Spielend Lernen #26: Malen und kritzeln

Sophia

Dein Kind ist nun 13 Monate und 3 Wochen alt und entdeckt langsam verschiedene Malutensilien und Papier. Auch wenn es nicht so aussehen mag: Die Entwicklung des Malens entpuppt sich als äußerst komplexe Entwicklungsphase und kann sich über einen längeren Zeitraum ziehen. Wie alles mit dem „Kritzeln“ beginnt, erfährst Du in unserer heutigen Spielend Lernen Ausgabe.

 

Lass der Entwicklung freien Lauf

 

„Die Kraft, mit der ein Kind wird und wächst, ist es auch, die ihm die Hand führt bei seinem Kritzeln und Malen.“ (Angelika-Martina Lebeus)

Mädchen maltDieses Zitat von Angelika-Martina Lebéus aus ihrem Buch „Kinderbilder und was sie uns sagen“ hat eine ganz klare Aussage: Man muss keinem Kind das Malen und Zeichnen beibringen. Die bildnerische Gestaltung unterliegt ebenso einem Entwicklungsprozess wie andere Entwicklungsbereiche des Kindes auch. In der gleichen Weise wie Dein Kind gebrabbelt und gelallt hat, bevor es sein erstes Wort sagen konnte und wie es krabbelte, bevor es sich sicher auf zwei Beinen fortbewegen konnte, so entwickelt sich auch die Bildsprache Deines Kindes nach dem eigenen Zeitplan Deines kleinen Picassos. 

Jeder Entwicklungsabschnitt wird dabei von jedem Kind auf individuelle Weise durchlebt, wobei sowohl ein längeres Verweilen in einer Phase als auch das Überspringen von Phasen völlig normal ist. Zeit- und Leistungsdruck führen zu keinerlei Verbesserungen. Im Gegenteil, sie behindern Dein Kind bei der Entfaltung seiner Fähigkeiten.

Wann geht es los mit dem Malen?

 

Mit etwa 13 Monaten sind die meisten Kinder in der Lage einen Stift mit der Faust zu halten und ihn auf einem Papier hin und her zu schieben. Ist diese Entwicklungsetappe gemeistert, lassen die ersten Kritzeleien nicht lange auf sich warten. Du wirst sehen wie sich die Fähigkeit zu malen Schritt für Schritt verbessert. Schon in knapp drei bis vier Jahren wird Dein kleiner Schatz in der Lage sein, seinen Gedanken auch mithilfe von geschriebenen Buchstaben Ausdruck zu verleihen: Dein Kind wird dann seine ersten Wörter zu Papier bringen können.

Wie entwickelt sich die Fähigkeit zu malen?

 

mother and baby paint colors hands dirty isolated on whiteIn den letzten Monaten des ersten Lebensjahres Deines Kindes, hat es seine feinmotorischen Fähigkeiten soweit ausgebaut, dass es nun in der Lage ist, einen Stift in der Hand zu halten. Die Entwicklung des Malens zieht sich über einen längeren Zeitraum hinaus und ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Jedes Kind verfügt über ein elementares Bedürfnis, sich spontan am kreativen Gestalten zu betätigen. Deshalb solltest Du Dir im Klaren darüber sein, dass auch Deinem kleinen Schatz die Fähigkeit zur gestalterischen Arbeit innewohnt: Denn jedes Kind ist in der Lage, zu malen und seine Gedanken, Bedürfnisse und Erlebnisse auf einem Blatt zum Ausdruck zu bringen. Doch mit jedem Lebensjahr verändert sich die Art und Weise seines gestalterischen Ausdrucks. Dein Kind fängt an detaillierter zu malen, bis es dann in der Lage ist Ausmalbilder zu bemalen oder frei aus dem Kopf heraus einen Familienausflug aufs Papier zu bringen. Auch Dein Kind wird die einzelnen Entwicklungsstufen durchlaufen.

Was braucht Dein Kind zum Malen?

 

Für das aktuelle Alter Deines kleinen Picassos bieten sich dicke Stifte wie Wachsmalstifte oder Jumbo-Buntstifte am besten an. Filzstifte und Buntstifte sind noch zu hart und spitz und daher noch nicht geeignet für Dein Kind. Einen besonderen Clou liefern sogenannte aquarellisierbaren Stifte (z.B. die Woody 3in1 von Stabilo). Zum einen hat Dein kleiner Meistermaler Buntstift, Wassermalfarbe und Wachsmalkreide in einem und zum anderen ist die Farbe gut abwaschbar. Damit kann Deinen teuren Möbeln oder dem Parkett nichts passieren. Andernfalls kannst Du auch zu einer großen Malunterlage greifen, um Deine Wohnung in Schutz vor den ungewollten Farbangriffen nehmen. Denn Dein Kind, wird sich nicht trauen seinen Maldrang auszuleben, wenn Du nachher mit ihm schimpfst weil alles angemalt ist. Dadurch wird es schnell die Lust am Malen verlieren.

