Schuldgefühle bei Deinem Schatz auslöst. Falls er daraufhin nochmal an Deinen Haaren zieht, dann ist das keine böse Absicht. Vielmehr testet Dein Kind die Kategorie „Schmerz und Aua“ und möchte wissen, ob Du beim zweiten Mal genauso reagierst, was Du selbstverständlich tust. Dieses Mal solltest Du jedoch auf eine deutlichere Weise reagieren, die Deinem Kind unmissverständlich klar macht, dass Du überhaupt keinen Spaß an seinem Spiel hast.

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Dein Baby entwickelt gerade nicht nur selbst viele Gesichtsausdrücke und zeigt seine Empfindungen. Es lernt auch, verschiedene Gesichtsausdrücke zu unterscheiden und zu verstehen. Das ist für Dein Baby natürlich nicht immer einfach. Es hilft ihm, wenn das Neue, was es erlebt, einen Namen bekommt.

Was Dein Kind in der heutigen Ausgabe lernen konnte:

  • Mimik und Gestik zu entwickeln
  • Gesichtsausdrücke zu unterscheiden und
  • ….im nächsten Schritt zu deuten
  • Und für Dich: Körperliche Nähe, elterliche Geborgenheit und offene Zuneigung sind für Dein Baby sehr wichtig.
Lena_fordernd

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