Wusstest Du schon, dass…

… die Grundvoraussetzungen für das Erlernen des Schreibens schon in frühester Kindheit erworben werden. Bei der Entwicklung der Handgeschicklichkeit wird besonders deutlich, dass Auffälligkeiten im Bereich der Grobmotorik in einem direkten Zusammenhang mit der Entwicklung der Feinmotorik stehen. Die Handgeschicklichkeit entwickelt sich individuell und kann auch variieren – je nach Förderung.

Die Entwicklung des Malens

 

Das Ergreifende an Kinderbildern ist nicht der ästhetische Ausdruck, die Kunst des Beherrschens bestimmter Maltechniken oder das „Schöne“ einer bildnerischen Darstellung, sondern das Ursprüngliche, der Seelenausdruck, das Ehrliche und damit der Spiegel des ganzen Menschenkindes.

Spurschmieren (ca. 7 Monate – 1 Jahr und 6 Monate):

SpurschmierenAls früheste Art des bildnerischen Ausdrucks von Kindern lässt sich das sogenannte „Spurschmieren“ bezeichnen: lange bevor das Kleinkind motorisch zum Halten eines Stiftes in der Lage ist, produziert es Spuren, die bereits die Freude an der Bewegung erahnen lassen, die einige Monate später auch Antrieb für die ersten Versuche mit Stiften und Papier sein wird. Kleinkinder hantieren in dieser Phase gerne mit allen flüssigen und teigigen Materialien (Wasser, Brei, Sand, Schnee, aber auch Kot und Spucke), was aber von Seiten der Erwachsenen aufgrund des hohen Schmutz- und Fleckenfaktors meistens stark eingeschränkt und mit wenig positiven Reaktionen bedacht wird.

Kritzeln (ca. 1 Jahr bis 3 Jahre):

KritzelKratzelAn das Schmieren schließt sich eine für Erwachsene tolerierbarere Form des „Spurenhinterlassens“ an: sobald das Kleinkind fähig ist, einen Stift zu ergreifen, produziert es auf verschiedenen Flächen (wenn man viel Glück hat, auch mal tatsächlich auf einem dafür vorgesehenen Papier 😉 ) verschiedenartige Kritzel, die aus den rhythmischen und schwungvollen Arm- bzw. Handbewegungen des Kindes entstehen. Kritzeln ist ein oftmals negativ geladener Begriff. Jedoch bezeichnet er seiner Wortherkunft nach die Grundformen und Ausgangszeichen für die Mal- und Zeichenentwicklung von Kindern, aus denen später komplexe Formen und Bilddarstellungen entstehen. Bei den ersten Kritzelversuchen hinterlassen die sonst willkürlichen Bewegungen des Armes und der Hand zusammen mit einem „Werkzeug“ eine Bewegungsspur, welche sichtbar ist und auch bleibt.  Die Spur, die diese motorische Tätigkeit hinterlässt, ist dabei zunächst noch bedeutungslos für das Kind; sie wird nicht bemerkt und hat keinerlei regulierenden Einfluss auf die Tätigkeit des Kritzelns, das vom Kind noch völlig unkontrolliert ausgeführt wird. Daher sind Kritzelbilder noch Zeichnungen ohne Inhalte. Zunächst kann das Kind auch weder vor noch nach dem Kritzeln angeben, was sein Bild darstellen soll, denn es malt ja nur aus Freude an der rhythmischen Bewegung. Irgendwann jedoch entdeckt das Kind den Zusammenhang zwischen seiner Aktivität (Ursache) und der entstehenden Spur (Wirkung) auf der Unterlage. Von jetzt an ist die Sichtbarkeit des Gekritzelten für das Kind wichtig. Es hat erkannt, dass es mit dem Stift etwas bewirken kann.
Da das Zeichnen eng an die Motorik gebunden ist, drücken sich im Kritzeln die Rhythmen der motorischen Entwicklung aus. In der folgenden Zeit verändert sich das Kritzeln, weil sich die Zeichenbewegung vom Schulter- in die Fingergelenke verlagern.

SL#26 Kritzeln 1Um das 1 1/2 Lebensjahr: Die Arme werden mit dem Stift in der Hand vom Schultergelenk aus bewegt. Das Kind erkennt den Zusammenhang zwischen seiner Bewegung und den geschaffenen Zeichen noch nicht.

 

SL#26 Kritzeln 2Um das 1 1/2 Lebensjahr: Das Schwingkritzeln ist die am längsten vorherrschende Form des Kritzelns. Aus dem Ellbogengelenk heraus entstehen gleichgerichtete, dichte Strichlagen in der Mitte des Blattes.

 

SL#26 Kritzeln 3Um das 2. Lebensjahr: Das Kritzeln erfolgt jetzt bereits aus dem Handgelenk heraus, so dass das Kind zu einer differenzierteren, gelenkteren Bewegung fähig ist. Es entstehen kreis- und spiralförmige Gebilde („Urknäuel“ genannt). Bezüglich der Farbgebung steht in der Kritzelphase eine wahllose Verwendung aller gegebenen Stifte und Farben im Vordergrund. Malt das Kind mit Wasserfarben, streicht es unbekümmert mehrere Farbschichten übereinander und stört sich nicht an dem entstehenden unansehnlichen Braunton.

SL#26 Kritzeln 4Um das 2. Lebensjahr: Die Verteilung der Elemente auf der Zeichenfläche verändert sich von einer massierten Häufung über eine verstreute Verteilung zu einer bewussten Isolierung in Einzelformen, sobald das Kind in der Lage ist, den Stift willentlich abzuheben und neu anzusetzen. Von diesem Zeitpunkt an kann das Kind auch wiederholbare Zeichen und Überschneidungen produzieren wie das „Urkreuz“, welches in der folgenden Zeit auf vielen Bildern des Kindes zu finden sein wird und auch einen Übergang zu differenzierteren Darstellungen herstellt (siehe „Kopffüßler“ in der nächsten Kritzeletappe). Auch die Fähigkeit, ein kreisartiges Gebilde zu einem geschlossenen Kreis zusammenzuführen, weist auf das Ende der Kritzelphase hin.

nach Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz: Hut oder Schlange die ein Elefant verschluckt hat?

nach Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz:
Hut oder Schlange die ein Elefant verschluckt hat?

Um das 2,5 Lebensjahr: Die letzte Etappe der Kritzelphase wird eingeleitet, wenn das Kind beginnt, seine Zeichnungen zu kommentieren. Der Zeitpunkt der Benennung des Gemalten verlagert sich dabei zunehmend nach vorne. Zunächst gibt das Kind seinen Zeichnungen erst nachträglich eine Bedeutung (weil die Erwachsenen ja immer nachfragen) und erzählt etwas über sein Bild. Dann äußert es sich bereits während des Zeichenvorgangs und schließlich vor Beginn des Malens. Insgesamt ist diese Bedeutungsgebung aber noch ziemlich instabil – ein und dasselbe Bild kann innerhalb von kurzer Zeit verschiedene Bezeichnungen und Beschreibungen erhalten. Es besteht auch noch eine sehr große Diskrepanz zwischen der vom Kind verbal vermittelten Bedeutung und dem Liniengefüge auf dem Papier, das meistens alles Mögliche darstellen könnte. Daran ist erkennbar, dass das Malen gegen Ende der Kritzelphase noch immer sehr stark bewegungsdeterminiert ist und weniger eine darstellerische Wiedergabe bezweckt. Sobald aber die motorische Lust als Motiv hinter die Darstellungsabsicht zurücktritt, tritt das Kind in die nächste Phase seiner Malentwicklung ein, die durch die sogenannten „Kopffüßler“ (wenn Dein Kind beginnt Menschen zu malen, beschränkt es sich erst einmal auf die wichtigen Dinge, es malt den Kopf von dem aus auch die Beine und Arme gemalt werden) charakterisiert ist.

Triff Vorbereitungen für die ersten Kritzelversuche

 

Drawing togetherWie bei allen neuen Fähigkeiten Deines Kindes ist es auch hier Deine Aufgabe, zu fördern, Mut zu machen und es zu unterstützen. Schaffe Impulse, damit Dein Kind selbst auf Lösungen kommt. Jetzt, da Dein Wonneproppen bereits 13 Monaten und 3 Wochen alt ist, solltest Du unbedingt dafür sorgen, dass Wachsmalstift und Papier vorhanden sind, damit es loskritzeln kann, sobald Dein Kind sein erstes Interesse daran zeigt. Lass es dann so oft üben wie es mag.

Am besten Du bleibst immer bei Deinem Kind, wenn es sich gerade künstlerisch betätigt, so dass Du sofort einschreiten kannst, wenn es sich auf dem Fußboden, der Wand oder an Möbeln verewigen möchte – diese Flächen finden die meisten Kinder unwiderstehlich. Um diesem Problem im Vorhinein entgegenzuwirken, kannst Du auch eine große Zeichenpapierrolle auf dem Wohnzimmerboden oder -tisch ausrollen. Hin und wieder wirst Du Dein Kind auch davon abhalten müssen, die Stifte zu essen (keine Angst, wenn Du Wachsstifte aus Bienenwachs hast, wird außer farbigen Zähnen, nicht viel passieren – diese sind ungiftig). Dennoch solltest Du hier ein Auge drauf haben.

Wie der Spaß am Malen bleibt!

 

little girl bedaubed with bright colorsDu solltest Deinem Kind keine Anweisungen oder Ratschläge geben, was und wie es zu malen hat. Wenn Du hier eingreifst, wirst Du nichts über Deinen kleinen Schatz erfahren, denn die Bildersprache ist eine Ausdrucksweise genauso wie die Verbalsprache. So wie Du auch das Plappern und Brabbeln Deines Babys nicht einschränken solltest, um seine Sprachentwicklung nicht zu gefährden, solltest Du auch das Kritzeln und Malen nicht unnötig beeinflussen. Denn Du könntest riskieren, dass die Fantasie und Freude am Malen bei Deinem kleinen Picasso womöglich eingeschränkt werden. Das experimentierende Malen ist wichtig, damit Dein Kind seine ganz eigene Bildersprache entwickeln kann und damit eine ausdrucksstarke Kommunikationsform erwirbt. Das Kritisieren und Verbessern des zeichnerischen Ausdrucks von Kindern hingegen führt dazu, dass die Kinder eine negative Einstellung hinsichtlich ihrer Malfähigkeiten entwickeln und eventuell bald keinen Spaß mehr am Malen haben. Offenbar geschieht dies sowieso früh genug bei den meisten Menschen, sei es durch Einflüsse des Kunstunterrichts in der Schule oder durch die psychischen Veränderungen während der Pubertät.

Wie verhältst Du Dich richtig

 

Boys with paintsDas einzig richtige Verhalten gegenüber Deinem Kind in der Malentwicklung ist also, ihm geeignete Malwerkzeuge zur Verfügung zu stellen, zu denen es immer freien Zugang hat. Du könntest Deinem kleinen van Gogh zum Beispiel eine kleine Malecke im Wohnzimmer bauen, die komplett mit weißem Papier tapeziert ist. Denn Kinder malen gerne in Gesellschaft. Nimm Dir eine Tasse Tee oder Kaffee und setz Dich zu Deinem Kind. Du kannst auch etwas malen oder, wenn Dein Kind das möchte, Dich mit ihm unterhalten. Es sollte selbstverständlich sein, dass jedes Bild ohne jegliche Kritik angenommen und bestaunt wird! Auch der respektvolle Umgang mit Kinderbildern ist immens wichtig. Jedes Bild hat einen Erzählwert und gleicht einem Tagebucheintrag. Lege Dir doch eine Sammelmappe zu, in die Ihr die Bilder gemeinsam abheften könnt. Vielleicht gibt es auch einen Platz in der Wohnung, der sich für eine austauschbare Bildergalerie anbietet. Wenn Du so in der gesamten Malentwicklung vorgehst, ist auf jeden Fall sichergestellt, dass Dein Kind so lange wie möglich Freude am Gestalten hat  und seine Fähigkeiten sich voll entfalten können.

 

wusstestduUnser Tipp: Achte einfach darauf, dass Du viel mit Deinem Kind sprichst und häufig vorliest – so oft wie es geht! Je mehr Sprache es hört, desto mehr wächst und entwickelt sich das Gehirn Deines kleinen Schatzes. Dies fördert langfristig seine kommunikativen Fähigkeiten, einschließlich dem Malen und Schreiben.

 

Unterstützende Bedingungen

 

Boy Child Painting 01Zeit – Kinder brauchen sehr viel Zeit um Vorstellungen zu spüren und auf Papier zu bringen.

Platz – Kinder können am besten dort malen, wo viel freie Fläche ist und sie in ihrer Konzentration nicht gestört werden.

Ruhe – neben der zugelassenen Zeit und dem ausreichenden Platz benötigt das Kind auch Ruhe, damit sich Dein Kind ganz auf sein Tun einlassen kann.

Begrenzung der Malutensilien – Kinder könne sich am besten auf etwas konzentrieren, wenn die Meine der Materialien übersichtlich ist. Ausreichend sind die Grundfarben rot, gelb, blau und fünf weitere Farben (grün, schwarz, weiß, braun, lila).

Verschiedenheit der Malelemente – z.B. Wachsstifte, Buntstifte, Kreide.

Unterschiedliche Größen des Papiers – so unterschiedlich Kinder in ihrer Persönlichkeit, ihrer Entwicklung und ihren Ausdruckserfahrungen sind, so unterschiedlich wählen sie auch ihre Papiergröße. Vorsichtige und zurückhaltende Kinder bevorzugen häufig kleinflächiges Papier. Kinder mit einem stärkeren Ausdrucks- und Erzählwert stürzen sich hingegen auf große Papierflächen.

Qualität des Papiers – Weißes Papier (ohne Karos oder Linien) eignet sich am besten. Wenn Du dann noch bedenkst, dass Kinderbilder Deinen Tagebuchaufzeichnungen gleichen, hat auch Dein Kind ein Recht auf qualitativ akzeptables Papier.

Spaß mit FingerfarbenVerzicht auf Schablonen – diese geben ein „Richtig“ vor und unterdrücken die Phantasie von Kindern.

Wertschätzender Umgang mit Kinderbildern

Respektvolle Behandlung von Kinderbildern

Akzeptanz des „Krikel-Krakel“ –  wenn Kinder kritzeln hat dies ebenfalls einen Ausdrucks- und Erzählwert, auf jeden Fall eine gleich hohe Bedeutung wie das gegenständliche Zeichnen.

Bilder und Zeichnungen bedürfen keiner Korrektur – Kinder malen aus ihrem Fühlen, wobei Gefühle selbst das Malen bestimmen.

Wir müssen mehr Loben, als erklären.

Mehr Beispiele geben, als ermahnen.

Mehr uns selbst erziehen, als am Kind zu erziehen.

Mehr wahrnehmen und zuhören, als laut redend Vorschriften zu machen.

Dein Kind mag noch nicht malen?

 

Kein Grund zur Sorge. Jedes Kind entwickelt seine Fähigkeiten unterschiedlich – einige schneller als andere. Wenn Dein Kind mit 15 oder 16 Monaten nicht angefangen hat zu kritzeln, obwohl es genügend Möglichkeiten dazu hat, kannst Du dies beim nächsten Arztbesuch erwähnen. Denke daran: Kinder, die vor dem errechneten Entbindungstermin geboren wurden, erreichen diese und andere Meilensteine der Entwicklung möglicherweise erst später als ihre gleichaltrigen Spielgefährten.

Aufforderung Mitmachen

Du bist so stolz auf das erste Kunstwerk Deines Lieblings? Das Malen macht Deinem Schatz riesen Spaß? Dann schnapp Dir Deine Kamera und schick uns ein Foto vom ersten Meisterwerk! Wir wollen den neuen Picasso sehen! Schick uns Deine Bilder oder sogar Dein Video und füll unseren Kurzfragebogen aus! Wir sind gespannt auf Dein Feedback!

Das Wichtigste nochmal zusammengefasst

 

 

  • Du musst Deinem Kind das Malen nicht beibringen. Jedes Kind ist in der Lage zu Malen
  • Mit nun 13 Monaten und 3 Wochen ist Dein kleiner Schatz in der Lage einen Stift zu halten und fängt an zu Kritzeln
  • Wachsstifte oder Jumbo-Buntstifte sind für den Anfang am besten geeignet, Filzstifte und Buntstifte sind zu hart und spitz
  • Kinder malen am besten dort, wo sie viel freie Fläche haben und sich somit auf ihr Tun konzentrieren könne, ohne von andere Dingen abgelenkt zu werden – hier bietet sich der Fußboden an.
  • Das Malen entwickelt sich vom Spurschmieren, über das Kritzeln bis hin zum Kopffüßler. Mit dem Kopffüßler ist die „Kritzelphase“ abgeschlossen und es beginnt eine neue Phase des Malens.
  • Deine Aufgabe beim Malen ist es, Dein Kind zu fördern, ihm Mut zu machen und es zu unterstützen.
  • Bitte gib Deinem Kind keine Anweisungen oder Ratschläge, was und wie es zu malen hat. Kritisiere es später auch nicht, denn so verliert Dein Kind schnell die Lust am Malen.
  • Der respektvolle Umgang mit den Bildern Deines Kindes sollte selbstverständlich sein. Schaffe eine Möglichkeit, die Bilder zu sammeln und so aufzubewahren, dass Dein Kind, wann immer es möchte, die Bilder anschauen kann.
  • Später einmal, kann das gemalte Bild ein interessanter Gesprächsanlass sein. Somit förderst Du gleichzeitig die verbale Ausdrucksweise Deines Kindes.

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